Kategorie: Europa

Meddeb: Kultur des Ressentiments

Die islamische Welt, die einst eine „vorherrschende“, affirmative Kultur stiftete, hat im 9. Jahrhundert eine große Phase rationalistischer Gottessicht und diesseitiger Poesie erlebt. Im elften bis 13. Jahrhundert – „lange vor Descartes, Kepler und Kopernikus“ – war sie auch in Technik und Architektur „gebend“.… Continue Reading „Meddeb: Kultur des Ressentiments“

Gerstl 70

Das Werk von Elfriede Gerstl ist in alle Winde verstreut. Sie verzettelt ihre Texte in Anthologien und Zeitschriften, und manchmal erscheint ein Sammelband, und die Kritiker machen große Augen. Sie hat einen Roman geschrieben, „Spielräume“ (1977), der aus dem Rahmen fällt, weil er von… Continue Reading „Gerstl 70“

Borchardts steile Maßgeblichkeit

Eine Rede in Heidelberg über «Die neue Poesie und die alte Menschheit» (1911) «ist als Erklärung gemeint und soll Scheidungen bewirken; mit dem lumpigen Begriff der Neuromantik soll ein Ende gemacht werden und das kann nur geschehen, wenn wir im Zusammenhange begründen, in welchem… Continue Reading „Borchardts steile Maßgeblichkeit“

Rüdiger Schütt

Rüdiger Schütt: Dichter gibt es nur im Himmel. Leben und Werk von Hans Leip . Biographie und Briefedition 1893-1948. Verlag Dölling und Galitz, Hamburg 2002. 499 S., Fr. 44.30. / NZZ 15.6.02

Erfindung der Wolken

«Wir sind wie Wolken, die den Mond verhülln; / Wie ruhlos treiben sie», dichtete Percy Bysshe Shelley 1814 in vollendeter romantischer Melancholie, und als er dies schrieb, war es zumindest in der Literatur nicht ausgeschlossen, dass ihre Helden ganze Tage damit zubrachten, im Fenster… Continue Reading „Erfindung der Wolken“

Unterm Schutt

Immerhin ist es mit diesem Band möglich, Inge Müllers Werk präziser zu sichten und vor Überschätzungen zu warnen. Gewiss, die «lyrische Autobiographie» ( Wulf Kirsten ), die sie sich in den Nachkriegsjahren abrang, beeindruckt noch heute. In oft frappierender «Kunstlosigkeit», wie es die Literarhistorikerin… Continue Reading „Unterm Schutt“

Nachricht über italienschweizer Lyrik

gibt die NZZ, darunter über Fabio Pusterla : Seine Gedichte haben nichts zu tun mit der fein ziselierten realistischen Lyrik seiner lombardischen Vorgänger von Sereni bis Orelli. Sie stehen ganz für sich als dramatische Befragung einer Welt, in der Dunkel, Verzweiflung und Tod herrschen.… Continue Reading „Nachricht über italienschweizer Lyrik“

Der pakistanische Lyriker

Aftab Husain ist in die Mühlen des Konflikts zwischen Indien und Pakistan geraten. Husain, geboren 1962, hält sich als Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung in Deutschland auf. „O! Träumer, wie ich werdet auch ihr zerschmettert werden, werdet auch ihr besiegt darniederliegen / Denn Träume haben ihren… Continue Reading „Der pakistanische Lyriker“

Preise der Schweizerischen Schillerstiftung 2002

Ins Tessin gehen 5000 Franken an Dubravko Pusek für seinen Gedichtband «Effetto Raman». Das Prädikat «Buch der Schweizerischen Schillerstiftung 2002» erhielten «Der Billardtisch» von Bruno Steiger, «Le cerf-volant» von Nadine Mabille, «In sto monde tonde tonde» von Ugo Canonica und der rätoromanisch-deutsche Gedichtband «Monolog… Continue Reading „Preise der Schweizerischen Schillerstiftung 2002“

Erklärte Nacht

HANS-HERBERT RÄKEL bespricht in der Süddeutschen vom 10.6.02 DURS GRÜNBEIN: Erklärte Nacht. Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002. 148 Seiten, 18 Euro

Agents of apocalypse

Breton, Philippe Soupault and Louis Aragon were acclaimed by Paul Valéry as ‚the three musketeers‘. In fact, rather than contenting themselves with derring-do, the surrealists were agents of apocalypse. Their fiercest creative glory lay in acts of destruction. Breton and Soupault warned the world… Continue Reading „Agents of apocalypse“

Ritter der Hispanität

Antonio Machado ist für die Nachwelt der glaubwürdigste unter diesen erneuerungswilligen «Rittern der Hispanität» geblieben. Bewundert und verehrt, weil er ohne penetrante Fanfarenstösse mit seiner Lyrik ein Spanien wieder als im wörtlichen Sinne natürliche Präsenz verfestigte, das veredelnder Attribute nicht bedurfte, um es selbst… Continue Reading „Ritter der Hispanität“

Hans G Helms 70

1960 bereits hatte Adorno in einem Kölner Vortrag Helms’ Lautexperimente und Klangverfremdungen als authentisch zeitgenössisch beglaubigt, da sie, in konsequenter Weiterführung Joycescher Permutationstechniken, kraft ihres hermetischen Gestus sich dem glatten Einverständnis mit der ideologisch beschädigten Sprache verweigerten. / STEFAN DORNUF, Süddeutsche 8.6.02 HANS G.… Continue Reading „Hans G Helms 70“

Börne für Enzensberger

Die Welt v. 8.6.02 druckt die Laudatio Rachel Salamanders auf Enzensberger zum Börnepreis. Darin zitiert ein Gedicht: Es ist übertitelt mit „Arbeitsteilung“ und ist seinem letzten Gedichtband „Leichter als Luft. Moralische Gedichte“, entnommen. „Dass die allermeisten/vom allermeisten / so gut wie gar nichts verstehen… Continue Reading „Börne für Enzensberger“

Rudolf Borchardt 125

…Borchardt scherte aus und wurde Dichter. Die ersten zehn Gedichte, die ihm gelungen schienen, ließ er drucken und sandte sie an die Großen der Zeit: Swinburne, Maeterlinck, George und Hofmannsthal . Letzterer lud ihn ein, war charmiert von dem Enthusiasmus des jungen Poeten und… Continue Reading „Rudolf Borchardt 125“