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Nicht nur zur Wirklichkeit hat der Dichter ein allergisches Verhältnis, auch den überlieferten Schatz von Weltweisheit, vom Kindervers bis zur absoluten Poesie, wehrt er fuchtelnd ab wie einen Mückenschwarm. In einem ‚Psalm‘ heißt es ‚Vater, schließ den Weltraum / Turnsaal zu, abends wenn ich… Continue Reading „29. Hinter tausend Hefeweizen“
Vielleicht ist Bulgarien nichts anderes als ein schönes Tier, das der Finger auf der Landkarte entdeckt: «Katze, Maus und Hund / die Erde die ist rund / Amsel Eule Möwe / Bulgarien ist ein Löwe / vor einem Schälchen Meer / der Ozean blutig… Continue Reading „28. Bulgarien ist ein Löwe“
Wie tief damals das Niveau des Instituts gesunken war, kann folgende Geschichte bezeugen: Als eine verunsicherte Assistentin die von Rzounek protegierte Dozentin Zdeňka Bastlová halbironisch einmal fragte, wie man an einem Gedicht über den Flug eines Schmetterlings erkenne, ob es sich um ein marxistisches… Continue Reading „27. Kommunistischer Schmetterling“
Die Eigenkompositionen der vier erstklassigen Musiker kreisen um die weltverbindende Lyrik des „schwäbischen Türken“ Kürsat Celik. Dieser spielt auch die Saz, die langhalsige türkische Laute, welche den Barden aus Anatolien und am Kaukasus als Begleitinstrument diente. / Augsburger Allgemeine
Auf der Website des Poetry International Web neu: Aufnahmen von Autorenlesungen des diesjährigen Poesiefestivals: Carlos López Degregori (Peru), Erik Spinoy (Belgien), Thomas McCarthy (Irland), Marc Kregting ( Niederlande) und Valérie Rouzeau (Frankreich) sowie Gespräche und Diskussionen von Herausgebern und Dichtern der US-amerikanischen und japanischen… Continue Reading „25. Poetry International Festival 2010“
In seinem zweiten Gedichtband, King Log (1968), begann Hill Zeichen von Größe zu zeigen. Man nehme nur seine Folge reimloser Sonette, „Funeral Music“. Im Angesicht der Schrecken der Nachfolgekriege des 15. Jahrhunderts stellt das Gedicht die Sonettform gegen den Schlachtenlärm: . . . Recall… Continue Reading „24. Form gegen Lärm“
Wirklich belegt ist die inzestuöse Beziehung zwischen den beiden Geschwistern nicht; aber die Schauspieler sind sich einig: Die Gedichte legen den Verdacht zumindest sehr nahe, und darauf baut die Geschichte auf. „Ich glaube, es war so“, meint Baumeister. „Schon weil die Mutter alle Briefe… Continue Reading „22. Traklfilm“
Ein „Fest für Ernst Jandl“ hatte Jutta Skokan, die Intendantin der Festwochen Gmunden, versprochen, und ein Fest ist es geworden. Vier Tage währten die „Feierlichkeiten“, klug und abwechslungsreich zusammengesetzt aus Vorträgen, Lesungen, Gesprächen, Performances, Ton- und Bilddokumenten. … In der Nacht zum 1. August… Continue Reading „20. Fest für Jandl“
«Um zu bleiben / braucht man hier / (. . .) / zwei schatten / für eine sonne.» Solche Doppelungen und Spaltungen gehören zur Grundbefindlichkeit des Exilierten, und das Gedicht, dem die Zeilen entnommen sind, wirft denn auch selbst sozusagen einen doppelten Schatten: Es… Continue Reading „19. Zwei Schatten“
„Im sonnigen Glanz, bei des Mondlichtes Schein / Die Stadt ist ein lebend Gedicht / Auf dunkler Flut fahren Schiffe darein; / Venedig ist schöner nicht“, schwärmte der Dichter und Journalist Albert Wiek 1915 über Danzig. Auch Joseph von Eichendorff beschwor schon 1842 den… Continue Reading „18. Venedig ist schöner nicht“
Balestrini, Initiator der Lyrikergruppe ‚I Novissimi‘, lustvoller und lautstarker Wortführer der italienischen Neoavantgarde, die mit den bürgerlichen Vorstellungen eines Subjektes kurzen Prozess machte, richtete sich bewusst gegen all“ die Langweiler, die eine Handlung erwarteten und ein wieder erkennbares Personal. Ein erzählendes Ich, was für… Continue Reading „17. I Novissimi“
Nietzsche ist eine der beiden Portalfiguren, die der Dichter Wulf Kirsten an den Beginn seiner großen Anthologie zur deutschen Lyrik zwischen 1880 und 1945 gestellt hat. Und ohne Zweifel wird hier ein neuer Ton angeschlagen. Aber das Instrument ist die in der klassischen Literatur… Continue Reading „16. Nietzsche und Liliencron“
In ihrem ersten Gedichtband teilt Nadja Küchenmeister viel mit, aber plaudert nicht. Die Intensität, mit der sie der Stille, der Dunkelheit oder einer nur sekundenlang anhaltenden Bewegung nachspürt, erfordert bedächtiges Lesen. Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1237192/ Carola Wiemers… Continue Reading „13. Intensität“
Das Burns Monument Centre in Kilmarnock – „phantastisch“ sagen die einen, „eine Tragödie“ die anderen – ist auf einer Shortlist für den „Carbuncle Cup“, der die ärgste architektonische Monstrosität Großbritanniens „auszeichnet“. Es wurde im vergangenen Jahr neu eröffnet, nachdem ein Feuer 2004 das ursprüngliche… Continue Reading „12. Monstrosität“
„Any explanations poets may give about what they do primarily serve the preservation of a secret. Vague as this secret may be, all poets, in their own individual ways, will hold on to it and barricade themselves behind it.“ —Durs Grünbein, The Poem and Its… Continue Reading „11. Preservation of a secret“
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