Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Monika Rinck, Tübinger Stadtschreiberin Vorgestellt von Reinold Hermanns SWR2 Lesezeichen vom Samstag, 28.6. | 17.50 Uhr | SWR2
Die Gedichte Rainer Kirschs sind in der DDR erschienen, was bisweilen einem Wunder gleichkam, und sie erschienen den Machtlüsternen wohl als Stachel, den auf Dummheit Gepolten (sie nannten ihre Art Widerspruchsrodung Dialektik) als Dämon, den Tapferen als Trutzimpuls. Und den Anstößigen als ein Stoßseufzer,… Continue Reading „49. Rainer Kirsch 80“
Das Vertonte hat in jedem Falle verbesserte Überlebensbedingungen gegenüber dem bloß gedruckten oder gar bloß geschriebenen Mittleren. Wie der Lethe rücklings mehr und mehr über die Ufer tritt, zeigt uns die Musik eine Inselwelt, von ganz anderer Zahl und Form als das Gedruckte, das… Continue Reading „48. Daumer vertont“
war das Enfant Terrible der DDR – manche meinen, das einzige. Der älteste Sohn des SED-Funktionärs und stellvertretenden Kulturministers Horst Brasch, der als jüdischer Flüchtling und Mitgründer der FDJ nach dem Krieg bewusst in die russische Besatzungszone gegangen war, eckte früh an: beim Vater… Continue Reading „46. Thomas Brasch“
„wenn sprachen sich angleichen meine / in der deinen ein und aufgeht ah! wie / sich da umlaut und vorsilbe mischen keine / einsilbigkeit aufkommt“ schreibt Roza Domascyna in dem Gedicht „Vokalintermezzo“, und einer solchen Doppelsprachigkeit, einem geradezu verliebten Miteinander der Sprachen, folgen in… Continue Reading „45. Das Sorbische im Deutschen“
Der Erfolgsautor Andrej Kurkow lebt im Stadtzentrum von Kiew; der Euromaidan hat sich praktisch vor seiner Haustür abgespielt. Kurkow verfügt über eine komplexe kulturelle Identität, die sich einfachen Zuordnungen verweigert: Er versteht sich als ukrainischer Schriftsteller, der auf Russisch schreibt und zum russischsprachigen Kulturraum… Continue Reading „43. Andrej Kurkow“
Finule ist auch Bestandteil des Nine Herbs Charm, eines im 10. Jahrhundert in den altenglischen Lacnunga-Manuskripten festgehaltenen Kräuterzaubers gegen Vergiftungen und Infektionen. In Antike und Mittelalter wird der Fenchel oft mit Klarsicht (und also wieder mit Konzentration) in Verbindung gebracht und gegen Augenleiden eingesetzt.… Continue Reading „42. Fenouil“
Lange neigte man dazu, die Figur der Nadja in André Bretons gleichnamigem Roman, den Karlheinz Bohrer einmal zur «Basisschrift der klassischen Moderne» erklärt hat, für eine surrealistische Kunstfigur zu halten, die von der Begegnung mit einer realen Frau stark angeregt war. Ihre Erscheinung –… Continue Reading „40. Nadja“
„Rot ist der Abend auf der Insel von Palau, und die Schatten sinken“ – so beginnt Gottfried Benns Gedicht über die Südseeinsel, die einst zum deutschen Kolonialreich gehörte und hierzulande die wildesten Assoziationen weckte. Reichtümer, Hitze, Nacktsein – die Namen Upolu, Apolima und Manono… Continue Reading „38. Rot ist der Abend“
Der Tiroler Autor Robert Prosser erhält heuer den Reinhard-Priessnitz-Preis: Die mit 4.000 Euro dotierte Auszeichnung wird dem Künstler (Jahrgang 1983) am 27. Oktober im Literaturhaus Wien überreicht, kündigte die Institution am Dienstag an. Prosser veröffentlichte bisher im Klever Verlag die Prosabände „Strom“ (2009) und… Continue Reading „37. Priessnitz-Preis für Prosser“
Diese Hefte, an der Zahl 42, die er bis zu seiner Entlassung 1924 aus der Festungshaft (er war Regierungsmitglied in der Räterepublik gewesen) mit persönlichen, literarischen und politischen Empfindungen und Geschehnissen füllte, erwartete ein bizarres Schicksal: Zehn Jahre später, kurz nach Mühsams Tod. wanderte… Continue Reading „35. Mühsams Tagebücher“
Perlentaucher-Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2014 Luisa Schulz kann kaum glauben, dass dieser Klassiker des 20. Jahrhunderts bei uns noch immer nahezu unbekannt ist, selbst nach Nabokovs Einsatz für Vladislav Chodasevic. Die nun in einer Auswahl erstmals auf Deutsch zu lesenden Gedichten des russischstämmigen… Continue Reading „33. Zuviel für einen Vergessenen“
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