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Sophie Reyer Epitaph: wohin klirrendes Mädchen weißt du noch damals: der Friede zerbrach und am Rücken der Druck von Flügeln die Last ein Engel zu sein bis der Wind kam: klirrendes Mädchen wohin
Heute vor 50 Jahren starb Günter Eich. Ich denke an ihn mit einem meiner Lieblings-Maulwürfe. (Maulwürfe, so nannte er eine Gattung absurder Prosagedichte seines Spätwerks, sein Beitrag zur Poesie). Die Sache mit den kurzen Gedichten ist eine ironische Anspielung auf Walter Höllerer, der in… Continue Reading „Ach und O“
Ich widerstehe der Versuchung, die Aufstellung des 1. FC Nürnberg zu bemühen. Stattdessen etwas Konventionelleres. Ein Gedicht „an“ etwas. Als hätte Benn das nicht verboten, das „an“dichten. Handke schreibt ein Gedicht „an“ und „über“ die Dauer. Der Schluß des Auszugs schlägt unerwartet den Bogen… Continue Reading „Peter Handke zum 80.“
Friedrich Bergammer (eigentlich Friedrich Glueckselig; geboren am 18. Dezember 1909 in Wien; gestorben am 9. Oktober 1981 in New York City) Der letzte Hort O Ewigkeit, du Bettelhort! Vergänglich Sitte, Art, Kultur, geknüpft an Mode, Zeit und Wort. O Weltenschicksal! Unglücksspur! Sie treiben uns von einem Ort zum anderen. O Leidenskur! Wir ziehn… Continue Reading „Bettelhort“
Hansjörg Zauner (* 2. Dezember 1959 in Salzburg; † 30. Juni 2017) DAS ZERSCHELLEN DER WOERTER IN DEN BUCHSTABEN UND DARUEBER HINAUS DA VERWORTEN DIE BUCHSTABEN IM DARUEBER HINAUS ZU ZERSCHELLEN EIN ZERBUCHSTABEN DIE SCHELLEN IN DEN WOERTERN EIN DARUEBER HINAUS DAS DARUEBERHINAUS IN DEN… Continue Reading „in den buchstaben ein zerschellen“
Joseph Roth (* 2. September 1894 in Brody, Ostgalizien, heute Ukraine; † 27. Mai 1939 in Paris) Natur Hinter den Häusern der Stadt, dort wo die Verbotstafeln stehn, beginnt Gottes freie Natur, die den Menschen gehört. Parzelliert und in Grundbüchern eingetragen sind die Quellen, die Äcker, die Wälder, der Wind, die Tannen, die Eichen,… Continue Reading „Natur“
Paul Celan (geboren am 23. November 1920 in Czernowitz, damals Rumänien, heute Ukraine; gestorben vermutlich am 20. April 1970 in Paris) Wie sich die Zeit verzweigt, das weiß die Welt nicht mehr. Wo sie den Sommer geigt, vereist ein Meer. Woraus die Herzen sind, weiß die Vergessenheit. In Truhe, Schrein… Continue Reading „Wie sich die Zeit verzweigt“
Ernst Jandl (* 1. August 1925 in Wien; † 9. Juni 2000 ebenda) sie mehr den anderen dieser sie weniger er mehr die andere diese ihn weniger sie mehr den anderen dieser sie weniger er mehr die andere diese ihn weniger sie mehr den anderen dieser sie weniger er mehr die… Continue Reading „mehr die anderen“
L&Poe Journal #02 Nach dem Start der Ausgabe 02 im zeitigen Frühjahr kam eine intensive Arbeitsphase im Zusammenhang mit dem zweiten Band meiner Edition der Barockdichterin Sibylla Schwarz. Die Paperbackausgabe ist erschienen, Hardcover ist noch im Satz. Zeit für den Schlussspurt des zweiten Journals.… Continue Reading „Ich bin ein Schrei aus dem Nebel“
Sophie Reyer : der Himmel Blicke ohne Augen an ihm: es ist schwer dich mit der Präzision eines Lidschlags zu küssen wo alles vergeht dich weiter lieben mit milden Fingern und nichts als dem leeren Wind im Haar: Unbehagen Sehnsucht ungelüftet die Jahre Licht-… Continue Reading „Unbehagen Sehnsucht“
Georg Trakl (* 3. Februar 1887 in Salzburg; † 3. November 1914 in Krakau) Sommer Am Abend schweigt die Klage Des Kuckucks im Wald. Tiefer neigt sich das Korn, Der rote Mohn. Schwarzes Gewitter droht Über dem Hügel. Das alte Lied der Grille Erstirbt im… Continue Reading „Sommer“
Vor 100 Jahren war ein heißer Sommer und soweit Frieden in Europa. Viele und namentlich auch viele der von uns „Expressionisten“ genannten Dichter empfanden die relative Ruhe als bedrückend und erhofften im Gedicht einen Sturm. Den bekamen sie auch bald. Viele verloren das Leben,… Continue Reading „Abschied vom Frieden 1913“
Gerhard Jaschke (Geboren 1949 in Wien) Aus: sonntagsgedichte menschen neigen zum erfolg zeigen zähne klappern mit diesen werden zu riesen und gehen schliesslich kaputt. das ist kein lustiges ende. ich weiss. darum klatscht bitte nicht in die hände! durchbohrt lieber wände mit eurem kopf.… Continue Reading „sonntagsgedicht“
Ernst Jandl (* 1. August 1925 in Wien; † 9. Juni 2000 ebenda) selbstporträt, 18. juli 1980 es sei mit ihm was los. nein, so genau wisse er selbst es nicht, spüre jedoch daß nichts mehr sei wie es gewesen sei. davon erzählen wolle er eigentlich nicht. wolle eigentlich überhaupt nichts, wolle… Continue Reading „Auch wenn kein Wort mehr glänze“
Andreas Okopenko (* 15.März 1930 in Košice / Tschechoslowakei; † 27. Juni 2010 in Wien) Grüne Melodie … grüne Melodie blaues Mädchen weiß sind die Ferien. Ich grüne in der Wiese des Jungdorfes Mein Hof ist gelb von Mädchen Getreiden Mein Mädchen ist gelb von… Continue Reading „Grüne Melodie“
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