Kategorie: Deutschland

Kommunizieren

Klaus Hensel WIR KOMMUNIZIEREN Was machst du gerade, fragt Facebook Worauf Siri sagt, er redet gerade mit der Kuh von Google. Ja, sagt Alexa, er fragt Wo Andy sei und stell dir vor, was für ne Coole Antwort die KUH dem Mann gibt Auf… Continue Reading „Kommunizieren“

Gesichtsfeld

Walter Höllerer (* 19. Dezember 1922 in Sulzbach; † 20. Mai 2003 in Berlin) Aus: randnummer 5- September 2012, S. 77

Mit Bäumen telefonieren

Martina Kieninger Aus dem „Elternverwirrbuch“ Mit Bäumen telefonieren I Habt ihr schon mal ausprobiert wie man mit Bäumen telefoniert dazu braucht Ihr ein imaginäres Telefon und das geht so: Ihr macht ein Handy aus Euern Händen und sagt hallo. Bei mir hat es leider… Continue Reading „Mit Bäumen telefonieren“

Hardekopf

Ferdinand Hardekopf (* 15. Dezember 1876 in Varel; † 26. März 1954 in Zürich) Aus der steilen, transparenten Nudel Quillt ein Quantum Quitten-Quark empor, Ballt sich (physisch) zum gewürzten Strudel, Kreist: ein Duft-Ballon aus einem Rohr. Wann (und wo?) war Schweben delikater? In der… Continue Reading „Hardekopf“

„Trauern um die Menschheit, die der Wahn erwürgt“

Christoph August Tiedge (* 14. Dezember 1752 in Gardelegen; † 8. März 1841 in Dresden) Elegie auf dem Schlachtfelde bei Kunersdorf Nacht umfängt den Wald; von jenen Hügeln Stieg der Tag ins Abendland hinab; Blumen schlafen, und die Sterne spiegeln In den Seen ihren… Continue Reading „„Trauern um die Menschheit, die der Wahn erwürgt““

Zwey Grenadier‘

Heinrich Heine (* 13. Dezember 1797 Düsseldorf; † 17. Februar 1856 in Paris) Die Grenadier Nach Frankreich zogen zwey Grenadier‘, Die waren in Rußland gefangen. Und als sie kamen in’s deutsche Quartier, Sie ließen die Köpfe hangen. Da hörten sie beide die traurige Mähr:… Continue Reading „Zwey Grenadier‘“

Des Seeräubers Morgenlied

Fritz Graßhoff (nach seiner Auswanderung auch: Fritz Grasshoff, * 9. Dezember 1913 in Quedlinburg; † 9. Februar 1997 in Hudson, Kanada) Aus: Fritz Graßhoff: Seeräuber-Report. Songs, Lieder & Balladen für den Haus- und Marktgebrauch. Mit Zeichnungen des Autors. München: DTV, 1976, S. 12

Jede Zeit hat ihren Horaz

… behaupte ich einfach mal so. Vielleicht gelingt es nicht jeder? Immerhin Opitz dichtete: „Ich hab ein Werk vollbracht, dem Erz nicht zu vergleichen, / Dem die Pyrámides an Höhe müssen weichen“ (Betonungsstrich von mir, M.G.) – hat es Opitz genützt? Horaz geschadet? Hier… Continue Reading „Jede Zeit hat ihren Horaz“

Im nächsten wirds besser

Johann Martin Miller (* 3. Dezember 1750 in Ulm; † 21. Juni 1814 ebenda) Säkulargesang beim Anfang des neunzehnten Jahrhunderts Wirf, schrecklichstes von allen, die noch waren, Wirf, blutbeflecktestes von allen Jahren, Wirf, o Jahrhundert, mir noch einen Blick, Eh‘ du entfleuchst, in unsre… Continue Reading „Im nächsten wirds besser“

Frauenlob

Heinrich von Meißen, genannt Frauenlob (* zwischen 1250 und 1260 in Meißen; † 29. November 1318 in Mainz) Ein Gruß an sie! Sie nimmt sich meines Herzens an und ist in meinem Glücksprojekt zugleich der schönste Gast: Ist immer wieder da mit neuen, prickelnden… Continue Reading „Frauenlob“

Rondeau

Barbara Köhler Rondeau Allemagne Ich harre aus im Land und geh, ihm fremd, Mit einer Liebe, die mich über Grenzen treibt, Zwischen den Himmeln. Sehe jeder, wo er bleibt; Ich harre aus im Land und geh ihm fremd. Mit einer Liebe, die mich über… Continue Reading „Rondeau“

Kehlkopf

Eduard Mörike (* 8. September 1804 in Ludwigsburg, Württemberg; † 4. Juni 1875 in Stuttgart) Der Kehlkopf Der Kehlkopf, der im hohlen Bom Als Weidenschnuppe uns ergötzt, Dem kam man endlich auf das Trom, Und hat ihn säuberlich zerbäzt, Man kam von hinten angestiegen,… Continue Reading „Kehlkopf“

Deutsche Phantasie

Georg Herwegh (* 31. Mai 1817 in Stuttgart; † 7. April 1875 in Lichtental) Mein Deutschland, strecke die Glieder Mein Deutschland, strecke die Glieder ins alte Bett, so warm und weich; Die Augen fallen dir nieder, du schläfriges deutsches Reich. Hast lange geschrien dich… Continue Reading „Deutsche Phantasie“

Aus: Neues Macondo

Alex Galper Anführer der Aufständischen Wenn in einem Monat Macondo von der Nachricht erfährt Dass ein Bürgerkrieg ausgebrochen ist Steig vom fliegenden Teppich ab Hör auf, nach dem Philosophenstein zu suchen Erschieße den levitierenden Priester Und gehe in den Wald zu den Aufständischen In… Continue Reading „Aus: Neues Macondo“

In lieblicher Bläue

Ich suchte ein Gedicht Wilhelm Waiblingers, der am 21. November 1804 in Heilbronn geboren wurde, aber es war nichts zu brauchen. Auch das Gedicht „An Hölderlin“ nicht, mit seinen „Jammerheiliger, irren Auge, Jugendschönheit, Kinderherzens und Gartenhäuschen“ („komm, es wartet dein“). In einer langen Fußnote… Continue Reading „In lieblicher Bläue“