Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Brigitte Struzyk Cursdorf Die Müllabfuhr heißt hier Ernst Sie fährt vor den Wolken den Berg hoch An den Wiesen vorbei Vorbei an dem Duft von Pestwurz und Augentrost Ehrenpreis und Dost Zurück fährt dieser Ernst, die Wolken wieder bergab,… Continue Reading „Cursdorf“
(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Kerstin Becker MINNE ich will zu dir Wald wir müssen eine neue Sprache finden wir sind so künstlich aufgeforstet wir können zusammen nicht kommen siehst du die Speckgürtel und Ghettos um die Städte Abriegelsystem humanus ich gehör der Kaste… Continue Reading „Minne“
(L%Poe Journal #02. Neue Texte) Mara Genschel Liebe Simone, deine Frage:zu deiner Frage: I Ich weiß nicht.Nachts schriebinne ich sie alle an.Erst nachts stand, wie lieb ins Regal gestellt: (ich/nichts Gebrauchte Kartons.)Ich les nichts, Simone, und ich weiß nichts mehr, sehr geehrte Dr. A.(Attrappe… Continue Reading „Ich weiß nicht“
(L&Poe Journal #02 Dossier Angelika Janz) Angelika Janz … als sei ihre Unsichtbarkeit nichts weiter Beachtenswertes… Delta 1978 Getrennt voneinander stellte sie sich zur gleichen Zeit zwei Fragen: Was ging außerhalb des Hauses, im stumpfen Blickwinkel zweier Straßen, vor sich? (Sie… Continue Reading „Delta“
Dirk Skiba über seine Dichterporträts Es ist eine gängige medienwissenschaftliche Lehrmeinung, Autorenporträts (w/*/m) als Teil des Epitextes von Publikationen zu werten. SKIBA Es gefällt mir, dass Du Porträts als Texte betrachtest. Das ist auch meine Meinung. Ich gehe aber noch etwas weiter: Es kommt… Continue Reading „„Authentisch lehne ich ab!““
(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Silke Peters Frauentag Schreiben verändert die Wahrnehmung, ist eine heftige Trance. Bilder verschmelzen bei über eintausend Grad im Lagerfeuer. Meine Gedanken brennen, meine Gefäße sind aus Lehm. Ich klaube ihn unter der Wurzel eines im Winter umgestürzten Baumes am… Continue Reading „Frauentag“
Jayne-Ann Igel diese busfahrt mit mutter nach w., nächtliche fahrt mit lichtern, trügt mich die erinnerung oder hat sie im kurhaus übernachtet und mich tags darauf in einem bett hinterlassen, an dessen fußende die abbildung eines tiers befestigt, und das kind nun antilope, hase… Continue Reading „Kerben“
Hans Aßmann von Abschatz (* 4. Februar 1646 in Breslau; † 22. April 1699 in Liegnitz) Taback: überſezt aus dem Barclayo. Pflantze/ deren Rauch das Gifft Bunter Schlangen übertrifft/ Welche die Natur verbannt In ein weit-entlegnes Land. Wo der Wilden tummer Geiſt Seine Larven… Continue Reading „Taback“
Heute vor 300 Jahren wurde Matthias Ettenhuber (oder Mathias Etenhueber) in München geboren, er starb ebendort 1782. Er war (130 Jahre zu spät) ein geschickter lateinischer Dichter, unter dem Einfluß von Dichtern wie Klopstock und Gellert ging er zum Deutschen über. Er machte sich… Continue Reading „Ein bayrischer Tyrtaios?“
Friedrich Rückert (* 16. Mai 1788 in Schweinfurt; † 31. Januar 1866 in Neuses) Beschwichtigter Zweifel Über meinen eignen Kopf Bin ich nicht im reinen, Hab‘ ich, wie ein andrer Tropf, Einen oder keinen? In der Schenke, wann der Wein Mir zu Kopfe steiget, Fühl‘ ich erst der Kopf ist mein, Und… Continue Reading „Beschwichtigter Zweifel“
Bernd Jentzsch (* 27. Januar 1940 in Plauen) Die grünen Bäume starben in uns ab Die grünen Bäume mit den schwarzen Stämmen Wuchsen in uns ein und starben in uns ab. Die Elemente der Erde, Phosphor und Schwefel, Fielen aus den Wolken am Tag und… Continue Reading „Die grünen Bäume starben in uns ab“
Über den Minnesänger Ulrich von Lichtenstein schrieb Herders Conversations Lexicon 1855: „Lichtenstein , Ulrich von, ein steiermärk. Ritter, geb. um 1200, dichtete etwa um 1255 den »Frauendienst«, eine gereimte Erzählung 33jähr. Minnelebens jener ungereimten Art, die dem Verfasser des Don Quixote vorschwebte. Uebrigens machen die… Continue Reading „Frauendienst, genießbar“
Aus dem Haiku-Band „Guuder Moond“ von Fitzgerald Kusz (ars vivendi verlag, 6 € ) Auf die Frage, warum nicht „reddung“, antwortet Kusz: „Das Substantiv „Rettung“ existiert im Dialekt nicht. Da muss man wie so oft auf die Hochsprache zugreifen. In der Linguistik nennt man… Continue Reading „hinderm moond lehm?“
Wer ist Walter Werner: DDR-Lyriker, Thüringer Heimatdichter, Natur-, Landschaftsdichter? Mag von allem etwas sein, aber da ist mehr. Adolf Endler, der einen Auswahlband bei Reclam Leipzig herausgab, attestierte „geradezu sprunghafte Qualitätssteigerung und immer wieder überraschende Neuansätze“ und stellte ihn in die Reihe der Mickel,… Continue Reading „Walter Werner 100“
Hugo Lyck? Wer kennt den Namen? Auch die großen Literaturlexika (und auch Wikipedia) nicht. Ein echter Geheimdichter vom Anfang des vorigen Jahrhunderts. Ein Gedicht von ihm steht im Jahrgang 1958 der Literaturzeitschrift Akzente. Die Anmerkung: „Hugo Lyck, auf- und untertauchend im Café Stefany Münchens,… Continue Reading „Geheimdichter“
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