Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Nach der von Andreas Berner schön gestalteten bibliophilen Mappe „ortsbeschreibung“ (Hinterwaelt 2008) legt Thomas Spaniel nun seinen sechsten Lyrikband vor. Wie in den früheren treffen wir auf eine nüchterne, hart konturierte Sprache, mit der Spaniel illusionslos Weltzustände zeichnet und vor Verdrängungsmechanismen warnt: „aber man… Continue Reading „38. „tapfer bis hinein / in die schlafzimmer““
WAWERZINEK: Wir haben uns geeinigt, dass ich der Feingeist bin. KRAMPITZ: Und ich der Agitator. Der waren Sie auch, als Sie sich im Vorjahr das Jörg-Haider-Gästebuch aus dem Bergbaumuseum mitgenommen haben. Haben Sie mit diesem Skandal gerechnet? KRAMPITZ: Nein. Ich hatte den Auftrag für… Continue Reading „35. Teufelsküche“
Thomas Kunst LA PLAYA, HANDELSZENTRUM, ABENDROT. Die Linien zählen alles, zählen nichts, Das stufenweise Ätzen des Gewichts Der Kupferplatte, Licht in Lohn und Brot. Wir beide wollen alles, laß uns losen. Viskosität der Gärten, Lappenton, Die Farben in den Rillen trocknen schon, Die Zwetschgen handeln hier… Continue Reading „34. Gedicht“
Auch in der Schulpolitik: Leute, die nicht wissen, was sie tun, treffen Entscheidungen mit Folgen, die sie nicht abschätzen können und nicht verantworten werden. In der Welt streiten Sibylle Lewitscharoff, Jan Koneffke und Burkhard Spinnen wider die Abschaffung der Schreibschrift. Koneffke schreibt: „Verschiedenes ist… Continue Reading „31. Wider die Abschaffung der Schreibschrift“
Der vierte Gedichtband der Autorin widmet sich in drei Kapiteln – „Luftbrücken“, „Luftwege“ und „Luftspiegelungen“ – der Liebe, den Reisen in fremde Länder und dem Selbstverständnis als Frau und Dichterin. Widersprüche zwischen Tragik und Komik des Liebesalltags bringen sie drastisch oder zart, vor allem… Continue Reading „30. Fingerschnippen“
Wenige der großen Menetekel-Dichter haben die Urgründe ihres Schreibens aus dem 20. ins 21. Jahrhundert hinübergerettet. Zu denen, die sich nach wie vor als Zeitzeugen begreifen und ihre Verse dem Erinnern widmen, gehört der 1931 in Darkehmen/Ostpreußen geborene Manfred Peter Hein. … Auch in… Continue Reading „29. Menetekel-Dichter“
Die Distanz der Autorin zum lyrischen Ich wird durch die Anrede eines Du noch vergrößert. Gäbe es den Begriff der Multi-Identität – auf Marica Bodrozic träfe er zu. Die äußeren Bewegungen folgen den inneren und umgekehrt. So sind lyrische Mischformen entstanden: Poeme, deren Herz-… Continue Reading „28. Multi-Identität“
Gut „gestaltete Vortragskunst gelang auch dem Saarländer Konstantin Honecker, dem Schnösel vom Literaturinstitut.“ So tönt es eulenspiegelhaft aus den dekonstruktivistischen „Gegenstrophen“ des 1979 geborenen Konstantin Ames. Für hauptstädtische Open Mike-Kenner, Lesebühnen-Gemeinden und Leser von einschlägigen Zeitschriften wie „Zwischen den Zeilen“ und „Edit“ ist er… Continue Reading „27. Saarländer Vortragskünstler“
Christoph W. Bauer, Hausacher LeseLenz-Stipendiat von Juli bis September 2010, bewältigt in seinem Liederzyklus „mein lieben mein hassen mein mittendrin du“, den er in Hausach fertiggestellt hat, den Spagat zwischen scheinbaren Gegensätzen. Liebesgedichte, Hassgedichte, Mittendrin-Gedichte enthält das Werk mit dem programmatischen Titel, das demnächst… Continue Reading „26. Liebesgedichte, Hassgedichte, Mittendrin-Gedichte“
„Todesfuge“ kann getrost als das Gedicht des 20. Jahrhunderts gelten, auch wenn Celan selbst das Gedicht als „viel bemüht“ bezeichnete. Zweieinhalb Monate vor seinem Freitod erschienen in der Zeitschrift „Neue Literatur“ die Gedichte „Er“ von Immanuel Weissglas und „Die Blutfuge“ von Moses Rosenkranz. Beide… Continue Reading „25. Dichter der Bukowina“
Es scheinen gute Zeiten für Lyrik zu sein. Zumindest kann man allenthalben von einer blühenden jungen Szene lesen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmete der „Boombranche“ kürzlich einen großen Artikel, in dem von der Lebendigkeit und Vielseitigkeit der zeitgenössischen lyrischen Stimmen geschwärmt wurde, ohne dabei die ökonomische Belanglosigkeit des… Continue Reading „22. Alexander Gumz und Katharina Schultens“
Yoko Tawada Die zweite Person Ich Als ich dich noch siezte, sagte ich ich und meinte damit mich. Seit gestern duze ich dich, weiß aber noch nicht, wie ich mich umbenennen soll. Aus: Yoko Tawada: Abenteuer der deutschen Grammatik. Tübingen: konkursbuch Verlag Claudia Gehrke… Continue Reading „18. Meine Anthologie: Abenteuer der deutschen Grammatik“
Endlich sind die Lyrikpreise des Systems für 2011 vergeben: der WOLFGANG für moderne 5Zeiler auf elektronischem Papier geht an Norbert Lange (Berlin), den WOLFSKEHL für hörbare 5Zeiler im mp.3-Format erhält KLANGKNECHT (Stuttgart). Den beiden Gewinnern herzlichen Glückwunsch und ein dreifaches: Lyrik ahoi!
Vom 8. Juli bis zum 27. November 2011 wird auf Schloss Tirol in Bozen die große Sonderausstellung »Ich Wolkenstein« des Südtiroler Landesmuseums für Kultur- und Landesgeschichte über den wohl berühmtesten Südtiroler Dichter und Minnesänger Oswald von Wolkenstein (1376-1445) gezeigt, der als der herausragende Lyriker… Continue Reading „15. »Ich Wolkenstein« wurde auch in Rostock gesungen“
Husumer Nachrichten (Gunnar Dommasch): Als 16-Jähriger siedelten Sie aus Hamburg in die DDR über – nach Gadebusch, um genau zu sein. Der Vorsatz, die Welt zu verbessern, erstarb dort. 1976 schließlich die Ausbürgerung „wegen grober Vernachlässigung der staatsbürgerlichen Pflichten“. Sie hat das damals sehr verletzt.… Continue Reading „14. Verbessern statt erretten“
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