Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Kerstin Becker wenn die Äpfel an den Wiesenhängen fallen und Blätter streicheln unsere Köpfe rascheln röten unsre Herzen nach und schlagen stark wir rennen herum wie die Schweine zu Eichelmastzeiten im Wald dumpfes Grunzen und helles Quieken das hungrige Wühlen erfüllt noch die Luft… Continue Reading „Wenn die Äpfel“
Evelyn Schlag sonett nun lässt ein girlie sich die junge scham vernieten und auf den dächern wächst das moos so jäh. die kids halten schritt wenn beschleuniger wüten. was sehr dringlich wird bekommt ein zeit-dossier. eine neue generation von smartphones liegt pro jahr auf… Continue Reading „Sonett“
Bertolt Brecht Was an dir Berg war Haben sie geschleift Und dein Tal Schüttete man zu Über dich führt Ein bequemer Weg.
Rosa Rübsaamen (* 24. April 1853 in Haardt an der Sieg, heute Weidenau, seit 1975 Stadt Siegen, † 22. September 1922 in Hillnhütten bei Siegen) Haben wir nicht etwas uns zu fragen? Eine ferne Uhr hebt an zu schlagen Haben wir nicht etwas uns… Continue Reading „Haben wir nicht etwas uns zu fragen?“
Im Gedenken an den Lyriker Ulrich Schacht (* 9. März 1951 Zuchthaus Hoheneck, Stollberg im Erzgebirge; † 16. September 2018 in Förslöv, Schweden) Gewänder Jerusalems Wenn das Licht sinkt taucht die Stadt auf dem Berg in ein Kupferbad Haine und Kuppeln schimmern bis Wind… Continue Reading „Gewänder Jerusalems“
Christiana Mariana von Ziegler (* 28. Juni 1695 in Leipzig; † 1. Mai 1760 in Frankfurt an der Oder) Das männliche Geschlechte, im Namen einiger Frauenzimmer besungen. (1739) Du Weltgepriesenes Geschlechte, Du in dich selbst verliebte Schaar, Prahlst allzusehr mit deinem Rechte, Das Adams… Continue Reading „Das männliche Geschlechte“
Marie von Ebner-Eschenbach (* 13. September 1830 auf Schloss Zdislawitz bei Kremsier in Mähren als Marie Dubský von Třebomyslice; † 12. März 1916 in Wien) Sankt Peter und der Blaustrumpf Ein Weiblein klopft an’s Himmelsthor, Sankt Peter öffnet, guckt hervor: – »Wer bist denn… Continue Reading „Blaustrumpf“
Helga M. Novak wie erschlagen wie erschlagen von der Hetze wundgestoßen arg zersplittert sind meine Schalen kein Bugstall mehr kein Faden und kein Reif getroffen bin ich flüchtig abgegangen und ohne Nachsuche gelaufen in die Irre das Unterholz hat meine Decke zerrissen wo ich… Continue Reading „„wo ich jetzt bin kommt keiner mehr vorbei““
Helga M. Novak (* 8. September 1935 in Berlin-Köpenick; † 24. Dezember 2013 in Rüdersdorf bei Berlin) Sommerzeit Sommerzeit die Hähne schrein zur selben Zeit Winterzeit die Sauen schrein zur selben Zeit ach es ist alles zuschanden die Freiheit die ich habe ist keine… Continue Reading „ach es ist alles zuschanden“
Catharina Regina von Greiffenberg (* 7. September 1633 auf Schloss Seisenegg in Viehdorf bei Amstetten, Niederösterreich; † 10. April 1694 in Nürnberg) Auf die Fruchtbringende Herbst-Zeit FReud‘-erfüller / Früchte-bringer / vielbeglückter Jahres-Koch / Grünung-Blüh und Zeitung-Ziel / Werkbeseeltes Lustverlangen! lange Hoffnung / ist in… Continue Reading „Herbst“
Martin Opitz Sonnet XXXIV. JHr / Himmel / lufft vnd wind / jhr hügel voll von schatten / Jhr Hainen / jhr Gepüsch‘ / vnnd du / du edler Wein / Jhr frischen Brunnen jhr so reich am Wasser seyn / Jhr Wüsten die… Continue Reading „Sonnet XXXIV“
Christian Wernicke (* im Januar 1661 in Elbing / Elbląg; † 5. September 1725 in Kopenhagen) An unsre teutschen Poeten Jhr Teutschen wenn die Lieb aus eurer Feder quill’t / Jhr eure Buhlschafft wolt mit eurem Vers bedienen / So kriegt man gleich zu… Continue Reading „Stimmen der Völker in ihren Liebesgedichten“
Ernst Meister Monolog der Menschen Wir sind die Welt gewöhnt. Wir haben die Welt lieb wie uns. Würde Welt plötzlich anders, wir weinten. Im Nichts hausen die Fragen. Im Nichts sind die Pupillen groß. Wenn Nichts wäre, o wir schliefen jetzt nicht, und der… Continue Reading „Monolog der Menschen“
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