Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Daniel Schiebeler (* 25. März 1741 in Hamburg; † 19. August 1771 ebenda) Das Sonnett Du foderst ein Sonnett von mir; Du weißt, wie schwer ich dieses finde, Darum, du lose Rosalinde, Versprichst du einen Kuß dafür. Was ist, um einen Kuß von dir,… Continue Reading „Sonett“
Jayne-Ann Igel Tage gehen sie giengen schön*, wir liefen davon, liefen „weg“, wie es auch heißt, nicht aus respekt, machten uns wegsam, mussten sehen, was kommt, das war der ausweg, führte wohin, weg nur nicht mehr, das stottern im schritt, an der ampel grün… Continue Reading „Tage gehen“
Paul Gerhardt (* 12. März jul./ 22. März 1607 greg. in Gräfenhainichen; † 27. Mai jul./ 6. Juni 1676 greg. in Lübben) 1. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, Es schläft die ganze Welt; Ihr aber, meine Sinnen, Auf auf, ihr… Continue Reading „Nun ruhen alle Wälder“
Peter Hacks (* 21. März 1928 in Breslau; † 28. August 2003 bei Groß Machnow) KLOSTERIDYLL Es sprach ein Mönch zu seiner Nonne: Komm her, du meine Herzenswonne, Ich bin noch jung, du bist noch schön, Laß uns geschwind zu Bette gehn. Noch ist… Continue Reading „Wir sehn uns dann zur Frühandacht“
Friedrich Hölderlin (* 20. März 1770 in Lauffen am Neckar; † 7. Juni 1843 in Tübingen) Entwurf zu einer Ode (Notation der ersten Ansätze) Die neuesten Richter Vormals richtete Gott. … Continue Reading „Entwurf zu einer Ode“
Jan Faktor wir brauchen eine neue lyrik (auszug) Aus: Figuren & Capriccios. Hrsg. Jörn Luther u. Jürgen M. Paasch im Auftrag des Literaturbüros Thüringen e.V. Verlag: Krash Verlag, Köln / Berlin / Weimar, 1995
GÜNTER KUNERT Minus Langsam verlieren wir das Bewußtsein von unseren Verlusten und so leiden wir an Knappheit keinen Mangel. Aus: Unterwegs nach Utopia, Hanser 1977 In der gleichnamigen DDR-Ausgabe, Aufbau Verlag Berlin und Weimar 1980, fehlt das Gedicht. Wenn Sie die besitzen, fügen Sie… Continue Reading „Utopia“
Jürgen Rennert GEBURT, LOB, BESCHWÖRUNG I Geburt des Souveräns Der Souverän muß noch geboren werden, Der souverän genug ist zuzulassen, Daß welche sind, die die Beschwerden, Die er verursacht, wörtlich fassen. O welch ein Zufall! eben höre Ich, daß wir einen solchen hätten. Im… Continue Reading „Lob des Umlauts“
Friedrich Hölderlin schreibt sich frei vom einengenden Einfluß der Klassiker, vor allem des verehrten Friedrich Schiller. Vermutlich Mitte Oktober 1797 entstehen fünf Epigramme, die hier in der Fassung der jeweils ersten Niederschrift wiedergegeben werden. Guter Rath. Hast du Verstand und ein Herz, so zeige… Continue Reading „5 antiklassische Epigramme“
Martina Kieninger Elternverwirrbuch Heisenberg, das unbestimmte Bimmelschaf hat eine Bimmel um, es heißt das Bimmelschaf darum und wenn die Bimmel bimmelt weiß das Schaf Heisenberg immer, wo es ist. Nämlich da, wo die Bimmel bimmelt. Wartet, ich geb euch ein Beispiel: Wenn die Bimmel… Continue Reading „Was zu beweisen war“
An Herren Johan Rist/ Alß derselbe neben andern Kaiserl. Frei- heiten zu einem Poeten gekrönet worden. ES ist ein Wunderwerk/ das bei so bösen Zeiten/ (Da unser Teütsches Land von der Verwildungs-Nacht Und dunklem Krieges-rauch stok-finster ward gemacht/ Ja da der grimme Mars mit… Continue Reading „Auf Herren Rist“
Denn aufs Neue wieder Mensch zu werden,
Wenn man´s lange Zeit nicht mehr gewesen ist,
Das ist schwer für unsereins auf Erden,
Weil das Menschsein sich so leicht vergißt.
Günter Kunert zum 90. Geburtstag Deutscher Dichter, Güteklasse A Befaßt mit sich selber wie mit der Revolution: Glanzvolle Verse über die Notwendigkeit des Schreckens Heldenverehrung hymnisch Reimloser Ruhm den Kämpfern aller letzten Gefechte Fragen nach den Erbauern des siebentorigen Theben nach seinen Zerstörern keine… Continue Reading „Deutscher Dichter“
Theodor Kramer Requiem für einen Faschisten Du warst in allem einer ihrer Besten, erschrocken fühl ich mich heut mich dir verwandt; du schwelgtest gerne bei den gleichen Festen und zogst wie ich oft wochenlang durchs Land. Es füllte dich wie mich der gleiche Ekel… Continue Reading „Requiem für einen Faschisten“
# Laß dich nur in keiner Zeit Zum Widerspruch verleiten! Weise fallen in Unwissenheit, Wenn sie mit Unwissenden streiten. # Wie kommt’s, daß man an jedem Orte Soviel Gutes, soviel Dummes hört? Die Jüngsten wiederholen der Ältesten Worte Und glauben, daß es ihnen angehört.… Continue Reading „Zwei Weisheiten zum Tage“
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