Autobiografie

Sándor Weöres

AUTOBIOGRAFIE

Für Imre Bori

Was sollte schon sein: dies war mein Leben.
Augen zu. Mund auf. Das dauernde Wunder.
Aas. Schaum. Berge, die sich nicht erheben.
Tal. Wiese. Sumpf. Blühender Holunder.

Leben im Tod. Tod im irdischen Streben.
Schwarzer Tag. Flackernde Nacht. Im Bunker.
Dämmerschlaf. Nebel, die am Felsen kleben.
Heidenangst. Steißruhe. Gespür. Raufrunter.

Schlaf am Tage. Nächtens der Keim der Idee.
Haar. Mal. Apfel. Graben. Brennender Hasel.
Brüste. Argwohn. Stilabenteuer. A gleich B.

Starre Ewigkeit. Flüchtiges Rasen.
Nicht Kind. Mann. Nicht Weib. Aphrodite.
Taumelnde Jahre. Das meiste: Gefasel.

Übertragen von Richard Pietraß

Aus: Sándor Weöres. Poesiealbum 135. Berlin: Neues Leben, 1978, S. 30

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: