Achmatowas «Testament»

Zum Geburtstag von Anna Achmatowa (11. Juni 1889 alten / 23. Juni 1889 neuen Stils) 3 kleine Stücke aus ihrem letzten Werk, Drama? Poem? Lyrik? Von allem etwas. Es heißt „Enuma elisch“, ihr „Testament“. Auf Russisch erst kurz vor Ende der Sowjetunion erschienen, die deutsche (zweisprachige) Ausgabe mit der Übersetzung von Alexander Nitzberg 2005 bei Urs Engeler Editor. Da die Splitter hier unverbunden sind, nummeriere ich sie.

[1]

Für die Interpretation des eingeschobenen Zitats:

Den Hals zu schützen, hab ich keinen Schal …

erhielten vier Personen die Doktorwürde, worüber sich die Putzfrau Nastja taktlos äußerte: «Derjenige, der es geschrieben hat, besaß nicht mal einen Lumpen, und diese Klugscheißer hier kleiden ihre Fotzen in Pelzmäntel». Ich dagegen bemerke mit einem «der Sache angemessenen Stolz» die Entwicklung unserer Literaturwissenschaft.

[2]

«Die Große Beichte»

Den Ruf genoß ich als Symbol
für tausend Missetaten:
– Ich hab die Lebenden sehr wohl,
die Toten — nie verraten.

[3]

Einleitung

Ich will verheimlichen Geschlecht und Alter,
Hautfarbe, Konfession, wann ich geboren
und alles, was sich sonst verbergen läßt.
Nur Unbegabung läßt sich nicht verhüllen
und etwas andres noch, das übrige
verhüllt soviel ihr wollt.

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