10. Halters Beitrag

Zitate aus: Ein Ende der (Sprach-)Musik steht nicht zu befürchten
In Jürg Halters neuem Gedichtband präsentiert sich der MC als MV. Von Maren Jäger, literaturkritik.de

„‚Eminent politisch’ ist dieser Autor nicht, bestenfalls in einem guten, aber unspezifischen Sinn ‚kulturkritisch’ oder ‚medienkritisch’; „

soso

„Anders als viele Gegenwartslyriker hat Halter sein Publikum im Blick“

aha

„Halters Gedichte sind alles andere als hermetisch; aus ihnen spricht ein selbstbewusstes Ich,“

huch?

Das letzte Wort sei dem Gedicht „Mein Beitrag zum Weltkulturerbe“ überlassen, in dem Halter in ironischer Gigantomanie das Dilemma der Gegenwartslyrik ausspricht, die ihr Dasein im Spannungsfeld zwischen dem Bewusstsein der eigenen Nischenexistenz und emphatischer Selbstbehauptung führt. Fast schon anrührend mutet daher die Schlusswendung an, die plötzlich in gänzlich unironischem Trotz dasteht und nicht anders kann:

„Ich wünsche diesem Gedicht Millionen von Lesern
in allen möglichen Sprachen.
Ich wünsche, dass dieses Gedicht fortgeschrieben wird
bis in die fernste Zukunft;
mindestens so lange, wie es die Menschen gibt,
soll dieses Gedicht hier rezitiert werden.
Ich denke, dies nicht zu erhoffen
ist kaum weniger vermessen als ein Gedicht
überhaupt zu veröffentlichen.“

oh, wirklich ganz unironisch?

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