11. Sprachblätter

Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Kabinett in der Galerie“ zeigt das Kupferstichkabinett in der Neuen Nationalgalerie anlässlich der hier präsentierten Ständigen Ausstellung „Ausweitung der Kampfzone. 1968–2000. Die Sammlung, Teil 3“ ca. 35 Grafiken, Zeichnungen sowie ein dreidimensionales Objekt des aus Sachsen stammenden Künstlers und Denkers Carlfriedrich Claus.

Ausgehend von seinem experimentellen Umgang mit Sprache im Kontext der visuellen Poesie hat Claus um 1960 den neuen Bildtypus des Sprachblattes entwickelt, in dem sich zeichnend schreibend sein Denken kristallisierte. Geschult an den Schriften von Karl Marx, Rudolf Steiner, Ernst Bloch und weiteren Quellen der jüdisch-christlichen sowie fernöstlichen Ideengeschichte bekannte sich Claus – seinen Erfahrungen im dogmatischen Staatssozialismus der DDR zum Trotz – zum Ideal einer kommunistischen Gesellschaft, in der der „naturalisierte Mensch“ im Einklang mit einer „humanisierten Natur“ lebt. Seine oft beidseitig auf transparenten Bildunterlagen ausgeführten Schreibzeichnungen, grafisch höchst reizvolle Bildgespinste, veranschaulichen Prozessuales sowie Dialektisches (2 Seiten: These + Antithese = Synthese). Sie sind über ausführliche Einzeltitel, entschlüsselbare Textstellen und signalhaft wiederkehrende Zeichen, etwa von Auge und Hand, Winkel und Balkenformen, inhaltlich dennoch nicht ganz einfach zu erschließen. / Museumsportal Berlin

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