63. Kasachstan: Sorge um Aron Atabek wegen angeblicher Misshandlungen im Gefängnis

Veröffentlicht am 20.07.2014 von Writers in Prison

Wir sind in großer Sorge um den kasachischen Dichter Aron Atabek, dem es Berichten zufolge gesundheitlich sehr schlecht geht. Er soll von Gefängniswärtern gefoltert, mindestens misshandelt worden sein. Laut der Aussage seines Sohnes wurde Aron Atabek während seiner Inhaftierung im Gefängnis in Pawlodar regelmäßig auf den Kopf und ins Genick geschlagen. Die Anwendung von Folter oder anderer Formen von Misshandlung ist nach internationalem Recht absolut verboten. Der internationale PEN ruft die kasachischen Behörden dazu auf, Aron Atabek vor jeglicher Form von Folter und Misshandlung zu schützen. Die Berichte, dass der Dichter während seiner Haft geschlagen wurde, müssen untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Außerdem muss Aron Atabek umgehend ausreichend medizinisch versorgt werden.

Im Dezember 2012 (während er aus anderen Gründen inhaftiert war) wurde Atabek zu einer zweijährigen Isolationshaftstrafe in einem Hochsicherheitsgefängnis in Arqalyq verurteilt – 1600km von seiner Familie entfernt – weil er das Buch “Das Herz von Eurasien” geschrieben hatte. In dem Buch hatte er den Präsidenten Nursultan Nazarbayev heftig kritisiert. Im März 2014 war Atabek in ein Gefängnis in Pawlodar verlegt worden (immer noch 1400km von seiner Familie entfernt).

Nach einem Besuch im Gefängnis hatte sein Sohn berichtet, dass Aron Atabek wiederholt in Isolationshaft gesteckt wurde, dass er häufig von den Gefängniswärtern geschlagen wurde, und dass einige seiner Schriften (kritisch gegenüber Präsident Nazarbayev) vom KNB (früher KGB) konfisziert wurden.

Wie sein Sohn berichtet, verweigern die Gefängnisbehörden weiterhin eine adäquate medizinische Behandlung trotz seines schlechter werdenden Gesundheitszustands. Atabek leidet (bzw. hat gelitten) unter den folgenden Beschwerden: koronarer Arterienerkrankung, chronischer Gastritis, Hirnsklerose, Rückenschmerzen, geschwollenen Kniegelenken und einem eingeklemmten Drillingsnerv. Aufgrund seiner Rücken- und Knieprobleme fällt Atabek das Gehen sehr schwer. Wegen des Ausbleibens einer ordentlichen medizinischen Behandlung hat Atabeks Sohn kürzlich versucht, ihn bei einem Besuch mit Medikamenten zu versorgen. Dies wurde von den Gefängniswärtern verhindert. Atabeks Unterstützer haben Medikamentenpakete ins Gefängnis geschickt, darunter sogar Krücken, doch laut seinem Sohn haben diese Dinge den Dichter nie erreicht. /  PEN Zentrum Deutschland

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