82. Lyrik im Ausland

Zwei Veranstaltungen im Ausland – Lychener Strasse 60, 10437 Berlin:

„Nach Akedia“ – Buchpremiere von Erik Lindners erstem deutschen Band mit ausgewählten Gedichten.

In Lesung und Gespräch: Erik Lindner und Ulf Stolterfoht. Moderation: Monika Rinck.

Donnerstag 26. September 20:00
Geöffnet ab 20:00 Uhr, Beginn um 20:30 Uhr | Eintritt frei

Viel hat Erik Lindner in seinem Berliner Jahr für die Übertragung zeitgenössischer deutscher Dichtung ins Niederländische getan, u.a. mit der umfangreichen, „Berlijn“ gewidmeten Ausgabe der von ihm herausgegebenen Literaturzeitschrift Terras (mit dabei u.a. Ulrike Draesner, Elke Erb, Dieter M. Gräf, Marion Poschmann, Monika Rinck, Ulf Stolterfoht und Uljana Wolf). Nun eröffnen wir für ihn die Gegenfahrbahn: In der Spurensicherungsreihe des Berliner Künstlerprogramms des DAAD erscheint der erste deutsche Auswahlband mit Gedichten Erik Lindners, „Nach Akedia“ (aus dem Niederländischen von Rosemarie Still im Verlag Matthes & Seitz Berlin). Die besondere Intensität in Erik Lindners Gedichten, sie verdankt sich der hellwachen Aufmerksamkeit seiner Wahrnehmung und dem Zeitenmaß eines Gehenden. Unterwegs an den Gestaden seines flachen Landes wie auch denen des Mittelmeers, Städte, Vorortlandschaften und schrumpfende Industrieplätze durchschreitend, ist Erik Lindners genauer Blick der eines gerade in seinem scheinbaren Unbeteiligt-Sein Teilnehmenden. Durchlässig für das Sich-Ereignende, sammelt er Geschehnisse, komponiert sie mit feinstem Gespür für die wechselnde Tonalität von bestimmten und unbestimmten Momenten zu Reigen und verleiht ihnen damit erst Raum und Weile, sehr wohl sich bewusst: „Alles, was ist, kann verschwinden.“ Ulf Stolterfoht, der das Nachwort geschrieben hat, streicht das Besondere an Erik Lindners Arbeit wie folgt heraus: „Ich glaube, dass Erik Lindners Gedichte, was immer sie vordergründig verhandeln mögen, ein großes Thema haben, und dieses Thema ist das Glück. Wie man es erreicht, wie man es behält, vor allem aber: wie man es erkennt. Und es ist Erik Lindners Doppelstrategie zu verdanken: nicht nur zu sprechen über etwas, sondern es immer auch im Vollzug zu demonstrieren und zu exemplifizieren – dass wir beim Lesen dieser Gedichte nicht nur etwas erfahren über das Glück, sondern es leibhaftig und tatsächlich erfahren. Zumindest ein Zipfelchen davon zu fassen bekommen.“

Erik Lindner, 1968 in Den Haag geboren, lebt in Amsterdam und zählt zu den weltläufigsten niederländischen Dichtern. Er ist Herausgeber der niederländischen Literaturzeitschriften De Revisor und Terras sowie der in Frankreich erschienenen Anthologie Le verre est un liquide lent, die 33 niederländische Dichter in französischer Übersetzung vorstellt, wie auch des Auswahlbands Poèmes (2012) des auf Surinam geborenen niederländischen Dichters Hans Faverey, den er gemeinsam mit Éric Suchère ins Französische übersetzt hat. Im Sommer 2013 erschien sein erster Roman unter dem Titel Naar Whitebridge (Nach Whitebridge). 2012 war Erik Lindner Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

Eine Veranstaltung des Berliner Künstlerprogramms des DAAD in Kooperation mit dem ausland.

Ein Abend mit Lyriklesungen von Sylvia Geist, Laurynas Katkus (auf Litauisch und Dt.), Marcus Roloff und Tom Schulz.

Freitag, 27. September 2013 20:00
Bar geöffnet ab 20:00 Uhr, Beginn um 21:00 Uhr | Eintritt 5 EUR

Sylvia Geist, *1963 in Berlin, lebt heute als freie Autorin, Übersetzerin (aus dem Engl.) und Künstlerin in Hannover und Vancouver. Von 1992 an war sie verschiedentlich als Redakteurin, Verlagsmitarbeiterin, Herausgeberin und Veranstalterin tätig. Zu ihren letzten Veröffentlichungen zählen die Bände „Vor dem Wetter“ (Gedichte, 2009) und „Letzte Freunde“ (Erzählungen, 2011). In diesem Jahr erschien in Übersetzung von Sylvia Geist die Anthologie „Ankunft eines weiteren Tages. Zeitgenössische Lyrik aus Südafrika“.

Laurynas Katkus, *1972 in Vilnius, ist Lyriker, Autor und Übersetzer. Er studierte litauische Philologie und Komparatistik in Vilnius, Leipzig und Berlin und promovierte zum Exil in der modernen Lyrik. Zuletzt erschienen von ihm in Litauen die Bände „Judantys šešėliai“ (2012) und „Sklepas ir kitos esė“ (2011). In deutscher Übersetzung liegen von Katkus der Essayband „Kabuff“ (2011) sowie die Lyrikbände „Alle Richtungen“ (2009) und „Tauchstunden“ (2003) vor. Katkus übersetzte u.a. Hölderlin, Walter Benjamin, Susan Sontag und Octavio Paz ins Litauische.

Marcus Roloff, *1973 in Neubrandenburg, lebt heute in Frankfurt/M. Er studierte Neuere deutsche Literatur, Philosophie und Kulturwissenschaft in Berlin. Zuletzt war er unter anderem beteiligt an der Übersetzung des Lyrikbandes „A Worldly Country“ von John Ashbery (Als „Ein weltgewandtes Land“ 2010 auf Dt.) und dem künstlerischen Buchprojekt „dauerlandschaft – album“ (2013). Roloffs letzte Einzelveröffentlichungen als Lyriker waren die Bände „Im toten Winkel des goldenen Schnitts“ (2010) und „Gedächtnisformate“ (2006).

Tom Schulz, *1970 in der Oberlausitz, lebt als freier Autor in Berlin und veröffentlicht seit 2002 Lyrik und Prosa. Außerdem war/ist er als Dozent für kreatives Schreiben, Redakteur und Herausgeber (etwa, zus. mit Björn Kuhlig, der Kneipenbuchreihe im Berliner Taschenbuchverlag und der Anthologie „alles außer Tiernahrung. Neue politische Gedichte“) tätig.
Seine letzten Lyrikbände waren „Innere Musik“ (2012) und „Kanon vor dem Verschwinden“ (2009). Zusammen mit Timo Berger als Illustrator veröffentlichte er 2007 das Leseheft „Hundert Jahre Rütli“.

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