31. SIC-Literaturverlag

Die Initiatoren der Literaturzeitschrift SIC, Christoph Wenzel und Daniel Ketteler, haben sich auf ein Wagnis eingelassen und einen Independent-Verlag gegründet. Gestartet haben sie den SIC-Literaturverlag mit Werken des Lyrikers Achim Wagner und von Jürgen Ploog, Urgestein der unabhängigen deutschen Literaturszene. / Enno Stahl sprach mit Christoph Wenzel und Jürgen Ploog, DLF

4 Comments on “31. SIC-Literaturverlag

  1. Dass Urs Engeler den Buchhandel durch Direktvertrieb explizit mit einbezieht, um Absatzsteigerungen zu ermöglichen, Herr Stahl, diese Behauptung ist falsch! Der Zwischenbuchhandel bleibt beim roughbooks-Modell komplett außen vor.

    Und das andere: Als ob es mir darum ginge, den Direktvertrieb schlecht zu machen! Mein bei Urs Engeler erschienenes roughbook wird direkt vertrieben.

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    • Das Erste war nur ein Tippfehler: Es sollte heißen – es sind bei Lyrik KEINE große Absatzsteigerungen möglich, wenn man den Buchhandel mit einbezieht – ob mit oder ohne Buchhandel, das ist völlig egal. Und mein letzter Satz sollte heißen, wer meinen Hinweis auf die Verlage, die sich des Direktvertriebs bedienen, als negativ sieht, interpretiert das mit aller Gewalt hinein.

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  2. In der Besprechung von Enno Stahl wird ohne Namensnennung angedeutet, einige Verlage seien „auf Direktvertrieb angewiesen“; ich zitiere den Anfang der Stahl´schen Rezension:

    „Immer schwerer wird es auf dem Buchmarkt für die Verlage. In Zeiten, in denen sie dafür bezahlen müssen, um im Buchhandel gut oder überhaupt noch positioniert zu werden, ist es um so erstaunlicher, dass immer wieder neue, unabhängige Kleinverlage in Deutschland entstehen. Sie können bei diesem Run auf die besten Verkaufsflächen ohnehin nicht mithalten, sind oft genug nicht einmal bei den Sortimentern vertreten, sondern angewiesen auf Direktvertrieb.“

    Hinsichtlich der von Urs Engeler und Christian Filips herausgebenen Reihe „roughbooks“, die direkt per Internet vertrieben werden („roughbooks“ und Urs Engeler als Initiator, kommt hierbei, zumindest nach meinem Kenntnisstand, eine Vorreiterrolle zu), trifft die Formulierung „auf Direktvertrieb angewiesen“ nicht die Faktenlage. Es ist nicht das ökonomische Diktat, wie Enno Stahl es durch die gewählte Formulierung insinnuiert, das Gegenteil ist richtig: Das Modell entstand aus dem freiwilligen mutigen und kreativen Entschluss: das Experiment zu wagen, ohne Vermittlung durch den Buchhandel die Leser der „roughbooks“ zu finden und zu erreichen.

    Im Zusammenhang damit, dass die „roughbooks“-Reihe in Stahls Rezension nicht explizit genannt wird, ist diese falsche Information potenziellen Interessenten an direktvertriebener Belletristik gegenüber ärgerlich. Mag sein, dass es Verlage gibt, die „auf Direktvertrieb angewiesen“ sind. Die Macher Engeler und Filips wollen es schlicht und ergreifend nicht anders, als eben per Internet-Direktvertrieb zu verkaufen. Wagnis/Ausprobieren vs. Alternativlosigkeit

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    • Diese Kritik verstehe ich nicht. Ich selber betreibe einen kleinen Lyrikverlag mit Direktvertrieb (seit 2004 schon übers Internet, wie auch viele andere Kleinverlage – eine angebliche Vorreiterrolle von „Roguhbooks“ auf diesem Bereich, das ist offenkundiger Unsinn…). Und natürlich mache ich das, weil es bei Lyrik ökonomisch keinen Sinn macht, in Buchhandlugnen zu rennen, Sortimenter zu bezahlen usw. Die Leute, die Lyrik kaufen wollen, sind es gewohnt, auch direkt zu bestellen. Es sind schlicht großen Absatzsteigerungen möglich, wenn man den Buchhandel explizit mit einbezieht. Dieselbe Erwägung dürfte auch Urs Engeler zu diesem Schritt bewegt haben. Das hat aber mit dem spezifischen Segment zu tun, in dem man sich bewegt. Dieses Segment beinhaltet zwingend, dass man auf dem (eigentlichen) Literaturmarkt eine infinitesimal geringe Rolle spielt, oder besser gesagt: gar keine. Die Sendung im Deutschlandfunk aber heißt „Büchermarkt“, für gewöhnlich werden Verlage wie „Sic“, also solche, die ihre Produkte im Direktvertrieb anbeiten, dort überhaupt nicht besprochen. In diesem Sinne ist das durchaus ein erwähnenswertes, wenngleich durchaus nicht qualitatives Kriterium, dem nichts Ehrenrühriges anhaftet, sondern im Gegenteil eher den Idealismus solcher Verleger betont. Wer darin etwas Negatives sieht, interpretiert das mit aller Gewalt hinein.

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