82. Reprisen

Die Form des Langgedichts, die er zu kunstvollen Faltungen von Räumen und Zeiten nutzt, ist seine Domäne. Aber so kraftvoll durchgeformt wie das erste sind unter den jüngeren Gedichte die wenigsten. Sonnevi neigt inzwischen zu redseligen Reprisen von Tagesaktualitäten, die er ins Gegenlicht poetischer Bekenntnisse („Die Vision ist in mir“), Sentenzen und Kindheitserinnerungen rückt. Durch die Haut des deutschen Textes hindurch spürbar bleibt seine poetische Kraft im Bild und einzelnen Vers. Aber den Eindruck eines aufgelockerten Altersstils zerstreut auch der Zyklus „Mozarts Drittes Gehirn“ nicht, für den Sonnevi 2006 den Preis des Nordischen Rates erhielt. / SIBYLLE CRAMER, SZ 7.9.

GÖRAN SONNEVI: Das brennende Haus. Ausgewählte Gedichte 1991 – 2005. Übersetzung und Nachwort von Klaus-Jürgen Liedtke. Carl Hanser Verlag, München 2009. 137 S., 14, 90 Euro.

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