Timofiy Havryliv gibt nicht viel Persönliches über sich preis, mit Mühe findet man einige Fakten: 1971 wurde er in Ivano-Frankivs’k in der Urkaine geboren. Im August 2002 war er ein Monat lang in Graz Artist in Residence, im Rahmen des Projekts „Poetik der Grenze“.
Fest steht, dass Timofiy Havryliv mit Lyrik begonnen hat: 1995 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband „Arabesken der Erinnerung“, für den er mit dem Blahovist Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Weitere Gedichtbände folgten: 1997 „Geographische Gesetze“, 1998 „Die Stunde der Einsamen“, 2002 „Auf das Gesagte zurückgreifend“.
Und dann 2009 eine sachlich formulierte Klage über die veränderte Rolle der Schriftsteller in der Ukraine: „Die Zeiten, da eine Lyrik-Lesung Hunderte von Zuhörern angezogen hat, waren als ein längst verloren gegangenes Phänomen der politisierten Gesellschaft nur noch in den Geschichtsbüchern zu finden.“ Fest steht auch, dass er sich über „konkrete Poesie“ in seinem Roman lustig macht. Und das, obwohl er behauptet, dass die Ukraine ein Land der Lyrik ist, ein „lyrisches Land, in dem alles lyrisiert wird, die Vergangenheit, die Zukunft, Verbrechen und Heldentat“. / ORF
Der waadtländische Schriftsteller Jacques Chessex ist am Freitag in Yverdon gestorben, meldet Le Temps. Ein „ogre des lettres“, schreibt die Schweizer Zeitung: sagen wir ein „literarischer Riese“. (L’Ogre ist der Titel eines seiner Romane) Zum Tod Hugo Loetschers schrieb er im August: Ich denke an Paul Eluards Worte: «Der Tod eines Dichters ist nicht der Sieg der Dunkelheit.»
In L&Poe:
2003 Apr # Lever du Poète
2005 Mrz #30. Lyrik aus der Romandie
2008 Aug #33. Kein Höhenrausch
2009 Aug #045. Chessex über Loetscher
Und der Nobelpreis für Herta Müller bewegt nun auch Rumänien und Berlin, schreibt der Perlentaucher. Hier Rumänien:
Frau Ungar, wie haben die Rumänen auf den Literaturnobelpreis reagiert?
„Glückwunsch, Herta! Der Literaturnobelpreis ist nach Rumänien gegangen. Die in Rumänien geborene Autorin hat den Literaturnobelpreis erhalten.“ So stand es in der gesamten Presse. …
Herta Müller ist erst am Samstag in Hermannstadt gewesen, um beim Poesiefestival zu Ehren von Oskar Pastior zu lesen. Das hat bis Mitternacht gedauert. Etwa achtzig Leute waren da, für Lyrik eine gute Zahl. Sie hat auch aus dem Roman „Atemschaukel“ vorgelesen, der noch nicht auf Rumänisch übersetzt ist. / FAZ 10.10.
Schließlich die Stimme aus Berlin – nein, nicht die Bundeskanzlerin:
Man muss Herta Müller nicht gelesen haben, um als Berliner stolz auf den Nobelpreis zu sein. Wenigstens eine Herta, die gewinnt, sagten sich viele. …
Zur jüngsten Auszeichnung titelte die Berliner Morgenpost getröstet, ganz so, als steckte ihr noch immer Thilo Sarrazins Berlin-Häme in den Knochen: „Deutschland feiert Berliner Autorin: Literaturnobelpreis für Herta Müller“. Die TAZ dagegen ahnte schon, wohin der Hase in Berlin laufen will, und begegnete der Vereinnahmung der Autorin vorsorglich mit der Schlagzeile: „Nobelpreis für die Heimatlose“. / Harald Jähner, Berliner Zeitung
Lange wurde er überhaupt nicht beachtet – oder schlichtweg verachtet, wenn er wieder einmal durch den heimatlichen Wald spazierte, laut Gedichte deklamierend. Doch das ist eine ganze Weile her.
Die literarische Welt hat seine wahre Größe erkannt, sie verehrt ihn und krönt ihn mit Preisen – zuletzt mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Homburg (2004). Johannes Kühn, am 3. Februar 1934 in Bergweiler im Saarland geboren, ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller unserer Zeit. Und einer der produktivsten: Kaum ein Tag vergeht, an dem er nicht mindestens drei Gedichte schreibt. Dabei wäre er fast vollständig verstummt, wenn er nicht Menschen an seiner Seite gefunden hätte, die ihn durch Zuneigung und Zuwendung wieder zum Sprechen brachten. / Eckhard Hoog, Aachener Nachrichten
Eine Erinnerung von Katharina Kilzer:
Im Sommer 1981 erschienen auf den Kultur- und Literaturseiten der Zeitung die ersten Kurzgeschichten von Herta Müller aus Nitzkydorf, aus einem der schönen Heidedörfer des Banats. Die Geschichte „Das schwäbische Bad“ las ich aufmerksam, denn diese Szenen beschrieben sehr genau das Samstagabend-Baderitual in vielen schwäbischen Häusern: Die gesamte Familie badete nach und nach im selben Badewasser.
Diese gelungene Schilderung der Wirklichkeit durch Herta Müller wurde jedoch von ihren Banater Mitbürgern missbilligt. Sie fühlten sich entlarvt, gedemütigt, beschimpft. / FAZ 10.10.
Denis Scheck: „Die Antwort“ wurde zu einem sehr populären Gedicht in China, denn viele dachten, das Gedicht spräche Themen an, die in ihrer und der jüngeren Generation in der Demokratiebewegung heiß diskutiert werden. Verstehen Sie sich als eine Art Sprachrohr dieser Generation?
Bei Dao: Dem liegt ein gewisses Missverständnis zugrunde. Der erste Entwurf dieses Gedichts stammt aus dem Jahr 1973, zuerst veröffentlicht wurde es 1976. Es gab also eine große zeitliche Lücke in der Rezeption, bis dieses Gedicht seine Leser wirklich erreicht hat und verstanden wurde. Ich halte „Die Antwort“ weder für mein Meisterwerk noch halte ich mich selbst für ein Sprachrohr meiner Generation.
Scheck: Ihr berühmter Kollege Gottfried Benn sagte einmal, „sechs bis acht vollendete Gedichte“ reichten für Dichterkarriere vollauf. Wie viele vollendete Gedichte muss Bei Dao schreiben?
Bei Dao: Noch ist mir kein Gedicht gelungen, das ich für vollendet halte.
/ DLF Büchermarkt 11.10.
FOCUS Online: Ist es nicht auch absurd, dass Pastior keinen übermäßigen Erfolg als Schriftsteller* hatte und jetzt dafür als literarische Figur groß herauskommt?
Bürger: Ich bitte Sie! Wenn der Büchnerpreis, der bedeutendste deutsche Literaturpreis, nicht das Gegenteil von Erfolglosigkeit ist. Als Lyriker hatte Pastior naturgemäß nicht so viel Aufmerksamkeit. Aber das ist bei den meisten Lyrikern der Fall.
FOCUS Online: Sie haben Herta Müller und Oskar Pastior zusammen erlebt, als sie vor einigen Jahren zu Ihnen ins Literaturarchiv nach Marbach kamen. Was haben die beiden dort gewollt?
Bürger: Sie wollten das Heft mit den Gedichten sehen, die Pastior während seiner Lagerzeit geschrieben hat. Das Heft war schon länger im Besitz unseres Archivs.
FOCUS Online: Die Gedichte sind auf braunes Zementsackpapier geschrieben. Ein Detail, das auch im Roman „Atemschaukel“ vorkommt.
Bürger: Ja. Es gab im Arbeitslager kein Papier, schon gar keine Schreibhefte. Pastior hat sich also aus Abfall ein Heft gebunden, um seine frühen, noch ganz romantischen Gedichte zu fixieren, die ihm lebenswichtig waren.
/ Focus
* er war eben – wie Herta Müller – ein (Uns) wenig bekannter Lyriker aus Rumänien. Okay, ich bin des ironischen Tons nun satt… Natürlich kam der Büchnerpreis spät, er hat ihn ja nicht mal mehr erlebt. Natürlich ist es trotzdem Unsinn, von Erfolglosigkeit zu sprechen. Er war präsent, er hat in die Zeitschriften gefunden, zahlreiche Bücher erschienen, Tonträger, schließlich eine Werkausgabe. Pastior hatte das Glück, daß sich große Verlage ebenso wie kleine engagierten – ich nenne die wunderbaren Ausgaben bei Urs Engeler und Klaus G. Renner. Jeder, der wollte, konnte ihn lesen und hören. Und die anderen eben nicht. Selbst gebildete, belesene Menschen sind kaum mit der Lyrik vertraut, lese ich bei Adam Zagajewski, wörtlich: „es gibt Literaturprofessoren, die nur Prosa lesen“ (Sinn und Form 5/ 2009, S. 664). Wer kennt den Namen eines lebenden Dichters, fragt Kehle? Das ist der Stand der Dinge, cum grano salis auch bei der New York Times und sogar beim Focus.
Andrea Heusers winzige lyrische Welten sind ständig in Bewegung. Ihr Gedichtsband vor dem verschwinden, der sechs Zyklen umfasst, beginnt mit einem Auftakt, einem Schritt nach vorn: glück, ich ging weiter. Wenn das zweite Kapitel der Gedichte, vor dem verschwinden, das erste ablöst, bleibt die Fortbewegung. WERFEN, LOBEN, TIEFER FLIEGEN, SCHLÜPFEN, STEHEN, GEHEN. Verben voller Dynamik und Unbeständigkeit betiteln die Gedichte und vereinen den zweiten Zyklus zu einem großen Prozess, der sich mit kreisenden Bewegungen verlangsamt…
noch, noch einmal DREHEN, sich drehen,
… bis sich Heusers lyrische Stimme im dritten Zyklus ins ohr verleibt – und dort mit fernöstlicher Kulisse in dreizeiligen Gedichten verdichtet.
HABIBI [arab.: Schätzchen]
höre das vogelzwitschern
in meiner geschlossenen
hand
Nachtrag zum National Poetry Day:
Mehr als die Hälfte der Grundschullehrer kann höchstens 2 Namen von Dichtern nennen, zeigte eine Studie. 58 % kannten 1, 2 oder gar keinen Namen. Die Studie der Open University, Cambridge und Reading, warnt davor, daß die „sehr begrenzte“ Lyrikkenntnis der Lehrer die Lesefähigkeit der Kinder schwäche. 22 % der 1200 befragten Lehrer konnten überhaupt keinen Dichter nennen, und nur 10 % fielen die verlangten 6 Namen ein. / Daily Mail 9.10.
Die Auszeichnung wird alle drei Jahre verliehen und ist mit 5000 Euro dotiert. Erster Preisträger war 2006 der 34-jährige Berliner Lyriker Jan Wagner, der an Rinck die geistige Beweglichkeit und assoziative Energie bewundert. Nach dem Urteil der Jury, der neben Wagner auch Vertreter des P.E.N. Zentrums Deutschland, ein Literaturwissenschaftler der University Detroit und Reinfrank-Verleger Dr. Volkhard Brandes angehören, zählt die Preisträgerin zu den wichtigsten Stimmen ihrer Generation. / Nikolaus Meyer, Schwetzinger Zeitung
Es ist … nicht übertrieben zu behaupten, daß die beiden kundigen Herausgeber der Anthologie „Der gelbe Akrobat“, Michael Braun und Michael Buselmeier, sich seit 1991 daranmachen zu überprüfen, wie ernst es dieser oder jener Dichter denn damit genommen habe, sich mit seinem Schreiben „in Gefahr“ zu begeben. Ihre zuerst in der Wochenzeitung „freitag“ erschienenen Kolumnen zur Lyrik sind nun in einer vorzüglichen Edition des Leipziger Verlages Poetenladen auch gesammelt als Buch erhältlich.
Dieses Buch schlägt, ähnlich wie unlängst die Anthologie „Laute Verse“, auch für ungeübte Gedichteleser einen bisweilen nicht unkritischen Trampelpfad ins lyrische Gelände. Enzensberger wird für seinen „zynischen Spott“ gerügt, den er in einem Gedicht über den gealterten Revolutionsführer Fidel Castro ausschüttet, „satirische Denunziation“ nennt der Verfasser das poetische Pinzip, mit dem Enzensberger versuche, Castros „Alte Revolution“ bloßzustellen. Und der Münchner Autor Albert Ostermaier, der mit Vorliebe „forciert modische Vokabeln“ verwendet, wird kurzerhand des „demonstrativen Vitalismus“ geziehen.
Doch gesellen sich neben diese abgeklärten bzw.lauttönenden Poeten in dem Buch doch auch sehr viele wenig Bekannte oder am literarischen Rand stehende Autoren, deren Namen man so gut wie nie im Feuilleton liest: der, heute in Finnland lebende und an Paul Celan anknüpfende Manfred Peter Hein; der eigensinnige und wortgewaltige Dresdner Wolfgang Dietrich; der viel zu wenig bekannte, viel zu früh aus dem Leben geschiedene Andreas Holzschuh*; der nahezu unbekannt gebliebene Pfälzer Wortartist Werner Laubscher.
„Der gelbe Akrobat“ ist im übrigen ein Buch, in dem sich auf wundersame Weise Poesie und Zeitgeschichte begegnen, eines, das gewissermaßen durch die poetische Hintertür, ein Stück Geschichte der DDR wie der alten Bundesrepublik (mit)erzählt. / Volker Sielaff, Dresdner Neueste Nachrichten 9.10.
Michael Braun / Michael Buselmeier (Hg.): Der gelbe Akrobat, Verlag Poetenladen, Leipzig 2009. 360 S., 19,95 Euro.
*) Holschuh (s. Kommentare)
Das ist nett von den Briten, daß sie meinen Hochzeitstag und den Geburtstag des Hamburger Dichters Wilhelm Fink, den 8.10., zu ihrem Nationalen Lyriktag gemacht haben.
Der Tag wird im ganzen Land mit einer Vielzahl Veranstaltungen begangen, vom Nachmittagstee mit Wendy Cope in Wyeside, „zufälligen Akten poetischer Freundlichkeit“ der Dichterin Sally Crabtree in Truro und einem Jazz Poetry Superjam in London.
Das weltgrößte gestrickte Gedicht, von über 1000 Helfern geschaffen, die jeweils einzelne Buchstaben strickten, wurde vor der British Library entrollt. Es mißt 13 x 8,7 m und besteht aus über 1200 Vierecken, die das Gedicht „In My Craft or Sullen Art“ von Dylan Thomas bilden. Ausgedacht hat sich das die Direktorin der Poetry Society, Judith Palmer.
Poet laureate Duffy hat zum Anlaß ein Gedicht geschrieben zum Thema Helden und Heldinnen. Es geht um Atlas,
„crouched on one knee in the dark / with the Earth on his back … and rivers, he holds the rivers, / holds the Amazon, Ganges, Nile, hero, hero, … Give him strength, strong girth, for elephants, / tigers, snow leopards, polar bears, bees, bats, / the last ounce of a humming-bird.“
Zugleich teilte sie mit, daß sie Gründungspatronin eines neuen Lyrikfestivals in Shropshire im kommenden April sein wird. „Lyrikfestivals sind das Herzblut der Lyrik im Vereinigten Königreich – die zauberhaften, denkwürdigen Gelegenheiten, bei denen Jung und Alt die lebendigen Stimmen der Dichter hören kann“, sagte Duffy. „Und Much Wenlock ist der perfekte Ort für ein Lyrikfestival; eine freundliche Stadt mitten in Housman-Land, mit herrlichen Kneipen, phantastischen Spazierwegen, guten Unterkünften und einer wunderbaren unabhängigen Buchhandlung.“ Die Veranstalterin, die Buchhändlerin Anna Dreda, sagte, in der Gegend gebe es einen gewaltigen Appetit auf Lyrik.
Am Vortag wurden auch die Gewinner des Forward Prize bekanntgegeben. Der schottische Dichter Don Paterson gewann den mit £10,000 dotierten Preis für den besten Gedichtband für „Rain“, Robin Robertson erhielt den Preis für das beste Einzelgedicht und „The Striped World“ der australischen Lyrikerin Emma Jones wurde als bester Debütband ausgezeichnet. / Guardian 8.10.
Der fordernde Klang von Kiplings „If“ mag ihm 1995 einen überwältigenden Sieg bei der Abstimmung über das Lieblingsgedicht der Nation beschert haben, in den folgenden 14 Jahren scheint der Lesergeschmack im Vereinigten Königreich ins Modernistische gedriftet zu sein, denn BBC verkündete heute die neusten Ergebnisse, nach denen TS Eliot vorn liegt.
Bei dieser Onlineumfrage, die zum National Poetry Day verkündet wurde, lag Eliot knapp vor John Donne. In der recht eklektischen 10er-Liste liegt Rastafari-Dub-Dichter Benjamin Zephaniah auf Platz 3 (der einzige lebende Dichter auf der Liste), keine Poetin ist dabei, nicht einmal die Poet laureate Carol Ann Duffy oder Sylvia Plath. Auf den Plätzen: Wilfred Owen, Philip Larkin, William Blake, William Butler Yeats, John Betjeman, John Keats and Dylan Thomas. / Guardian 8.10.
Die New York Times veröffentlicht einen AP-Artikel, der so beginnt:
Herta Müller, eine wenig bekannte, in Rumänien geborene Autorin, die wegen der kritischen Darstellung des Lebens hinter dem Eisernen Vorhang verfolgt wurde, gewinnt den Literaturnobelpreis 2009 – eine Auszeichnung, die auf den 20. Jahrestag des Zusammenbruchs des Kommunismus verweisen soll.
Die Entscheidung wird die Kontroverse um die Tendenz der Akademie beleben, den Preis an europäische Autoren zu vergeben.*
Nunja – wer etwas „wenig bekannt“ nennt, verortet sich selbst. Ich will mich ja nicht mit Amerika vergleichen: mir ist der Name ein Begriff, seit ich in den 70er Jahren zum erstenmal einen Satz von ihr in einer rumäniendeutschen Zeitschrift las. Eine irre, elektrisierende Prosa! Von deutschen Zeitungen jedenfalls erwarte ich zuversichtlich, wenn ein in Deutschland wenig gedruckter Autor ausgezeichnet wird, was schon vorgekommen ist, daß sie nicht nörgeln, sondern erschrocken sagen: O, das müssen wir schnell nachholen! In den Staaten ist man nicht so zimperlich:
Der allgemeine Konsens in den letzten Jahren [allgemein-amerikanisch, soll das heißen!] sei, daß der Nobelpreis ein „Witz“ sei, wie Roger Straus, Ko-Gründer von Farrar, Straus and Giroux einmal sagte, oder, wie es Charles McGrath, früherer Herausgeber der New York Times Book Review, diplomatischer ausdrückte, ein „großes Mysterium“. / L&Poe 2006 Okt #37. Nobelwetten und Damenfußball
Weiter hieß es in dem damaligen Bericht über amerikanische Reaktionen:
Der ideale Kandidat für den Nobelpreis wäre eine Lesbe aus Asien, so zitiert der Meinungs-Leader (bzw. seine Autorin), und deutet gar an, Czeslaw Milosz 1980 und William Butler Yeats 1923 hätten den Preis primär aus politischen Gründen bekommen.
* Also Europäer wie Nagib Mahfus, 1988 (Ägypten), Octavio Paz, 1990 (Mexiko), Nadine Gordimer, 1991 (Südafrika), Derek Walcott, 1992 (Karibik), Toni Morrison, 1993 (Afro-USA), Kenzaburo Oe, 1994 (Japan), Gao Xingjian, 2000 (China – nach offiziell chinesischer Ansicht aber Franzose), V. S. Naipaul, 2001 (Karibik), J. M. Coetzee, 2003 (Südafrika), Orhan Pamuk, 2006 (Türkei), Doris Lessing, 2007 (Britin, geboren in Iran). Irgendwie stimmts schon – nicht nur bei Pamuk.
Neueste Kommentare