Als hätte er gleich den vielen dichtungslustigen Liebenden im Lenz seine Leiden und Freuden in einer Kladde festhalten wollen, präsentiert Michael Lentz neue Gedichte in Packpapierbraun und zum In-der-Tasche-Tragen. Verfassername und Titel sind in Handschrift auf dem Umschlag faksimiliert, ebenso Seitenzahlen, Kapiteltitel. Auf der Rückseite gleich ein Gedicht: „es regnet/das ist unser/hintergrund/wir gehen in deckung/ vom regen verstehen/wir/mehr als von uns“.
Nun, man hat von Lentz schon Inspirierteres und Originelleres gelesen. Doch mit der schönen Unverschämtheit des zumeist unglücklich Liebenden hält Lentz das Banale und Redundante fest, das Simple und das Larmoyante. So etwas lässt sich von dem Sprechkünstler Lentz wirkungsvoll vortragen, wie man auf Videolesungen im Internet feststellen kann. …
Und doch beschwört Lentz kraftvoll die quälende Abwesenheit-Anwesenheit der Geliebten, das anscheinend unaufhaltsame Verrauschen der Liebe. Wenn seine Klangassoziationen die Verse dynamisch antreiben und die poetische Rhetorik fröhlich feiert, dann packt Lentz den Leser: „du bist mein papierverlies / mein greif mein griffel / den ich nicht begreifen kann“. Kitsch wie „unser nie geträumtes tränenreich“ stört dann nicht weiter. / ROLF-BERNHARD ESSIG, FR 24.3.
England ist teuer, die Moral rigide, eine „schwere Decke aus Mutlosigkeit und Frustration“ liegt über dem Land, „where nobody is well“, wie Auden schreibt.
Ausland bedeutet Befreiung, und Deutschland ganz besonders. D. H. Lawrence erlebt hier und mit seiner deutschen Frau Frieda von Richthofen seine persönliche sexuelle Erweckung. Ford Madox Ford sucht in Deutschland Lösung aus seiner Ehe; das deutsche Scheidungsrecht ist weit einfacher, schneller, liberaler als das britische. Und darüberhinaus sind die Heilbäder für den ständig sich neu zerrüttenden Ford wichtig. Ganz Europa kurt in Baden-Baden, Bad Homburg vor der Höhe und Schlangenbad, Bad Pyrmont und Bad Nauheim.
Dass diese Orte über Heilquellen verfügen, ist eine geologische Tatsache. Aber in diesem historischen Moment passt sie zu dem Eindruck, Deutschland sei das Land eines neuen Körpergefühls, der Gesundheit, der Lebensreform. …
„Berlin meant boys“, schreibt Christopher Isherwood. Die Kontakte sind nicht immer die schönsten. Die „Jungs“ haben Geld, neue Schuhe, Anzüge im Sinn, einige sind Stricher, die an weitere Geschäfte denken. In einem deutsch verfassten Sonett W. H. Audens heißt es „Weil ich kein Geld hab‘ komm ich nicht in Frage,/ Du liebst dein Leben und ich liebe Dich.“ Aber selbst solcher Egoismus scheint den Engländern besser, gerader als das eigene Vorteilsdenken. Denn sie ziehen auch aus dem günstigen Wechselkurs des Pfundes Vorteile; sie leben eine Art von sexuellem Kolonialismus aus. / Wolfgang Kemp, SZ 16.1.
Foreign Affairs. Die Abenteuer einiger Engländer in Deutschland 1900-1947
Carl Hanser Verlag, München 2010. 384 Seiten, 24,90 Euro.
Die mutigen Gedichte einer saudischen Hausfrau gegen „böse“ extremistische Fatwas muslimischer Geistlicher haben ihr Todesdrohungen eingebracht, aber sie könnten ihr auch den 1,3-Millionen-Dollar-Lyrikpreis des Emirati-Fernsehens bescheren.
Vor dem Finale der Sendung „Millionen-Dichter“ am Mittwoch in Abu Dhabis Staatsfernsehen sind alle Augen auf Hissa Hilal gerichtet, die einen traditionellen vom Kopf bis auf die Füße reichenden „Abaya“-Mantel trägt und ihr Gesicht verschleiert.
Sollte sie am 31.3. zur Siegerin gekürt werden, wäre sie die Meisterin der bei Golfarabern besonders geschätzten Lyrik im Beduinendialekt, Nabati.
Aber Hilal hat den Zorn der islamistischen Konservativen in ihrem Land auf sich gezogen, als sie die strikte Trennung der Geschlechter und vernichtende Fatwas gegen die Zulassung von Frauen für reine Männerberufe kritisierte.
Die lautstark vorgetragenen Meinungen der saudischen Mutter brachten ihr Todesdrohungen auf islamistischen Websites wie Ana Al-Muslim, einem Onlineforum, das dafür bekannt ist, daß es Mitteilungen von Al-Qaeda verbreitet, sagte die saudische Tageszeitung Al-Watan.
Ein Forumteilnehmer fragte sogar nach ihrer Adresse in einer unverhüllten Drohung, sie zu töten.
Hilal, die nicht studiert hat, sagte, mit ihren Gedichten wolle sie „den Extremismus bekämpfen, der ein beunruhigendes Phänomen darstellt“. Vor einigen Jahren sei die Gesellschaft offener gewesen. Jetzt sei alles komplizierter geworden. Einige Männer weigerten sich sogar, weiblichen Familienmitgliedern die Hand zu geben, was sie vor Jahren noch taten.
In ihrem Gedicht „Das Chaos der Fatwas“, das sie bei dem populären, im Fernsehen vorgetragenen Wettbewerb vortrug, klagte sie mutig, das „Böse kommt von jenen Fatwas“. / Wissam Keyrouz (AFP), google news
83. Kaumsolz49 Besuche
77. Sanft und gelassen … aus dem Fegefeuer47 Besuche
89. Ernst Herhaus ist gestorben45 Besuche
96. Brauchen wir in Zeiten des E-Books überhaupt noch Verleger?34 Besuche
10. Und was ist politische Lyrik?28 Besuche [Dauerbrenner seit einem halben Jahr, warum auch immer]
22. Habemus Bubim17 Besuche
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
All over this country, marriage counselors and therapists are right now speaking to couples about unspoken things. In this poem, Andrea Hollander Budy, an Arkansas poet, shows us one of those couples, suffering from things done and undone.
Betrayal
They decide finally not to speak
of it, the one blemish in their otherwise
blameless marriage. It happened
as these things do, before the permanence
was set, before the children grew
complicated, before the quench
of loving one another became all
each of them wanted from this life.
Years later the bite
of not knowing (and not wanting
to know) still pierces the doer
as much as the one to whom it was done:
the threadbare lying, the insufferable longing,
the inimitable lack of touching, the undoing
undone.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2009 by Andrea Hollander Budy, whose most recent book of poems is Woman in the Painting, Autumn House, 2006. Poem reprinted from Shenandoah, Vol. 59, no. 1, by permission of Andrea Hollander Budy and the publisher. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Gewiss mag es für Sechstklässer sinnvoll sein, Vokabeln mit bunten Legekärtchen zu wiederholen. Ob es aber wirklich dazu dient, dass Achtklässer „mit Lust und Laune lesen“, wenn sie Heines Loreleylied rückwärts buchstabieren? Und wer bekommt schon ein Gefühl für Goethes Gedichte, wenn er sie lediglich peinlich genau nach Metaphern absucht? Man muss sich fragen, ob ein Lehrer, der sich für solche Materialien interessiert, selbst noch einen Bezug für die Inhalte hat oder nur danach geht, ob er die Arbeit der Schüler mit „richtig“ oder „falsch“ bewerten kann. / Von Margita Feldrapp, Die Welt 21.3.
Jahman Anikulapo lud Freunde und Angehörige zu einer Feier für Odia Ofeimun zum 60. Geburtstag. Der Schriftsteller Festus Iyayi sagte: „Odia ist ein großer Intellektueller. Der Odia, den ich kenne, zieht es vor, sich an anderer Leute Leben zu verschenken. Odia ist für mich der größte Dichter Nigerias.“
Ofeimun über die Regierenden seines Landes: „Wir haben es der Regierung gestattet, uns zu überwältigen. Es ist unsere ureigene Sache, die Regierung in unsere Hände zu nehmen. Alle Nigerianer müssen Bürger sein, es darf keine Super-Bürger mehr geben.“ / next 21.3.
ZEIT ONLINE: … Lyrik. Interessieren Sie sich dafür?
[Clemens] Meyer: Ja, sehr. Ich hab ein paar Spezialisten. Das kam erst in den letzten Jahren. Doch ein gutes Gedicht hat mich schon immer interessiert.
ZEIT ONLINE: Welche Spezialisten?
Meyer: Der leider verstorbene Wolfgang Hilbig war einer der ganz Großen. Und der Leipziger Lyriker Andreas Reimann, ein Meister der Sonette. Leider ist er in Vergessenheit geraten.
ZEIT ONLINE: Haben Sie selbst mal dran gedacht, Lyrik zu schreiben?
Meyer: Hab ich! Aber nur zu Übungszwecken, um meine Prosa zu vervollkommnen. Das ist was anderes. Wen kennt man denn schon hier*! Raoul Schrott, Durs Grünbein, Thomas Kling, dann hört’s schon langsam auf. Das Lesen von Lyrik ist eine Sprachschärfung. Aber selbst schreiben? Vielleicht irgendwann.
*) Wenn „hier“ Leipzig ist: da hätten ihm ja ein paar übern Messe-Weg stolpern können.
Wer hat schon beobachtet, wie Frauenkörper Gedichte vortanzen oder Hände ein klassisches Ballett imitieren? …
Dass es sich bei diesem überreizten Spektakel nicht um einen Majorettenmarsch handelt, sondern die Truppe in Wahrheit im Flaggenalphabet das «Manifesto della donna futurista» aus dem Jahr 1912 verbreitet, erschliesst sich allerdings nur aus dem Ausstellungstext. Auf jeden Fall kontrastiert der lächelnde Optimismus der weissgestiefelten Frauen im engen Minijupe wunderbar grotesk mit der grauen Tristesse der Betonbrücke, eines faschistischen Monuments über der Donau. So subversiv können Körperbewegungen sein. / Brigitte Ulmer, NZZ 20.3.
«While Bodies Get Mirrored»
Zürich, Migros-Museum für Gegenwartskunst, bis 30. 5.
Kathrin Schmidt ist wieder da. Das ist sie natürlich schon lange – regelmäßig hat sie in den vergangenen Jahren Prosa veröffentlicht, zuletzt den hoch prämierten Roman «Du stirbst nicht» (siehe Literaturen 04/2009). Lyrik von der einst mit dem Leonce-und-Lena-Preis bedachten Autorin dagegen suchte man zuletzt vergebens*. Mit den über siebzig Gedichten, die der neue Band «Blinde Bienen» versammelt, sind die prosaischen Zeiten aber nun vorbei: Dieses Buch ist eine wunderbar irritierende Sammlung geworden.**…
«Blinde Bienen» nun lässt keinen Zweifel mehr daran, dass eine der eigenständigsten Lyrikerinnen ihrer Generation wieder weiß, wie das geht mit den Gedichten.
/ Peer Trilcke / Literaturen / Seite 77 / 2 2010
Kathrin Schmidt
Blinde Bienen
Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010. 92 S., 16,95 €
*) Kommt natürlich drauf an, wo man sucht. Beim „Poetenladen“ zB gabs welche
**) Stimmt
„Caravaggio ist unser Zeitgenosse“, schreibt Henning Mankell über den frühbarocken Maler Michelangelo Merisi und dichtet: „Er sieht unsere Zeit, / Bevor sie eintrifft, / Und er lässt uns selbst sehen / In der Unsicherheit, in der er selbst lebte (. . .) / Das Leben kann nie ohne Risiko gelebt werden, / Immer gibt es eine Bedrohung / Oft nicht sichtbar aber zwischen / Den Zeilen, die er malt, können wir uns selbst sehen, / Unsere eigene Angst.“
Nun ließe sich einwenden, dass Künstler keine Zeilen malen und Gemälde nicht linear von oben nach unten lesbar sind wie ein Roman. Sie bieten dem Auge, wie Leonardo da Vinci bemerkte, alle Informationen zugleich, was die einzigartige Unmittelbarkeit der Malerei und die besondere Freiheit ihrer Betrachter ausmacht. Aber mit dem paragone der alten Schule, dem Wettstreit von Literatur, Musik und Kunst, ist der anhaltenden Flut der Liebeserklärungen aus den Nachbarkünsten an Caravaggio nicht beizukommen. Zu tief sitzen die Ängste und Sehnsüchte, die gerade dieser Altmeister unserer Gegenwart spiegelt. Von Dario Fo bis Martin Walser, von Cindy Shermans Performances bis zum Ballett der Staatsoper Berlin war der wegen Totschlags verurteilte Maler Thema. / KIA VAHLAND, SZ 12.3.
Als eine „Meisterin der Naturpoesie“ ist sie einmal gelobt worden. Und auch das bewahrheitet sich in „Krähengeschwätz“ immer wieder. Pflanzen und Tiere beobachtet die Autorin mit erstaunlicher Präzision: Die Pirole im Garten, die Blaumeisen, die Graureiher am Himmel, die blühenden Moorlilien genau wie den Kaktus in der Wohnung. Auch Beschreibungen der Landschaft haben bei Sarah Kirsch ihre eigene Poesie, selbst in den kurzen Tagebuchaufzeichnungen. / Andreas Heimann, Die Berliner Literaturkritik, 15.03.10
KIRSCH, SARAH: Krähengeschwätz. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2010. 175 S., 17,95 €.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
These days are brim full of bad news about our economy—businesses closing, people losing their houses, their jobs. If there’s any comfort in a situation like this, it’s in the fact that there’s a big community of sufferers. Here’s a poem by Dana Bisignani, who lives in Indiana, that describes what it feels like to sit through a bankruptcy hearing.
Bankruptcy Hearing
They have us corralled
in the basement of the courthouse.
One desk and a row of folding chairs—
just like first grade, our desks facing Teacher
in neat little rows.
Upstairs,
wooden benches like pews and red
carpet reserved for those who’ve held out
the longest. No creditors have come to claim us
today. We’re small-time.
This guy from the graveyard shift
stares at his steel-toed boots, nervous hands
in his lap. None of us look each other
in the eye. We steal quick looks—how did you
get here. . .
chemo bills, a gambling addiction,
a summer spent unemployed and too many
cash advances to pay the rent.
We examine the pipes that hang
from the ceiling, the scratched tiles on the floor,
the red glow of the exit sign at the end of the hall
so like our other failed escapes:
light of the TV at night,
glass of cheap Merlot beside a lamp,
a stop light on the way out of town.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Es hieß in der DDR oft, die Familie sei »die kleinste Zelle der Gesellschaft«, angesichts der Bedrängungen durch Beobachtung eine ungewollt wahre Formulierung; die noch kleinere Zelle allerdings war das Ich, ein übersichtliches Observierungsobjekt. Und zwar Beobachtung in jede Richtung. Man kann es als pfostendumm und lächerlich abtun, wenn ein Stasi-Bericht bescheinigt, Grass sei während eines DDR-Aufenthalts »ordentlich und sauber gekleidet« gewesen. Es ist pfostendumm und lächerlich. Aber just hinter solcher Banalität steckt jener erzieherische Anspruch, der alles auf Zumutbarkeit fürs Erziehungsobjekt Mensch prüfte. Die Sprache ist grobianischer Urteilsspruch und kafkaeskes bürokratisches Labyrinth, »die Maßnahmen zur operativen Kontrolle des Grass laufen unter dem Decknamen ›Bolzen‹, bei der HVA befindet sich der Grass unter Nr. UCF 6969 in Fahndung, Mitteilungen der genannten Diensteinheiten zu ›Bolzen‹ sind der Lagegruppe zu übermitteln und in den Lagefilm aufzunehmen.« Orgasmus einer Berichts-Spinne. Sarah Kirsch, Günter Kunert, Hans Joachim Schädlich sind »feindlich wirkende DDR-Schriftsteller«, Klaus Schlesinger, Jurek Becker, Klaus Poche werden als »negativ-feindlich« betitelt. Solches klare Vokabular bereitet unfreundliche Übernahmen durch die Justiz vor. …
Im Aktenostdeutsch, etwa im Falle von Lutz Rathenow und Frank-Wolf Matthies, die »beide keinen Beruf erlernten, keine Arbeitsrechtsverhältnisse eingegangen sind und sich als freiberufliche Schriftsteller ausgeben« und auch von Grass besucht wurden, klingt das dann so: »Im Zusammenhang mit der Einleitung der Ermittlungsverfahren gegen Matthies und Rathenow erfolgt auf der Grundlage der entsprechenden strafprozessualen und anderen Rechtsnormen die Zurückdrängung und Auflösung jedes feindlich-negativen Personenzusammenschlusses … Die Untersuchungen werden fortgesetzt.« / Hans-Dieter Schütt, ND 15.2.
Kai Schlüter: Günter Grass im Visier. Die Stasi-Akte. Ch. Links Verlag Berlin, 379 S., geb., 24,90 €.
Als Rudolf Borchardt 1909 seine große Besprechung von Stefan Georges „Siebentem Ring“ veröffentlichte, unterschied er die epochale Bedeutung Georges für die deutsche Literatur von der Verehrung einer Gemeinde, über deren Riten schon damals schäbige Gerüchte die Runde machten: „als ob dieser Anhang es wäre, was seine Wirkung auf die Zeit verewigt“. Hundert Jahre später nimmt die Wirkung Georges auf die Zeit wieder zu, aber das Interesse richtet sich weniger auf das Werk als auf den Anhang, den „Kreis“. Diesen Eindruck hat jedenfalls Ernst Osterkamp, der sich als Germanist herausgefordert sieht, Georges Wirkungen auf ihre Ursache zurückzuführen, Georges Dichtung.
Wie Borchardt legt Osterkamp eine exemplarische Interpretation eines Buches vor. Georges letzte Gedichtsammlung „Das neue Reich“ erschien 1928, im Jahr des sechzigsten Geburtstags. Osterkamps Buch bietet vier Studien zu einzelnen Gedichten, ergänzt um eine bezwingende, aus dem Gesamtwerk schöpfende Beschreibung einer Welt ohne Frauen. / Patrick Bahners, FAZ 17.3.
Ernst Osterkamp: „Poesie der leeren Mitte“. Stefan Georges Neues Reich. Edition Akzente. Hanser Verlag, München 2010. 292 S., br., 19,90 [Euro].
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