Manche meinen lechts und rinks Kann man nicht velwechsern werch ein Illtum…
Soloperformance nach Lyrik von Ernst Jandl. Des Dichters Stimme tritt in einen Dialog mit Posaune, Klavier, Electronics, Toys und schließlich auch mit Christian Muthspiels Stimme. Dieser macht sich auf eine klingende Reise durch den Kosmos Ernst Jandl. Gleichzeitig bekommt Muthspiels vielstimmiges Jandl-Solo eine weitere Bedeutung, da dieses Solo, das ja doch ein Muthspiel-Solo ist, auch „aus Ernst“ besteht und zugleich wider den tierischen Ernst ansingt. Ein subtil gewitztes Klangwerk. / Mein Salzburg
23. März 2010, 19.30 Uhr
OVAL – Die Bühne im EUROPARK
Der Liechtensteiner Künstler Vlado Franjevic hat sich in letzter Zeit mit seinen Ideen von lyrischer Vernetzung international Aufmerksamkeit verschafft.
Ceris Dien aus Wales liesst am 20. März an der Universität von Bangor in Wales neben anderer Poesie auch Franjevics Gedicht «Berührung der Stille» auf Englisch sowie «Mobiles Objekt» und «Gedicht über die Transformation» aus Franjevics Lyrikband «Uraufführung» auf Walisisch. Doch das ist noch lange nicht alles. A. Okhi Irawan Bandung auf Jawa, übersetzt derzeit Franjevics Gedichtesammlung «Berührung der Stille» aus dem Englischen ins Indonesische, AainaA A.R. Ritz [? sic] aus Malaysia überträgt dieselben Texte ins Französische und Malaysische und «Volksblatt»-Korrespondent Wiesław Piechocki ins Polnische. Sudhir Sharma aus Mumbai hat ebenfalls Interesse an dem Projekt bekundet, desgleichen Alex Kassandrinos aus Athen. / Volksblatt 15.3.
23. 3. 2010, 20 Uhr in der Sternwarte Radebeul, Auf den Ebenbergen 3, Radebeul bei Dresden
POESIE IM PLANETARIUM
Dieter Krause liest aus seinem neuen Gedichtband „Farbkammern“ (Leipziger Literaturverlag) und spricht mit Patrick Gorre über das Erscheinen der Farbe in Gedichten.
Ohne Sterne keine Poesie, so könnte man sagen. Denn bereits Dichter wie Robert Frost („Astrometaphysical“) und Walt Whitman („Year of meteors“) schrieben Gedichte über Themen der Astronomie. Mit Gottfried Benn hielt die „szientistische Weltsicht“ endgültig in die Poesie Einzug, Lyriker wie der Tscheche Miroslav Holub oder der aus Dresden stammende Durs Grünbein versuchten sich in jüngster Zeit daran, neue wissenschaftliche Erkenntnisse in ihre Poesie einfliessen zu lassen. Elektrische Apparate, Teilchenbeschleuniger, Nebelkammern, alles kann, alles muß bedichtet werden. Nicht zu vergessen die Telesope und Astrographen, die uns den Blick zu den Sternen erlauben.
Das Publikum der „Poesie im Planetarium“ des Literaturforum Dresden wird ganz nah dran sein: an der Poesie wie am Sternenhimmel. Das Empirische und das Reflexive, Wissenschaft und Kunst sollen einen Abend lang miteinander verbunden sein. Ein Dichter wird jeweils in der Sternwarte Radebeul seine neuesten Arbeiten vorstellen – danach wird dem Publikum Gelegenheit gegeben, den Sternenhimmel zu betrachten, wenn gewünscht unter fachkundiger Anleitung.
Dieter Krause ist 1961 in Dresden geboren. Von ihm liegen mehrere Gedichtbände, Hörstücke sowie die Novelle „Desertieren“ vor. Er lebt heute in Reichenberg bei Moritzburg. „Farbkammern“ ist sein viertes Buch.
Literaturforum Dresden in Zusammenarbeit mit der Sternwarte Radebeul.
/ Volker Sielaff
Im Rahmen unserer Buchmessenaktivitäten wird VJ Devon Miles, gemeinsam mit der Marktgalerie und dem Verlag Reinecke & Voß eine Textperformance durchführen. Diese findet am 19. März in der Marktgalerie (Markt 11) in Leipzig von 18 bis ca. 20.00 Uhr statt.
In vertikalen Mehrfachprojektionen werden Werkfragmente aus Jürgen Buchmanns „Grammatik der Sprachen von Babel“ und Norbert Langes „Das Geschriebene mit der Schreibhand“ visualisiert. Dazu kommen Visualisierungen der Arbeiten der jungen Leipziger Lyrikerin Johanna Schwedes.
Devon Miles ist einer der wenigen auch international erfolgreichen Künstler dieser Szene.Auf seiner Tour machte er Station in so Clubs wie dem Karma in Mailand, dem Paradise Beach Club auf Mykonos oder dem Volksgarten in Wien. Auf einer Vielzahl von Events wie Nachtdigital, Rave on Snow, Liquid Sunday, Fullmoon Festival oder dem Kazantip Rave visualisierte er die Sets von Audio Artists wie Rob Acid, Tomcraft, Chris Liebing, Ricardo Villalobos, George Morell, Erick Morillo, Noze, Redshape, Boris Dlugosch, Dapayk, Loco Dice und vielen mehr. Zu seinen Residencies zählten der Ground Zero, die Buddha Art Gallery und der Yard Club. Zurzeit und sorgt er in der Damenhandschuhfabrik regelmässig für visuelle Sensationen, wenn er nicht grade Gastspiele in London oder Berlin hat.
Die Literaturwerkstatt Berlin und die Crespo Foundation schreiben zum 18. Mal den open mike aus. Es werden drei Preise vergeben, ein Preis für Lyrik und zwei Preise für Prosa. Der open mike ist mit insgesamt 7.500 EUR dotiert.
Teilnehmen können deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die nicht älter sind als 35 Jahre (Stichtag: 15.7.2010) und noch keine eigene Buchpublikation vorzuweisen haben. Eingereicht werden kann entweder kurze Prosa, ein in sich geschlossener Auszug aus einem Großtext ODER Lyrik. Die Texte dürfen bis zum Endausscheid im November weder veröffentlicht (betrifft auch Internet, Zeitschriften, Anthologien und Dokumentationen jeder Art) noch zu einem anderen Wettbewerb oder Stipendium eingereicht worden sein. Jeder Teilnehmer kann nur eine Einsendung einreichen.
Der Umfang der eingereichten Texte muss in etwa einer 15-minütigen Lesezeit entsprechen. Deutlich zu lange oder zu kurze Einsendungen kommen nicht in die Auswahlrunde. Formatvorgabe: A 4-Format, einseitig bedruckt, Schriftgröße 12, Zeilenabstand 1,5. Die Manuskripte müssen in zweifacher Ausfertigung als lose Blätter (ohne Heftung) eingesandt werden. Auf den Manuskriptseiten darf weder der Name des Absenders noch ein Zahlencode, Kennwort o. ä. erscheinen. Eine kurze Biographie mit Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse ist beizulegen. Eine Rücksendung der Manuskripte kann leider nicht erfolgen.
Einsendeschluss ist der 15. Juli 2010 (Datum des Poststempels).
Der amerikanische Schriftsteller Walt Whitman (1819-1892) gilt als Begründer der modernen amerikanischen Dichtung. Ohne sein Lebenswerk „Grasblätter“ wäre T.S. Eliots Langgedicht „Das öde Land“ wohl kaum denkbar. Seine prosaischen, freien Verse haben die amerikanische Literatur geprägt wie kein zweites dichterisches Werk. Aber auch auf den europäischen Expressionismus hat Whitmans Lyrik einen wesentlichen Einfluss gehabt. Nicht umsonst wird Whitman als der amerikanische Homer und Dante verehrt. …
Jürgen Brôcans beeindruckender editorischer Leistung ist es zu verdanken, dass sämtliche Gedichte Whitmans nun erstmals in ihrem Kontext – versehen mit zahlreichen Interpretationshilfen und Hintergrundinformationen – zu lesen sind. Außerdem ist es Brôcan Verdienst, dass wir diesen großen Dichter Amerikas, der den Aufbruch seiner Nation aufmerksam begleitet und in Versform gebannt hat, nun wiederentdecken und heute noch einmal der Geburt einer Nation beiwohnen können, die der Welt durch sein Werk noch einmal ein selbstbewusstes „Salut au Monde“ entgegen ruft. / Thomas Hummitzsch, Die Berliner Literaturkritik 26.2.
WHITMAN, WALT: Grasblätter. Nach der Ausgabe von 1891-92 erstmals vollständig übertragen und herausgegeben von Jürgen Brôcan. Carl Hanser Verlag, München 2009. 860 S., 39,90 €.
Die Herausgeber und Übersetzer Mingxiang Chen und Hildburg Heider haben gut 240 Gedichte aus der klassischen Zeit der chinesischen Dichtung ausgewählt: und die umfasst immerhin den Zeitraum vom 3. Jahrhundert v.Chr. bis zum 13. Jahrhundert. Um diese Dichtung und ihre Übersetzung aufzuschließen, sind den Texten nicht nur Landkarten, Anmerkungen zu den Dichterbiographien und Literaturhinweise beigegeben. Jedem Gedicht folgen unmittelbar Erläuterungen zu Ortsnamen, politischen Verhältnissen, Anspielungen. Darüber hinaus ist manches Gedicht in vier Versionen präsent: im Original, in Pinyin-Umschrift und neben der eigentlichen Übersetzung auch in einer direkten Interlinearversion. / Tobias Roth, Die Berliner Literaturkritik, 04.03.10
CHEN, MINGXIANG: Frühling im Jadehaus. Klassische chinesische Gedichte. Reclam Verlag, Ditzingen 2009. 256 S., 12 €.
In Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin (LCB) bietet die Leipziger Buchmesse am Messefreitag in den „Prosa Prognosen“ zum zehnten Mal jungen Debütanten ein Podium (ab 14.30 Uhr im Congress Center Leipzig – Mehrzweckfläche 4). Am 19. März von 20.00 bis 24.00 Uhr findet im Lindenfels Westflügel erstmalig die Lesung der unabhängigen Verlage statt, mit 18 Autoren aus 13 Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Infos zum Programm unter www.uv-lesung.de. Und am selben Abend bitten 21 Verlage zum Tanz: bei der Party der Jungen Verlage. Ort: Historische Schalterhalle der Alten Hauptpost, Augustusplatz Leipzig 1-4, gegenüber von Oper und Gewandhaus.
Leipzig liest hat sich der Förderung junger unabhängiger Verlage und des literarischen Nachwuchses verschrieben. Bereits zum 5. Mal zeigen sich eine Vielzahl von Independent-Verlagen auf der „Leseinsel Junge Verlage“ (Halle 5 E 200) mit ihren Büchern und Veranstaltungen. Am Messedonnerstag (18. März) ab 19.00 Uhr bis in den frühen Morgen lesen in der Langen Leipziger Lesenacht – kurz L3 – zum 5. Mal mehr als 50 junge deutschsprachige Autorinnen und Autoren.
Auszüge:
18. März 201020:00 – 21:00 Uhr
Lange Leipziger Lesenacht
Lesung Luise Boege, Hauke von Grimm, Sandra Trojan
Moderation Tobias Amslinger
Veranstalter ClaraPark, Edition PaperONE , Leipziger Buchmesse, Lettrétage, Moritzbastei, Poetenladen
Ort Moritzbastei, Schwalbennest, Universitätsstraße 9, 04109 Leipzig (Zentrum)
18. März 2010
22:00 – 23:00 Uhr
Ebenda
Ron Winkler, Clara Ehrenwerth, Christoph Wenzel
Moderation Tobias Amslinger
Veranstalter ClaraPark, Berlin Verlag, edition Azur, Leipziger Buchmesse, Moritzbastei, yedermann Verlag
19. März 2010
20:00 Uhr
Gohliser Schlößchen,
Menckestraße 23, 04155 Leipzig (Gohlis-Süd)
ÖPNV Straßenbahn: 4
Lyrik im Schlößchen
Lars-Avid Brischke, Sabina Lorenz, Katrin Marie Merten, Michael Wüstefeld, Swantje Lichtenstein, René Hamann, Lars Reyer
(Zehn Jahre Lyrikedition 2000)
20. März 2010
19:00 Uhr
Norbert Lange, Frank Hilpert, Sophie Dethleffs, Johanna Schwedes, Jürgen Buchmann
Grammatik der Sprachen von Babel
Poesie und ihre Poetik in Gedicht und poetologischer Erzählung – Neuerscheinung bei Reinecke & Voß, Musik: Frank Hilpert
Moderation Tim Voß
Veranstalter Verband deutscher Schriftsteller (VS)
Ort Café Anton Hannes, Beethovenstraße 17, 04107 Leipzig (Zentrum-Süd)
ÖPNV Bus: 89
(vielleicht sehen wir uns hier oder da oder dazwischen?)
Ein ödipales Vergnügen – Faktors erotischer Entwicklungsroman über Widerstände, Schmutz und Schönheit. Georg wächst in der schönsten Wohngegend Prags in einem summenden Frauenhaushalt auf. Leider zur Zeit des politischen Terrors, der überirdischen Atomversuche und später des Reformversuchs von ’68. Zwischen Tanten mit Kriegstraumata, dem tyrannischen Onkel ONKEL und der überstrahlend-schönen Mutter bleibt ihm nur die Flucht nach vorn.
Hier gibt es Besprechungen aus FAZ und SZ
Im gerade erschienenen Heft des Leipziger „Poet“ (Nr. 8 ) ein Gespräch Jan Kuhlbrodts mit Jan Faktor über das Prager und das Ostberliner Milieu jener Jahre, seine Prosa und mehr, außerdem viel deutsche und russische Lyrik, darauf wird zurückzukommen sein.
Da kommt einiges zusammen: „amschatzhaus“ nennt Autor und Verleger Enno Stahl sein Atelier, in dem er Lesungen veranstaltet. „amschatzhaus“ liegt auf der Hauptstraße von Neuss-Holzheim, nur wenige Fußminuten vom Grab Thomas Klings entfernt. Am 13. März gab sich der Dichter Stan Lafleur die Ehre und las vor vollem Haus. / cineastentreff.de
Daniela Seel, Verlegerin des auf neue Lyrik und Prosa spezialisierten Verlags kookbooks in Berlin und Idstein: „Verlage sollten diejenigen Einrichtungen sein, die Gestalten des Möglichkeitssinns in Bewohner der Dingwelt verwandeln, mit denen man gerne zusammenlebt, weil sie etwas bedeuten, und die für sie Zusammenhang herstellen, der Aufmerksamkeit organisieren, filtern und steuern kann – die Aufmerksamkeit nicht nur von Lesern als Freunden und Fans, sondern von Virtualien- wie Realienhändlern aller Art, von Medien, Veranstaltern, Fördergremien, Gewerbe- und Finanzämtern und den vielen kleineren und größeren mehr oder weniger nötigen Quälgeistern und Nackensitzern, von denen man so oft lieber verschont wäre. Die verheißungsvolle Rede vom Eingang des Autors ins Traumschiff des Enterprising Self übersieht gerne, dass damit zugleich der Ausgang des Autors aus eben jener Sphäre der Romantik einherginge, aus der sich auch dieses jüngste Atlantis noch speist. Denn das unternehmerische Ich gibt die Schonung preis, die ihm in der alten Ordnung geteilter Arbeit und Verantwortlichkeit gewährt ist. Es darf nicht nur, es muss sich um das ganze Bündel kümmern, das es braucht, um die eigene Vorstellung zu einer Ware zu machen, die so viele andere haben wollen, dass sich der Aufwand lohnt, und zwar jeden Tag aufs Neue, weil es für das unternehmerische Ich die Instanz nicht mehr gibt, die einem Autor die Dingwelt so weit vom Leib hält, dass er frei genug ist, sich den Gestalten des Möglichkeitssinns zu widmen.“ / Die Welt 17.3.
Wulf Kirsten hat in jahrelanger Arbeit eine packende Lyrik-Sammlung komponiert, es entstand gleichsam ein fortlaufendes Gedicht, bekannte Dichter neben randständigen – das fortlaufende Gedicht ergibt ein eindringliches, noch nie so kompaktes Bild von Gleichzeitigkeit: Aufschwung ins Geschichtliche, Absturz ins Übersteigerte; berauschtes Leben, zerronnene Liebe; die Wollens-Lust des Unglücks und die Lähmungen eines Glücks-Griffs; der nationale Taumel und der patriotische Widerstand. Das sich aufwerfende, quälende, verirrende, vermessene, sich findende, verlierende, das vergehende und sich vergehende Deutschland der Jahrzehnte im lebendigen Ausdruck seiner pathetischen, warnenden, leidenden, liebenden Dichter; links, rechts, mitten in Zerrissenheit. …
So, wie es Botho Strauß in einem Aufsatz über Konrad Weiß schrieb, den nordschwäbischen Mystiker-Dichter, der auch im Band vertreten ist: »Einem solch erratischen Brocken der Literatur wird stets nur der aus allgemeiner Leserschaft Abgeirrte begegnen«, in jeder Generation genüge wohl einer, der weitergibt morgen, so Strauß, »meine Güte, morgen werden wir ohnehin alles Lesenswerte nur noch in Antiquariaten und Bibliotheken auftreiben«.
Kirstens Buch nickt dazu und kämpft an. / Hans-Dieter Schütt, ND 17.3.
Wulf Kirsten (Hg.): Beständig ist das leicht Verletzliche. Gedichte in deutscher Sprache von Nietzsche bis Celan. Ammann Verlag. 1119 S., geb., 79,95 €
Der Dichter aus Hausach im Kinzigtal, Sohn spanischer Eltern, passte sehr wohl in den Rahmen dieser »wundervollen Einrichtung«, wie Oliver die Kinderwerkstatt nannte. Er hat selbst in Peru ein Projekt für Straßenkinder auf die Beine gestellt. Er hat auch mit Freunden durchgesetzt, dass Kinder in den Elendsvierteln von Peru ein Recht auf kindgerechte Arbeit haben. In Hausach hat Oliver das Literaturfestival »LeseLenz« ins Leben gerufen. Der Dichter lud deshalb bereits jetzt zur Eröffnung des diesjährigen »LeseLenz« am 18. Juni ein. …
Oliver stellte bei der Lesung einige Essays und Texte aus seinem umfangreichen Schaffen vor, sensible, gefühlvolle Gedichte, meist dem Vater gewidmet, vorwiegend aus seinem Buch »Mein andalusisches Schwarzwalddorf«. Er überraschte dabei immer wieder mit fantasievollen Wortschöpfungen und Gedankenfetzen in einem ganz eigentümlichen Rhythmus, die sich wie ein Mosaik zu einem Bild zusammenfügten. / Hannes Kuhnert, Schwarzwälder Bote
Der Sänger Jean Ferrat, „Poet des französischen Chansons“, starb im Alter von 79 Jahren an Krebs. Geboren wurde er 1930 unter dem Namen Jean Tenenbaum. [Namen tragen ihre Schicksale – sein Vater, ein russischer Jude aus dem Kaukasus, kam am Anfang des 20. Jahrhunderts nach Frankreich, die Deutschen brachten ihn nach Auschwitz, ohne Rückkehr]. 1963, die französisch-deutsche Versöhnung war im vollen Gange, schrieb er: „Sie waren 21 / Sie waren tausende / Nackt und abgemagert / Zitternd in den verplompten Waggons“ – das Lied wurde mit dem Preis der Académie Charles Cros ausgezeichnet.
Er schrieb Texte gegen den stalinistischen Kommunismus und vertonte etwa 30 Gedichte Louis Aragons. / France Soir 15.3.
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