Šalamun ist weit gereist und weltgewandt. Ein Umstand, der mir irgendwie zur slowenischen Dichtung zu passen scheint, und auch dass sich hier, in der slowenischen Dichtung, die Einflüsse der Moderne und Postmoderne ihren ureigensten Ausdruck suchen.
Vor ein paar Wochen auf der Messe drückte mir Hans Thill vom Künstlerhaus Edenkoben einen Band von Veno Taufer in die Hand, auch ein Slowene. Wasserlinge, so heißt das Buch, verdient eine eigene Besprechung, hier sei nur angemerkt, auch dieser Text verweist auf eine eigene (slowenische) Interpretation moderner Dichtung.
Zuweilen ertappe ich mich bei dem Gedanken, in Slowenien das Herz der europäischen Dichtung zu finden. Aber die Slowenen, scheint es, sind immer unterwegs – zum Beispiel Šalamun.
Er verbrachte Zeit zum Beispiel in den USA, und wenn man seine Texte liest, so meint man, auch Nordafrika sei ihm nicht fremd.
Aber natürlich handelt es sich hier in Rudert! Rudert! nicht um kunstvoll entworfene Postkartentexte, sondern um oszillierende Gebilde ohne feste Ränder. Sie sind nicht auf den Punkt zu bringen, entziehen sich beständig einem begrifflichen Zugriff, aber wie sie das tun, ist an Eleganz kaum zu überbieten. / Jan Kuhlbrodt, Fixpoetry
Tomaž Šalamun, Rudert! Rudert! Gedichte Deutsche Erstausgabe Slowenisch / Deutsch, übersetzt von Gregor Podlogar und Monika Rinck
ca. 176 Seiten, Hardcover, fadengeheftet, mit Lesebändchen ISBN 978-3-902113-95-5 € 21,00 Edition Korrespondenzen Wien 2012
Der April ist National Poetry Month in den USA. NBC Latino fragte in den USA lebende Latino-Dichter, welche anderen „Latino“-Dichter sie am meisten inspirieren. Die Nuyorican*-Spoken-Word-Künstlerin Giannina Braschi wählte eine Stelle aus einem Gedicht von César Vallejo:
I want to live always, even on my belly,
because, as I was saying and I say it again,
so much life and never! And so many years,
and always, lots of always, always, always!
(Translation by Tess O’Dwyer)
Mir wird es immer gefallen, zu leben, sogar auf dem Bauch,
denn, wie ich soeben sagte und es wiederhole,
so viele Leben und nie! Und so viele Jahre,
und immer, oftmals immer, immer, immer!
(Deutsch von Erich Arendt, aus: César Vallejo, Funken wie Weizenkörner. Gedichte. Berlin: Volk und Welt 1971, S. 79)
Me gustará vivir siempre, así fuese de barriga,
porque, como iba diciendo y lo repito,
¡Tanta vida y jamás! ¡Y tantos años,
y siempre, mucho siempre, siempre, siempre!
Lupe Méndez nannte Martin Espadas “Sing Zapatista”
Sing the word zapateado, tap and stamp of women dancing in the plaza
to the hummingbird rhythms of Veracruz, guitarist in fedora
watching his fingers skitter like scarabs across the wood,
shawled dancer lost in the percussion of her feet.
Andere nannten Gedichte von Demetria Martinez, Pablo Neruda, Tato Laviera, Louis Reyes Rivera, Gioconda Belli und Pedro Pietri.
/ Kristina Puga, NBC Latino
*) Zusammenziehung von New York und Puertorican
Giannina Braschi (* 5. Februar 1953 in San Juan) ist eine puertoricanische Schriftstellerin und Wissenschaftlerin, führende Vertreterin der Nuyoricanbewegung. Wikipedia schreibt:
Obwohl ihre Bücher als Romane eingestuft werden, sind ihre späteren Werke Experimente sowohl in Stil und Format und zeigen viele fremdländische Einflüsse.
Friederike C. Raderer sagte im österreichischen ORF in einem Beitrag zu Puerto Rico: Mit ihrem Roman „Yo-Yo Boing!“ dem Sprachenmischmasch, das unter den Hispanos in New York üblich ist, (hat sie ) dem „Spanglish“ ein Denkmal gesetzt.“
Lupe Méndez, zweisprachiger Dichter, Texas
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sagt eine Seite, die ein Gedicht von Federico García Lorca als Songtext veröffentlicht:
Verde que te quiero verde
verde viento verdes ramas
el barco sobre la mar
el caballo en la montaña.Verde, que yo te quiero verde.
Con la sombra en la cintura
ella sueña en la baranda
verdes carne, pelo verde
su cuerpo de fría plata.Compadre quiero cambiar
mi caballo por tu casa
mi montura por tu espejo
mi cuchillo por tu manta.Compadre vengo sangrando
desde los Puerta de Cabra
y si yo fuera mocito
este trato lo cerraba.Pero yo ya no soy yo,
ni mi casa es ya mi casa
dejadme subir al menos
hasta las altas barandas.Compadre, quiero morir,
decentemente en mi cama.
De acero, si puede ser,
con las sábanas de holanda.Compadre donde está dime,
donde está esa niña amarga
cuantas veces la esperé
cuantas veces la esperaba.
(1928)
(offenbar eine Songfassung) und diese Sprachen anbietet:
Ich probiere es also Deutsch und erhalte:
Grüne Ich möchte Sie grün
Wind grünen grünen Zweigen
das Schiff auf dem Meer
das Pferd auf dem Berg.Grüne Ich möchte Sie grün.
Mit dem Schatten um ihre Taille
sie träumt auf der Schiene
grünem Fruchtfleisch, grüne Haare
Ihren Körper von kaltem Silber.Compadre ändern wollen
mein Pferd für Ihr Haus
meinen Sattel für Ihren Spiegel
mein Messer für Ihre Decke.Compadre kommen Blutungen
Ziege von Tor
und wenn ich ein Junge
Ich schloss dieses Angebot.Aber ich bin nicht ich,
noch ist jetzt mein Haus mein Haus
mir klettern mindestens
bis zu den hohen Balkon.Freund, ich will sterben,
anständig in meinem Bett.
Stahl, wenn möglich,
mit Bettwäsche aus Leinen.Compadre wo Sie mir sagen,
wo das Mädchen bitter
wie oft erwartet
so oft wie erwartet.
Gar nicht einmal so schlecht. Fast politisch (Grüne, ich möchte Sie grün). Fast poetischer als Enrique Beck:
Die letzte Strophe dieser Fassung übersetzte Beck so:
„Sag mir doch, Gevatter, wo,
wo ist deine bittre Tochter?“
„Wievielmal sie deiner harrte!
Harrte deiner, ach, wie oft!“
Das kann Google besser, ganz ohne Zigeunerromantik:
Compadre wo Sie mir sagen,
wo das Mädchen bitter
wie oft erwartet
so oft wie erwartet.
Ein kleines Wortfest an einem sonst kühlen Apriltag. Paßt auch, weil nach Cummings im Frühling die Dinge Leute tun (und nicht umgekehrt). Also hopp, beide Fassungen in meine Anthologie!
Lorcas Originalgedicht heißt „Somnambule Romanze“, aus den „Zigeuner-Romanzen“. Hier gibts zum Vergleich die Fasssungen von Enrique Beck und Friedhelm Kemp, hier das Original.
Eine etwas merkwürdige Zusammenfassung, aber wenigstens eine Würdigung, irgendwie doch:
Er galt als ein Mitbegründer des deutschen Naturalismus: Am 26. April 1863 kam der Schriftsteller Arno Holz auf die Welt. Er widmete sich den Dingen des Alltags in einer gewöhnlichen Sprache – und machte sich selbst gerne groß. Allerdings findet man in seiner Lyrik auch nachdenkliche Töne. / DLR
Ein titelloses Gedicht des frühromantischen Schriftstellers Novalis hat es Komponist Wolfgang Rihm (61) angetan. «Als ich es las, empfand ich es sofort als eines der abgründigsten Gedichte der deutschen Sprache.
Da singen Tote für die Lebenden von den Vorteilen ihres Daseins», sagte Rihm den «Stuttgarter Nachrichten» (Samstag). «Wenn man das liest, denkt man: Mensch, die haben es aber gut, die haben wunderbare Feste, gutes Essen, enge Freundschaften und ständig Sex.» Am Ende frage sich der Leser, warum er eigentlich noch auf der Welt und nicht längst bei denen sei. «So saugend ist dieser Text und so abgründig», schwärmte Rihm. / Südkurier
Der Schriftsteller und Verleger Clément Marchand starb im Alter von 100 Jahren in Trois-Rivières (Kanada). In seinen Gedichten beschwor er die urbane Welt Quebecs. In seiner langen Karriere gewann er etliche Literaturpreise, darunter zweimal (1939 und 1942) den Athanase-David-Preis. Er war Mitglied der Académie des Lettres von Québec. 1979 begründete er einen Literaturpreis, der 2001 seinen Namen erhielt. / Actualitté
Kaum jemanden regt es auf: Kürzlich wurden bei einem Brand in der Nähe Leipzigs fünf Millionen Bücher zerstört. Vor allem kleinere Verlage trifft der Verlust sehr hart. (…) Das ist der größte Bücherverlust auf einen Schlag in Deutschland seit den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs. Achtzehn Stunden dauerte es, bis das Feuer gelöscht war. (…) Der im fränkischen Cadolzburg residierende Verlag ars vivendi hatte auch insgesamt 100.000 Bücher in Naunhof gelagert, unter ihnen alle Bände einer von Frank Günther neu übersetzten Shakespeare-Gesamtausgabe, die auf die beiden Jubiläen von 2014 (450. Geburtstag) und 2016 (400. Todestag) hin konzipiert wurde. Sie sind ein Raub der Flammen geworden. / Andreas Platthaus, FAZ
Nach einem gemeinsamen Auftritt mit Bettina Wegner und Gerulf Pannach, dem Texter der Band Renft, wurde er aus der SED ausgeschlossen. Kurz vor dem Abschluss – die Diplomarbeit war schon mit „sehr gut“ bewertet worden – wurde Jürgen Fuchs wegen seiner Gedichte und Prosawerke vom Disziplinarausschuss der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum „Ausschluss von allen Universitäten, Hoch- und Fachschulen der DDR“ verurteilt und politisch zwangsexmatrikuliert. / buchhandlung89.de
1970 erschien in einem Frankfurter Verlag ein Materialband zu Paul Celan. Herausgegeben hatte ihn eine junge Germanistin, geboren 1938, die 1968 mit einer Arbeit über diesen jüdischen Dichter promoviert hatte. Das Buch wurde dem Literaturwissenschaftler Peter Szondi zugesandt, einem Freund Celans. Er bedankte sich bei der Herausgeberin und stellte für sie eine Liste mit Fehlern zusammen, zu berichtigen in der zweite Auflage. Am Ende dieser Liste hieß es lapidar: 1969 fuhr Celan nicht nach Palästina, sondern nach Israel.
Damit legte er einen frappanten Fall von gespaltenem Bewusstsein bei der Herausgeberin offen. Diese, gewiss nicht ohne Empathie für Celan, kannte zweifellos dessen Gedicht „Denk doch“ von 1967, geschrieben unter dem Eindruck des Sechs-Tage-Krieges, in Deutschland veröffentlicht in der Zeitschrift Akzente. 1968 bildete es den Schluss des Gedichtbands „Fadensonnen“. Die Anfangszeilen lauten: „Denk dir: / der Moorsoldat von Masada/ bringt sich Heimat bei“. Der jungen deutschen Germanistin wird nicht entgangen sein, dass Celan mit Kopf und Herz für Israel eintrat. Aber das ignorierte sie. / Jürgen Busche, Freitag 15
Die Frankfurter Schriftstellerin Eva Demski ist Gastgeberin der 18. Wiesbadener Literaturtage. Vom 2. bis 8. Juni gestaltet sie im Literaturhaus Villa Clementine ein Programm, das sich in diesem Jahr um Lyrik drehen wird. Jana Kinne (FR) sprach mit ihr:
Lyrik ist für viele Menschen schwer zugänglich. Ist die Poesie das richtige Thema?
Die Menschen brauchen Lyrik. Viele merken gar nicht, wie oft sie mit ihr konfrontiert sind, ob das Songtexte sind oder ob das Werbung ist. Ich will, dass Menschen Lyrik angstfreier betrachten können.
Von Ihnen selbst sind keine Gedichte veröffentlicht worden. Haben Sie selbst Angst vor der Lyrik?
Nein, das hatte ich nie. Ich schreibe Gedichte, veröffentliche sie aber nicht, weil sie etwas sind, das ich für mich behalten und nicht für den Kommerz freigeben möchte.
Es wird Abende über politische Dichtung geben, über Tiere in der Poesie und über den Klassiker – das Liebesgedicht. Gibt es einen Programmpunkt, der Ihnen besonders am Herzen liegt?
Ja, das ist der Abend mit Paulus Böhmer. Seine Gedichte sind rhapsodische und unglaublich schöne Weltbeschreibungen. Böhmer ist jemand, der noch zu entdecken ist. Es ist sein Weltentwurf, der mich fasziniert.
Über was schreibt Böhmer?
Er schreibt über alles, über Blumen, über Katzen, seine Heimat, die Bibel oder über Sex. Und das alles in einer riesigen Sprachströmung, in der kein Wort zu viel ist. Es gibt Leute, die ihn nicht mögen, aber es gibt auch Menschen, die werden regelrecht drogenabhängig von seinen Gedichten. Das ist es, was mich besonders interessiert.
Die Wirkung der Poesie auf den Menschen?
Ja, ich will wissen, was das geschriebene Wort im Leser auslösen kann. Und ich will das Publikum dazu bringen, selbst zu schreiben. Es wäre schön, wenn ich aus den Wiesbadenern die Dichter herauskitzeln könnte.
Wie wollen Sie das erreichen?
Ich habe für die Ausstellung im Kunsthaus, die danach fragt, aus was Gedichte eigentlich gemacht sind, 147 Wörter ausgewählt. Aus diesen können die Besucher immer wieder neue Gedichte formen. So sollen während der Literaturtage zahlreiche Gedichte entstehen.
Das interdisziplinäre Festival „Alter Schwede!“ päsentiert vom 26.-28. April 2013 Lesungen, Konzerte und Text-Sound-Performances von 16 Autoren und Musikerinnen aus Schweden und Berlin, die unterschiedliche ästhetische Konzepte, Szenen und Generationen vertreten. Die Programmabende sind im Spannungsfeld von Improvisation und Montage, language poetry und Sozialrealismus, Neuer Musik und Noise, Konkreter Poesie und fragmentarischer Prosa angelegt. Die Künstler entwickeln für das Festival etliche neue Arbeiten, die meisten der Duokonstellationen haben Premierencharakter. Mit Ida Börjel, Johan Jönson, Pär Thörn und Andrzej Tichý bringt „Alter Schwede!“ einige der bekanntesten und originellsten schwedischen Autorinnen ihrer Generation nach Berlin und macht ihre Literatur – zum großen Teil erstmals – einem deutschsprachigen Publikum zugänglich. Werkauszüge von ihnen werden eigens für das Festival ins Deutsche übersetzt und zusammen mit den deutsch- und mehrsprachigen literarischen Beiträgen von Sven-Åke Johansson, Cia Rinne und Uljana Wolf in einem kostenlosen Festivalreader abgedruckt.
Mit: Burkhard Beins, Ida Börjel, Axel Dörner, Andrea Ermke, Hanna Hartman, Sven-Åke Johansson, Johan Jönson, Helena Jureén, Martin Küchen, Anders Lindsjö, Mats Lindström, Tisha Mukarji, Cia Rinne, Pär Thörn, Andrzej Tichý und Uljana Wolf.
/ Ausland
Two rare and historic poems written by the famous “Ladies of Llangollen” will go under the hammer next month.
The autographed pieces by best friends Lady Eleanor Butler and Sarah Ponsonby are valued at £400-500 by auctioneers Bonhams.
They are the first poems written by the pair to be sold at auction for 40 years and are part of the finest collection of poetry to go under the hammer. (…)
Lady Eleanor Charlotte Butler (1739-1829) and Sarah Ponsonby (1755-1832) met as children while living as neighbours in Ireland in 1768.
They became firm friends and over the years formulated plans to live together in order to avoid being forced into marriages for which neither had an appetite.
Encountering family hostility, they fled abroad and settled in Llangollen in 1780.
Living at first a largely secluded life devoted to literature and gardening, the ladies soon attracted national attention and their visitors included leading lights of the day such as the Duke of Wellington, Wordsworth, Shelley, Byron and Sir Walter Scott. / Gary Porter, Daily Post
Der 1930 in Syrien geborene, in Paris lebende Dichter und Essayist Adonis (Pseuonym für Ali Ahmad Said) und der 1955 in Schottland geborene, in London lebende Dichter Robin Robertson erhalten im Juni den Petrarca-Preis. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert und wird auf die beiden Gewinner aufgeteilt.
Adonis, Träger des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt und Fellow des Wissenschaftskollegs in Berlin, ist der bekannteste arabische Dichter der Gegenwart. Seine strikte Verurteilung der Dogmatisierung der arabischen Kultur hat er in dem Satz zusammengefasst: „Ich kann nicht an einer Revolution teilnehmen, die aus den Moscheen kommt.“ Von Adonis sind zuletzt die Bücher Von der Dichtung zur Revolution (Fischer 2013) und die Liebesgedichte Der Wald der Liebe in uns (Jung und Jung 2013) erschienen.
Von Robin Robertson ist soeben eine von Jan Wagner übersetzte Sammlung von Gedichten im Lyrik Kabinett (Hanser 2013) unter dem Titel Am Robbenkap erschienen. (…)
Der Preis wurde von Hubert Burda gestiftet, der Jury gehören Peter Hamm, Peter Handke, Alfred Kolleritsch und Michael Krüger an.
In ihrem neuen Gedichtband steigt Dagmara Kraus in eine Quelle, die selten für Gedichte genutzt wird: die munter sprudelnden Plansprachen, wie sie immer wieder erfunden werden, dem polyglotten Chaos in einer Zunge zu antworten. Vier dieser Plansprachen begegnen uns namentlich: “Myrana” von Josef Stempfl, “Volapük” von Johann Martin Schleyer, etwas unausgegorenes “Tcatcalaqwilizi“ und vor allem “Langue bleue”, nach ihrem Erfinder Léon Bollack auch “Bolak” genannt. Dessen Wunsch war, dass Bücher in Langue bleue in blauer Farbe gedruckt werden – den Wunsch haben wir ihm zumindest für Gedichte in Langue bleue erfüllt. Nicht erfüllt hat Dagmara Kraus hingegen Bollacks Erwartung, dass seine Sprache nur für den Handel genutzt werde, nicht aber für Literatur: “La devise de la langue bleue : dovem pro tle, ‚deuxième pour tous’ indique clairement que sa seule ambition doit être de traduire les besoins les plus usuels, ceux-là même qu’implique le mot ‘commerce’ dans sa plus large acceptation … Cette délimitation exclut toute prétention littéraire. La littérature … ne peut trouver place dans un idiome artificiellement crée par un individu. Cette ligne de démarcation est de la plus grande utilité … “ Die Entwicklung der Poesie ging klarerweise in Richtung Sprache, wie sie in einem einzelnen träumt und wacht.
Bestellen: Dagmara Kraus, kleine grammaturgie
72 Seiten, Euro 12,-/ sFr. 15.-
Weltklang – Nacht der Poesie
Das 14. poesiefestival berlin eröffnet mit einem Feuerwerk zeitgenössischer Poesie, von klassischer Dichtung über Soundpoesie, Videopoesie und Performance bis zu Spoken Word. Die Stars der internationalen Dichtkunst kommen am 7.6.2013 zu Weltklang – Nacht der Poesie in der Akademie der Künste, Hanseatenweg, zur poetischen Standortbestimmung. Einmal mehr zeigt Weltklang – Nacht der Poesie, die Vielfalt internationaler Gegenwartslyrik, die Unterschiedlichkeit nicht nur der Sprachen, auch der poetischen Ansätze und Themen. Mit dabei sind Christian Bök (Kanada), TJ Dema (Botswana), Oswald Egger (Österreich), Ursula Krechel (Deutschland), Iman Mersal (Ägypten), The Maw Naing (Myanmar), Luis García Montero (Spanien), Don Paterson (UK) und Natan Zach (Israel).
Weltklang ist ein Konzert aus Stimmen, in Sprachen und Versen. Die Dichter lesen in ihrer Muttersprache, ohne eingesprochene Übersetzung – eigens für diesen Abend erscheint eine Anthologie mit den deutschen Übersetzungen der Gedichte.
Das 14. poesiefestival berlin findet statt vom 7.-15.6. 2013 in der Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin.
Weitere Informationen unter www.poesiefestival.org
Das poesiefestival berlin ist ein Projekt der Literaturwerkstatt Berlin in Kooperation mit der Akademie der Künste und wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
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