92. American Life in Poetry: Column 418

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

Robert Morgan, who lives in Ithaca, New York, has long been one of my favorite American poets. He’s also a fine novelist and, recently, the biographer of Daniel Boone. His poems are often about customs and folklore, and this one is a good example.

Living Tree

It’s said they planted trees by graves
to soak up spirits of the dead
through roots into the growing wood.
The favorite in the burial yards
I knew was common juniper.
One could do worse than pass into
such a species. I like to think
that when I’m gone the chemicals
and yes the spirit that was me
might be searched out by subtle roots
and raised with sap through capillaries
into an upright, fragrant trunk,
and aromatic twigs and bark,
through needles bright as hoarfrost to
the sunlight for a century
or more, in wood repelling rot
and standing tall with monuments
and statues there on the far hill,
erect as truth, a testimony,
in ground that’s dignified by loss,
around a melancholy tree
that’s pointing toward infinity.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2012 by Robert Morgan, whose most recent book of poems is Terroir, Penguin Poets, 2011. Poem reprinted from The Georgia Review, Spring 2012, by permission of Robert Morgan and the publisher. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

91. Adonis, Ashbery, Erb

11.-15.6. Poetry International Festival Rotterdamse Schouwburg „Be on the lookout for world-renowned poets like Adonis  from Syria, John Ashbery from the United States, and German poet Elke Erb, breathtaking poetry from China, our very own Dutch Poet Laureate Anne Vegter, VSB Poetry Prize-winner Ester Naomi Perquin, and much more.“  

90. George 2.

Denn nun beschwor der Literaturwissenschaftler Bernhard Böschenstein doch noch einmal jenen psalmodierenden Ton des George-Kreises, den Michael Klett in seiner Erinnerung an Begegnungen mit Georges Schüler Robert Boehringer kurz zuvor eher ironisiert hatte, und sprach sich emphatisch für George als einen jener Dichter aus, der wie Sophokles, Pindar oder Mallarmé „nur im Laut“ existiere. Böschenstein, im Programmheft angekündigt als „der Genfer Homme de Lettres“, lächelte beim Vortragen seiner Überzeugungen stets so beseelt, als habe ihn gerade der Engel der Geschichte geküsst. Bei der George-Rezitation wandelte er sich dann aber zu einem Klagenden, der aus einem Atem noch das Letzte herausholt und die an Vokalen reichen Gedichte tief auslotet: „dunkle große schwarze blume“; „aus nasser nacht ein glanz entfacht“. / Jan Wiele, FAZ

89. George 1.

George habe durch „editorische Einbalsamierung“ sein Werk der Philologie entziehen wollen und es auch tatsächlich geschafft, seine Poesie auf Jahrzehnte vor dem Zugriff der Wissenschaft zu versiegeln, sagte der Literaturwissenschaftler Ernst Osterkamp in seiner Rede im Stuttgarter Literaturhaus. Die Norm der Endgültigkeit aber ignoriere geschichtliche Wirklichkeit.

Mit der Veröffentlichung des Schlussbands der kritischen Edition der sämtlichen Werke Georges im Klett-Cotta Verlag, die nun in Stuttgart gefeiert wurde, ist die werkpolitische Dominanz ihres Autors endgültig Geschichte. Der Verleger Michael Klett, der 1978 die Rechte an Georges Werk von Helmut Küpper, dem Nachfolger Georg Bondis, erworben hatte, erzählte in einer anekdotenreichen Erinnerung, wie schwierig sich seinerzeit die ersten Verhandlungen mit der George-Stiftung gestaltet hätten, die noch stark den Maximen des Meisters folgte, schließlich aber der Neuedition von Georges Gesamtwerk mit kritischem Apparat zustimmte.

Was diese Edition unter der Ägide Ute Oelmanns mit ihren nunmehr achtzehn Bänden geleistet hat, ist in Osterkamps Augen nicht weniger als eine Entmythologisierung, die klarmacht, dass auch bei George die Gedichte nicht gleich „ins Papier gemeißelt“ gewesen seien. Anhand des Siglenverzeichnisses der Textquellen, ihrer Varianten und der Datierungen seien nun, wie bei anderen Dichtern auch, Stadien der Vorläufigkeit zu erkennen, so mancher Konzeptionswandel und gelegentlich auch veränderte Intentionen. Wenn man zum Beispiel sehe, wie George in seinem Gedicht „Geheimes Deutschland“ die mehr an seine Frühzeit erinnernden „Purpurwolken“ durch „Fosforwolken“ ersetzt habe, so sei dies eben ein Unterschied ums Ganze. Durch die nun ersichtliche Offenheit und Vieldeutigkeit gewinne George viel von seiner Modernität zurück, sagte Osterkamp und gratulierte der Editorin Oelmann zu einem „Sieg der Philologie über den Mythos“. / Jan Wiele, FAZ

88. Brouhaha

Poets, especially Canadian poets, can be a fractious lot.

There have been recent public battles between various prominent Canadian poets, mostly notably between Jan Zwicky and Michael Lista on the relevance of criticism. Heated words like “illiterate” and “incompetent” and “stupid” were deployed in a war waged on the pages of the National Post. Veteran Ontario poet Stuart Ross and Calgary surrealist poet Sheri-D. Wilson – the “Mama of Dada” – went at it over the value of spoken word, i.e. “performance poetry.” She likes it, he doesn’t. It got ugly at Edmonton’s Stroll of Poets Society around the turn of the Century when a group of spoken word poets seized control of the board, angering the traditional poets who started the event.

And now there’s controversy at the Edmonton Poetry Festival, which runs April 21-28 at venues around town.

The latest poetic brouhaha is over the selection of musician Kris Demeanor as Calgary’s inaugural Poet Laureate. / Wayne Arthurson, gigcity

87. Poetopie

auch an dem Zeigefinger, der das Wort SAU auf ein schmutziges Autodach schreibt, bleibt der Dreck haften

Hansjürgen Bulkowski

86. Zwei Symbolisten

Wer kennt sie heutzutage, die Dichter Wjatscheslaw Iwanow (1866–1949) und Konstantin Balmont (1867–1942), zwei wichtige Exponenten des Symbolismus, des sogenannten silbernen Zeitalters der russischen Literatur? Ihre Lyrik war auf Deutsch bisher nur in Anthologien vertreten, doch seit kurzem liegen zwei schmale, schön gestaltete Einzelausgaben vor; Auswahl und Übertragung besorgte mit sensiblem Geschick Christoph Ferber. (…)

Als Lyriker ist Iwanow ein exemplarischer poeta doctus, der seine mythischen und (religions)philosophischen Themen in einem hohen Stil formuliert, bei dem Pathos und «orakelhafte Dunkelheit» (J. Holthusen) mitunter eine schwierige Liaison eingehen. Doch nicht alle Gedichte Iwanows ersticken am hieratischen Ton. Unmittelbar einleuchtend sind seine während des Bürgerkriegs entstandenen «Wintersonette» und seine Römer Zyklen («Römische Sonette», «Römisches Tagebuch des Jahres 1944»), die die Sinnlichkeit des Augenblicks feiern. Auch in einigen frühen Gedichten finden sich überraschend starke Bilder, so in «Die Liebe»: «Wir sind zwei Formeln einer Zauberei, / Der einen Sphinx sind wir geteilte Habe, / Des einen Kreuzes Arme sind wir zwei.»

Während Wjatscheslaw Iwanow in seiner Poesie den Gedanken über die Lautlichkeit der Sprache stellt, ist es bei Konstantin Balmont genau umgekehrt. Balmont ist der liedhafteste Dichter des russischen Symbolismus, der magische Klangzauberer, der auch eine Marina Zwetajewa mit seiner Wortmusik zu betören vermochte. / Ilma Rakusa, NZZ 20.4.

Wjatscheslaw Iwanow: Des einen Kreuzes Arme sind wir zwei. Gedichte. Auswahl, Übersetzung aus dem Russischen und Vorwort von Christoph Ferber. Zeichnungen von Matthias Jakisch. Edition Raute, Dresden 2012. 76 S., ohne Preisangabe. Konstantin Balmont: Unterwasserpflanzen. Gedichte. Auswahl, Übersetzung und Vorwort von Christoph Ferber. Edition Raute, Dresden 2012. 63 S., ohne Preisangabe.

85. Jammerossi und Westschnepfe

Petra Morsbach erzählt in ihrem Roman „Dichterliebe“ die Geschichte der ostdeutschen Lyrik als Tragikomödie eines einstigen DDR-Großkünstlers.

sagt die Badische Zeitung (Martin Halter):

Ein ostdeutscher Lyriker, vom „ehrenwerter Großkünstler einer nicht durch meine Schuld gescheiterten Republik der Träume“ zum erfolglosen Zyniker heruntergekommen, der in einem Künstlerhaus in einem ostfriesischen Kaff mit seinem Schicksal hadert: Wer will so etwas noch lesen? Es wäre schade, wenn Morsbachs Roman so sang- und klanglos unterginge wie Henry Steigers Stern nach der Wende. „Dichterliebe“ ist ein kleines Meisterwerk mit vielen Facetten: Tragikomödie eines Jammerossis, kluge Reflexion der Rolle von Literatur, Kunst und Künstlern in West und Ost und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an die Lyrik im Allgemeinen und die der DDR im Besonderen.

Sagen wir mal, ganz frei von Klischees ist die Rezension nicht. Noch ein Pröbchen:

Morsbach ist in fast allem das Gegenteil von Henry: Sie ist Frau, Westdeutsche, schreibt Romane und muss nicht von ihrem Verleger daran erinnert werden, was heute geht („Die Liebe unter DDR-Aspekt! Liebe als einziger Freiraum in den Zwängen der Zone. Das muntere Liebesleben der Ossis, war es nicht legendär?…Kunst, Krise, Diktatur als Nebenthemen … das alles in Verschlingungen“) und was gar nicht: Depressionslyrik von abgewickelten Dissidenten, verbitterten Altgenossen und vergessenen Originalgenies, die sich vom Gnadenbrot der Stipendien ernähren und sich dann noch frech anmaßen, die letzte Bastion gegen Macht, Markt und Massengeschmack, wenn nicht die besseren Menschen zu sein. „Dichterliebe“ zehrt von diesem Spannungsverhältnis, aber ganz fremd ist Morsbach der heroisch weltfremde DDR-Lyriker auch wieder nicht.

(Werd ihn wohl nicht lesen, nehm aber gern Erfahrungsberichte)

Petra Morsbach: Dichterliebe. Roman. Knaus Verlag, München 2013. 287 S., 19,99 Euro. Lesung: Die Autorin liest zum Abschluss von „Haslach liest“ am 28. April um 11 Uhr in der Stadtteilbibliothek Haslach.

84. Art der Betrachtung

Sein Buch Art der Betrachtung ist eine poetische Retrospektive, die einen konzentrierten Blick auf seine lyrische Arbeit ermöglicht. Andreas Altmann hat seine Gedichte so gruppiert, daß sie einen thematischen Zugang jenseits der Chronologie ermöglichen, sie handeln von “Dörfern” oder von “Räumen” und sie sprechen über “Liebe” und “Tod”. Viele Merkmale der modernen Lyrik finden sich in diesem Band wieder, die Erfahrung der Realität als komplex und kaum noch durchschaubar Raum. Die Erfahrung der Inkongruenz zwischen Sprache und Realität. Wir sehen uns der Entzauberung, Desillusionierung, Verfremdung verbrauchter Bilder gegenüber. / Matthias Hagedorn, KuNo

Andreas Altmann, Art der Betrachtung, poetenladen, Leipzig

83. Persische Dichterin aus dem 12. Jahrhundert

Susanne Baghestani macht auf die Vorbereitungen zum 900. Geburtstag der persischen Dichterin Mahsati Ganjavi in Aserbaidschan aufmerksam und schreibt:

Mahsati Ganjavi (oder Mahasti Ganje’i) gilt als größte Rubayi-Dichterin nach Omar Chayyam und als Begründerin der Shahr-Aschub-Gattung innerhalb der Rubayi-Dichtung. In der modernen persischen Literatur ist sie leider kaum präsent, und wird merkwürdigerweise auch von zeitgenössischen DichterInnen nicht rezipiert. Hauptgrund dafür sind wohl ihre unverblümten erotischen Dichtungen, die einige einflussreiche iranische Literaturkritiker als moralisch verwerflich abgetan haben.

Erstaunlicherweise wurden ihre berühmten Vierzeiler dennoch in der prüden Islamischen Republik neu aufgelegt, allerdings zu Khatamis Zeiten. Den schönen Band entdeckte ich vor einigen Jahren auf der Buchmesse, herausgegeben von Moin-eddin Mehrabi, Tus Publications, Teheran 2003, 245 S. http://www.aidabook.de/node/567

Fritz Meier hat sie bereits in den 1960er Jahren ins Deutsche übersetzt, und die Uni Zürich hat seinen Nachlass 2004 neu herausgegeben. http://www.amazon.de/mahsati-Bücher/s?ie=UTF8&keywords=Mahsati&page=1&rh=n%3A186606%2Ck%3AMahsati

 

Proben und Informationen auf Englisch:

900-Jahr-Feier in Baku (3.-5.Mai)

 

http://www.farzanehdoosti.com/translates.php?lang=en

Notable Iranian Female Poets

Hier 2 Gedichte und diese Information

Mahsati Ganjavi (also written Ganja’i or Ganjevi) lived during the 12th century, born in Ganje, Azerbaijan. Her poetry was a strong voice against prejudice and hypocrisy and patriarchy, while upholding love — both human and divine.

She was celebrated at the court of Sultan Sanjar for her rubaiyat (quatrains), but later persecuted for her courageous stand against overly dogmatic religion and arbitrary male dominance.

 

82. Iranische Lyrik

Heute ist Lyrik generell marginalisiert. 1354 aktive Lyrikleser gebe es in Deutschland, hat Hans Magnus Enzensberger einmal überschlagen. Und angesichts durchschnittlicher Auflagen von 100 – 150 Exemplaren pro Gedichtband scheint das gar nicht so weit hergeholt. Dass die Arbeit iranischer Dichter, die in Deutschland leben, nicht weiter auffällt, ist also kein Wunder. Umso mehr lohnt es sich aber, ihre Werke zu lesen. Seit Jahrzehnten leben und arbeiten Dichter aus dem Iran hierzulande, seit den verstärkten Repressionen gegen Künstler unter Präsident Mahmud Ahmadinejad sind zahlreiche weitere hinzugekommen. Die wenigen unter ihnen, die hin und wieder mediales Gehör finden, werden leider auf den Aspekt des in einer Diktatur verfolgten Exilschriftstellers reduziert. Zwar spielen Zensur und Unterdrückung eine durchaus große Rolle in den auf Deutsch vorliegenden Büchern, doch ist das längst nicht alles – die inhaltliche und stilistische Bandbreite ist immens.

Allerdings muss sich der interessierte Leser auf eine nicht immer einfache Suche begeben. Kaum ein Dutzend Anthologien mit persischer Lyrik gibt es auf Deutsch; den Anfang machte Cyrus Atabay 1968 mit seiner Sammlung Gesänge von morgen. Neue iranische Lyrik. Der Übersetzer Kurt Scharf ist nach wie vor aktiv, aber dann wird es auch schon dünn. Der in München lebende SAID ist in literarisch interessierten Kreisen ein Begriff, ebenso Abbas Maroufi, der in Berlin seine Buchhandlung Hedayat betreibt und mit seinem Roman Symphonie der Toten (Suhrkamp 1998, Übers. Anneliese Ghahraman-Beck) einen Bestseller landete. Dass Maroufi auch Gedichte verfasst, weiß hingegen kaum jemand.

Dass mit Houshang Ebtehaj, der unter dem Pseudonym H. A. Sayeh schreibt, auch einer der ersten unter den Erneuerern der persischen Poesie (die „shere nou“, die neue Dichtung, begann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Nima Yushij) in Köln lebt, ist vielleicht auch deswegen kaum bekannt, weil er wie viele seiner Kollegen nahezu nichts auf Deutsch veröffentlicht hat. Einige publizieren auf Farsi in Exilverlagen, einige schreiben aber auch auf Deutsch und sind dabei auf Kleinverlage angewiesen, die vom großen Feuilleton in der Regel ignoriert werden. Einer ist der von dem iranischen Verlegersohn Madjid Mohit betriebene Sujet Verlag in Bremen, der sich auf Exilliteratur spezialisiert hat. „Luftwurzelliteratur“ nennt Mohit sein Metier – Literatur von Autoren, die ihre eigentlichen geographischen Wurzeln verloren haben und nun fern der Heimat ihr Werk fortsetzen. Ebenso erwähnenswert ist die von Jalal Rostami in Bonn betriebene Verlagsbuchhandlung Goethe & Hafis; der Frankfurter Glaré Verlag von M. H. Allafi hat kaum Lyrik im Programm und setzt eher auf Prosa, denn die verkauft sich besser. In den etablierten Lyrikverlagen wie dem Poetenladen Verlag, dem Fixpoetry Verlag, Luxbooks, Kookbooks und Konsorten, sind keine Iraner zu finden, vielleicht weil sie zu wenig auf sich aufmerksam machen. Dabei wäre diese Aufmerksamkeit bitter nötig, um aus der Nische in der Nische herauszukommen.

In Iran selbst treibt die – dort ebenfalls auflagenschwache – Lyrikszene dieselben Fragen und Diskussionen um wie in Deutschland. Vor allem die Jüngeren stehen in der Kritik, die Ideen der „shere nou“ zu weit zu treiben. Die neue Dichtung hatte sich damals von den starren Formen verabschiedet, die seit Jahrhunderten die Dichtkunst be- herrschten, und trat für einen freieren Umgang mit der Sprache ein, in dem auch Alltagsduktus Platz hatte. Nun heißt es, die Gedichte der aktuellen Generation seien zu komplex, zu schwierig, zu beliebig. Der Vorwurf rührt vor allem von der Tatsache, dass die iranische Dichtung traditionell ein Allgemeingut ist, das im täglichen Leben Anwendung findet. Wer eine Aussage unterstreichen oder bloß seinen Standpunkt festigen will, der zitiert einen Dichter. Nur funktioniert das nicht, wenn das Gegenüber Verständnisprobleme mit dem vorgebrachten Vers hat.

Trotzdem bedienen sich auch die Jüngeren noch immer in Teilen der klassischen Symbolsprache, die auf westliche Leser mitunter blumig oder gar kitschig wirkt, weil sie hier nicht ohne Hintergrundwissen verstanden werden kann. Ganz neue Aspekte bringen jene Dichter ein, die sich die Sprache ihrer neuen Heimat zu Eigen gemacht haben. Iranische Lyriker sind passionierte Sprachspieler, die mit Klängen und Bedeutungen arbeiten und Doppelbödigkeiten herstellen, die trotz aller Komplexität in einem faszinierenden Sprachfluss aufgehen. Dass sich Vieles davon nahezu nicht übersetzen lässt und jede Übersetzung allenfalls eine Annäherung sein kann, versteht sich von selbst. Es ist aber faszinierend, wie schnell und sicher es einigen Exildichtern gelingt, sich das Deutsche anzueignen und es mit demselben Ansatz zu beharken. Als Beispiel sei Sanaz Zaresani (*1980) genannt, die seit 2009 in Deutschland lebt und hier ihren von Hossein Mansouri übersetzten Band Die Geschicklichkeit begrenzter Buchstaben (Sujet Verlag 2010) veröffentlicht hat. Das allererste Gedicht, das sie 2011 auf Deutsch schrieb, trägt den Titel „Hässlich willkommen“: „Machen sie die Tür auf / und kommen sie rein. / Aber mit kleinem „s“ // da die Decke dieses Gedichts sehr niedrig ist“ heißt es darin. Ganz unmittelbar verarbeitet sie die Erfahrung von Flucht und Exil und den Versuch von Neuanfang, aber auch die in Iran erlebte Situation, in faszinierenden, eindringlichen und berührenden Versen.

Ganz anders Mirza Agha Asgari (*1951, seit 1985 in Bochum), der unter dem Pseudonym Mani auf Farsi schreibt und vom großen Ahmad Shamlou einst als „Hoffnung der persischen Literatur“ bezeichnet wurde. Er spielt mit klassischen Formen und Symbolen, greift dabei aber ganz direkt Erfahrungen auf: „Es gibt ein Land, / in dem ich schmelze / wie eine Frucht, die zurückkehrt / zum Stengel, / zur Wurzel, / zur Erde, / und zum Nichts!“ Mani verbindet das Schöne mit dem Düsteren, schreibt von Liebe unter unwürdigen Bedingungen und von Sehnsucht. Und immer wieder kritisierte er den iranischen Staat, sowohl vor als auch nach der Islamischen Revolution, was ihn schließlich zur Flucht zwang.

Auf Deutsch schreibt auch Sara Ehsan (*1977, seit 1986 in Deutschland), deren vielschichtiges Debüt Deutschland, Mon Amour (Sujet Verlag) 2011 erschien. Ihre Gedichte atmen Vers für Vers die dunkle Melancholie, die so typisch ist für die iranische Literatur: „übrig blieb / das leere Gleis / die Wüste / meine Nacktheit / die Grabsteine“ heißt es in einem Gedicht, und in einem anderen: „der Strukturalismus / strukturlos / (…) / die existentielle / Trauer / der müden / Akteure // mein Elefant ohne / Stoßzahn / schau mich bitte / nicht so an“. Hier- aus spricht eine Dichtergeneration, die auf der Suche ist – nach sich selbst und nach neuen Formen, nach einer neuen Art, das Weltgeschehen und das Empfinden zu erfassen und zu verarbeiten. Eine Suche, die mitunter erstaunlich selbstbewusst daherkommt. Eine Haltung, die man auch schon bei Forough Farrokhsad beobachten konnte.

Gerrit Wustmann

Und mag die ganze Welt versinken. Über den deutsch-persischen Lyrikaustausch oder die Nische in der Nische. (Auszug) Vollständig in: LiteraturNachrichten Afrika Asien Lateinamerika, Nr 116, Frühjahr 2013. Pdf beim Sujet Verlag

81. 14. Nahbellpreis 2013: THOMAS KUNST

„Eine mutige Entscheidung deshalb, weil ich fast zehn Jahre darauf warten musste, einen neuen Verleger für meine Gedichte zu finden, und weil meine Gedichte den falschen Zauber von Wissenschaftsschmeichelei und Bildungsdemonstration schon immer ignoriert haben. Was nicht alles in heutigen Gedichten so vorzukommen hat, wegen der permanenten Angst, eine angestrebte Weltläufigkeit zu verfehlen, alles, bis auf die unbefangene Eindringlichkeit der täglichen Verwunderung, in ihrer vertrauensenergischen Zuneigung gegenüber den Dingen und Menschen, die in diesem Land nicht die geringste Bewandtnis haben.“

8 NAHBELLPREISFRAGEN von Tom de Toys an Thomas Kunst: „WENN DIE GEWÖHNLICHSTEN DINGE IRRITIEREN“ (INTERVIEW 2013 VIA FACEBOOK)

Das Interview wurde vom 12. bis zum 17.4. 2013 via facebook geführt. Seine Antworten sind so flüssig und authentisch wie seine wirklichkeitsverspielten Gedichte, die nur auf denjenigen „schwierig“ wirken, der sich nicht traut, sie DIREKT zu interpretieren, ohne komplexe Hinterebenen aufspüren zu müssen, von denen natürlich trotzdem Unmengen vorhanden sind, aber das liegt wohl eher am naturell von Poesie im Allgemeinen: ihre Fähigkeit zu irritieren…

Auszug:

03.NAHBELLPREISFRAGE 13.4.2013:

hast du deine frühen gedichte damals jemandem gezeigt (gab es „verständnislose“ reaktionen?) oder gar irgendwo veröffentlicht? oder waren sie „für die schublade“ geschrieben? und gab es ein einschneidendes erlebnis, durch das du von celan „aufgetaut“ bist? mit welchen dichtern fühlst du dich heute seelisch oder/und stilistisch verwandt?

03.NAHBELLPREISANTWORT 14.4.2013:

ich zeigte die ersten gedichte dem stralsunder dichter uwe lummitsch…er war es: der mich ermutigte: niemals mehr damit aufzuhören…das war so etwa 1982…ich war siebzehn…dann kämpfte ich so an die vier: fünf jahre mit celan: und um 1986 herum begann ich: die gedichte zu schreiben: zu denen ich auch heute noch stehen kann…die ablösung von celan kam schlagartig…durch die geburt meiner tochter charlie…1986…ich hatte sehnsucht nach mehr klarheit: nüchternheit und auch lakonie in gedichten…christoph meckel: thomas brasch: nicolas born: ulrich zieger…das waren die dichter: die mich von anfang an begleiteten…
parallel dazu immer auch viel franzosen: maurice blanchot: roland barthes: hervé guibert: emmanuel bove…ich freue mich im übrigen sehr über den diesjährigen nahbellpreis: mein lieber tom.

(…)

05.NAHBELLPREISFRAGE 15.4.2013:

wie ist es denn zu der „wertschätzung“ von seiten der weiskopf-preisstifter gekommen? wurdest du von einem renommierten kollegen empfohlen, so daß sein wort genügend gewicht hatte? oder war es irgendeine andere form von „klüngel“, der du dich nicht entziehen konntest? und seitdem kein weiterer preis mehr? aber einige stipendien, die vermutlich eine „weisköpfische“ nachwirkung sind, oder?

05.NAHBELLPREISANTWORT 15.4.2013:

in der weiskopf jury damals: peter geist : oskar pastior und paul wühr…es standen wohl erst ganz andere namen zur debatte…glück spielt oft eine große rolle…fuhr im letzten jahr nach etwa 20 jähriger bewerbung zum lyrikpreis nach meran…den hätte ich gern bekommen: hatte allerdings kein glück…meine letzten 4-5 lyrikbände sind preislos geblieben: darüber bin ich wirklich sehr erstaunt und auch wütend: es ist oft so: als existierte ich da draußen überhaupt nicht: feridun zaimoglu schrieb mal vor jahren in der faz über meine gedichte: „Wer wie er das schöne Gift gegen die Mickrigkeit reicht, wer wie er ein pathetisches und sehr melancholisches Verhältnis zum Leben hat, müsste – wenn es im Literaturbetrieb mit rechten Mitteln zuginge – mit Preisen überschüttet werden.“ so etwas wird von den wenigsten gern zur kenntnis genommen…aber ich laß mich von alldem nicht entmutigen…über die stipendien in rom und venedig war ich sehr dankbar…wenn für meinen neuen gedichtband wieder kaum eine anerkennungsform in sicht ist: dann halte ich die gerechtigkeit für einen überholten konditionsausgleich und freue mich auf eine neue müdigkeit…darin bin ich jedenfalls norddeutsch geschult…diese sturheit treibt mir niemand aus…oft bin ich so verzweifelt: daß ich merkwürdige dinge von mir gebe: die größenwahnsinnig und traurig zu gleich sind: was die wahrnehmung gegenüber meinen texten anbelangt: jetzt schließe ich: bevor die betroffenheitsnötigung in die niedrigere spielklasse absteigt…

06.NAHBELLPREISFRAGE 15.4.2013:

ich denke, damit sprichst du vielen kollegen aus der seele, denn du bist ja nicht der einzige, dem es so ergeht bzw der sich so ungerecht behandelt fühlt. wenn alle, die ihre bände für wichtig halten, einen preis bekommen sollten, dann müssten wohl noch ein paar preise mehr erfunden werden, oder? es gibt doch weit mehr „gute“ lyrik als preise, oder nicht? wie ist dein verhältnis zu anderen, derzeit aktiven lyrikern? pflegst du viele kontakte? oder bist du der zurückgezogene privatmensch? gibt es „ganz junge“ autoren, die dich begeistern, die du als „dichter der zukunft“ bezeichnen würdest, so wie lummitsch dich damals?

06.NAHBELLPREISANTWORT 16.4.2013:

die anzahl der lyrikpreise liegt bei über 700…ich finde: das ist völlig ausreichend: „sich wichtig finden“ und „wichtig sein“ sind zwei unterschiedliche dinge…die lesenswerten gedichte in deutschland halte ich für höchst überschaubar…also teile ich deine aussage: daß es mehr gute lyrik als preise gibt: nicht im geringsten…mit gedichten z.bsp. von ulrich koch: volker sielaff: nancy hünger: norbert lange: steffen popp und andré rudolph verbringe ich sehr gern meine zeit: unter den ganz jungen autoren sehe ich bislang keinen oder keine: die mit einer selbstbewußt ausgeprägten einzelsprache aufzutreten in der lage wären…(lautes aufbrausen der stimmen am rand…geschenkt)
ich war nie der auffassung: daß wir hier in deutschland in den letzten 10 bis 15 jahren über eine unverwechselbare: großartige: ideen- und sprachbesessene lyrik verfügen würden…immer zuviel gerede über zuwenig gedichte…bis auf wenige ausnahmen: sehr wenige…

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80. Besser scheitern?

Von Felix Philipp Ingold, Zürich

Der Autor schreibt: „ein Lektüre-Notat aus meinem Arbeitsjournal“

In Gebrauchs- wie in Kunstsprachen wird zur Zeit der natürliche, alltägliche, flüchtige, provisorische Ausdruck dem mehr oder minder streng formalisierten vorgezogen: Rhetorik, Stilistik, selbst Grammatik haben kaum noch normative Funktion, die Sprachverluderung nimmt in der mündlichen wie in der schriftlichen Praxis zu, findet weithin kritiklose Akzeptanz und wird somit ihrerseits normbildend. Vorab Leserkommentare im Internet, aber auch SMS- und Mailnachrichten sowie die Tratschrhetorik der Gratispresse bieten dafür beliebig viele Belege. Hauptmerkmale dieser Rhetorik sind defekte, defizitäre, jargoneske, wortspielerische, dabei aber (für die Kommunikationsteilnehmer) problemlos verständliche Sprach- und Sprechformen; dazu gehören zahlreiche Abkürzungen, Auslassungen, fremdsprachige und privatsprachliche Versatzstücke bei durchweg schwach ausgeprägter Syntax.
Dass auch die Poesie diesen Trend aufnimmt, ist deutlich genug zu erkennen und gilt keineswegs nur für die performativen Sparten von Rap und Slam. Das aktuelle poetische Sprachdesign gibt sich heute, zumindest im deutschsprachigen Raum, als eine willkürliche, dabei spontane (improvisatorische) Hybridisierung aus Alltagsrede, Werbesprache, Songtexten und Gruppenidiomen zu erkennen.

Ich will diese Tendenz nicht bewerten, doch ich frage mich, ob es das Interesse und die Aufgabe der Poesie sein kann … sein sollte, den heruntergekommenen Status der Alltagssprache zu übernehmen, ihn künstlerisch zu kultivieren und eben dadurch zu rechtfertigen. Gelegenheitslyrik, Plauderlyrik, Gebrauchslyrik, Verbrauchslyrik, Unterhaltungslyrik, Roadlyrik, Pornolyrik, Institutslyrik, Wettbewerbslyrik scheinen die Lyrikproduktion und den Lyrikbetrieb zu dominieren, und offenkundig bestimmen diese rezenten lyrischen Sprechweisen sehr weitgehend auch die einschlägigen Rankings, Stipendien- und Preisvergaben im Bereich der Versdichtung. Sprechkunst gegen Sprachkunst: Der improvisierte Sprechakt überbietet die Geste des Schreibens, mindert sie herab zum Notat.

Jede Sprechweise hat ihren Grund und ihre Berechtigung, doch nicht jede ist gleichermassen von künstlerischem Interesse … bei weitem nicht jede behauptet sich auch in der Schrift, in der Sprachform des Gedichts. Zwar gibt es bereits wieder minderheitliche Versuche, lyrisches Sprechen strengeren Regulativen zu unterstellen, den Endreim oder die Sestine oder gar die alkäische Strophe zu rehabilitieren, doch die meisten dieser Versuche bleiben in handwerklicher Nachahmung befangen, wirken altbacken oder unfreiwillig komisch, weil die strenge beziehungsweise die angestrengte Form mit der meist trivialen alltagsweltlichen Thematik kollidiert, ohne dass diese Kollision ironisch genutzt würde; das klingt dann – in einem gern zitierten Gedicht von Ann Cotten – beispielsweise so:

Rosa Meinung ‒

In des Landgerichtes Fotze
geh ich als ein blasser Traum,
Frau ist alles, was ich kotze,
lauter Wahrheit dieser Raum.

Dass man mir mein Schwärmen nähme
denk ich, aber glaub es kaum:
Dieser Prunk im schmalen Schoße
ist der Trödelväter Schaum.

Wenn ich nur die Arme breite,
ächzt er wie ein Eichenbaum,
kracht in brüchig tausend Scheite,
schäumt, dass ich, Blitz, ihn ableite.

Brenn zu Asche, mich zu wärmen!
(Denn ich will von Deutschland lernen.)

Welches sind die Meriten … welche künstlerischen Meriten hat dieses kleine lyrische Gedicht? Die Reime allein … die Reimqualitäten können es nicht sein. Zwar richtet die Autorin besonderes Ohrenmerk auf den Gleichklang der unregelmässig gekreuzten Versenden, doch besonders kunstvoll operiert sie damit nicht. Der starke Reim ist nicht der geklotzte Reim, der die Paarung zwischen „Fotze“ und „kotze“ vollzieht, zwischen zwei umgangssprachlich imprägnierten Wörter also, die einander nicht nur klanglich, sondern auch bedeutungsmässig und stilistisch analog sind.

Der starke Reim ist vielmehr der diskrete Reim, bei dem die Assonanz konterkariert wird durch den Bedeutungsunterschied oder den Bedeutungsgegensatz der Wortpaarung. In solchem Verständnis wäre, auf ein simples Beispiel heruntergebrochen, der Reim „Herz::quert’s“ dem naheliegenden „Herz::Schmerz“ vorzuziehen, so wie „Fotze“ mit „Rotsee“ oder „droht’s eh“ überzeugender gereimt wäre als mit „kotze“. Immerhin wird aber die Wortart variiert (Substantiv/Verb) und damit die grammatische Gleichschaltung von „Fotze::Kotze“ (Substantiv/Substantiv) vermieden. ‒ Nebst dem Reim soll offenbar auch die leicht antiquierte Wortfügung den Eindruck der Künstlichkeit und damit die Kontrastbildung zur Trivialthematik des Gedichts verstärken: „In des Landgerichtes Fotze …“ und „der Trödelväter Schaum“ (vorgezogener Genetiv); „dass man mir mein Schwärmen nähme“ (stilistisch abgehobener Konjunktiv); „dieser Prunk im schmalen Schosse“ (ferne Assonanz zu „Fotze“ und „kotze“ dank altertümlicher Dativform).

Ann Cotten selbst hat sich zu ihren Versen ausgiebig vernehmen lassen, hat gar deren nietzscheanischen Subtext offengelegt und – der historischen Moderne eben doch verpflichtet! – beteuert, sich mit dem Gedicht beziehungsweise mit dessen lyrischem Ich keineswegs identifizieren zu wollen. Gleichzeitig befürchtet sie, dass man ihre in den Text investierten „auf­rich­tigen Regungen“ verkennen und etwa für unernsten Hohn halten könnte, was von ihr durchaus ernst gemeint sei. Aber wie denn nun? Stehen da Wollen und Können im Konflikt?

„Rosa Meinung“! ‒ Im Titel (der zugleich das Themawort des Textes ist) sind Samen und Moese und mein Ei und sogar der Reim buchstäblich mitgegeben – die anagrammatische Entfaltung erschliesst ein Bündel von Bedeutungen, die verlässlich über das bessere Wissen der Autorin hinausweisen. Auch das kann die Sprache ‒ besser wissen, statt bloss besser zu scheitern wie so mancher Dichter an seinem Gedicht.

79. Léopold Sédar Senghor-Lyrikpreis

Der internationale Léopold Sédar Senghor-Preis für Lyrik in französischer Sprache (Grand Prix International de Poésie de Langue Française Léopold Sédar Senghor) wurde gestern in der senegalesischen Hauptstadt Dakar zum achtenmal verliehen. Er ging an den Dichter Frédéric Titinga Pacéré aus Burkina Faso, der die jungen Generationen Afrikas aufforderte, an ihre Kultur zu glauben.

Der Preis wurde 1998 durch die literarische Vereinigung „La Nouvelle Pléiade“ begründet, schreibt die Agence de Presse Sénégalaise.

Nach einer anderen Quelle wurde der Preis 2006 zum ersten Mal verliehen. 2006 ging er an Jean Métellus (Haiti), 2008 an Fernand Ouellette (Kanada).

Anscheinend gibt es  einen oder eher mehrere weitere Preise gleichen oder ähnlichen Titels (vgl. L&Poe hier und  im WWW hier und hier).

78. Christine Lavant

Es lohnt sich, Christine Lavant wieder zu entdecken – diese großartige Dichterin aus dem Lavanttal, nach dem sie sich benannte. Der Anfang ist gemacht mit dieser vorzüglich von Klaus Ammann kommentierten Erzählung, die nun in der Form des vor Jahren entdeckten Typoskripts mit den handschriftlichen Korrekturen der Autorin vorliegt. Vor allen Dingen darf man gespannt sein auf die Lyrikbände innerhalb der vom Wallstein Verlag angekündigten Werkausgabe Christine Lavants. Ein großer Teil ihrer Gedichte liegt nämlich noch unpubliziert im Robert-Musil-Archiv der Universität Klagenfurth. / Angela Gutzeit, DLF Büchermarkt

Inzwischen könnten Neulinge und Wiederholungstäter hier schnuppern:

Poesiealbum 289: Christine Lavant. Hrsg. und ausgew. von Richard Pietraß. Grafik Werner Berg. Wilhelmshorst: Märkischer Verlag, 2010, ISBN: 3931329895, 32 Seiten, 4 Euro

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