We are in the midst of a poetry renaissance. There are many signs of the poetry revival in our midst. Hundreds of small poetry presses. Reading series in local communities.Def Poetry Jam and Brave New Voices on HBO. The proliferation of MFA programs at universities. Robin Becker reports that when she began attending AWP (the annual conference of writers sponsored by the professional writers‘ association), about a thousand people attended each year; in 2014, over 11,000 people attended.
A variety of people and organizations support the appreciation and revelry surround poetry. Each April, the Academy of American Poets sponsors National Poetry Month, an initiative that highlights poetry and poets. Increasingly, the Poetry Foundation, publishers of Poetry, offers and sponsors a variety of poetry programs, through the munificence of Ruth Lilly, contributing to a greater public profile for poetry. Generous legacies from a handful of donors like Lilly support poetry as a cultural project. More importantly, poets around our country share their passion and commitment for poetry in daily, local ways. I salute the national and local organizations and the poets that facilitate this renaissance and make poetry a vibrant part of our culture. In many ways, there is not a better moment to be a poet and love poetry.
Yet, I want to ask a provocative question: are too many people writing poetry? / Julie R. Enszer, Huffington Post
Der St. Galler Lyriker und Literaturvermittler Christian Mägerle ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Er hat fünf eigene Gedichtbände herausgegeben und an seinen Leseabenden zahlreichen Ostschweizer Autorinnen und Autoren eine Plattform gegeben. / Thurgauer Zeitung
Aus einer App-Kritik von Michael Derbort:
Trinksprüche – so lautet der Name dieser App. Kurz, prägnant und auch noch 3,0-Promille-kompatibel. Die Zielklientel erschließt sich bereits bei der Lektüre der App-Beschreibung im Playstore. Zutiefst betrübt stellen wir fest, dass bereits dort jegliches Niveau nebst Orthographie mehr oder minder würdevoll zu Grabe getragen wurde. Ähnlich literarisch geben sich die Inhalte. Die geradezu götzenhafte Verehrung einer Bierflasche steht bereits messerscharf vor der Kirchensteuerpflicht. Deren Inhalt, der hektoliterweise durch europäische Kehlen rinnt, trübt wie bei jeder anderen allzu exzessiven Religionsausübung den Blick für die Realität.
So endet ein Gedicht des südkoreanischen Lyrikers Kim Kwang-Kyu aus der Wulf Kirsten zum 80. Geburtstag gewidmeten Anthologie, das am Wochenende in der Thüringer Anthologie der Thüringer Allgemeinen stand.
Meißner Bauern bei der Feldarbeit
sehen dir in meinen Gedanken täuschend ähnlich
Beflügelt von der Vorfreude
noch vor der Dämmerung dich zu treffen
beschleunige ich das Tempo gen Westen
Leise rufe ich dir zu: mein Bruder
Wortsammler der deutschen Sprache
Du Weimarer Lyriker
Aus: Fest in der Landschaft. Gedichte für Wulf Kirsten, Edition Azur, Dresden 2014.
tEXt bILd. Unsagbar ist der tägliche Wortschatz wertvoll!
Fragmenttexte von Angelika Janz
Experimentelle Werke zwischen Text und Bild. Ab dem 11. Juli zeigt das Museum für Westfälische Literatur in Oelde-Stromberg die Fragmenttexte von Angelika Janz. Die Gartenhaus-Ausstellung „tEXt bILd. Unsagbar ist der tägliche Wortschatz wertvoll!“ wird mit einer Lesung der Autorin aus ihrem reichen Oeuvre um 19.30 Uhr eröffnet.
Seit Jahrzehnten arbeitet Angelika Janz auf dem Feld der Literatur und dem der Bildkunst und fast ebenso lange überschreitet sie die Grenzen der Künste. Sie schreibt Gedichte und erzählende Prosa, Essays und Hörspiele, sie malt und zeichnet und tritt als Performerin in Galerien, Literaturhäusern sowie im öffentlichen Raum auf. Nach Jahren des Experimentierens erfand sie eine neue Gattung zwischen Text und Bild: Fragmenttexte. Sie entstehen, indem die Künstlerin aus einem gedruckten Text – sei es Zeitung, Apothekerzeitschrift oder Kassenzettel – einen Streifen herausschneidet und diesen mit Schreibmaschine, Stempel oder Handschrift an den Rändern ergänzt, sodass aus dem fremden ein völlig neuer eigener Text entsteht.
Immer gilt für die Autorin und Künstlerin, dass Bild und Text sich nicht einfach illustrieren, sondern sich gegenseitig erweitern. In der Korrespondenz von Bild- und Wortsprache entsteht etwas „Drittes“ – und hier gerade wird der „Leserbetrachter“ angesprochen, sein eigenes Bild im Prozess des Lesens und Anschauens zu entwickeln, sich im aktiven Prozess des Lesens eine eigene Anschauung der Arbeiten „anzuverwandeln“.
Seit 1991 lebt die 1952 in Düsseldorf geborene Autorin, Künstlerin und Kunstpädagogin in Mecklenburg-Vorpommern und leitet dort das von ihr gegründete sozio-kulturelle Basisprojekt „KinderAkademie im ländlichen Raum“ wofür sie zahlreiche Auszeichnungen neben ihrer literarischen und künstlerischen Arbeit erhielt. Früh schon förderte der Westfälische Landschaftsverband die Autorin durch Lesungen und Unterstützung einer Publikation.
Die Ausstellung im Gartenhaus des Kulturgut Haus Nottbeck zeigt eine Auswahl von Fragmenttexten, Collagen, Zeichnungen und Papierschnitten aus über 4 Jahrzehnten. Im Rahmen der Ausstellung erscheint in der Reihe ‚roterfadenlyrik‘ Edition Haus Nottbeck unter dem Titel „Traue dem Wechsel“ eine Publikation mit ausgewählten Fragmenttexten der Autorin.
FR 11.07.2014 – SO 14.09.2014
G3 Ausstellung im Gartenhaus
tEXt bILd. Unsagbar ist der tägliche Wortschatz wertvoll!
Fragmenttexte von Angelika Janz
Eröffnung und Lesung : FR 11.07.2014 I 19.30 Uhr
Weitere Informationen unter Tel.: 0 25 29 / 94 55 90 und http://www.kulturgut-nottbeck.de
Museum für Westfälische Literatur – Kulturgut Haus Nottbeck
Landrat-Predeick-Allee 1
59302 Oelde-Stromberg
Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag: 14.00 – 18.00 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr
Kultur-Café: Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 14.00 – 18.00 Uhr
Die Tschechische Republik vergibt seit 1997 den Gratias-Agit-Preis an Persönlichkeiten, die sich um das Ansehen der Republik verdient gemacht haben. In diesem Jahr wurden u.a. die polnische Regisseurin Agnieszka Holland und der deutsche Lyriker und Übersetzer Reiner Kunze (Foto mit dem tschechischen Außenminister Lubomír Zaorálek) geehrt.
POETRY EAST WEST (PEW) is a Chinese-English bilingual biannual magazine edited by poets in China, USA and other countries (as listed below), published in Los Angeles USA and Beijing China, with the inaugural issue from 2010 and thereafter two issues a year. It includes some German and Swedish poems and it welcomes work from other languages as well. It’s the first poetry magazine in China that introduces international poets in an interactive way and promotes contemporary Chinese poets in other countries. Each issue highlights poets translating each other, new poets translated for the first time, new translations of the world’s most distinguished poets and emerging young poets, new poetry reviews and interviews, and special topics of current interests in China.
Beiträge von Zang Li, Yang Xiaobin (Taiwan), Neil Aitken (Kanada), Jan Wagner, Michael Augustin.
Nicht nur Musik und Gerüche wecken Erinnerungen und Emotionen, auch Gedichte. Das macht sich eine neue Veranstaltungsform in Seniorenzentren zunutze, die die Lebensfreude alter Menschen und Demenzkranken mit rhythmischem Vortrag von Versen wecken will.
Es nennt sich „Alzpoetry-Slam“ oder „Demenz-Poesie“ und ist eine Therapieform zur Gedächtnisrehabilitation von Demenzkranken. / Neue Westfälische
Giuseppe Ungaretti wurde erst ab den 1930er Jahren als Dichter des «ermetismo» – jener mit dunkler Bildlichkeit und existenziellen Themen operierenden «hermetischen» Strömung, zu der auch Eugenio Montale zählte – bekannt. Doch bereits während des Ersten Weltkriegs, zu dem er sich 1915 als Freiwilliger gemeldet hatte, verfasste er eine Reihe bedeutender Gedichte, die 1916 und 1919 in den Sammlungen «Il porto sepolto» (Der begrabene Hafen) und «Allegria di naufragi» (Heiterkeit der Schiffbrüche) erschienen. Aufsehen erregten damals seine wortkargen, kurzen Verse, die auf allen Zierrat der traditionellen Rhetorik – an die das italienische Publikum durch Carducci und D’Annunzio gewöhnt war – verzichteten.
Die Gedichte berichten weitaus öfter von der inneren Befindlichkeit des Sprechers als von konkreten Geschehnissen an der Front, lassen sich aber durch die vorangestellten Datierungen und Ortsangaben historisch genau zuordnen. Eines der berühmtesten – und auch heute noch beeindruckenden – Gedichte Ungarettis aus jener Zeit ist «Soldati» (Soldaten), entstanden im Juli 1918: «Si sta come / d’autunno / sugli alberi / le foglie» («Man fühlt sich / wie im Herbst / auf den Bäumen / die Blätter» – wobei das italienische «stare» im Unterschied zum deutschen «fühlen» auch «stehen» bedeutet und deshalb baldiges Fallen impliziert). / Thomas Stauder, NZZ 5.7.
heute, am Sonntagabend – wenn die anstrengende Arbeit des Ausruhens geschafft ist
Hansjürgen Bulkowski
Die Gedichte des Luís de Camões liegen jetzt in einer großartigen Ausgabe auf Deutsch vor. 423 Seiten, mehr als hundert Gedichte, mit einem Vorwort, mit Kommentaren von Rafael Arnold. Dem Vorwort entnehme ich, dass das Titelgedicht dieser Ausgabe „Com que voz?“ erst seit 1922 Camões zugeschrieben wird. Dort erfahre ich auch, dass nach dem Tode des Dichters eine wundersame Vermehrung seines Werkes stattfand. Wir lesen also, wenn wir Camões lesen, nicht nur Camões. Die von Rafael Arnold betreute Ausgabe kann da nicht die Schafe von den Böcken scheiden. Sie kann uns nur helfen beim Verständnis des portugiesischen Dichters. Sie tut das, in dem sie Übersetzung und Original neben einander druckt. Bei manchen Gedichten sind es zwei, drei Übersetzungen, bei „alma minha gentil..“, einer Variation, so sagt der Herausgeber, über ein Thema von Petrarca, sind es zehn! Der Leser fängt an Camões scheinbar zu vergessen und versackt in den deutschen Versionen, die zwischen 1803 und 2012 entstanden. Er lächelt, wenn er liest, dass im Jahre 1803 die ersten Worte des Gedichtes – gewissermaßen schillernd – als „O edle Seele“ in Deutschland eintrafen. Wie schön ist dagegen der Klang der ersten Worte von Karl Moritz Rapps (1803 – 1883) Übertragung der Verse des Camões ins Oberschwäbische: „Du guote liobe sal“ aus dem Jahre 1855. / Arno Widmann, Berliner Zeitung
Luís de Camões: Com que voz? Mit welcher Stimme?, herausgegeben und kommentiert von Rafael Arnold, Elfenbein, Berlin 2013, 423 Seiten, 24 Euro
Vor allem Linda Vilhjálmsdóttirs Liebesgedichte zeugen von bedingungsloser Emotionalität, werden zu provozierenden poetischen Psychogrammen weiblicher und zwischenmenschlicher Befindlichkeit. Auffälliges Stilmerkmal ist dabei die ungewohnte Verwendung von Farbwörtern, die, häufig als Gegensatzpaare gesetzt, seelische Zustände in ebenso treffsicheren Bildern aufreißen, wie sie der Beschreibung von Landschaft eine Metaebene geben, die über pure Naturlyrik hinausweist. Linda Vilhjálmsdóttir literarische Perspektive ist die einer (jungen) Frau im modernen, städtischen Island heute, doch halten ihre Gedichte stets auch Zwiesprache mit Formen und Topoi der Tradition. / Wolfgang Schiffer
What you might not know is that many young German authors do not make their money from books, but from bookstore and event readings, as well as fellowships. The news might come as a surprise to American publishers and booksellers, who struggle mightily just to draw an audience, let alone convince people to pay for such an event.
At a meeting with a trio of German writers in Berlin — which included Thomas Pletzinger (author of the novel Funeral for a Dog), Johann Maas (German translator and editor of Infinite Jest) and Katharina Adler — we were informed that for a typical event, an author might take home between 200 and 500 euros, depending on the size of the venue, be it an event space or a bookstore. / Edward Nawotka, Publishing Perspectives
Vor zwei Jahren ist die erste Gesamtausgabe der Lyrik Wilhelm Klemms erschienen. Nun hat Imma Klemm, die diesen bibliophilen Band gemeinsam mit Jan Röhnert herausgegeben hat, aus aktuellem Anlass nachgefasst und ein Taschenbuch vorgelegt. Das Buch bietet wertvolles, zum Teil bislang unveröffentlichtes Material über Klemms Tätigkeiten als Lazarettarzt und Dichter im Ersten Weltkrieg. Es besteht aus zwei editorischen Teilen und einem Anhang. An erster Stelle steht die Korrespondenz des Ehepaars Wilhelm und Erna Klemm seit Kriegsausbruch bis Dezember 1914. Danach folgen unter der zweigeteilten Rubrik „Verse aus dem Ersten Weltkrieg“ 41 Gedichte, die zwischen Oktober 1914 und April 1915 in der „Aktion“ beziehungsweise in Klemms erstem Gedichteband „Gloria! Kriegsgedichte aus dem Feld“ und sodann in den beiden Folgejahren in der von Franz Pfemfert besorgten Publikation „1914–1916. (…)
Die gewalttätige Dynamik des Krieges schien gesellschaftliche Individuation und zivilisatorische Ausdifferenzierung überwunden zu haben. In seinen mehrmaligen Schilderungen über die endlos scheinenden Kolonnenzüge bei Nacht kommt Klemms Ergriffenheit über die kollektive, durch militärische Subordination und einen elementaren Sieges- beziehungsweise Überlebenswillen gespeiste Ausrichtung der egalisierten Menschen auf ein gemeinsames Ziel zum Ausdruck. Auch die Entfesselung elementarer, durch die moderne Waffentechnik unendlich potenzierter Kräfte, durch die individuelles Sterben zum sinnlosen Zufall wird, regte seine dichterische Kreativität an, wie der zweiten Strophe der im Januar 1915 in der „Aktion“ veröffentlichten „Nächtlichen Aussicht“ zu entnehmen ist:
Unter den dunklen Beschwörungen der Kanonen
Erhebt der Krieg sein nachtschwarzes Haupt.
Sein Hals wird dick. Seine ehernen Arme
Pressen sich ächzend in die Rippen der Heere.
/ Michael Ansel, literaturkritik.de
Wilhelm Klemm: Tot ist die Kunst. Briefe und Verse aus dem Ersten Weltkrieg.
Herausgegeben von Imma Klemm.
Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Mainz 2013.
189 Seiten, 24,00 EUR.
ISBN-13: 9783871620799
Als in Freiburg vor 25 Jahren, 1989, die erste Begegnung zwischen elf Schriftstellern des Staates Israel und zwölf Autoren der Bundesrepublik und der DDR stattfand, die berühmten „4 Tage im Mai“, war Tuvia Rübner unter den Gästen. Damals schrieb er Hebräisch und hatte längst begonnen, in Israel eine Reihe von Lyrikbänden zu veröffentlichen, wurde zunehmend hochgeschätzt, bis er schließlich die höchste Auszeichnung, Israels Staatspreis erhielt. An seinem 90. Geburtstag, dem 30. Januar dieses Jahres, wurde er im Kibbuz Merchavia vielseitig gefeiert.
Aus dem gleichen Anlass erschien aber auch bei uns im Rimbaud-Verlag ein Band deutscher Gedichte Rübners, die in seinem 88. und 89. Lebensjahr entstanden sind, „Wunderbarer Wahn“. Wie kam es dazu, dass er nebenher auch ein deutscher Autor wurde? / Uwe Pörksen, Badische Zeitung
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