EU fördert mit Projekt CROWD die Entwicklung der freien Literaturszenen
Die Literaturszenen in Europa sind vielfältig und inspirierend zugleich. LiteraturaktivistInnen aus allen Ländern der EU in einen intensiven Austausch miteinander zu bringen und neue Wege der Publikumserschließung mit analogen und digitalen Mitteln zu gehen, sind die Kernziele des auf zwei Jahre angelegten Projekts CROWD (CReating Other Ways of Dissemination), welches nun bis November 2016 vom Programm CREATIVE EUROPE der Europäischen Union gefördert wird.
Im Mittelpunkt des einzigartigen Projekts steht dabei die Schaffung einer europäischen literarischen Öffentlichkeit.
CROWD ermöglicht persönliche Begegnungen und digitale Interaktion mit aktueller, im Entstehen begriffener Literatur jenseits des etablierten literarischen Kanons. CROWD will die verschiedensten Ideen von gegenwärtiger Literatur in Europa kennenlernen, gemeinsam weiterentwickeln und in den öffentlichen, europaweiten Diskurs bringen. Maßgebliche Unterstützung erhält CROWD von der Kulturstiftung des Bundes, dem Nordic Culture Point, dem Kultur- und Bildungsministerium von Zypern, dem Tourismusbüro Zyperns, dem österreichischen Bundeskanzleramt, dem Land Steiermark, Graz Kultur, außerdem dem Berliner Senat, der Hamburgischen Kulturstiftung und der Stiftung Preußische Seehandlung sowie europaweit von zahlreichen weiteren Förderern und Sponsoren.
Federführend in der Projektarbeit wird dabei das Berliner Literaturhaus Lettrétage sein, welches nicht zuletzt mit dem internationalen Festival SOUNDOUT! New Ways of Presenting Literature im vergangenen Jahr europaweit Aufmerksamkeit erregt hat. Kernzellen des ständig wachsenden CROWD-Netzwerks sind neben der Lettrétage die LiteraturaktivistInnen des FORUM STADTPARK (Österreich), von Nuoren Voiman Liitto (Finnland) und IDEOGRAMMA aus Zypern.
Das Projekt CROWD ist bis November 2016 in mehrere Phasen unterteilt, wobei eine Konferenz unabhängiger Literaturveranstalter den Auftakt bilden wird. Am 23. und 24. Januar 2015 werden in Berlin Grundfragen der Literaturvermittlung, der nationalen Kulturpolitiken ebenso verhandelt wie Ästhetiken und Finanzierungsmöglichkeiten von Veranstaltungen.
Die CROWD organisiert in den nächsten zwei Jahren außerdem ein Literaturfestival und die von Nord nach Süd führende europaweite Lese-Busreise OMNIBUS. Dabei reisen insgesamt über hundert Autoren innerhalb von drei Monaten von Finnland nach Zypern. Die Tour führt die Autoren in sowohl städtische als auch ländliche Regionen Europas. Durch Lesungen und Diskussionen entsteht ein intensiver Dialog zwischen den Autoren und dem Publikum vor Ort.
Darüber hinaus bietet die CROWD mit der 2016 startenden mobilen App AGORA sowohl dem Publikum als auch den LiteraturaktivistInnen die Möglichkeit, die europäischen Literaturszenen in ihrer Vielfalt zu erleben und mitzugestalten.
Berlin, 09.01.2015
Literaturhaus Lettrétage Veranstaltungen / Events Mehringdamm 61, 10961 Berlin Tel. +49 (0) 30 692 45 38
info@lettretage.de http://www.lettretage.de Deutsche Bank Kontonummer 859 33 11 00 BLZ 100700 24
„Was man wissen muss, um Shakespeare zu verstehen“ – das hat bereits 1970 der US-Autor Isaac Asimov in seinem monumentalen zweibändigen Guide to Shakespeare zusammengetragen (1500 Seiten). Davon wiederum hat nun der Alexander-Verlag Berlin zwölf Essays zu den hierzulande am häufigsten aufgeführten Stücken in einem neuen, eigenen Band zugänglich gemacht. Eine Heldentat. Einem Pulk an jungen Übersetzerinnen und Übersetzern ist es gelungen, die pfiffige Sprache Asimovs so klar und direkt, wie es der Autor in all seinem Schreiben stets beabsichtigt hat, ins Deutsche zu übertragen. (…)
Und manchmal gibt selbst Asimov auf, dann heißt es einfach: „Wir werden es nie erfahren.“ Oder: „Uns kann das beim Lesen […], ehrlich gesagt, auch egal sein.“ / Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 7.1.
Wolfram Groddeck konzentriert sich auf Robert Walsers eigenartige Verlaine-Rezeption, die zwischen Abneigung und ironischer Distanznahme oszilliert. Ausgangspunkt ist die Episode, die Alfred Fankhauser, in den Zwanziger Jahren Sekretär des Schweizerischen Schriftstellervereins, zum Besten gibt. So soll er in alkoholisiertem Zustand Walser gestanden haben, mit seinen Versen sei er »der einzige deutsch dichtende Autor, der Verlaines Gedichte übertragen könne«, worauf Walser jäh auffuhr und ihn anbrüllte: »Verlaine, den alten Bock, soll ich übersetzen? Hab ich nötig, dem Burschen den Portier zu machen?« (S. 42)
In der folgenden Lektüre eines Mikrogrammgedichts aus dem Frühjahr 1925 verdeutlicht Groddeck, wie sehr man – trotz oder wegen der außergewöhnlichen Schriftfixierung der Forschung – in den Worten des anwesenden Lyrikers Urs Allemann das Gedichtete »hören muss« (S. 45): Der immer sechsmal anders ausgesprochene Namen »Verlaine« muss sich auf den Fluss »Seine«, auf »sehne«, auf »wähne«, auf »dehne«, auf »träne« und schließlich auf »meine« reimen. Im zweiten »Gedicht auf Verlaine«, das auf dem Mikrogrammblatt 501 entworfen wird, macht Groddeck anhand einer konzisen Rhythmusanalyse deutlich, wie sehr sich Walser von einem hohen Ton der Lyrik – wie man ihn beispielsweise bei Stefan Zweig vorfindet – distanziert, um sich aus einer anderen Richtung her kommend (oder spazierend) der sich zersetzenden Klanglichkeit auf »eine eigenwillige poetische Verwandtschaft« einzulassen (S. 56). (…)
Weitere Beiträge im Band konzentrieren sich vor allem auf die Übersetzertätigkeit der Dichter und deren Einfluss auf die eigene Dichtung: So zeigt Elisabetta Mengaldo die »Brecht-Funktion« bei Franco Fortini auf (S. 137 f.); Michael Gratz setzt die Dante-Rezeption in der (Ex‑)DDR in von der Larmoyanz eines Durs Grünbein ab; Theresia Prammer wiederum interessiert sich für Oswald Eggers Nachdichtungen der Verse des spanischen Mystikers Juan de la Cruz; Armin Schäfer geht den Rilke-Fehllektüren in William H. Gass’ Roman The Tunnel nach. (…)
Hans-Jost Frey zeigt auf, wie sich Franz Josef Czernin auf Dante bezieht. Die Trümmer der Vergangenheit werden vor allem in ihrer Struktur, in ihrer »Art des Gesagtseins« gesichtet (S. 91) und verweisen damit wieder auf sich selbst (S. 96). Dabei geht es weniger um die solipsistische Abschließung der Dichtung, sondern um ihre Öffnung zum Anderen – zu einer fremden und verfremdenden Sprache der Utopie, wie sie durch Mechthild von Magdeburg oder in Rudolf Borchardts Dante-Übersetzungen (S. 101) beschworen wird. Die Wortsubstanz kommt dadurch selbst unter die Lupe, indem Zusammensetzungen invertiert und kontaminiert werden. (…)
Oder in den Worten Hans-Jost Freys: »Alles schimmert schon immer. Das Nacheinander tritt hinter das Miteinander zurück. […] Die Zurückstellung des Linearen zugunsten des im Raum Gleichzeitigen schließt das Argumentative und Erzählende aus. Stattdessen gibt es punktuelle Textherde, die ausstrahlen […].« (S. 113) Das hier Beschriebene ist eine höchst musikalische Theorie der Polyphonie. Mit anderen Worten: Der hier vorliegende, wunderbare Band beinhaltet um einiges mehr, als er vorgibt zu beinhalten. Und das ist auch das Verdienst der beiden Herausgeberinnen.
/ Prof. Dr. Boris Previsic Mongelli, IASL Online
Boris Previsic Mongelli: Polyphone Bezugnahmen der Dichtung. (Rezension über: Uta Degner / Elisabetta Mengaldo [Hg.]: Der Dichter und sein Schatten. Emphatische Intertextualität in der modernen Lyrik. München: Wilhelm Fink 2013.)
In: IASLonline [01.01.2015]
URL: <http://www.iaslonline.de/index.php?vorgang_id=3853>
Datum des Zugriffs: 13.01.2015
Auch die zweite Ausgabe dieses Literaturmagazins, das ausschließlich auf Text setzt, ist – obwohl bilderlos – optisch äußerst schön geworden. Auch diesmal werden, geschrieben von Studenten des Instituts für Sprachkunst sowie Gästen, mit Prosa, Essay, Drama und Lyrik alle literarischen Genres abgedeckt. Auch Interviews – u. a. mit Dorothee Elmiger – sind enthalten. Jenny ist mehr als ein Anfang mit offenem Ende, es ist ein Auf- und Ausbruch. Besser als mit der Release-Lesung am Montag im Literaturhaus lässt sich eine Woche nicht beginnen. / steg, DER STANDARD, 10./11.1.
Jenny, die Zweite 12. 1., Literaturhaus Wien, 7., Seidengasse 13, 19.00
Tempest, bürgerlich Kate Esther Calvert, wurde in Großbritannien zuweilen schon als voice of a generation rezipiert, weil sie das Lebensgefühl der gehetzten und vernetzten jüngeren Altersklassen so gut spiegele. Sie hält davon nicht so viel, wie sie kürzlich im Gespräch am Rande eines Konzerts in Berlin sagte: „Ich versuche einfach, Kunst zu machen, an die ich glaube. Ich habe viel zu sagen, aber ich will nicht für andere sprechen. Die Leute brauchen mich nicht, um für sie zu sprechen.“ Sie redet in breitestem Cockney-Zungenschlag – genauso, wie sie auch rappt.
In „Hold Your Own“ erscheint Tempest nun noch mehr als in ihrer Musik als feministische Dichterin, als Lyrikerin der Postgender-Generation. Teiresias ist der Mythos, auf dem der Band beruht. In der Hesiod-Auslegung der griechischen Sage verwandelt sich die Figur Tereisias erst in eine Frau und dann wieder zurück in einen Mann. Tereisias soll daraufhin die Frage beantworten, welches Geschlecht die größere Lust beim Sex empfinde.
Für Tempests Adaption ist entscheidend, dass „Tiresias“ (engl.) die Körperlichkeit beider Geschlechter erfahren hat. Sie fügt nun der Narration einen Erzählstrang im Heute hinzu und schafft eine Figur, mit der sie männlich und weiblich konnotierte Verhaltensweisen gegenüberstellen kann. (…)
Manchmal klingt die Britin pathetisch (im ursprünglichen Sinne) – dann erinnert sie an Lyriker und Lyrikerinnen der Beatgeneration wie Allen Ginsberg oder Anne Waldman. Manchmal kommt sie ironischer daher wie in „These things I know“: „Don’t read women’s magazines / They’re bad for your stomach“, lautet eine der eingestreuten Lebensweisheiten.
(…) In Großbritannien hofft man ohnehin, sie könne der Lyrik einen Schub geben – für ihr Debüt „Brand New Ancients“ erhielt sie den für das Genre wichtigen Ted Hughes Award. Ins Deutsche übersetzt worden ist die Künstlerin, deren Sprachgefühl einem im Original geradezu entgegenspringt, noch nicht. / Jens Uthoff, taz
For the purpose of enhancing their positioning as regards producing quality work, six upcoming Ugandan and German writers from the two cities of Kampala and Bremen are this month co-operating on a programme that seeks to open up dialogue among them as writers from different geographical and cultural settings.
Titled Bremen & Kampala – Spaces of Transcultural Writing, the already underway project has the six upcoming writers discussing via Internet a wide array of issues regarding their writing experiences and the writing world in general.
On the side of their own writing experiences, the writers are exploring issues such as the differences and similarities in their approaches on storytelling, what it means to be living as writers in urban societies, how much their writing is influenced by place and society, where they write, the routines they follow, what inspires them.
While on the side of the wider literary world, the writers are exploring issues such as what concerns young writers today, what differences exist today in individual, social, and political attitudes towards writing.
The writers are Deborah Asiimwe, Ronald Ssegujja and Nyana Kakoma from Kampala; and Nikolas Hoppe, Nora Bossong and Jens Laloire from Bremen. / Daily Monitor
Ein Brief:
Fünfzehn Jahre nachdem ich zum ersten mal als Kutti MC aufgetreten bin, zehn Jahre nachdem ich das erste von fünf Alben veröffentlicht habe, höre ich als Kutti MC auf.
Über siebzig Lieder in fünfzehn Jahren. Ich habe es geliebt als Kutti MC mit anderen Musikern auf der Bühne zu stehen, meine Songs zu spielen, die Tänze, den Freestyle-Wahnsinn. Ich bin sehr dankbar für die intensive Zeit mit euch. Ich habe viel Liebe, viel Unterstützung erfahren.
Was ich als Kutti MC erreichen konnte, habe ich erreicht; ohne sagen zu können, was dies wäre. – Jetzt ist es Zeit für einen Schnitt, als Künstler und als Mensch.
Es wird noch eine allerletzte Performance mit anschließendem Abschiedsfest geben und zwar am 1. Februar in Zürich. Und einen Kurzfilm. Mehr dazu ab Mittwoch auf kuttimc.ch. Wie weiter danach? Das kann ich noch nicht sagen. Zuerst werde ich alle Fenster öffnen und in die Welt hinausgehen. – Jedenfalls: Ich lebe für die Kunst und werde dies weiter tun.
Herzlichen Dank,
Jürg Halter
(…) Was wir heute in der Ukraine erleben, meint [der tschetschenische Dichter Apti] Bisultanow, habe mit dem Überfall auf seine Heimat seinen Anfang genommen. Eine Auffassung, die Bisultanows russischer Kollege, der Schriftsteller Sergej Lebedew, teilt:
„Wenn wir über das heutige Russland reden, dann kann man sagen, dass dieses Russland 1994 im ersten Tschetschenien-Krieg geboren wurde. Denn damals entschied sich die Frage: Wird Russland ein demokratisches Gemeinwesen? Oder wird Russland wieder ein imperialer Staat, der alle anderen Gesellschaftsmodelle unterdrückt, die möglich sind.“ (…)
Aptil Bisultanow, der tschetschenische Dichter, schrieb dazu in einem seiner Gedichte die Zeilen: „Ich lebe in einem Staat mit dem Namen Heimat / Seine Verfassung ist ein einziger Satz / Jeder Bürger hat das Recht auf ein Grab in der Heimat.“ Nicht nur für ihn, auch für seinen Schriftstellerkollegen Sergej Lebedew haben die inzwischen fast vergessenen Ereignisse des ersten Tschetschenienkrieges unheilvolle Spuren bis in die Gegenwart hinterlassen.
„Dieser Krieg hat die Moral der russischen Armee stark verändert. Wie sehr, das wird erst heute angesichts des Krieges in der Ukraine klar. In dem man den Terror und die gesetzwidrigen Aktionen der Armee in Tschetschenien nicht ahndete, gab man ihr das Signal, dass zur Durchsetzung russischer Interessen alles erlaubt ist. Die heutige Armee betrachtet ihren Einsatz in der Ukraine genau unter diesem Blickwinkel – wir dürfen alles, auch wenn es sich um Befehle handelt, die nicht legal sind.“ / Mirko Schwanitz, DLF
Jerome Rothenberg kommentiert bei Facebook:
Today’s posting on Poems and Poetics keeps alive the horror of last year’s disappearance & massacre of 43 students of the teacher’s college in Ayotzinapa, in the state of Guerrero, Mexico. The occasion is Mark Weiss’s translation of David Huerta’s poem, “Ayotzinapa,” published here with Weiss’s brief accompanying note: “The 43 were detained by the police on the way to a protest, and handed over to a local drug cartel. They were tortured and killed, their bodies dismembered, dumped in a pit and incinerated. Mexico has been in turmoil since.” David Huerta, as Weiss writes, “is one of Mexico’s most important poets. This poem is his reaction.”
Hier die englische Fassung des Gedichts, hier (nach unten blättern) das Original.
unter den Schuhsohlen knirscht der Streusand – im Kopf kommen die Gedanken ins Rutschen
Hansjürgen Bulkowski
“Poetry from Gujarat and not Gujarati poetry,” clarified Gopika Jadeja, the young Singapore-based poet who moderated the panel and translated for our benefit. For the poets in the limelight spanned languages — Jayant Parmar writes in Urdu, Vaishakh Rathod in Hindi, Jitendra Vasava in Bhili and Gopika herself in English.
Jitendra Vasava’s intent to bring out the identity and place of the Adivasi people came out in the brevity and intensity of his Bhili poetry. Simple words beneath a complex metaphor, especially while lamenting the suppression of his mother tongue by a foreign one. The ‘foreign’ language, the moderator gently reminded us, was not English but Gujarati. And that opened our eyes to another Gujarat — one diverse in culture, tradition and language. / The Hindu
„Ich erleuchte mich durch Unermessliches“ heißt das Motto der „Poetica I“, die vom 26. bis 31. Januar als „Festival für Weltliteratur“ in Köln stattfindet. Die Zeile aus einem Gedicht von Giuseppe Ungaretti (übersetzt von Ingeborg Bachmann) meint die doppelte Chance von Lyrik: Orientierung in der Wirklichkeit und den Vorstoß in Bereiche jenseits des rational Begreifbaren.
Dieses weite Feld vermessen zehn höchst prominente Dichterinnen und Dichter, die der ehemalige Hanser-Verleger und profilierte Poet Michael Krüger als Kurator ausgewählt hat. Neben den beiden deutschen Teilnehmern, dem aktuellen Kölner Büchner-Preisträger Jürgen Becker sowie seinem Kollegen Marcel Beyer, sind Lyriker aus acht Ländern vertreten. / Kölnische Rundschau
Es sind: Pia Tafdrup (Dänemark), Adam Zagajewski (Polen), Aleš Šteger (Slowenien), John Burnside (GB), Yang Lian (China), Lars Gustafsson (Schweden), Yeşim Ağaoğlu (Türkei) und Ranjit Hoskoté (Indien).
Ein Abend für und mit Eugen Gomringer zu seinem 90. Geburtstag
Es gratulieren: Michael Lentz und Annette Gilbert
Donnerstag, den 22. Januar 2015, um 20 Uhr
Veranstaltungsort: Lyrik Kabinett München
Amalienstraße 83a (U3 und U6: Haltestelle Universität)
Tel: ++49 (0)89 34 62 99 / Eintritt: € 7,- / € 5,-
Mitglieder: freier Eintritt
Kaum jemand hat lautlose Zeichen auf Papier allein fürs Auge so beredt gemacht: Das Lyrik Kabinett feiert Eugen Gomringer den großen Meister und „Vater der Konkreten Poesie“. Geboren 1925 in Bolivien als Sohn eines Schweizers und einer Bolivianerin, war er 1954-57 Sekretär von Max Bill an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. 1977-90 lehrte er an der Kunstakademie Düsseldorf und vertrat seit den 1950er Jahren seine Kunst noch in vielen anderen Rollen: mit theoretischen Schriften, als Herausgeber, Verleger, Organisator und Dozent. 2000 gründete er das Institut für Konstruktive Kunst und Konkrete Poesie im oberfränkischen Rehau. Poesie und Wissenschaft erweisen ihm an diesem Abend die Ehre: Michael Lentz (geboren 1964, einer der wichtigsten Lautpoeten unserer Zeit und Professor am DLL) und Annette Gilbert (geboren 1975, Literaturwissenschaftlerin an der FU Berlin mit Forschungsschwerpunkt auf experimenteller Literatur und Kunst). Nach einer Lesung des Jubilars führen die drei Gäste ein Gespräch über sein Werk.

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