Poetry and its audience

I remember when the Carter administration invited several hundred poets to the White House for a celebration of American poetry. There was a reception, handshakes with the president, the pop of flashbulbs. Concurrent poetry readings in various White House rooms capped off the festivities. In each room a few poets had been asked to read. The rest of the poets, the ones who hadn’t been asked to read, could attend the reading of their choice. A year later, Jimmy Carter lost the presidency. / David Lehman, from The State of the Art: A Chronicle of American Poetry, 1988-2014, bei Poetry Daily

Spezialhaus für Abfälle

Kurt Schwitters, der Komponist, Dichter und Sänger der Ursonate und Erfinder von Merz, war von jeher schwer einzuordnen. Vor 40 Jahren verbannte Friedhelm Lach, seinerzeit Herausgeber der literarischen Werke in fünf Bänden, nicht wenige Gedichte in den Anhang und hatte viele Arbeiten erst gar nicht aufgenommen, weil sie ihm eher als Bilder und Collagen denn als Texte erschienen.

(…) Nun aber startet ein neues editorisches Großprojekt, Alle Texte geheißen. Und es kann kaum weniger originell als mit den Sammelkladden beginnen.

Bislang unerschlossene Hefte der Aufbruchsjahre 1919 bis 1923 sind es, überwiegend Ansammlungen von fremden Texten, von Briefen an Schwitters, von Reaktionen der Besucher seiner Ausstellungen, von Rezensionen seiner Merz-Bilder und -Bücher sowie von Berichten über die Soireen oder Performances, die er und seine dadaistischen Mitstreiter damals durchgeführt haben.

(…) / Hendrik Feindt, Der Standard 15.5.

Kurt Schwitters, „Die Sammelkladden 1919-1923“ (= „Alle Texte“, Band 3). Bearbeitet von Julia Nantke und Antje Wulff. € 152,20 / 1175 Seiten. De Gruyter, Berlin 2014

Canal Lacan

Bei lyrikkritik.de ein langer, kluger, gelehrter & zorniger Essay von Frank Milautzcki über Lacan und einen Darmstädter Juror. Ich zitiere hier den zornigen Rahmen:

Canal Lacan

„Lacan“ gehört zu den Autoren, die von anderen gerne zitiert werden, wenn es um poetologische Diskurse geht. Man zitiert prestigeträchtig ein paar Bruchstücke und signalisiert damit, man habe sich bis in diese vertrackte Rätselwelt der lacanschen Psychologie vorgewagt und sei up to date. Komm mir nicht postmodern, ich kenn mich aus.

Ich nenn das mal „lacanisieren“ – Canal Lacan.

So hat unlängst ein Jurymitglied eines literarischen Wettbewerbs (Kurt Drawert beim Literarischen März in Darmstadt) angehoben, Gedichte, die auf stark sprachspielerische Weise ihre Inhalte fixierten, mit der lacanschen „leeren Rede“ zu charakterisieren, und damit seine ablehnende Haltung den unkonventionell aufgesetzten Texten gegenüber begründet. Im Originalton:
„Bei Lacan heißt es: das Leere … äh … die leere Rede …, das heißt, es gibt nur noch Signifikantenketten, die sich zu keinem Signifikat mehr bilden lassen …“
Übersetzt heißt das: tut mir leid, deine Texte sind sinnloses Geschwafel. Sie ergeben keinen Sinn.

Nun, das ist recht starker Tobak, vor allem wenn er öffentlich kredenzt wird. Es ist ein Signal.
Ich saß im Publikum und fand den Vorwurf nicht nur nicht gerechtfertigt, sondern eines Jurors nicht würdig und darüberhinaus schlicht falsch: Sprachspiel und moderne Poesieverfahren erzeugen ganz bewußt Verse (Signifikantenketten), die a) für andere Signifikate stehen, als mancher sie kennt oder für möglich hält und b) signifikant sind für ein Signifikat, das man gerade der „Jugend“ (und um einen Nachwuchspreis soll es sich beim Literarischen März ja handeln) zuschreibt: der Ablehnung der Tradition und der traditionellen Signifikate und Signifikanten. Und offensichtlich war das Jurymitglied in so hohem Maße Traditionalist, daß er das nicht sehen konnte.

(…)

Vielleicht noch eine Schlußbemerkung zur „leeren Rede“, die der Juror der Lyrik des Bewerbers attestierte. Es kann sich dabei nicht um die „leere Rede“ handeln, wie sie Lacan versteht, denn dieser unterscheidet zwischen einem ersten Sprechen, der vollen Rede, die sich im Unbewußten formuliert, und einem zweiten Sprechen, der leeren Rede, die sich im Bewußten ausdrückt. Auch hier macht Lacan den Lesern das Verständnis nicht leicht und regelmäßig fällt die dahinterstehende Idee dem intuitiven Alltagsverständnis zum Opfer. So auch beim Juror, der lieber versteht, was zu verstehen sich ihm als normal anbietet (was bei Lacan stets zu Mißverständnissen führt, denn der ist als Begriffskassierer und Uminterpretierer unterwegs, nicht als Aufklärer). Die leere Rede, wie Lacan sie versteht, ist keinesfalls sinnlos, aber sie ist, weil sie nicht aus dem Unbewußten stammt, ohne Kontakt zum Signifikat (was ich persönlich nicht unterschreiben würde, denn es gibt mit Sicherheit einen Grund – ein Signifikat – für jede Rede, der nicht im Text zu suchen ist, und sei es Eitelkeit, Kompetenzbeweis oder das Bestreben mit leerer Rede jemanden zu deklassieren).

Dem Juror jedenfalls gelang es, gleich zwei ihm wohl vertraute DichterInnen, die in den zwei Jahren zuvor in seiner Schreibwerkstatt „reiften“, aufs Dreier-Treppchen zu verhelfen – was kurz darauf auch in darmstädtischen online-Meldungen ausdrücklich gewürdigt wurde und als bemerkenswerte Neuigkeit auch auf der website des Jurors zu lesen war. Ein Zeichen war gesetzt. Die Finanzierung der eigenen Schreibwerkstatt dürfte aufgrund der offensichtlichen Erfolge darob gesichert sein.

Friedrich Achleitner wird 85

Als Mitglied der legendären „Wiener Gruppe“ habe er die Mythen der traditionellen Poesie zertrümmert, vermerken Klappentexte nach wie vor, obwohl er selbst gelegentlich nüchtern erklärt, dass sich über die informelle Gruppierung der späten Fünfzigerjahre einige Mythen verfestigt hätten.

(…)

Auf schwankendem Sprach- und Realitätsboden vermittelt dieses  wortgesindel auch Blitzaufnahmen von Verhaltensweisen wie die immer gleichen Fragen nach Lesungen, einerseits in Deutschland („wie ist das eigentlich mit den einfällen? kommen die von selbst?“), andererseits in Österreich („ich schreib auch ein bisserl, darf ich ihnen einmal was schicken?“). Oder die Charakterisierung der falschen Formfassade der Idylle auf dem Land: „die dorfbewohner fürchten sich vor der hölle und ahnen nicht, dass sie in ihr leben.“

Derart führt Friedrich Achleitners Prosa höchst vergnüglich und pointiert vor, wie sich Wirklichkeit aus Sprache entwickeln kann. Mit Anregungen von Mauthner, Wittgenstein und Karl Valentin schafft sie ihren eigenen Reiz, sodass das scheinbar Selbstverständliche nicht mehr von selbst verständlich scheint. Da bezeichnet ein Passant einen anderen als „glückspilz“, weil er jedes Jahr am gleichen Tag Geburtstag habe.

In dem Text innenkomfort ist von einem „runden geburtstag“ die Rede. Zu einem solchen – bei dem, genau betrachtet, „rund“ im landläufigen Sinn nur für die erste Zahl und Ziffer ganz zutrifft – gratulieren wir Friedrich Achleitner auf das Herzlichste. / Klaus Zeyringer, Der Standard 16.5.

Dead

Franz Wright, the Pulitzer Prize-winning poet, died at 62 years old on Thursday at his home in Waltham, Massachusetts. His publishing house Alfred A. Knopf confirmed the news.

„Franz gave us so much,“ Deborah Garrison, his longtime editor at Knopf, said in an email to The Huffington Post. „He lived for poetry and was a riveting voice — I think the most irreverent believer we ever met on the page. And then the most reverent unbeliever, too, as he surveyed the gifts that life gave even those who are brought low. He wrote fearlessly about mental illness, addiction, and loneliness, but at the same time celebrated the small beauties around him and the larger beauty of language, which truly kept him alive. And so witty! Only Franz could have written ‚The only animal that commits suicide / went for a walk in the park…‘ ! Just to mention one of my favorite examples (‚The Only Animal.‘)“ / Huffington Post

Emoji-Roman

In einem Buchbranchenblog beim Börsenblatt berichtet Lothar Bluhm,

dass vor einem Jahr ein tatsächlich lesbarer Roman in Emoji erschienen ist, vermutlich der erste, der je geschrieben wurde: Book from the Ground. Sein Autor ist der chinesische Künstler Xu Bing, der in Deutschland so gut wie unbekannt ist. Nicht einmal (die deutsche) Wikipedia würdigt ihn mit einem Eintrag. Xu Bing hat fast zehn Jahre an dem Projekt gearbeitet und erzählt in seinem Roman (nicht ohne einen zwinkernden Seitenblick auf Ulysses von James Joyce) einen Tag im Leben eines typischen städtischen Angestellten. Einen normalen Arbeitstag mit seinen ups and downs. Dieses Buch benötigt keine Übersetzungen, jeder moderne Mensch kann es lesen. In seinem Book from the Ground drückt sich für Xu Bing der Wunsch nach einer einzigen universell verstehbaren Sprache aus – und sein Gespür für die Möglichkeiten zeitgenössischer Kommunikation.

Beispielseite, Wecker klingelt:

Axel Kutsch 70

Es ist nicht vielen deutschsprachigen Lyrikern gelungen, in mehrere Sprachen übersetzt, auf der Bühne, im Fernsehen und im Hörfunk inszeniert sowie in Schulbüchern verewigt zu werden. Axel Kutsch, der heute (16. Mai) 70 Jahre alt wird, kann all dies vorweisen. Seit 1983 veröffentlicht der gelernte Zeitungsredakteur Gedichtbände und editierte seitdem über 20 Anthologien, die regelmäßig über das eigentlich unerklärliche Nischendasein dieser Literaturgattung hinaus für Aufsehen sorgen.

Von seinen Anfängen mit gesellschaftskritischer und politisch engagierter Lyrik entwickelte Kutsch einen unverwechselbaren, spielerischen und ironischen Umgang mit Sprache, der trotz heiterem Grundton zu höchst präzisen und teilweise erfrischend bösartigen Resultaten führt. Gerne macht der Lyriker dabei die Poesie an sich zum Thema, doch auch seinen wachen Blick auf politische und soziale Missstände hat er sich bis heute bewahrt. Neben den zahlreichen Einzeltiteln ist er in etlichen Anthologien und Zeitschriften vertreten. Kaum ein seriöser Verlag, der überhaupt keck genug ist, Lyrik-Sammelbände zu veröffentlichen, ist ohne seine Beiträge ausgekommen.

Neben der Edition etlicher Themen bezogener Anthologien hat Axel Kutsch vor allen mit der Reihe „Versnetze“ (Verlag Ralf Liebe) eine zuverlässige poetische Standortbestimmung geschaffen. Nach Regionen und Alter sortiert, zeigen Lyrikerinnen und Lyriker in diesem Jahresband, was sie aktuell thematisch und formal umtreibt. Dabei beweist Kutsch eine für eine Lyrik-Herausgeber eher untypische Eigenschaft: Er ist komplett uneitel. Wo andere gerne ihre eigenen Sprach- und Formschulen propagieren oder Weggefährten bzw. Epigonen publizieren, gilt für ihn nur das Primat der Qualität. Wer den Mut und die Fähigkeit zu einem eigenständigen, kreativen Umgang mit Sprache, Inhalt und Form findet, kann auf die Aufnahme in diesen Sammelband hoffen. (…) / Markus Peters, KuNo

Gestorben

Die bretonische Dichterin Naïg Rozmor starb am 15.3. im Alter von 92 Jahren. 1923 wurde sie als Anne Corre in einer brittophonen Bauernfamilie in Saint-Pol geboren. Sie gehörte zu den größten bretonischen Dichtern des 20. Jahrhunderts. Für ihre Sammlung von Liebesgedichten, Karantez ha Karantez, erhielt sie 1980 den Lyrikpreis des Bretonischen Schriftstellerverbands, viele Auszeichnungen folgten. Sie veröffentlichte auch Geschichten und Theaterstücke. 2013 veröffentlichte sie mit Hilfe der Psychotherapeutin Chantal Gombert ein Buch über die Alzheimer-Krankheit, an der sie litt, Les fins dernières d’un poète. / 7seizh.info

Goethe: Historisch-kritische Online-Ausgabe

Kommentierte Ausgaben zu Goethes Leben und Werk waren bislang ein Fall für lange Regalbretter in Bibliotheken. Künftig jedoch sollen die Werke und Aufzeichnungen des Dichters im Internet für jeden frei zugänglich sein – und zwar kommentiert und historisch-kritisch aufbereitet.

Um dieses Projekt zu erarbeiten, wird eine Forschungsgruppe der Weimarer Klassik-Stiftung in den kommenden 25 Jahren mit mehr als 14 Millionen Euro von Bund und Ländern gefördert, wie die Stiftung gestern [30.10.14] mitteilte. Die Forschungsplattform „Propyläen“ ist ein Projekt der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften (…)

Das geplante Online-Portal, das Seemann zufolge bereits in zwei bis drei Jahren zugänglich sein werde, erlaubt es, diese mannigfaltigen Beziehungen nachzuvollziehen, indem es alle Texte verknüpft, auch alle drei Editionen, an denen im Goethe- und Schiller-Archiv der Klassik-Stiftung bereits gearbeitet wird: den historisch-kritischen Editionen der Briefe und Tagebücher von Goethe, der um die Volltextwiedergabe bereicherten Regestausgabe der Briefe an Goethe und der Edition von Goethes „Begegnungen und Gesprächen“. Man könne künftig in allen kommentierten Quellen zu Leben und Werk etwa nach einem Namen suchen.

Der eigentliche Sprung, so Seemann, bestünde darin, dass die Goethe-Forschung damit dem Medienwandel Rechnung trägt. „Unsere Sorge bestand immer in der Frage: Ist es noch zeitgemäß, eine 36-bändige Goethe-Briefausgabe herauszugeben, die sich nicht einmal die Bibliotheken mehr leisten können?“ / Lavinia Meier-Ewert, Thüringer Allgemeine 31.10.14

Wulf Kirsten erhält Thüringer Literaturpreis

Und Wulf Kirsten, der 1934 in Klipphausen bei Meißen auf die Welt kam, wo der Himmel „glänzt wie gloriaseide“, wie es in seinem Gedicht „Erdlebenbilder“ heißt, prägte seinerseits den Ort Weimar – aber nicht nur. Denn wenn Kirsten, der zu den herausragenden Lyrikern der Gegenwart gehört, nun am 3. September mit dem von Land, Sparkassen-Kulturstiftung und Literaturrat zweijährlich vergebenen Thüringer Literaturpreis ausgezeichnet wird, so erhält er damit auch einen Preis, den es ohne ihn gar nicht gäbe.

Ebensowenig wie das Harald-Gerlach-Stipendium, wie die Edition Muschelkalk und die Literarische Gesellschaft. Da ist er Mitglied Nummer 001, hat der befreundete  Christoph Schmitz-Scholemann gezählt. „Einen besseren Preisträger als Wulf Kirsten kann es nicht geben“, sagt der Literaturratsvorsitzende.

(…) weil Wulf Kirsten, der seine ersten Gedichte im Westen in Arnfried Astels Lyrischen Heften alias Mendel Moreno veröffentlichte, eine „immer neu überraschende Landschaft aus Sätzen und aus Wörtern“ geschaffen habe, die „weit entfernt sind von der dekorativen Verklärung des Landes, seiner Leute, seiner Ochsen und Hornochsen“.  / Lavinia Meier-Ewert, Thüringer Allgemeine

Ingolds Einzeiler

Der Name sitzt. Ein Mann am Tisch. Der schreibt’s mit Blut im Mund. Jetzt blüht die körperwarme Signatur.

Jeden Donnerstag punkt 11 Uhr veröffentlicht L&Poe ein ungedrucktes Monostichon des Schweizer Dichters Felix Philipp Ingold. Mehr

Tuvia Rübner

Tuvia Rübner floh 1941 aus Europa und fand Zuflucht in einem Kibbuz. Seine Gedichte schreibt der 91-Jährige auf Deutsch und übersetzt sie dann ins Hebräische.

Es gibt nur wenige israelische Schriftsteller, die fließend Deutsch sprechen, noch weniger, die auf Deutsch Gedichte schreiben und diese ins Hebräische übertragen.

Tuvia Rübner ist eine solche Ausnahme. 91 Jahre ist er inzwischen alt, hat zehn Gedichtbände in deutschen Verlagen veröffentlicht. Er war Professor in Haifa, hat Vorlesungen in Harvard und in Zürich gehalten, er wurde Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und hat zahlreiche Literaturpreise entgegen genommen.

Noch immer lebt Tuvia Rübner in dem Kibbuz, in dem er 1941 als 17-Jähriger ankam – nach der Flucht aus der damaligen, von Deutschland besetzten Tschechoslowakei – Merchavia heißt der Ort, und dort hat Sigrid Brinkmann den Lyriker besucht. / DLR

Reiner-Kunze-Preis

Heute [12.5.] wird zum 5. Mal der Reiner-Kunze-Preis verliehen. Der Literaturpreis geht an den Autor Uwe Kolbe aus Hamburg. Die Laudatio hält Literaturkritiker Michael Braun aus Heidelberg/Rohrbach. Der Reiner-Kunze-Preis wird im zweijährigen Rhythmus von der Erzgebirgssparkasse und der Stadtverwaltung Oelsnitz vergeben. / Freie Presse

Franz-Joseph-Strauß-Preis

Der Schriftsteller und ehemalige SED-Regimegegner Reiner Kunze ist mit dem Franz Josef Strauß-Preis der Hanns-Seidel-Stiftung ausgezeichnet worden.

„Der Preis würdigt seinen Beitrag zur Uberwindung der Spaltung Deutschlands und der Diktatur in der DDR“, sagte der frühere Bundesfinanzminister und heutige CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel am Samstag in seiner Laudatio. / N24

Die Mergelgrube

Studenten und Literaturinteressierte befassten sich mit dem Gedicht „Die Mergelgrube“ von Annette von Droste-Hülshoff in der Hülshoff-Landschaft.

(…) Gekommen waren die Teilnehmer, um zu lesen, zu hören und einen freien Dialog zu führen, der das Naturgedicht „Die Mergelgrube“ von Annette von Droste-Hülshoff aus dem Jahr 1844 begreifbar machen sollte.

(…) Zurück in der Villa fanden die Teilnehmer über Metrum und Rhythmus des ersten Verses „Stoß deinen Scheit drei Spannen in den Sand“ drei Spuren in die Grube, obgleich Annette in der ersten Strophe scheinbar nur einen Zugang beschreibt. „Jeder Text soll schlauer als sein Autor sein“, ließ Lyrikerin Ulrike Draesner, die zusammen mit Schauspielerin Hildegard Schmahl und Gambistin Hille Perl das Seminar leitete, mehrere Deutungshypothesen zu. / Lukas Splitthoff, Westfälische Nachrichten