In der Sauna

Wie in einer Sauna sei es, beschwert sich ein älteres Paar, noch ehe es richtig losgegangen ist.

Rund einhundert Zuschauer haben sich eng zusammengedrängt, es gibt nicht genug Sitzplätze für alle. Gleich treten Michael Krüger und Jan Wagner auf, und obwohl alle es kaum abwarten können, der bulligen Hitze später wieder zu entkommen, verlässt in den folgenden anderthalb Stunden kaum jemand vorzeitig den Raum. Alle schwitzen und lauschen gebannt den Versen der beiden Dichter über Flohkraut, Stechmücken oder Bäume. Es sind „Gedichte über Kleinigkeiten“, sagt Wagner, „die aber doch, wenn man sie nur lang genug betrachtet, das Große in sich tragen“. / Frankfurter Allgemeine

Straßenkunst in Bern

Der Lyrikhype des deutschen Börsen-Feuilletons flackert weiter. Auf fast allen Blättern wird eine Gattung wiederentdeckt oder gar als Ware entdecktwird der Begeisterung für Poesie ein Impuls gegeben usw. Nachbarin, euer Fläschchen!Hier ein Gedicht des Berner Greenpeace-Aktivisten und Schriftstellers Kuno Roth aus seinem Gedichtband «Im Rosten viel Neues». Poesie auf Baugerüste!

Stuhlkreis

Der New Yorker Lyriker Joshua Mehigan und sein Übersetzer, der Lyriker Christophe Fricker, finden auf den Frankfurter Lyriktagen eine überraschende Antwort auf die Frage nach dem Gegenwartsmerkmal zeitgenössischer Dichtung. Blankvers und Metrum, Rhythmus und Reim sind Jahrtausende alt und doch hochaktuell, wie die Lyriker im vollbesetzten Mousonturm-Lokal demonstrieren. Die traditionellen Ingredienzien der Dichtkunst sollen vor allem wieder eine Brücke zum Leser bauen. „Es gab ein langes 20. Jahrhundert mit Lyrikern, die sich von Lesern abgewendet haben. Es ist Zeit, das zu ändern“, so Fricker.

Folgerichtig eröffnet der 37-Jährige seinen Leseblock mit dem Gedicht „An den Leser“ aus seinem neuesten Band „Meet Your Party“. Im Gegensatz zu Baudelaires gleichnamigem Gedicht, das den Leser noch als Heuchler beschimpfte, heißt es bei Fricker wohlwollend: „Ich glaube doch,/Dass wir uns wiedersehen werden,/ In Ruhe zueinander kommen,/Wir beide und wir alle, die wir/Zu fassen suchen, was uns antreibt.“ Das ist zwar jambisch schön konstruiert und verbreitet Gemütlichkeit, aber auch einen Hauch von Stuhlkreis-Atmosphäre. Lyrik, sagt Fricker, sollte dem Leser keine Rätsel aufgeben, sondern das alltägliche Leben feiern, zum Beispiel einen „Korb voll Blaubeeren unter wolkenlosem Himmel“. / Christina Lenz, Frankfurter Rundschau

Marie

Es ist nicht auszuschließen, dass gerade das Obszöne die Chance bietet, Gott näher zu sein als alle politisch korrekten oder ideologisch verbratenen Sprachen des Erdballs, in denen er unsichtbar bleibt. Das Obszöne ist nur die spiegelverkehrte Seite des Heiligen, dessen Sprache jedoch bis auf weiteres vom „offiziellen Kirchenjesus“ (Klaus Kinski) gepachtet ist. In den unüberhörbaren Anklängen an das Kirchenlied, in der litaneiartigen Wiederkehr des Namens „Marie“ bewahrt Paulus Böhmer den Nimbus des Unaussprechlichen, und er verknüpft es mit dem Albern-Profanen („Über dem Pudding“), dem Erhabenen („im abströmenden Sternwind“) und dem Mystischen („im/Nachglühen des Corpus“), um jener so mittelalterlichen wie barocken, uns unendlich ferngerückten Erfahrung der göttlichen Allgegenwart teilhaftig zu sein. In all ihrer Schönheit und Abgründigkeit haben die Dichter und Mystiker sie immer nur zu umschreiben, nie zu beschreiben gewagt. / Jan Volker Röhnert in der Frankfurter Anthologie über eins der wenigen kurzen Gedichte von Paulus Böhmer

Poetopie

der Poet, einer, der aus dem Diesseits etwas macht – die Poetin, eine, die das Diesseits mag

Hansjürgen Bulkowski

Ausstellung und Lyrikpreis

Im Rahmen des Festivals Sommergelee. – DICHTER DRAN in Arnsberg-Neheim:

Eröffnung der Ausstellung Fragmenttexte von Angelika Janz in der Werkstattgalerie Der Bogen

Sonntag, 21.6., ab 17:00 Uhr: http://www.editiondaslabor.de/blog/?p=27869

Das Werk von Angelika Janz erschließt sich nur dann richtig, wenn wir die Verflechtung ihrer Bildgedanken mit der Dichtung versteht. Der Fragmenttexterin geht es um die Zusammenführung von Bild und Abbild. Ihre Arbeiten sind ein Prozeß, der von Weiterungen, Abweichungen bestimmt ist, das Angepeilte erfüllt sich nicht so, wie es sich der Betrachter normalerweise vorgestellt. Janz’ Wirken zielt auf die Wiederherstellung der zerstückelten Einheit von Musik, Sprache und Bewegung, von Kunst und Leben. Die Textgestalt traditioneller Lyrik hat die Autorin weit hinter sich gelassen. Die herkömmlichen lyrischen Ordnungsprinzipien wie Verse, Strophen und Reime werden von ihr außer Kraft gesetzt durch verschiedene Formen der Überschreibung und Rekombination des Urtextes. Die Aura poetischer Texte wird überschrieben, mit groben Streichungen und handschriftlichen Eingriffen in die Verse. So entsteht eine Poetologie des Flüchtigen, die den Fragmentarismus dieser Zeit spiegelt. Mit der Offenheit der Form polemisiert Janz in ihren Fragmenttexten gegen die Affirmationsmaschine des Literaturbetriebs. Das Sakrale wird konsequent ausgehebelt, ihre Fragmentexte sind ein ästhetischer Genuss für die Liebhaber der schönen Künste. Wir verleihen ihr in Anerkennung dieses Werks den KUNO-Lyrikpreis 2015.

Möhnestraße 59, 59755 Arnsberg

poesiefestival berlin: Die Zukünfte der Dichtung

Grundsätzliche Fragen, neu gestellt: Am 21.6. beschäftigt sich das poesiefestival berlin mit der Zukunft der Lyrik. Wie werden Produktion und Rezeption internationaler Dichtung aussehen? Was kann ihr zukünftig als Sprachmaterial dienen? Wie verändert sich Lyrik durch das Internet, durch eBooks und Apps? Entstehen mit neuen Medien Erweiterungen des Lesens und Schreibens? Wie werden sich das Publikum, aber auch die Dichtung und das (Selbst-)Bild von Dichtenden verändern?

Die KünstlerInnen LaTasha N. Nevada Diggs, Ricardo Domeneck, Steven J. Fowler, Kenneth Goldsmith, Léonce W. Lupette, Tristan Marquardt, Cia Rinne und der Literaturwissenschaftler Peer Trilcke treffen sich in der Akademie der Künste am Hanseatenweg, um in die Zukunft weisende Ansätze, Techniken, Methoden und Poetiken zu präsentieren und zu diskutieren. Sie denken praktizierte Ansätze konsequent weiter und skizzieren neue Konzepte. Schwerpunkte liegen dabei auf Lyrik für digitale Medien, auf vielsprachiger Dichtung und kollektiven Schreibprojekten.

LaTasha N. Nevada Diggs aus den USA ist eine mythenschöpfende DJane und Dichterin, die in ihren Texten mehr als ein Dutzend Sprachen (darunter Maori, Hindi, Urdu und Swahili) zu einem urbanen, babylonischen Gesang vermischt. Der in Berlin lebende Lyriker und Übersetzer Ricardo Domeneck veröffentlichte bislang fünf Gedichtbände in Brasilien und ist Mitherausgeber der literarischen Zeitschrift „Modo de usar & Co.“ Steven J. Fowler schreibt Kalligramme, konkrete Poesie und Lautdichtung, arbeitet mit bildender Kunst, Installation und Performance und initiiert internationale kollektive Schreibprojekte. Kenneth Goldsmith ist einer der Stars konzeptioneller Literatur in den USA. Er arbeitet mit unterschiedlichsten experimentellen Ansätzen und erweitert mit Verve und Humor die Grenzen dessen, was wir als Literatur zu betrachten gewohnt sind. 1996 gründete er UbuWeb, eine Internetplattform für Avantgarde-Filme, Sound und Poesie. Der Schriftsteller, Übersetzer und Literaturwissenschaftler Léonce W. Lupette ist Mitherausgeber der Literaturzeitschriften „Alba – Lateinamerika lesen“, „karawa.net“ sowie der Reihe „luxbooks.latin“. Tristan Marquardt ist Mitglied des Berliner Lyrikkollektivs G13 und verfasst parallel zu seinem eigenen Schreiben auch Gemeinschaftstexte mit anderen Lyrikerinnen und Lyrikern. Die schwedische Lyrikerin Cia Rinne schreibt mehrsprachige visuelle und konzeptuelle Poesie. Dr. Peer Trilcke ist Professor für Neuere deutsche Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Göttingen, leitete das Projekt ›Geschichtslyrik‹ der Arbeitsgruppe für die Poetik lyrischer Literaturen und ist Mitherausgeber von ›Litlog. Göttinger eMagazin für Literatur – Kultur – Wissenschaft‹

So 21.6. 13:00
Colloquium: Die Zukünfte der Dichtung
Akademie der Künste, Hanseatenweg, Clubraum
Eintritt € 8/5
Mit LaTasha N. Nevada Diggs (Dichterin, USA), Ricardo Domeneck (Dichter, Brasilien / Deutschland), Steven J. Fowler (Dichter, UK), Kenneth Goldsmith (Autor, USA), Léonce W. Lupette (Dichter, Argentinien / Deutschland), Tristan Marquardt (Dichter, Deutschland), Cia Rinne (Dichterin, Schweden / Deutschland), Peer Trilcke (Literaturwissenschaftler, Deutschland)
Moderation: Thomas Böhm (Literaturvermittler, Deutschland)

Gefördert aus Mitteln der Stiftung Preußische Seehandlung. Mit freundlicher Unterstützung durch: Auswärtiges Amt, Poetry International Rotterdam, Festival Internazionale di Poesia Genua, British Council und ECHOO Konferenzdolmetschen.
In Zusammenarbeit mit FIKTION und dem Haus der Kulturen der Welt.

Das 16. poesiefestival berlin findet statt vom 19. – 27.6.2015 in der Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin.
Weitere Informationen unter www.poesiefestival.org

Ausschreibung: Mondseer Lyrikpreis 2015

AUSSCHREIBUNG 

  1. Der Mondseer Lyrikpreis wird im Jahr 2015 zum 9. Mal vergeben.
  2. Deutschsprachige Autorinnen und Autoren werden eingeladen, bis zum Stichtag 21. September 2015 entsprechende Texte unter der Adresse LITERATURTAGE MONDSEE, POSTFACH 117, 5310 MONDSEE, ÖSTERREICH, einzureichen.

  3. Einreichmodus: Zehn bis zwölf unveröffentlichte lyrische Texte in deutscher Sprache, wobei der/ die Einrechende zugleich UrheberIn des Werkes ist; Voraussetzung ist mindestens eine erfolgte Verlagspublikation des Autors/ der Autorin.

Texte in sechsfacher, gehefteter oder geklammerter Ausfertigung, ergänzt durch je eine beigefügte Bio-Bibliografie. 

  1. Eingereichte Werke werden nicht retourniert.

Der/ die EinreicherIn garantiert, dass er/ sie gemäß den vorliegenden Ausschreibungsbedingungen über das eingereichte Werk verfügungsberechtigt ist und dem Veranstalter gegen allfällige Ansprüche Dritter schad- und klaglos hält. Dies gilt auch für die Kosten der Rechtsvertretung.

  1. Im Spätherbst 2015 entscheidet eine namhafte Jury über den/ die PreisträgerIn. Die Preisverleihung findet noch im Jahre 2015 statt.

9. MONDSEER LYRIKPREIS: € 7.500,– 

  1. Mit der Einreichung akzeptiert der/ die Einreichende die Ausschreibungsbedingungen.
  • Anfragen: LITERATURFORUM MUNDWERK
    Postfach 117, 5310 Mondsee, Österreich
    http:// www.mundwerk.at, Email: h.f.palzinsky@aon.at

  • Projektträger: MUNDWERK – LITERATUR IN DER OEDMÜHLE

    Förderung: Oberösterreichische Landeskulturabteilung und die Marktgemeinde Mondsee sowie Gemeinden des Mondseelandes

    16.NAHBELLPREISTRÄGER 2015: JONAS GAWINSKI

    www.lyrikszene.de / Der 16.Nahbellpreis 2015 geht an JONAS GAWINSKI – das G&GN-Institut gratuliert dem Preisträger! Lesen Sie das große Interview mit dem jungen Dichter: „SEXUELL, POLITISCH UND KULTURELL DURCHTRÄNKT“ hier:
    http://poemie.jimdo.com/nahbellpreis/preistraeger-portraits/16-nahbell-preis-2015-jonas-gawinski/

    Auszug aus dem Interview:

    6.NAHBELLFRAGE (21.1.2015):
    was (und warum) ist ein „unaushaltbares“ gedicht? kannst du das bitte vertiefend erklären?

    6.NAHBELLANTWORT (25.1.2015):
    so ein Text muss entstehen, er darf nicht. Er treibt einen in den Wahnsinn, das ist ein verdammt scharfschneidiger Werdungsprozess, der alltäglichen Problemen ausgesetzt ist, zum Beispiel, wie viele Pfandflaschen ich zusammensuchen muss um mir Allen Ginsbergs Gesammelte Gedichte kaufen zu können. Oder um mir die neue CD von Wagner zu kaufen, irgendwelche unbedeutenden Variationen. Keiner würde Wagner hören, seine Tage sind gezählt. Ein scharfschneidiger Existenzialismus. Man lebt einfach dahin, wir werden von der Zeit festgehalten wie Statistiken, ich singe für eine verlorene Generation, die an der Starrsinnigkeit der zeitgemäßen —Lyrik— leidet, ich singe für die Hartz4Kinder, die wie ich ein Dichter sein könnten, ich singe, sie sprechen zu lehren– jedenfalls, Tom, denke ich, dass ich demnach als Autor ein unaushaltbares Gedicht bin, ich werde gelesen und vergessen und am Ende jeden Tages bleibt nur noch das Vergessen und die Liebe, wie am Ende jeder Zeile. Die auszehrende Leidenschaft, das Liebesgedicht, beide sind irgendwo in mir, wie Totgeburten.

    Heute startet das Poesiefestival Berlin

    Heute startet das Poesiefestival in der Akademie der Künste und es geht acht Tage lang. Es findet zum 16. Mal in der Stadt statt, aber dieses Mal wird man es vielleicht neu betrachten. (…) Gibt es einen zarten Aufschwung der Lyrik?

    Schreibt die Morgenpost und befragt Thomas Wohlfahrt, Leiter der Literaturwerkstatt Berlin und Direktor des Poesiefestival Berlin.

    Wulff: Kommen wir noch einmal auf Jan Wagner zurück. Ich fand es nicht in Ordnung, dass er den Preis in Leipzig bekommt hat. Nathan Zuckerman, die Philip Roth Figur, hat in einen der Bücher festgestellt, dass Prosa und Lyrik zwei komplett unterschiedliche Disziplinen seien. Und das sind sie auch. 

    Wohlfahrt: Ich sehe das genauso. Lyrik ist eine eigenständige Kunst, die eigene Strukturen auch der Bewertungen braucht – und eben auch eigenständige Bepreisungen. Wir haben in der Schule diesen angeblichen Dreiklang von Drama, Prosa und als Königskategorie die Lyrik. Das hat es bloß so nie gegeben, die Lyrik kommt ganz woanders her. Die Lyrik ist entstanden zwischen Musik und Tanz und hat dort ihr Eigenleben geführt. Die großen Erzählungen wie die Odyssee zum Beispiel oder auch der Gilgamensch kamen ja nur um die Welt, weil die Menschen eine Gedächtnistechnik hatten so wie wir sie auch kennen, über Reime und Verse. Der soziale Ort für die Lyrik war der Marktplatz, da wo die Menschen zusammenkommen und die Gedichte weitertragen.

    (…)

    Ich empfehle unbedingt den „Eilbrief nach Europa“ mit Künstlern aus Afrika am Sonnabend, die intermediale Show „Poetry goes Public“ am 22.6., aber auch die Veranstaltungen zur chinesischen Poesie am 24. und 25.6. Denn seit den 70er-Jahren gab es keine so große Versammlung chinesischer Lyrik in Deutschland. 

    / Matthias Wulff, Morgenpost

    16. Poesiefestival Berlin, Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, vom 19. bis 27.6., poesiefestival.org

    Prolog X4

    Ausstellung und Release – 27.6. – 30.6.15

    Wer wissen möchte, welche künstlerische Transformation das „Kapital“ von Marx im Jahr 2015 erlebt und wieso Thomas Morus sich kopflos geträumt hat, dem empfehlen wir die neue Ausgabe des Prolog- Heft für Zeichnung und Text zum Schlagwort u-TOPIEN. Außerdem in der neuen Ausgabe: stolpernde Gräser und Langsamgeher, ein utopisches Möglichkeitenuniversum, ein ganzer Schwall Schwalben, Enten, die barfuß gehen, Ikarus und Artemis, etwas zur Zukunft deutscher Mittelstädte, Zeichnungen, Bilder, Collagen, Gedichte, Gedanken, Texte und ein rotes Ufo…

    Wir laden herzlich ein zur Heftrelease der 14. Ausgabe des Prolog. Prolog X4 versammelt auf 68 Seiten Arbeiten von 48 Künstler- und AutorInnen zum Thema u-TOPIEN. Vom 27.-30.6. stellen wir die neue Ausgabe mit Ausstellung und Lesungen vor. In der begleitenden Ausstellung werden Arbeiten der an dieser Ausgabe beteiligten KünstlerInnen zu sehen sein. Zu Gast sind wir dieses Mal im Pavillon am Milchhof in Berlin Prenzlauer Berg.

    27.6. ab 17 Uhr Eröffnung der Ausstellung und Heft-Release, parallel läuft das Sommerfest der Ateliergemeinschaft Milchhof e.V. mit Bar, Musik und…

    28.6. und 29.6. 14 Uhr – ca. 21 Uhr geöffnet, ab 19 Uhr „Künstler-Tresen“

    30.6. 14 Uhr – 21 Uhr geöffnet, ab 18 Uhr Finissage & Short-Lesungen u.a. mit Clemens Schittko, Kai Pohl, Stephan Brenn, Susanne Eules, Lars-Arvid Brischke

    Programm ist noch in Arbeit…

    Prolog X4 mit Arbeiten von: Albrecht Wild, André Patten, Anett Lau, Anke Becker, Andreas Koletzki, Anton Schwarzbach, Astrid Köppe, Ben G. Fodor, Christoph Vieweg, Clemens Schittko, Dorit Trebeljahr, Erwin Schumpeter, Franziska Peter, Georg Kakelbeck, Grazyna Zarebska, Hagen Klennert, HEL Toussaint, Ilse Ermen, Jonis Hartmann, Juliane Laitzsch, Kai Pohl, Katharina Seidlitz, Käthe Wenzel, Katrin Heinau, Katrin Salentin, Kirsten Klöckner, Lars-Arvid Brischke, Liana Zanfrisco, Margarete Lindau, Martin Bartels, Mikael Vogel, Moritz Schleime, Nicole Wendel, Norbert Bücker, Ottfried Zielke, Patrick WEH Weiland, Pega Mund, Petrus Akkordeon, Ross Henriksen, Simone Scharbert, Susanne Eules, Silvia Lorenz, Søren Bjælde, Stefan Malicky, Stephan Brenn, Susanne Koheil, Su Tiquun, Uta Protzmann

    Das Heft ist während der Ausstellungstage vor Ort erhältlich oder hier zu bestellen für 8€+Versand.

    Utopisches Überraschungs-Special: Einige Ausgaben des neuen Heftes sind mit kleinen Grafiken, Zeichnungen und Unikaten einiger Künstler- und AutorInnen erhältlich. Entweder vor Ort oder hier (Stichwort: Prolog X4 mit Unikat) für 15 €+Versand. So lange der „Vorrat” reicht.

    Pavillon am Milchhof in der Schwedter Str. 232, 10435 Berlin, zwischen Kastanienallee und Mauerpark

    Mehr

    Quo vadis Bodypainting?

    Sicher hat die Wiener Schule für Dichtung schon bessere Zeiten gesehen, vor allem finanziell. Da war früher mit Gastdozenten wie Allen Ginsberg, Blixa Bargeld, Falco oder Nick Cave entschieden mehr los in der Bude. Allerdings geht es uns bezüglich besserer Zeiten allen so. Poesie und Dichtung allerdings, die nicht als verkaufsfördernde Begleitmaßnahme für Werbesujets dienen muss – und sehr oft von Leuten erdacht wird, die nicht hart genug drauf sind, um von ihren Gedichtbänden nur zehn Stück zu verkaufen -, war immer auch ein Instrument der Verweigerung.

    Verweigerung und Absage sind ein in Zeiten des neoliberalen Pragmatismus oder Zynismus leider viel zu selten gebrauchtes Instrument der Destabilisierung eines Systems, in dem wir alle demnächst einfahren werden. Die ganze Sache muss allerdings nicht bierernst genommen werden. Weinselig und mit Lachtränen in den Augen geht auch.

    Das Motto des am Freitag startenden und von Direktor Fritz Ostermayer kuratierten Schule-für-Dichtung-Festivals Quo vadis Bodypainting? stammt von Friedrich Nietzsche: „Wir müssen die Dinge lustiger nehmen, als sie es verdienen, zumal wir sie lange Zeit ernster genommen haben, als sie es verdienen.“ Schatz, wir gehen unter, aber nimm‘ es mit Humor. / Christian Schachinger, Der Standard

    Quo vadis Bodypainting? poesie und komik. eigentlich. aber kein symposium.
    ein festival der schule für dichtung in kooperation mit dem literaturhaus wien und dem top kino.
    19. bis 22. juni 2015, info: >> www.sfd.at/festival2015

    Wiener Schule für Dichtung

    W:ORTE; 1. Lyrik Festival Innsbruck

    W:ORTE, das 1. Lyrik-Festival Innsbruck, nähert sich im Juni an 5 Tagen dem „Verdichten“ an und veranstaltet eine große Werkschau deutschsprachiger Lyrik in der Landeshauptstadt. An die 20 Autorinnen und Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum pilgern für fünf Tage nach Innsbruck. Aus verschiedensten ORTEN kommen sie um sich 5 Tage den W:ORTEN zu widmen.

    Am Donnerstag stand der Lyriker José F.A. Oliver und sein brandneuer Essayband „fremdenzimmer“ (weissbooks 2015) im Mittelpunkt. Darin behandelt Oliver die Themen Migration, zweisprachiges Aufwachsen, Gast sein, sprachliche Unterschiede bei gleicher Bedeutung (z.B. Beim Wort WARTEN …) und führt uns, durch poetische Annäherungen in die „fremdenzimmer“ von poetischen Persönlichkeiten wie Fernando Pessoa, Friederike Mayröcker oder Federico Garcia Lorca. Dazu gesellten sich Moderator Rainer Weiß und die Musikgruppe FRANSEN.

    Am Freitag gab die Lyrikerin und Musikerin Lydia Daher im Freien Theater Innsbruck ein Konzert mit lyrischen Zwischenrufen. Sie präsentierte den Band Und auch nun, gegenüber dem Ganzen – dies. 101 Collagen.

    Die Autorin, die dieses Jahr die Jugendschreibwerkstatt des Literaturhauses am Inn leitet, ordnet darin Worte und Bilder aus Rezensionen verschiedener Zeitungen zu einer entlarvenden Collage um. Sämtliche Inhalte stammen aus den Literaturfeuilletons, und doch bleibt in dieser Cut-up-Lyrik nichts von ihnen übrig. / Der Standard

    Am Samstag des laufenden kleinen „Festivals“ werden ab 11:00 Uhr im Halbstundentakt „Poetische Interventionen“ gereicht. 8 LyrikerInnen lesen – anmoderiert von den Moderatoren Robert Genk und Gabriele Wild – in einer gemütlichen Kaffeehausatmosphäre. (Restaurant Kunstpause). Um 20.30 Uhr folgt im Freien Theater die „Lange Nacht der W:Orte“.

    U.a. werden folgende AutorInnen lesen:
    * Christoph W. Bauer (A)
    * Rolf Hermann (CH)
    * Sandra Künzi (CH)
    * Sabine Scho (D)
    * Sepp Mall (I)
    * José Oliver (D)
    * Nora Bossong (D)
    * Raphael Urweider (CH)
    * Robert Schindel (A)
    * Barbara Hundeger (A)
    * Sabine Gruber (A)

    Am Montag vormittag geht das Festival mit einem Podiumsgespräch zu Ende. Das bewährte Montagsfrühstück (9-11 Uhr) im Literaturhaus mit Sandra Künzi und Sabine Scho behandelt das Thema: „Poesie vs. Poetry – Formen, Funktionen und Konzepte von Lyrik heute.

    Gestorben

    In einem Dorf in der Nähe von Arles F ist am Dienstag der Berner Mundartlyrik-Pionier Ernst Eggimann 79-jährig gestorben. Mit seinen Gedichtbänden „Henusode“ und „Heikermänt“ prägte er in den 1960-er und 1970-er Jahren die Schweizer „modern mundart“-Bewegung.

    (…)

    Als Ernst Eggimann einmal in Frankfurt eine Lesung hielt, gab es stehende Ovationen und sogar Lob von der Lyrik-Legende Ernst Jandl, erinnerte sich Ernst Eggimann einmal in einem Interview.

    Verstanden haben dürften die wenigsten Anwesenden Gedichte wie „weiteresweichsei/ nei/ mirweikeis/ weitereshertsei/ nei/ mirweikeis/ weiteresschpieguei/ neidanke/ weiteramändkesei/ nei/ mirweikeis/ wasweiterde“.

    Schon die Zürcher dürften Mühe mit solchen Lautgedichten haben, und trotzdem waren die „Züri-Hegle“ für Eggimanns literarischen Durchbruch verantwortlich. / Liechtensteiner Vaterland

    BEWIRB DICH: 3.OFFLYRIK-FESTIVAL 2017

    www.Lyrikfestival.de / Die Literaturszene besteht nicht nur aus Bestsellerautoren und Preisträgern. Es gibt eine Offszene aus Lyrikern, die auf der Bühne zuhause sind. Sie performen ihre Gedichte in ihrem ganz eigenen Stil, treten aber bei Poetryslams eher selten auf. Ihre Wortkunst entfaltet sich magisch und popschamanisch, ihre Lesungen sind legendär! Und wir reden hier nicht von vergangenen Tagen, denn diese Dichter sind kein Mythos, sondern leben im Hier und Jetzt. Sie produzieren Livelyrik mit Tiefgang! Tiefenliterarische Ekstasen! Das 1.Offlyrikfestival fand 1995 im Kölner BelAir statt. 1996 dann das zweite im Kieler SubRosa. Lyrikperformer wie stan lafleur, Alex Nitsche, Harald ‚Sack‘ Ziegler, Peter Rech, Thorsten Nesch, Hadayatullah Hübsch, Ron Schmidt und Tom de Toys intonierten ihre poetischen Texte mit teilweise geradezu theatralischer Stimmakrobatik – ein Fest für die Ohren, progressive Lyrik der Offszene so zu erleben! Mit 20-jähriger Verzögerung plant nun das G&GN-INSTITUT das 3.Festival in Düsseldorf, mit einigen Veteranen und Newcomern der Lyrikszene. Ausnahmedichter mit ungewöhnlicher Gegenwartslyrik und Bühnentalent: Eventliteratur vom Feinsten! EXISTENZIELLE TABULOSE POESIE! Bewerbungsmodalitäten hier: http://lyrikszene.jimdo.com/bewerbung/