Geboren wurde Ulrich Zieger am 29. Dezember 1961 in Döbeln. Getrunken hat er bereits seit seinem 15. Lebensjahr. Mit 19 Jahren wollte er diese Welt schon einmal durch ein Hochhausfenster verlassen; er kletterte auf den Sims und schwankte eine Weile mit einem Buch in der Hand über der Tiefe.
In der Folgezeit entfalteten sich seine verschiedenen Talente: Er schrieb eine erste große Anzahl von Gedichten, die später, nach dem Ende der DDR unter dem Titel „1965“ in einer bibliophilen Ausgabe erschienen. Er schrieb Theaterstücke, malte Bilder und war bei „Zinnober“, einer kleinen Schauspieltruppe, deren Aufführungen legendär wurden.
Während der 90er Jahre pendelte er zwischen Montpellier und Berlin, verfasste das Drehbuch für den Film von Wim Wenders „In weiter Ferne so nah“, veröffentlichte ein Langgedicht, zwei Bände mit Erzählungen, einen Roman sowie weitere Bände mit Gedichten und Theaterstücken. Eines davon, „Die Mandelbrotmenge“, inszenierte er in eigener Regie im Berliner Schillertheater, das Premierenpublikum war begeistert, doch die Rezensionen verrissen das Stück mit gespenstischer Einhelligkeit. Es lag nicht an ihm, er konnte das Publikum fesseln. / Andreas Koziol, taz
Wer die Kreml-Politik gegenüber der Ukraine auch nur in Frage stellt, muss in Russland mit ernsthaften Konsequenzen rechnen. Für Alexander Bywschew heißt das: ein zweijähriges Berufsverbot, 300 Stunden sogenannter Besserungsarbeit und ein konfiszierter Laptop. Ein Gericht im Städtchen Kromsk in Orjol-Gebiet hat den 43-jährigen Deutschlehrer in der vergangenen Woche schuldig gesprochen. Mit seinem Gedicht gegen die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim habe er Hass gesät und menschliche Würde verletzt, so das Urteil.
Bywschew schrieb sein Gedicht am 1. März 2014. An diesem Tag erteilte der Föderationsrat – das Oberhaus des russischen Parlaments – dem Präsidenten die Erlaubnis für den Armeeeinsatz in der Ukraine. Der russische Hobbydichter appellierte im Internet an „die ukrainischen Patrioten“, Widerstand zu leisten.
Er habe früher kein Geheimnis aus seinen oppositionellen Ansichten gemacht, sagte Bywschew der DW: „Mit Kollegen in der Schule hatte ich trotzdem gute Beziehungen“. Das habe sich nach einem Zeitungsartikel geändert.
„Für solche ‚Patrioten‘ gibt es keinen Platz in Russland“ – ein Artikel mit dieser Überschrift erschien Ende März 2014 in einer Lokalzeitung. / Julia Wischnewezkaja/Roman Goncharenko, Deutsche Welle
Bei der Denkmalseinweihung war unter anderem der deutsche Wissenschaftler, Ökologe und Politiker Ernst Ulrich von Weizsäcker anwesend, der sich seit langem ebenfalls für die Europäische Rainer Maria Rilke-Stiftung engagiert. Er, so war es in einem Beitrag des tschechischen Rundfunks zu hören, erinnerte in seiner Rede an das Paneuropäertum des Dichters. Rainer Maria Rilke sei “als Deutscher in der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie in Prag geboren worden. Und gestorben ist er als tschechoslowakischer Staatsangehöriger in der Schweiz. Das ist ein Symbol für die Vielvölkereigenschaft von Europa.” / Wolfgang Schiffer
unsere Haut – empfindlich dünn heutig
Hansjürgen Bulkowski
Jan Kuhlbrodt
Eine erste Annäherung an
Felix Philipp Ingold:
„Nee die Ideen. Pataphysische Fermaten“
Der Vers ist das Elementare des Gedichtes, nicht das Wort, der Buchstabe oder der Klang, auch wenn der Vers noch zerlegbar ist. Also letztlich dem Atom vergleichbar, das das teilbar Unteilbare vorstellt. Wort und Klang lassen sich zu allem möglichen zusammensetzen, Gebrauchsanweisungen und Romanen, Tagesbefehlen und Kapitulationsurkunden, aus Versen aber baut man einzig ein Gedicht.
Und was das Spannende ist, weil der Vers das Elementare, findet sich zuweilen in ihm das Ganze.
Der Einzeiler besteht aus einem einzigen Vers nur, und er ist doch ein ganzes Gedicht.
Mit Nee die Ideen legt Felix Phillipp Ingold nun einen Band mit eigenen Einzeilern vor, nachdem er vor fünfzehn Jahren, also 1999, bereits im Erker-Verlag Berlin einen Band mit russischen Einzeilern herausgab, die er auch ins Deutsche übertragen hatte. / Weiter bei Signaturen
Felix Philipp Ingold: Nee die Ideen. Pataphysische Fermaten. Berlin (Matthes & Seitz) 2014. 224 Seiten. 19,90 Euro.
In her poem “Sonnets Uncorseted,” Maxine Kumin bemoans the sexist attitudes that constrained 20th-century American women poets. Immersed in motherhood and domesticity, she confesses to having been “Terrified of writing domestic poems,/… anathema to the prevailing clique of male pooh-bahs[.]”
In her case at least, the pooh-bahs did not have the last word. Kumin, who died in 2014 at the age of 89, would triumph over her terror and produce distinctive conversational verse drawn from everyday experience. A 1973 Pulitzer Prize confirmed her achievement, and many other awards would follow. /
Julia M. Klein, forward.com
The Pawnbroker’s Daughter: A Memoir
By Maxine Kumin
W.W. Norton & Company, 176 pages, $25.95
Vom Brocke operiert im Niemandsland zwischen verschiedenen Sprachen und Arten des Sprechens ebenso, wie in dem zwischen Text und Bild. Immer wieder evozieren ihre Gedichte starke, präzise Bilder, um dann wieder in rein sprachliche Konstrukte umzuschlagen, die man liest, wie man ein Gemälde betrachtet. Im Zyklus „Gemäldegalerie” etwa führt sie uns Cranachs „Amor als Honigdieb”, Lippis „Erato”, Tizians „Venus mit dem Orgelspieler” und noch mehr Alte Meister vor Augen, dass man sogleich nach Berlin fahren möchte, um die Gemäldegalerie aufzusuchen; und doch drängen die Texte immer wieder aus dem Rahmen hinaus, oder aber ziehen andere Bilder in den Rahmen hinein, wie die Museumswärterin als Ausstellungsstück:
Eine Frau im hintersten Raum beugt sich zu ihrem Schuh hinab. Richtet sich
auf, der Rücken verlässt die Beugung. Rückt die Uniform zurecht und läuft
geräuschlos zum Fenster, die Hand vor dem Mund. Die Frau ist langsam.
Sie ist verlangsamt. Sie ist bildgeworden. Bild geboren. Ein Bild zu Fleisch
gespannt, animiert, aber faltig und müde. Ich schaue auf die Uhr, doch ich
weiß, noch bevor ich den Arm anhebe, dass es Zeit ist zu gehen.
/ Dirk Uwe Hansen, Signaturen
Sonja vom Brocke: Venice singt. Gedichte. Berlin (kookbooks) 2015. 96 Seiten. 19,90 Euro.
Der Schriftsteller Ulrich Zieger ist völlig unerwartet mit nur 53 Jahren in seiner Wahlheimat Montpellier gestorben. Das bestätigte der S. Fischer Verlag, in dem Ziegers letzter Roman erschienen ist. „Durchzug eines Regenbandes“ war Anfang 2015 erschienen und ist der erste Roman nach 20 Jahren. Ulrich Zieger begann in den 80er Jahren in einem wissenschaftlichen Verlag in Ost-Berlin zu arbeiten. Er war in der Literatenszene des Prenzlauer Bergs aktiv, schrieb für literarische Untergrundzeitschriften und wirkte in der freien Theatergruppe “Zinnober“ mit. Kurz vor dem Mauerfall ging er nach Westdeutschland und schrieb vor allem Theaterstücke, Lyrik und Drehbücher, sowie den sehr gelobten Roman „Der Kasten“ und die Erzählung „Der zweifelhafte Ruhm dreier Dichter“. / DLF
In L&Poe
Übersetzerpreis der Kulturstiftung Erlangen für Uljana Wolf
Anlässlich des 35. Erlanger Poetenfests (27. bis 30. August 2015) vergibt die Kulturstiftung Erlangen zum sechsten Mal den „Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung“. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr an die Lyrikerin und Übersetzerin Uljana Wolf verliehen. Uljana Wolf nimmt die Auszeichnung am Freitag, 28. August 2015, 19:00 Uhr in der Erlanger Orangerie entgegen, die Laudatio auf Uljana Wolf hält die deutsch-japanische Autorin Yoko Tawada.
„Uljana Wolf erhält den sechsten Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung für ihr lyrisches und übersetzerisches Gesamtwerk, das die Übergänge zwischen den Sprachen auslotet. Schon ihr erster Gedichtband ‚kochanie ich habe brot gekauft‘ (2005) beschreibt einen sprachübergreifenden Grenzverkehr. ‚falsche freunde‘ (2009), ein schöpferisches Fehlerlesen, macht die Übersetzung von Mensch und Sprache selbst zum Gegenstand der Dichtung. Die Kreolisierung der Welt erkundet ‚meine schönste lengevitch‘ (2013), ein zwitterpoetisches Doppeltgehen jenseits fest gefügter Sprachidentitäten. Übersetzen ist für Uljana Wolf eine poetische Praxis der Entgrenzung, die neue, vielfältige Sprachwirklichkeiten schafft.“ (Aus der Begründung der Jury)
So ist jede Rede Übersetzung. Und übersetzen heißt,
ein Nichtverstehen mit Zukunft zu versehen.
Uljana Wolf
Uljana Wolf, geboren 1979 in Berlin, studierte Germanistik, Kulturwissenschaft und Anglistik in Berlin und Krakau. Neben Übersetzungen aus dem Englischen und ostslawischen Sprachen veröffentlichte sie mehrere Bände mit Lyrik und Prosagedichten, die den Begriff der Übersetzung in all seinen unterschiedlichen Facetten beleuchten. Uljana Wolf lebt in Berlin und New York, sie unterrichtet Poesie und Übersetzung an der Humboldt-Universität (Berlin) sowie am Pratt Institute (New York).
Deutschland besitzt über tausend Literaturpreise, aber noch immer auffallend wenige Übersetzerpreise. Dieses Missverhältnis hat vor allem etwas mit dem nach wie vor mangelnden Bewusstsein dafür zu tun, dass der internationale Erfolg eines Buches wesentlich von der Qualität seiner Übersetzungen abhängt. Das Erlanger Poetenfest hat sich die Förderung von Poesie als Übersetzung zur Aufgabe gemacht. In diesem Jahr findet im Rahmen des 35. Erlanger Poetenfests die zwölfte Erlanger Übersetzerwerkstatt statt. Mit Übersetzerwerkstatt und Übersetzerpreis wollen die Kulturstiftung Erlangen und das Erlanger Poetenfest gemeinsam die Wahrnehmung dafür schärfen, wie sehr gerade Übersetzungen und Einflüsse aus fremden Sprachen und Kulturen die deutschsprachige Gegenwartsliteratur bereichern.
Die Jury des Erlanger Literaturpreises für Poesie als Übersetzung besteht selbst aus Übersetzerinnen und Übersetzern. Dieses bislang einzigartige Konzept verbürgt die sprachschöpferische Qualität der ausgezeichneten Arbeiten. Der Jury gehörten in diesem Jahr an: Annette Kopetzki (Hamburg), Adrian La Salvia (Oranienbaum-Wörlitz – Jury-Sprecher), Benedikt Ledebur (Wien), Ilma Rakusa (Zürich), Ulf Stolterfoht (Berlin), Yoko Tawada (Berlin) und Peter Waterhouse (Wien). Der Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung wurde bisher an Felix Philipp Ingold (2005), Georges-Arthur Goldschmidt (2007), Barbara Köhler und Ulf Stolterfoht (2009), Elke Erb (2011) sowie an Yoko Tawada (2013) verliehen.
Preisverleihung
Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung
Freitag, 28. August 2015, 19:00 Uhr
Orangerie, Schlossgarten 1, 91054 Erlangen
Laudatio: Yoko Tawada
Susan Bernofsky im Gespräch mit Yoko Tawada und Uljana Wolf
Musik: Dine Doneff (Kontrabass, Percussion) und Klaus Treuheit (Piano)
Begrüßung: Adrian La Salvia
Im Nachgesang „Meine DDR war die Ostsee, und die war nie tief“, mit dem der Band schließt, beschreibt Kunst nicht nur seine Anfänge als Dichter und seine Abkehr von Celan und Trakl hin zu Born und Brasch, stichelt er nicht nur gegen den Literaturbetrieb, die Preisvergabe und die seiner Ansicht nach überschätzte deutschsprachige Lyrikszene der letzten Jahrzehnte (Meinungen, die ich überhaupt nicht teilen kann), sondern findet auch ein sehr präzises Geschmacksurteil: „Ein Gedicht ist für mich ein Gedicht, wenn mich die gewöhnlichsten Dinge in ihm auf das Heftigste irritieren. Nüchternes Metapherngeflimmer in beruhigter Normalsprache, die blinkt.“
Thomas Kunsts Gedichte irritieren und funkeln so sehr, dass man auf die Straße rennen und rufen möchte: Leute, lest Kunst! Es stellt sich irre viel von dem ein, was Poesie haben kann: „Sehnsucht und Wut, Melancholie und nördlicher Trotz“ und bei mir zusätzlich: Vertrautheit und Fremdheit, Kühlheit und Zärtlichkeit, Akzeptanz und Widerstand, Verzweiflung, Lebenslust und Glück. Also: eine ganze Lebendigkeit! / Felix Schiller, Fixpoetry
Alexander Galitsch singt „Erika“, eine Aufnahme aus den 80er-Jahren, auf Vinyl gepresst in den USA. In Galitschs sowjetischer Heimat waren seine Werke verboten. Ihm blieb – wie so vielen anderen Dissidenten – nur der Selbstverlag, der sogenannte „Samisdat“. Die in der DDR hergestellte Schreibmaschine „Erika“ war dabei ein wichtiges Instrument. Denn wer publizieren wollte, vorbei an den öffentlichen Staatsverlagen, musste selber tippen und vervielfältigen. Dafür war die „Erika“ mit ihrem harten Anschlag besonders beliebt.
Susanne Schattenberg steht vor einer dieser „Erikas“. Die Historikerin leitet die Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen, zu der auch das umfangreiche Samisdat-Archiv gehört.
„Das war der Hit, weil man dort bis zu sieben Blätter noch einspannen konnte, immer mit Kohlepapier dazwischen und auch die hintersten Durchschläge noch so halbwegs lesbar waren, was also bei der sowjetischen Produktion kaum mehr möglich war.“ / Franziska Rattei, DLR
Ricardo Domeneck, Lyriker zwischen Brasilien und Berlin, schließt im dritten Teil seines Brasilien-Beitrags die Darstellung der brasilianischen Gegenwartslyrik ab. Griff seine bisherige Betrachtung weit hinter die Zeit der Kolonisation zurück, kommt sie jetzt in der Gegenwart an und bereitet auf diese Weise eine Neufassung des Kanons brasilianischer Lyrikgeschichte vor. Damit setzt Domeneck die Reihe Babelsprech.International unter der Betreuung von Max Czollek und Max Oravin fort.
Zitat
In den 90ern hatten wir noch immer ein wesentliches modernistisches Vorbild im Werk von João Cabral de Melo Neto (1920 – 1999), der uns gelehrt hatte, „die Blume nicht zu parfümieren, das Gedicht nicht zu poetisieren“. Für uns war das nicht nur eine Lektion in Poetik, sondern auch in Ethik.
(…)
Augusto de Campos (geb. 1931), der letzte der drei großen Noigandres-Dichter, ist immer noch eine treibende Kraft innerhalb der brasilianischen Poetik durch seine Arbeit als Dichter, Kritiker und Übersetzer. Er spielt für uns eine Rolle ähnlich derer von João Cabral de Melo Neto: Lektionen im Maßhalten. Dazu seine unablässige Neugierde und Experimentierfreudigkeit mit jeder möglichen Grundlage für Dichtung.
(…)
Im neuen Jahrhundert wucherten die Forschungslinien ins Unermessliche, und brasilianische Dichter, obwohl mit einem starken Sinn für Gemeinschaft ausgestattet, scheinen allergisch gegenüber dem Begriff einer „Gruppe“ oder „Bewegung“ geworden zu sein. Es ist eine aufregende Zeit, mit Dichter so unterschiedlich wie Angélica Freitas, Juliana Krapp, Érica Zíngano, Fabiana Faleiros, Pádua Fernandes, Fabiano Calixto, Dirceu Villa, Marcus Fabiano Gonçalves oder Érico Nogueira.
Was für ein Ort der nie Gehörtes wahrt. Auch eine Art zu bannen. Statt bloss Ja! und aber Amen?
Jeden Donnerstag punkt 11 Uhr veröffentlicht L&Poe ein ungedrucktes Monostichon des Schweizer Dichters Felix Philipp Ingold. Mehr
Liebe Dichterin, Lyrikerin, Poetin, Verseschmiedin,
Lieber Verseschmied, Poet, Lyriker, Dichter,
die aus dem Ruhezustand agierende Floppyredaktion läßt fragen:
gehörst Du zu den Einsenderinnen und Einsendern des heurigen Jahrbuchs der Lyrik, deren Gedichte nicht im Band vertreten sind(*)
Dann könnte dich Folgendes interessieren.
„Die Hauptsache ist, eine Geschichte zu erzählen.“ (Frank O’Hara) Und die Geschichte geht so.
Am 16. Juli kommentiert Heike Kunert, Literaturredakteurin der Zeit, in der Zeit (1) (Vorsicht: Remix!): „Das dreißigste Jahrbuch der Lyrik ist gewiss eine traurige Angelegenheit. Es ist kein guter Jahrgang: verhalten, trocken, unreif, artig – geistiges Brachland, magere lyrische Ernte. Viele Gedichte in diesem Buch berühren nicht, man verfällt in eine von Langeweile und Empörung angetriebene Schnappatmung. Für einen Einkaufszettel würde man mehr empfinden. Überdies fällt auf, dass sich so gut wie kein politisches, zumindest gesellschaftskritisches Gedicht im Jahrbuch findet.“
Am 18. Juli fragt die Lyrikzeitung (2) nach, „ob die Herausgeber vielleicht politische Gedichte herausgefiltert haben“.
Dazu schreibt Nora Gomringer, Mitherausgeberin des 30. Lyrikjahrbuches, (von Konstantin Ames kurzerhand zu Jahrbuch der Einfalt umtituliert) im Nachwort: „Und mancher wird in der Auswahl dieses Bandes natürlich Dinge vermissen, die die Herausgeber bei den Einsendungen nicht finden konnten.“
Wir sagen: „Da könnte sie sich irren!“, und bitten um Zusendung Deiner für das Jahrbuch eingereichten Texte an edk@pappelschnee.de. Wir wollen daraus eine Auswahl treffen und im Herbst in der neuen Publikationsreihe der EdK Berlin herausgeben. Es könnte ja immerhin sein, daß wir einige von den „Dingen“ finden, die andere „natürlich“ vermissen.
Herbstliche Grüße, & nur Mut!,
i. A. d. R. i. R.
Kai Pohl
(*) Es sind auch Texteinreichungen von Nichteinsenderinnen und -sendern erwünscht, von denen, die meinen: „Und wenn ich eingesandt hätte, wäre ich nicht vertreten.“
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(1) http://www.zeit.de/kultur/2015-07/30-jahrbuch-der-lyrik-buchkritik/komplettansicht
(2) https://lyrikzeitung.com/2015/07/18/einsam-auf-der-saeule/
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