In seinem berühmten Vortrag „Probleme der Lyrik“ erklärte Gottfried Benn einmal, ein Gedicht entstehe nicht dadurch, dass ein melancholischer Jüngling eine blühende Heidelandschaft betrachte. Bei Dorn nimmt man dagegen an, dass zu viel blühende Heide betrachtet wurde, wie auch der auf dem Einband abgedruckte Fliederbusch nahelegt, der im abschließenden Gedicht angeführt wird. Bei Benn heißt es dann weiter, ein Gedicht müsse entweder „exorbitant sein oder gar nicht“. Gelungene Gedichte gebe es sehr selten. Ein solch wirklich sehr gutes Gedicht ist das bereits erwähnte „Trost“ von Anne Dorn. Während einige Gedichte der Autorin kaum Vages enthalten oder gar mit Erläuterungen versehen werden, so ist es bei „Trost“ dagegen die produktive Doppeldeutigkeit und die assoziative Andeutung, die den Reiz ausmachen; Altern und Tod ermöglichen die Reflexion über letzte Fragen. / Nils Bernstein, literaturkritik.de
Anne Dorn: Jakobsleiter. Gedichte.
Poetenladen, Leipzig 2015.
88 Seiten, 17,80 EUR.
ISBN-13: 9783940691682
die Kunst, sich ganz vernünftig aufzuregen
Hansjürgen Bulkowski
lauter niemand – Berliner Zeitschrift für Lyrik+ Prosa, Literaturlabor teilt mit, daß die Autorin Isabella Vogel gestorben ist:
Sie war uns eine liebe und aufrechte Freundin und eine langjährige Mitstreiterin von Lauter Niemand. Sie fand gestern ihre letzte Ruhe auf dem Heidefriedhof in Berlin Mariendorf.
Einige Texte beim Poetenladen und bei lauter niemand.
Die Schriftstellerin und Lyrikerin Silke Scheuermann hat am Freitag in Augsburg den mit 15.000 Euro dotierten Bert-Brecht-Preis erhalten. Die 42-Jährige deute und kommentiere in ihren Gedichten „Zeitgeschehen in ebenso filigraner wie kraftvoller Metaphorik und erreiche damit eine eigenständige Ästhetik von hoher Qualität“, urteilte die Jury in ihrer Begründung. / Neue Presse Coburg
Naturlyrik als Spiegel der Gegenwart (BR)
Einer der letzten Vertreter der Kriegs- und Versöhnungsgeneration ist am 26. Februar 2016 im Alter von fast 95 Jahren in Frankfurt am Main verstorben. Prof. Dr. h. c. mult. Karl Dedecius, der unermüdliche Kulturvermittler zwischen Deutschen und Polen, arbeitete bis zuletzt an einem Bildband, der ein Resümee seines bewegten Lebens und Kulturschaffens ziehen sollte.
Von 1980 bis 1997 war Dedecius Direktor des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt, das sich als Kultureinrichtung innerhalb kurzer Zeit ein hohes Renommee in Deutschland und Polen erwarb. Dedecius übersetzte mehr als 3.000 Gedichte, veröffentlichte regelmäßig polnische Lyrik in deutschen Verlagen, schrieb Essays zur polnischen Literatur und Geistesgeschichte, pflegte Freundschaften mit polnischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Von Darmstadt aus gab er die 50-bändige „Polnische Bibliothek“ heraus, ebenso wie das siebenbändige „Panorama der polnischen Literatur des 20. Jahrhunderts“. Er beschaffte Stipendien für polnische Intellektuelle und organisierte Studienreisen für Journalisten, Übersetzer und Verleger aus dem Nachbarland. Nach dem politischen Umbruch in Polen 1989/90 zeigte er sich offen für eine Erweiterung des Profils des Instituts.
Das Deutsche Polen-Institut trauert um seinen Gründer und Mentor. In seinen Werken und in unseren Herzen lebt er weiter. / Deutsches Polen-Institut
Angela Merkel zeigt der Welt, wie leistungsfähig Frauen sind – phänomenal. Deutschland ist das politisch und wirtschaftlich stärkste Land Europas. Es ist auch das Land, das in den vergangenen Monaten am meisten Flüchtlinge aufgenommen hat. Es hat seine Nazi-Vergangenheit hinter sich gelassen und klärt die Kinder in der Schule früher als überall sonst über die Entstehung und die Gefahren des Faschismus auf. Deutschland verdankt seinen Erfolg seinem Bildungssystem und der Tatsache, dass Frauen wie Angela Merkel Führungsrollen spielen. / Erica Jong im Interview mit der FR
An einem Winterabend betreten eine kleine alte Dame und ein alter Herr am Stock eine Bühne in Frankfurt. Sie reden über ihr Leben, dann brandet Applaus auf. Rund 300 Menschen erheben sich von ihren Sitzen zu standing ovations für Marie Nejar und Theodor Wonja Michael: geboren 1930 und 1925, deutsch – und schwarz. Zeitzeugen und Überlebende einer Epoche, in der Menschen wie sie nicht erwünscht waren. Für jene, die sie nun so sichtlich ergriffen beklatschen, sind sie daher ganz besondere Vorbilder dafür, wie schwarze Menschen sich gegen den strukturellen Rassismus einer mehrheitlich weißen Gesellschaft behaupten können – und würdige Schirmherren der an diesem Abend begangenen 30-Jahr-Feier der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD).
Jene 30 Jahre, auf die die Bewegung Schwarzer Menschen in Deutschland zurückblicken kann, lässt die ISD nun auch in einem beim Orlanda Verlag erschienenen Sammelband Revue passieren. „Spiegelblicke. Perspektiven Schwarzer Bewegung in Deutschland“ heißt der von mehr als 50 Autorinnen und Autoren gefüllte Band, in dem auch Nejar und Michael porträtiert werden, genauso wie Menschen, die ihre Enkel und Urenkel sein könnten.
Die durch das fast 300 Seiten starke Werk gestreuten Kurzporträts schwarzer Menschen stehen neben stilistisch sehr vielfältigen Beiträgen, die von Gedichten über Erfahrungsberichte und Interviews bis hin zu Sach-Analysen reichen. Sie sind ein Verweis auf jenes ebenfalls bei Orlanda verlegte und für die Bewegung so wichtige Buch, das der neue Band vielfach zitiert: das von May Ayim und Katharina Oguntoye herausgegebene „Farbe bekennen. Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“ aus dem Jahr 1986, in dem schwarze Deutsche erstmals in dieser Form für und über sich selbst sprachen.
(…) „Spiegelblicke“ ist so ein inhaltlich wie stilistisch vielfältiges und sachkundiges Kompendium Schwarzer deutscher Geschichte und Gegenwart geworden. Es stellt sich der ISD-internen Diversität, etwa durch Beiträge ostdeutscher, gehörloser, queerfeministischer, transgeschlechtlicher oder muslimischer Menschen. Und es thematisiert so unterschiedliche Aspekte wie die Stärkung von Kindern gegen Diskriminierungserfahrung, die Aufarbeitung deutscher Kolonialvergangenheit oder Debatten aus Medien und Kulturlandschaft. / Marie-Sophie Adeoso, FR
Diverse Herausgeber: Spiegelblicke. Perspektiven Schwarzer Bewegung in Deutschland. Orlanda Verlag 2016, 302 Seiten, 19,50 Euro.
… a word to the wise: beware the allure of the mesmerizing women poets — their language will pull you in, and you’ll fall utterly in love with their beautiful poetic imagery, and the next thing you know you’ll be writing extra-long analytical essays and getting lines like “Hope” is the thing with feathers – / That perches in the soul tattooed on the inside of your right arm. Or, you could just not beware, and totally indulge in the obsession. Like I have.
Here are 11 beautiful poetry collections by women poets to get you started. / E. Ce Miller, bustle.com
Eine solche schrieb der Übersetzer Rainald Simon, der in einer Rezension der Übersetzung des Schijing (Schiking) von Raffael Keller scharf kritisiert wurde. Zitat:
Sehr geehrter Herr [oder eine (leicht) vergiftete Retourkutsche auf die Sonntagsergüsse des Herrn Bibliothekars] Raffael Keller,
nach der Lektüre Ihrer Brachial-Kritik meiner Shijing-Übersetzung wende ich mich in Form eines philologischen und durchaus polemischen Schreibens an Sie, obwohl ich Sie nicht kenne (nur diese Kritik & zeitgemäß aus dem Netz natürlich) und –entschuldigen Sie – auch Ihre offenbar wochenendlich erarbeiteten Übersetzungen nicht.
Die von Ihnen als Ausweis meines „Haderns mit der chinesischen Sprache“ herangezogenen Zeilen in Lied Nr.65 können unterschiedlich verstanden werden. Ich beschränke mich auf die Kurzanalyse der 5. Zeile: 知我者 zhī wǒ zhě: der Satz ist durch 者 zhě nominalisiert und kann als Relativsatz übersetzt werden, „Das, was..“oder „Derjenige, der…“ oder dann sicher auch „Wer…“. Meine Lösung beruht auf der Lesung in Umstellung von 我知者 wǒ zhī zhě „Das, was ich weiß…“. meine Begründung: Die im Altchinesischen (AC) des Shijing mögliche Umstellung betont das Verb 知 zhī, indem es an den Anfang gestellt wird. [folgt eine Gegenkritik der von Keller vorgeschlagenen Variante]
Rainald Simon (Hg.)
Shijing / Das altchinesische Buch der Lieder
Reclam
2015 · 856 Seiten · 49,95 Euro
ISBN:
978-3-15-010865-9
Franz Mon schreibt bei Hundertvierzehn über die Anthologie Transit von Walter Höllerer, die der Aktion Hundertvierzehn Gedichte des Blogs von S. Fischer zum Vorbild diente. Drei Auszüge.
Über K. O. Götz:
Kontur und Zug meiner poetischen Basis hatte ich gewonnen durch die Bekanntschaft mit dem Maler und Dichter Karl Otto Götz, den ich 1950 in der Zimmergalerie Klaus Franck kennengelernt hatte. Götz hatte dort eine Ausstellung und war vernetzt mit der Künstlergruppe COBRA und der Pariser Kunstszene. Um die in Gang befindliche aktuelle junge Kunst und Poesie bekannt zu machen, gab er eine winzige Zeitschrift ›META‹ – ursprünglich ›Metamorphose‹ – heraus, die er im Einmannbetrieb zusammenstellte, redigierte, drucken ließ und vertrieb. Die Hefte waren in einem weiten internationalen Horizont an den neusurrealen und informellen Tendenzen orientiert. Er selbst schrieb in diesem Duktus Gedichte, zunächst unter dem Autorennamen André Tamm.
Über Höllerers Anthologie:
Im Vergleich mit zeitnahen anderen Anthologien wie Wolfgang Weyrauchs drei Jahre später erschienenen ›Expeditionen. Deutsche Lyrik seit 1945‹, vermisst man in ›Transit‹ nur wenige Namen, etwa Erich Arendt, Johannes Bobrowski, Stephan Hermlin, was durch die politisch bedingte Informationssperre bewirkt ist, oder die Wiener Autoren Gerhard Rühm, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, die nur vor Ort wahrgenommen wurden. Die Autoren der literarischen Revolte vor 1914, wie Heym, van Hoddis, Holz, Stramm, Trakl, auf deren Schultern auch die jüngeren stehen, blendet Höllerer bis auf wenige Beispiele aus. Zu diesen gehören Hesse, Benn, Arp, Brecht und Britting, die noch unmittelbar literarisch wirksam waren. Den Schwerpunkt bildet die Generation, die etwa 1915 einsetzt, sich um den Jahrgang 1920 vitalisiert mit Krolow, Celan, Heißenbüttel, Höllerer u.a. und in die Breite wächst mit den nach 1925 Geborenen. Der Jüngste unter ihnen ist Peter Hamm, Jahrgang 1937. So krass auch der Kulturbruch des sogenannten »Dritten Reiches« war, der diese Generation, ohne dass sie es merkte, literal strangulierte, sie entfaltet sich mit 76 der ingesamt 118 Autoren des Buches. (…)
Ich konnte dank meiner Kontakte und Wahrnehmungen während der Kombinationsarbeit seinen Fundus anreichern durch die surreal gepolten, in der Zeitschrift ›META‹ veröffentlichten Autoren Johannes Hübner und Lothar Klünner sowie Max Hölzer, durch Klaus Demus, auf den mich Celan aufmerksam gemacht hatte, Rainer M. Gerhardt und Klaus Bremer von der Freiburger Gruppe, Anneliese Hager, Katja Hajek, Britta Titel u.a.
Im Hinblick auf meine Vorstellung der kunst- und literaturübergreifenden Tendenz der Zeit kamen auch die Außenseiter Kandinsky, Schwitters und Klee mit ihren Gedichten in die Auswahl. Sie waren mir, damals ein Glücksfall, zugänglich geworden durch die 1946 in der Schweiz erschienene Anthologie ›Poètes à l’Ecart / Anthologie der Abseitigen‹ von C. Giedion-Welcker.
Über das letzte Kapitel und eine lustige Strategie des Herausgebers beim Verlag (die mich an Kriegslisten in der DDR agierender Herausgeber denken läßt):
Er pointiert dieses Kapitel, indem er die von mir empfohlenen Autoren mit surrealer Diktion mit meinen eigenen und den satz- und wörterstrukturellen Texten Heißenbüttels, Kandinskys und Klees kombiniert. Damit dreht Höllerer das letzte Kapitel aus der thematischen Orientierung der vorangegangenen. Er wittert allerdings, dass diese ungewöhnliche poetologische Perspektive im Hause Suhrkamp auf Widerspruch stoßen könnte, und wird vorsichtshalber bei der Präsentation des druckreifen Manuskripts eine Reihe dieser Gedichte zurückhalten und erst wieder einfügen, wenn es in die Herstellung geht.
Heute vor 395 Jahren (im protestantischen Pommern galt da noch der julianische Kalender und es war Aschermittwoch, der 14. Februar) wurde in Greifswald in der Baderstraße 2 eine Tochter des Bürgermeisters Christian Schwarz geboren. Sie wurde in St. Nicolai auf den Namen Sibylla getauft. Ihr blieben nur 17 Jahre und 5 Monate, aber wie hat sie die kurze Zeit genutzt! Ihre Bücher und Manuskripte sind verlorengegangen, aber ihr Werk, 100 Texte, ist uns geblieben und leuchtet mit Phantasie, Ideenreichtum und Formenvielfalt bis heute und verzaubert immer noch die Leser, die bereit sind, ihr offen zu begegnen. Wer in Greifswald ist: ab 14 Uhr feiern wir vor ihrem Geburtshaus bei strahlendem Sonnenschein.
O Daß Jch steigen möcht auß diesen tieffen Hölen /
Bis an des Himmels Dach / zu den verklährten Sehlen /
Nur einmahl anzusehn / was oben ist bereit /
Was uns erfrewen wirt nach dieser trüeben Zeit !
Jch weiß nicht / wor ich bin / mein Hertz begint zu funcken /
Durch ungewohnten Brandt / die Sinnen werden truncken /
Der Geist steht auf den Sprunck / die Sprach ist ungehemt /
Die Feder ist vol Safft und gäntzlich ungezähmbt.
Jch scheide von dem Fleisch / und leg es gantz beyseiten /
Jch klimme nun hinauff ans Hauß der Ewigkeiten /
Jch komb schon an das Liecht / und an den hellen Tagk /
Dahin der bleiche Todt den Pfeil nicht schießen magk.
Jch flieg itzt ausser mir / ich fliege von der Erden /
Jch fliege Himmel an mit ungezähmbten Pferden /
(…)
114 Gedichte werden von sechs Leserinnen und Lesern, einem Zeichner und den Autorinnen und Autoren der Gedichte durch Randnotizen (bis zu 500 Zeichen) kommentiert. Auch die Randnotizen können kommentiert werden.
Die Gedichte werden wöchentlich in Gruppen veröffentlicht (zuerst 39 Gedichte am 24.2., dann drei Mal je 25 Gedichte am 2., 9. und 16. März), die Randnotizen täglich erweitert. Die Autorinnen und Autoren werden erst in einem Anhang genannt. / 114. Online-Magazin S. Fischer
Während Tausende aus dem Irak fliehen, tagen ein paar unerschrockene Dichterinnen in dem kriegsversehrten Land. Ulla Lenze berichtet für die Zeit. Auszug:
Allmählich fällt mir auf, dass hier dennoch der Traum vieler Literaturveranstalter in Erfüllung geht: Es sitzen mehr Männer als Frauen im Publikum. Und das bei hauptsächlich Lyrik und ausschließlich Frauen auf dem Podium. Was ist hier los? Ich begreife es, nachdem ich von der Toilette zurückkomme. Meinen Platz in der ersten Reihe habe ich an einen breitschultrigen Herrn in nougatbraunem Anzug verloren. Meinen Mantel finde ich in der Reihe dahinter wieder. Das Thema männliche Dominanz wird später in der Diskussion auftauchen. Man kann es aber vor Ort direkt studieren. Die erste Reihe, für die Kamera besonders gut einsehbar, ist von Männern belegt. Der ägyptische Konsul, der Bürgermeister und Regierungsvertreter. Die Tagung ist ein social event, und darüber hinaus wollen die Männer wohl auch prüfen, was die Frauen so machen. Zur Not sie beschützen. Sie lauschen also weiblicher, teils rebellischer Lyrik, aber vielleicht, so hoffe ich, hat das ja einen Effekt wie beim Trojanischen Pferd.
„Das weiße Kleid, das du so magst, ziehe ich nie wieder an / ich schweige nicht mehr, um dir zu gefallen / nein, ich schweige nur noch aus Trauer“, liest Salima Sultan Nur, eine Universitätsdozentin aus Kerbela, die in Literatur promoviert wurde (durchweg alle Autorinnen sind Akademikerinnen). Als die Diskussion zum ersten Mal für das Publikum geöffnet wird, meldet sich ein älterer Herr zu Wort: Diese Lyrik sei ja sehr schön, aber doch sehr feministisch. Sein Aber löst leises Gelächter bei den Frauen aus. Was sei denn mit den nicht feministischen Frauen, hakt er nach, die dürfe man doch nicht ausgrenzen?
Das wird spitz gekontert mit dem Hinweis: „Die schreiben nicht. Oder wenn, dann unter Pseudonym und auch dann eher religiöse Erbauungsliteratur.“
Der Frankfurter Verlag Schöffling & Co. erhält den mit 50.000 Euro dotierten Binding-Kulturpreis 2016. Der Verlag sei „ein überregional weithin geachteter Leuchtturm der literarischen Welt, dessen Strahlkraft auch der Stadt Frankfurt Glanz verleiht“, begründet das Kuratorium der Binding-Kulturstiftung seine Entscheidung.
„Mit dem Frankfurter Verlag Schöffling & Co. wird ein unabhängiges Unternehmen ausgezeichnet, das mit seinem Programm seit über 20 Jahren konsequent auf literarische Qualität und Autorenpflege setzt“, so die Binding-Kulturstiftung weiter. „Wie bei wenigen anderen Verlagen gehört dazu an zentraler Stelle die Pflege der zeitgenössischen Dichtung.“
(…)
Die Binding-Kulturstiftung würdigt mit dem Binding-Kulturpreis seit 1996 jährlich Kulturschaffende aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet, deren Wirken und Schaffen über die Region hinaus Aufmerksamkeit und Anerkennung finden. Unter Vorsitz von Dr. Christoph Graf Douglas gehören dem Kuratorium an: Dr. Andreas Bomba (Hessischer Rundfunk), Dr. Ina Hartwig („Frankfurter Allgemeine Zeitung“), Hannes Hintermeier („Frankfurter Allgemeine Zeitung“), Dr. Julia Voss („Frankfurter Allgemeine Zeitung“) und Peter Michalzik („Frankfurter Rundschau“).
Die Preisverleihung findet am Samstag, den 2. Juli, um 11 Uhr im Kaisersaal des Frankfurter Römer statt. / Börsenblatt
Ein Intellektueller kann kein Gedicht schreiben.
Warum nicht?
Das geht nicht. Er kommt nicht in den Zustand der Trance, wo Poesie sich ereignet. Das geht nicht. / Wolf Wondratschek, FAZ
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