Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Heute vor 60 Jahren, am 12. Dezember 1962, fand in der Deutschen Akademie der Künste in Ostberlin ein Lyrikabend statt. Auf Einladung Stephan Hermlins hatten zahlreiche junge Lyriker ihre Gedichte eingesandt, aus denen er vorlas. Da die Lesung sehr gut ankam, trugen anschließend die… Continue Reading „Auftakt“
Artur Lundkvist (* 3. März 1906 in Hagstad, Südschweden; † 11. Dezember 1991 in Solna) Die Freiheit aus: Elegie für Pablo Neruda Und nun bist du frei wie deine Dichtung, nirgends und überall, nicht länger gebunden an Ort und Zeit, befreit von der Kette der Siege und Niederlagen, und es ist gleichgültig,… Continue Reading „Frei wie deine Dichtung, nirgends und überall“
Nelly Sachs (* 10. Dezember 1891 in Schöneberg, heute Berlin; † 12. Mai 1970 in Stockholm) WASSERSCHÖPFERIN Ich schöpfe Wasser aus einer Quelle Bin zurück zu der Kindheit meines Volkes gelaufen Bin ganz warm geworden Durch den Wüstensand der Jahrtausende gelaufen um bei meinem Volk zu trinken. Rahels Spiegelbild schöpfe ich mit… Continue Reading „Wasserschöpferin“
Àxel Sanjosé Die Lemminge Die Felsen des Nordens schwarzen] wahren das graugelbe] grenzgelbe Gras eine] keine Wiese, gewesene Zeit <Zelt?> kaum einer Ruhe] Liebe wert des Wortes] der Worte] Wörter | : dröhnender] drehender : | Wind drohende Welt Sibelius Die Themen] Säuglinge, vom… Continue Reading „Lemminge“
Leopold Marx (* 8. Dezember 1889 in Cannstatt ; † 25. Januar 1983 in Shavei Zion, Israel ) Aus: Neujahrsgrüße aus der bösen Zeit 1934 Manches Jahr schon haben wir mit Sprüchen eingesegnet und zu Grab geleitet, aber keins noch hat den Dichterküchen so viel… Continue Reading „Neujahrsgrüße aus der bösen Zeit“
Henriette Hardenberg (geboren am 5. Februar 1894 in Berlin; gestorben am 26. Oktober 1993 in London) Liebe Zwei gehen nackt durch einen Wald, Sie schreiten hoch Und lachen mit den Vogelschreien. Der wunde rasende Klang würgt ihre Kehlen. In ihren Häuten brennen sie eisig, Atemstücke brechen aus verschütteten Massen. Menschen reißen sich… Continue Reading „Liebe“
Ich widerstehe der Versuchung, die Aufstellung des 1. FC Nürnberg zu bemühen. Stattdessen etwas Konventionelleres. Ein Gedicht „an“ etwas. Als hätte Benn das nicht verboten, das „an“dichten. Handke schreibt ein Gedicht „an“ und „über“ die Dauer. Der Schluß des Auszugs schlägt unerwartet den Bogen… Continue Reading „Peter Handke zum 80.“
Petr Křička (* 4. Dezember 1884 in Kelč; † 25. Juli 1949 in Okarec, heute Ortsteil von Třebíč) Medynia Głogowska Über den Kopf die erste, die zweite pfiffen, fliegen viel dichter schon. Tiefer geduckt, im ängstlichen Spott noch begriffen, bieten die Burschen Willkomm. Fünferhaubitzen, da sind sie herangaloppiert, Herrgott, dein Wille geschehe!… Continue Reading „Kriegsszene“
Friedrich Bergammer (eigentlich Friedrich Glueckselig; geboren am 18. Dezember 1909 in Wien; gestorben am 9. Oktober 1981 in New York City) Der letzte Hort O Ewigkeit, du Bettelhort! Vergänglich Sitte, Art, Kultur, geknüpft an Mode, Zeit und Wort. O Weltenschicksal! Unglücksspur! Sie treiben uns von einem Ort zum anderen. O Leidenskur! Wir ziehn… Continue Reading „Bettelhort“
Hansjörg Zauner (* 2. Dezember 1959 in Salzburg; † 30. Juni 2017) DAS ZERSCHELLEN DER WOERTER IN DEN BUCHSTABEN UND DARUEBER HINAUS DA VERWORTEN DIE BUCHSTABEN IM DARUEBER HINAUS ZU ZERSCHELLEN EIN ZERBUCHSTABEN DIE SCHELLEN IN DEN WOERTERN EIN DARUEBER HINAUS DAS DARUEBERHINAUS IN DEN… Continue Reading „in den buchstaben ein zerschellen“
Die Dichterin Anna Louisa Karsch, oft genannt die Karschin, wurde geboren als Anna Luisa Dürbach am 1. Dezember 1722, heute vor 300 Jahren, in Hammer bei Schwiebus, heute Świebodzin; gestorben ist sie am 12. Oktober 1791 in Berlin. Der Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim… Continue Reading „Anna Louisa Karsch 300“
L&Poe Journal #02-2022 Ein Mailwechsel (Teil 1) Name, Alter, Beruf und Vorerkrankungen: Literatrue in Zeiten des Wettbewerbs Betreff: Aw: Stadtschreiber in Halle Datum: 10.10.2022 20:46 Von: michael spyra <—@—> An: Konstantin Ames <—@—> Lieber Konstantin, danke für den Hinweis. Ich saß in den letzten… Continue Reading „Literatrue in Zeiten des Wettbewerbs“
Sibylla Vričić Hausmann goldene Blumen (1) Für nichts in der Welt gäbe Sappho ihr schönes Kind her. Nicht für ganz Lydien‚ nicht für Lesbos, die Insel. Seine Gestalt gleicht goldenen Blumen. Wer könnte es wagen, ihre Gedichte in die Waagschale zu werfen, nur um… Continue Reading „Nichts spricht gegen unreine Reime“
Joseph Roth (* 2. September 1894 in Brody, Ostgalizien, heute Ukraine; † 27. Mai 1939 in Paris) Natur Hinter den Häusern der Stadt, dort wo die Verbotstafeln stehn, beginnt Gottes freie Natur, die den Menschen gehört. Parzelliert und in Grundbüchern eingetragen sind die Quellen, die Äcker, die Wälder, der Wind, die Tannen, die Eichen,… Continue Reading „Natur“
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