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Robert Gillett Aus: Terroristisches Manifest IV Es ist Zeit, radikal zu werden. Zeit für Kettensägen—Gedichte. Alle, die Bäume morden, Gehören gefällt. Setzt die Klinge sachte An die Kehle, Durchtrennt schleppend Die Schlagader, Lasst Blut reichlich Spritzen, Seinen wahren Zweck zu erfüllen, Wurzelwerk—Trankopfer. Aus dem… Continue Reading „Zeit radikal zu werden“
Dieter Mucke (* 14. Januar 1936 in Leipzig; † 12. März 2016 in Halle (Saale)) Winter Die Bäume kralln sich in den Himmel und die Erde Wie schwarze Blitze, die am Horizont erstarrten Gebannt auf einen Negativfilm in Totalvision Wo sie auf Frühlingsstürme und -gewitter warten. Doch eine weiße Krähe streift mit… Continue Reading „Winter“
Friedrich Müller (Johannes Friedrich Müller, genannt Maler Müller oder Teufelsmüller, * 13. Januar 1749 in Kreuznach; † 23. April 1825 in Rom) Der seraphische Dichter Für Engel, nicht für Menschen sang der Dichter sein Gedicht? Was Menschen nicht erfreuet, ergötzt auch Engel nicht. Quelle:Friedrich Müller (Maler Müller): Werke. Band 1, Mannheim und Neustadt/Hdt. 1918, S. 140-141,177.Permalink:http://www.zeno.org/nid/20005413192… Continue Reading „Nicht für Menschen?“
Beim Blättern in einer Anthologie stieß ich auf ein kurzes Gedicht, aber es machte stutzig. Es war offensichtlich nur der Anfang eines Gedichts. Es waren provenzalische Trobadorlieder, der Verfasser, Guillem Anelier, lebte im 13. Jahrhundert in Toulouse. Er nennt gleich am Anfang die Gattung… Continue Reading „Willem hält sich nicht mehr zurück“
L&Poe Journal #03-2023 Mailwechsel zwischen Konstantin Ames und Michael Spyra Betreff: Neid is falling Datum: 12.10.2022 11:55 Von: Konstantin Ames <—@—> An: michael spyra <—@—> Zu jeder Art Wettbewerb gehört die entsprechende Einstellung. Und die fehlt einigen, nicht wenigen Lyriks. Ich bin nie eine… Continue Reading „LITERATRUE IN ZEITEN DES WETTBEWERBS (Teil 2)“
Clemens Schittko Nachruf auf eine Jahreszeit (Berlin Version) es schneit nicht mehr kein Schnee fällt mehr nieder es schneit nicht mehr und wenn es doch noch schneit, so bleibt der Schnee nicht liegen er schmilzt dahin, sobald er den Boden berührt doch wie gesagt:… Continue Reading „Es schneit nicht mehr“
Wassily Kandinsky (russisch Василий Васильевич Кандинский; * 4. Dezember 1866 alten = 16. Dezember neuen Stils in Moskau; † 13. Dezember 1944 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich) DER RISS Der kleine Mann wollte die Kette zerreißen und konnte natürlich nicht. Der große Mann zerriß sie ganz leicht.… Continue Reading „Das müssen wir verschweigen“
Wassyl Stus (ukrainisch Василь Семенович Стус, * 8. Januar 1938 in Rachniwka, Oblast Winnyzja; † 4. September 1985 im Straflager Kutschino, Oblast Perm – die Behörden nahmen sogar noch die Leiche in Haft.) Verstummt ist die Quelle des Herzens. Der dunkle Brunnen trocken und seicht. Schmerz durchzieht die Seele! Wie langsam schreitet die… Continue Reading „Versiegt ist die Quelle des Herzens“
Hans Thill Zwanzig dreiundzwanzig Alles auf Drei, aber wörtlich, Primzahl, „Ach, das ist aqua“, der Fluß unter den Erscheinungen. Wie spricht man das? Dreimännerwein. Kautabak. Groschen-Ohr. Drive-in. Das Jahr, in dem noch keiner war. Traminer. Trimurti, Trilce. Trriiil … ce Twenty twenty-three All on… Continue Reading „Zwanzig dreiundzwanzig“
Gerd Adloff Kleiner chronologischer Ablauf meiner Verwirrungen Die Welt Das Trockenwerden Schleife binden Bruchrechnung Turnübungen Die Pubertät Die höhere Mathematik Kommandos beim Militär Das Militär Bestimmte Übungen aus dem Kamasutra Bauanleitungen Steuererklärungen Rentenverläufe Das Älterwerden Die Welt Aus: Gerd Adloff: Ist die Musik zu… Continue Reading „Das Älterwerden“
#02-2022 In dieser Ausgabe: Editorial | UKRAINE (Wikyrtschak | Ames | Witte) | NEUE TEXTE (Igel | Peters | Genschel | Becker | Struzyk | Endres | Hefter | Hoffmann | Reyer) | ALTER TEXT ( Poe: Der Rabe | Wobbe: Niejohr) | DOSSIER… Continue Reading „L&Poe Journal 2 (2022)“
Ivan Sviták (10. Oktober 1925 in Hranice na Moravě – 20. Oktober 1994 in Prag) Die Erkennbarkeit der Welt Wo ich war dort war ich nicht Ich war also dort wo ich nicht war Oder war ich dort wo ich war? War ich? War ich… Continue Reading „War ich? War ich nicht?“
Jakob Haringer (* 16. März 1898 in Dresden; † 3. April 1948 in Zürich) Tot Ist alles eins, Was liegt daran, Der hat sein Glück, Der seinen Wahn. Was liegt daran! Ist alles eins, Der fand sein Glück! Und ich fand keins. Aus: Jakob Haringer, Poesiealbum 373. Wilhelmshorst: Märkischer Verlag, 2022, S.… Continue Reading „Tot“
Henri Chopin (* 18. Juni 1922 bei Paris; † 3. Januar 2008 in Dereham, Norfolk) Heute vor 15 Jahren starb der französisch-britische visuelle und Klangkünstler Henri Chopin („poésie sonore“). Hier ein Schreibmaschinenpoem. Chronique, Page 7, 1974Originalmanuskriptseite aus: Collection OU, Nr. 5, Tinte und Letraset auf Papier Rohübersetzung des französischen Texts (Annäherung, da der… Continue Reading „und revolutionen sind nicht mehr möglich“
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