Kategorie: Europa

79. Patrizia Cavalli deutsch

Sie trägt ihre Gedichte auswendig vor, im Stehen, und mit jeder Hebung wiegt sie sich ein bisschen mehr in den Rhythmus der Sprache hinein. Assonanzen und Reime steigen wie Luftbläschen auf und zerplatzen, jede Schlusswendung ist der Auftakt zu einem neuen Text, und zwischen… Continue Reading „79. Patrizia Cavalli deutsch“

78. Am Mittwoch ist die Dichterin Erika Burkart im Alter von 88 Jahren gestorben

Lyrik hatte hierzulande ein Gesicht, das ihre: ein schmales, zur Seite geneigtes Gesicht mit grossen sehnsuchtsvollen Augen, umrahmt von hellen Locken. Lyrik hatte ihre zarte, weissgewandete Gestalt. Bis heute gilt Erika Burkart als die Lyrikerin der deutschsprachigen Schweiz. Mit Jahrgang 1922 gehörte sie zu… Continue Reading „78. Am Mittwoch ist die Dichterin Erika Burkart im Alter von 88 Jahren gestorben“

77. Der Autor ist tot

– lernt man jedenfalls im Germanistikstudium (vielleicht außer in *** und ### ) 1) Dabei weiß jeder Medienkonsument, daß wir uns fast nur für den Autor interessieren. Wer soll schließlich all die Gedichtbände kaufen und gar noch lesen? Biografien aber kaufen wir gern. Eine… Continue Reading „77. Der Autor ist tot“

76. Horst-Bienek-Preis für Mayröcker

Die österreichische Dichterin Friederike Mayröcker erhält den Horst-Bienek-Preis für Lyrik der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wird der 85-Jährigen am 18. Mai in der Münchner Residenz überreicht. Mayröcker sei eine „der kreativsten und vielseitigsten Sprachkünstlerinnen der Gegenwart“.… Continue Reading „76. Horst-Bienek-Preis für Mayröcker“

74. Gesamtkunstwerk

Martina Werner war erfolgreiche Lyrikerin, ihre Gedichte erschienen im Suhrkamp-Verlag. Dann genügten ihr die Worte nicht mehr. In den Siebzigerjahren begann ihre Auseinandersetzung mit den Bildenden Künsten, 1979 legte sie den Grundstein für das Gesamtkunstwerk „Señor Mendoza und der C-Stamm“, in dem ein fiktives,… Continue Reading „74. Gesamtkunstwerk“

72. Handy-Haikus

Bendel hofft also auf eine Renaissance der Lyrik via Mobiltelefon. Zumindest bei der Vermarktung seiner Haikus hat das neue Medium Bendel schon geholfen. „Um Lyrik reißen sich die Verlage ja nicht gerade“, weiß Bendel. „Man muss seine Gedichte anbieten wie Sauerbier.“ Oft genug müssen… Continue Reading „72. Handy-Haikus“

71. „Die reinen Lyriker bleiben auf der Strecke“

Der dünne „Welt“-Beitrag über Lyrik (#66. “Das ist das Problem der Lyriker”) geht also auf eine Agenturmeldung zurück. Heute eine ausführlichere Fassung bei der Badischen Zeitung, die so beginnt: Die Lyrik fristet im Buchhandel ein Nischendasein; ihre Auflagen sind wirtschaftlich kaum von Bedeutung. Oft seien… Continue Reading „71. „Die reinen Lyriker bleiben auf der Strecke““

70. „Natalie Merchant rettet alte Gedichte“

Die New Yorkerin wurde einst mit der Folkrockrand 10.000 Maniacs berühmt, von der sie sich 1993 trennte, um eigene Wege zu gehen. Auf ihrem neuen Soloalbum hat sie uralte englische Lyrik vertont, die sie auch gerne mal mit modernem Reggae mixt. „Jamaica gehörte früher… Continue Reading „70. „Natalie Merchant rettet alte Gedichte““

69. Randzeichnungen

Modernen Autoren fällt das Schreiben gewöhnlich schwerer als mittelalterlichen Kopisten, schwerer auch – wie Thomas Mann einmal festhielt – als anderen Menschen. Deshalb sind sie die meiste Zeit ihres Wirkens gar nicht mit Schreiben, sondern mit Nicht-Schreiben befasst. Für die Nachwelt blieben davon neben… Continue Reading „69. Randzeichnungen“

67. Keine neue Form in Sicht?

Gestern abend bei Arte (ich kannte mal einen, Professor, der sagte ganz unironisch, er habe noch nie was bei Arte gesehen) John Neumeyer über Nijinsky. Darin (aus dem Gedächtnis zitiert) dies: Eine neue Form der Lyrik zu erfinden, die nicht von der Lyrik des… Continue Reading „67. Keine neue Form in Sicht?“

66. „Das ist das Problem der Lyriker“

Wann habe ich zuletzt „Die Welt“ gelesen? Gerade eben, im World weit weg. Da schreibt ein Anonymus: Wann haben Sie ihren letzten Lyrik-Band gekauft? Tja, ist wohl schon länger her. Das ist das Problem der Lyriker. Ihre Bücher gehen schlecht. Der renommierte Schweizer Verleger… Continue Reading „66. „Das ist das Problem der Lyriker““

64. Metropolitan

Auszug aus der Rezension des Bandes „Frenetische Stille“ durch Tom Schulz, Poetenladen 24.3.: Seitdem hat sich sein Blick fokussiert auf metropolitane Dichtung. Fanden sich in Fragmentierte Gewässer (Berlin Verlag, 2007) deutliche Spuren von Rudimenten des Naturgedichts, die Winkler in hohem Maße ironisch-süffisant verabschiedet hat, so sind im… Continue Reading „64. Metropolitan“

63. Grundlegende Verstörung (und hier und da gebündelte Revolteabordnungen)

Bei Textem führt Carsten Klook ein Gespräch mit Ron Winkler über seine neuen Gedichte. Zwei Ausschnitte: Eine der Ideen für die neuen Gedichte war die der Kontamination. Einer Kontamination mit Interessen und Sprechweisen des eigenen Oeuvres, vor allem aber einer Kontamination mit jener grundlegenden… Continue Reading „63. Grundlegende Verstörung (und hier und da gebündelte Revolteabordnungen)“

62. Leipziger Temperamente

Eine Position des Außerhalb, des kunstvollen, aber randständigen Schrei­bens nehmen oft auch die Autoren der nach wie vor besten deutschsprachigen Lyrik-Zeitschrift „Zwischen den Zeilen“ ein. In der aktuellen Nummer 31 von „Zwischen den Zeilen“ präsentieren sich einige Autorinnen und Autoren, die ihre literarische Sozialisation am… Continue Reading „62. Leipziger Temperamente“

59. Kroatische Lyrik in Fellbach

Hochkarätige kroatische Künstler verwandeln Fellbach während des 4. Europäischen Kultursommers in ein pulsierendes Zentrum für Musik, Tanz, Literatur, Theater, Kleinkunst und bildende Kunst. Neben Kroatien ist als zweites Gastland Österreich geladen. … Die kroatische Lyrik, die von der Schönheit der Sprache und den dunklen… Continue Reading „59. Kroatische Lyrik in Fellbach“