Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Judith Herzberg (* 4. November 1934 in Amsterdam) BriefeWir wussten nicht, als wir noch lange Briefe schrieben auf Papier, dass wir die Letzten wären die einander noch auf diese Weise liebten mit sorgsam überlegten Worten die wir meinten. Aus: Judith Herzberg, Gedichte 1999-2024. Aus dem Niederländischen von Christiane… Continue Reading „Lange Briefe“
Schon wieder ein klassischer Todestag, und ein runder dazu. Heute vor 200 Jahren starb George Byron. Ich weiß nicht, ob es eine aktuelle deutsche Werkausgabe des englischen Dichters gibt. Ich besitze nur verschiedene Ausgaben aus dem 19. Jahrhundert. In einer fand ich diese launige… Continue Reading „200. Todestag“
ich schreibe gerne Gedichte
wie Katzen sich gerne in der Sonne lecken
blind soll er wieder werden, der auf einem auge blind war.
dass du blind wärest, für seine eigenen angelegenheiten blind.
wenn schon, dann nur blind.
ich sehe aus wie Thomas Bernhard
aber ich bin nicht Thomas Bernhard
ich sehe lediglich so aus wie er
Christine Lavant (* 4. Juli 1915 in Großedling bei St. Stefan im Lavanttal; † 7. Juni 1973 in Wolfsberg) Kaum habe ich die Lampe ausgelöscht gehn meine beiden dummen Augen über und eine Maus nagt unter meinem Bett.Doch greift dann niemand, wie bei meinen Schwestern, durchs Dunkel her und fragt: Bist du denn traurig? –Und niemand stellt… Continue Reading „Kaum habe ich die Lampe ausgelöscht“
Apti Bisultanov (* 1959 in Goitschu, Tschetschenien) ist ein tschetschenischer Dichter. Seit Herbst 2002 lebt er im Exil in Berlin. Sein 5000 Einwohner zählendes Heimatdorf wurde im März 2000 von der russischen Invasionsarmee dem Erdboden gleich gemacht. Er studierte Philologie und arbeitete als Philologe und… Continue Reading „Sonnengräber“
Aufschäumender Traum, ich schwimme
oben. Der Schaumschläger ist ein Tenor,
er trägt die Arie von den Zitronen vor.
Das ist die Seifenstrophe.
#MargretKreidl
Weh ist ein Wort, das ich aus den Opern von Wagner
gelent habe. Man sagt es, wenn man gleichzeitig singen
und kreischen muss
Ein Tor schlug zu, der Mond hing schief,
Der Brunnen schlief, die Stadt war tot,
Der Ringplatz schlief, die Gasse schlief,
Der Mond hing schief und rot.
worüber…
muss eine dichterin schreiben damit
es die herzen der leser derart berührt
dass sie sich alle sofort und für immer
umarmen wollen
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