Kategorie: Deutschland

4. Überzogen

Das deutsche Urheberrecht erlaubt Zitate; zulässig sind diese jedoch nur mit Kenntlichmachung als Zitat, mit „Zitatzweck“ (das Zitat muss also eigene Ausführungen stützen) und in geringer Länge („Kurzzitat“). Wer also komplette Erhardt-Gedichte oder Gedichtsammlungen publiziert, dem könnte bald das Lachen vergehen. Die Kanzlei veranschlagt… Continue Reading „4. Überzogen“

1. The good, the bad, and the ugly aktueller deutscher Lyrik

Wäre das Subsegment des Literaturbetriebs, das „aktuelle Lyrik“ heißt, eine Live-Musiksendung: Niemand, aber auch wirklich niemand würde sich die anschauen. Mainstream-Gitarrenrockbands, Ensembles für hoch anstrengende Kompositionen der neuen Musik (für drei Rasenmäher und Bratsche), volkstümliche Humptatakapellen und Renaissancechöre würden ohne erkennbares Ordnungsprinzip hintereinander über… Continue Reading „1. The good, the bad, and the ugly aktueller deutscher Lyrik“

124. Größe, Goethe, Grünbein

Wer heute an Gedichte denkt, den überkommt ein leises Gefühl des Peinlichberührtseins, noch bevor die erste Strophe gelesen ist, sind Bilder*) im Kopf: Lesebühnen, auf denen dünnstimmige Männer aus bärtigen Mündern ihre gereimten Existenzängste ins Mikrofon flöten, im Hintergrund Nieselregen; Volkshochschulkurse, in denen breithüftige Frauen ihr… Continue Reading „124. Größe, Goethe, Grünbein“

123. Lyrik-„Welt“

Die „Welt“ schreibt: Gleich ganz unter dem Motto der Literatur und ihrer ältesten Gattung, dem Gedicht, steht die Kultur mit einem Lyrik-Spezial auf den Seiten 49 bis 53. Viel Futter für Hirn und Herz. Und zum Lachen. Wir haben Parodist Peter Wawerzinek auf die… Continue Reading „123. Lyrik-„Welt““

120. Sagbar oder unsagbar

„STOP“ – zwei Gedichte in Ulrike Almut Sandigs Gedichtband enden mit diesem Warnhinweis. In beiden Fällen verweigert das Verkehrszeichen eine vom Text nahegelegte ungeheuerliche Aussage; „hier fängt alles neu STOP“ heißt es am Ende des Gedichts „Angesehen werden“, in dem von dem Ort gesprochen… Continue Reading „120. Sagbar oder unsagbar“

119. Sound, Modus und produktives Misstrauen

Ein Kommentar zur gegenwärtigen (aber nicht neuen) Diskussion. Originalbeitrag von Marius Hulpe Vor einigen Jahren bemühte Ron Winkler den Begriff des Modus, der innerhalb einer sich entwickelnden Poetik Schwankungen unterliege. Misstrauen gegenüber dem einmal erarbeiteten und nur vermeintlich Eigenen war die Waffe, die er… Continue Reading „119. Sound, Modus und produktives Misstrauen“

118. Vertane Chance

Diskussionsbeitrag von Christian Lux Die Vorwürfe in Richtung „gewollte Originalität“ oder gar „Publikumsfeindlichkeit“ gehen meiner Ansicht nach vollkommen ins Leere. Der Grund für die erfolgreichen Festivals, den „Lyrik-Hype“ (was denn nun Krise oder Hype?) ist doch gerade, dass die jüngere Generation, also eben die Autoren… Continue Reading „118. Vertane Chance“

116. Der Betrieb ist schlecht! Aber warum denn?

Diskussionsbeitrag von Bertram Reinecke Siehe auch: 119. Sound, Modus und produktives Misstrauen 118. Vertane Chance 107. Wenn Hölderlin Heute Lebte… 111. Originalität Ist Kein Jargon 87. Zu Viel Originalität       Eigentlich ist der Text von Brôcan nicht der Rede wert. Das hat man ja… Continue Reading „116. Der Betrieb ist schlecht! Aber warum denn?“

114. Preis für Fels

Der mit 15.000 Euro dotierte Wolfram-von- Eschenbach-Preis 2011 geht an den in Treuchtlingen geborenen Schriftsteller Ludwig Fels. Dies gab Bezirkstagspräsident Richard Bartsch in der heutigen Bezirkstagssitzung bekannt. … Die Preise werden am Dienstag, 4. Oktober, um 17 Uhr in Wolframs-Eschenbach verliehen. … Eine klare… Continue Reading „114. Preis für Fels“

111. originalität ist kein jargon

Diskussionsbeitrag von Simone Kornappel ein instrumentarium, um einen text für sich selbst als misslungen oder gelungen zu begreifen, ist der kopf. und einen kopf hat jeder leser, jede leserin allemal. die unlust am kauf oder die unlust am lesen eines gedichtbandes, einer anthologie oder… Continue Reading „111. originalität ist kein jargon“

110. Gewalttätig und unsicher

Seels Gedichte sind ebenso überlegt wie eindringlich, und das, obwohl sie ständige Unsicherheit ausstrahlen. Das fängt bei der Kommunizierbarkeit an. Seel führt in den Zyklen »wo ihr körper beginnt« und »fuchsia« die poetische Sprache vor, deckt Situation und Wechselwirkungen auf, in denen sich Dichter,… Continue Reading „110. Gewalttätig und unsicher“

107. Wenn Hölderlin heute lebte…

Auszüge aus einem Aufsatz von Jürgen Brôcan in der NZZ vom 22.7. (L&Poe #87. Zu Viel Originalität): Der deutschsprachige Leser wird gegenwärtig mit zwei Phänomenen konfrontiert: Einerseits mit der unglaublichen Fülle an Gedichten in Anthologien, im Netz oder auf Poesiefestivals, die es ihm ohne… Continue Reading „107. Wenn Hölderlin heute lebte…“

106. Germany’s literary magazine culture

Bella Triste normally comes in, um, magazine-form, but this time each piece got its own special format: poster, pack of cards, door hanger, various booklets, etc. Normally I’m suspicious of potentially gimmicky packaging that could overpower the content, but no worries, Bella Triste is… Continue Reading „106. Germany’s literary magazine culture“

104. da kapo mit CSS-Gas

102. Euterclique

„Wilders, Sarrazin und Broder mitsamt der Euterclique können stolz darauf sein, diese Brut mit ihrer ,Streitkultur‘ aufgezogen und gehätschelt zu haben, die im Namen der Freiheit, der christlich-demokratischen Nächstenliebe, alle ,Gutmenschen‘, Linke, Liberale und Muslime, die nicht mit dieser kranken Gedankenwelt d’accord sind, zur… Continue Reading „102. Euterclique“