Kategorie: Deutschland

111. Gedichtschwemme

Soviel (Gegenwarts-)Lyrik war nie bei den 99,977 % des Publikums, deren Lyrikkonsum mit Schulschluß aufhörte. Da ist schon wieder eins. Die taz bringt heute ein Grassgedicht zum Thema Urheberrecht. Als Ghostwriter fungierte der Berliner „Heimatdichter“ (taz) Uli Hannemann, und macht er seine Sache schlecht?… Continue Reading „111. Gedichtschwemme“

109. Misik exklusiv auch in Günter-Grass-Versen

Und in Erwägung, dass wir politisch in der See der Belanglosigkeit treiben Wie einst Odysseus im Mittleren Meer Ist die Frage tatsächlich berechtigt ob nicht die Sprache der Alten In unsere Debatten brächte Kultur Der Dichter Grass jedenfalls Ihn wollen wir preisen Für seine… Continue Reading „109. Misik exklusiv auch in Günter-Grass-Versen“

108. Gedankenfreiheit

Im FAZ-Blog erzählt Marina Weisband die kuriose Geschichte des Liedes „Die Gedanken sind frei“

107. Stolterfoht, der Listige

Der Lyrikvortrag als Leistungsschau, oder anders: Die Lyrik als Betrieb ist das Thema von Stolterfohts „Radioessay“, wie der produzierende Südwestrundfunk das Stück keck klassifiziert. Stolterfoht, der Listige, nimmt die sportive Komponente des „Schauwettbewerb[s]“ beim Wort und prägt seinem „fiktiven Feature“ (Verlag) konsequent das Vokabular… Continue Reading „107. Stolterfoht, der Listige“

106. Auch leise Sensationen

Wer sicher ist in der Welt, schreibt keine Lyrik. Doch für die Wünschelrutengänger nach Wirklichkeit kann der Vers Intensität, also Sinn, also Erdung, bedeuten. Auf einmal schiesst eine banale Aussenwahrnehmung zusammen mit einer Empfindung: Irritation, Staunen, Erschrecken oder Einbruch von Schönheit, Glück. Solche Vorgänge… Continue Reading „106. Auch leise Sensationen“

105. Konstantin Wecker 65

Zu seinem 65. Geburtstag bringt Konstantin Wecker einen Band mit seinen gesammelten Gedichten heraus. «Jeder Augenblick ist ewig» heißt das Buch. Es könnte auch der programmatische Titel seines intensiven und alles andere als langweiligen Lebens sein. Und der Gedichtband ist noch etwas anderes: ein… Continue Reading „105. Konstantin Wecker 65“

104. Benkels Aphorismen

Dank des Kurznachrichtendienstes Twitter ist der Aphorismus in Form des Mikroblogging eine auflebende Form. Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in seiner Operativität, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Spätmoderne. Es ist sozusagen Twitteratur. Holger Benkels »Gedanken, die um Ecken… Continue Reading „104. Benkels Aphorismen“

103. Salzburger Stier für Eckenga

Kabarettforum Salzburger Stier 2012 Der Deutsche Preisträger: Fritz Eckenga, „Ein Wort liebt das andere“, Gestaltung: Doris Glaser Fritz Eckenga ist ein wahrer Liebhaber der deutschen Sprache. Seine Spezialität sind absurd-komische Alltagsgeschichten, die er mitunter auch zu Lyrik verarbeitet. Legendär ist Fritz Eckenga, Jahrgang 1955,… Continue Reading „103. Salzburger Stier für Eckenga“

101. Wandelbare Elefanten

Hier stand ein Text von NN, den er eine halbe Stunde später zurückrief:  „müssen wir leider zurücknehmen, gut, dass das im onlinegeschäft möglich ist. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/noch-n-gedicht-wo-waere-guenter-grass-ohne-griechenland-11764737.html Im weiteren Fortgang Literatur: Grass will Gedicht zu Griechenland nicht kommentierenFOCUS Online – ‎26.5. 12:30Literaturnobelpreisträger Günter Grass will sein neues Gedicht… Continue Reading „101. Wandelbare Elefanten“

100. Lyrikerkitsch (Ein Pirat antwortet dem Dichter)

Mein Freund ist der Michael Krüger. … Er hat sich bitter beklagt, dass ihr seine Bücher ins Netz stellt! [Pause für eine Internetrecherche] Nee, ich find ihn nicht. Da ist nichts von ihm im Netz, ganz bestimmt nicht! Der kann also wieder ruhig schlafen, dein… Continue Reading „100. Lyrikerkitsch (Ein Pirat antwortet dem Dichter)“

99. Uninformiert

In dem gleichen FAZ-Artikel versuchte Krüger seinem griechischen Freund „unsere Debatte um Urheberrechte zu erklären, die ich selbst kaum verstehe“. So seine Erklärung: Hier wird, sagte ich schüchtern, gerade über das Verschwinden des Autors im Netz diskutiert. Eine kleine politische Gruppe, die sich Piraten… Continue Reading „99. Uninformiert“

96. Guerillalyrik

Die Gedichte aus „Berliner Fenster“ bleiben Guerillalyrik, poetische Street Art. Ein hässlicher Fleck, der sich als Spiegel entpuppt. Sie würden sich exzellent auf Hausfassaden machen. Nicht an denen der sogenannten Problembezirke, nicht in Neukölln. Sie würden sich perfekt einpassen auf der Friedrichstraße, der Kö,… Continue Reading „96. Guerillalyrik“

94. Apfel und Amsel

Gedichte können durchaus süffig sein, deshalb müßte man das Jahr 2012 mit einem önologischen Vergleich wohl einen „gute Lyrikjahrgang“ nennen. Ohne Anspruch auf Repräsentativität seien an dieser Stelle vollkommen subjektiv Norbert Lange („Das Schiefe, das Harte und das Gemalene“), Marie T. Martin („Wisperzimmer“), Klaus… Continue Reading „94. Apfel und Amsel“

93. Grass-Gedicht erregt Gemüter

Es heißt „Ein Wunder“ und geht so: „Soeben noch schlaff und abgenutzt / Nach soviel Jahren Gebrauch, / Steht Er / – Was Wunder! / Er steht -, / Will von dir, mir und dir bestaunt sein, / Verlästert und nützlich zugleich.“ Das Publikum ist… Continue Reading „93. Grass-Gedicht erregt Gemüter“

92. Preis für Sabine Scho

Die in Berlin und São Paulo lebende Dichterin Sabine Scho wird mit dem diesjährigen Anke Bennholdt-Thomsen-Lyrikpreis geehrt. Die mit 10000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 23. November in Weimar zum zweiten Mal vergeben, teilte die Deutsche Schillerstiftung mit. Die Jury lobte Verfahrensweisen und Themen… Continue Reading „92. Preis für Sabine Scho“