Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
in meiner Erinnerung
wächst nur das Efeu auf der Wohnzimmertapete
alles andere muss noch eine Sprache lernen
wann wird sie aufwachen, die Mutter
mehr Vergangenheit hab ich nicht
#DinçerGüçyeter
Sie schlugen mich mit Prügeln platt und machten mich mit Hunger satt,
sie zogen mir die Haut vom Leib und taten Schand an Kind und Weib.
Ich bin der arme Kunrad,
Spieß voran, drauf und dran!
#HeinrichReder #otd
min vater der mich slacht min mutter
die mich aß wie quälst du mich so kenn ich
dich die fügung ohne ausgang bis der lauf
auf die knochen setzt
#KristinSchulz
Dauernd der Lärm die Stille rasend Wer
Niemals zuvor gelacht hat lacht jetzt sehr
Und wer stets lachte lacht jetzt um so mehr
Die Geyer die girren /
Die Reyher die irren /
Die Schlangen die spielen /
Die Kröten die wühlen /
Die Armen die heulen /
Die Teufel die Keulen.
die männer die ich esse
sind
alle zu klug für mich
ich
fühle mich so klein
dabei bin
ich so groß
#SandraKlose
Den meisten Passanten sind Gedichte völlig egal, Lehrern, Redakteuren und Buchhändlern sind sie noch egaler. Am egalsten sind sie den Verlegern.
#MichaelAugustin
Lies doch (Beispiel) ein Jahr lang
vorm Schlafengehn Gryphius, Rilke,
Trakl und Johannes Beer.
#WalterGröner
Der Schweigsame
Kein Wort gelingt, schreibt er,
kein Wort.
Und schreibt und schreibt.
#ElisabethBorchers
Rilke knipste das Radio an
hörte eine Feuilletonsendung
schrieb schließlich: «Oh Radio
treuer Gefährte langer Winterabende
an denen ich ein kaltes Eis am Stiel bin!»
#JürgenTheobaldy #otd
Ruth Wolf-Rehfeldt. Geboren am 8. Februar 1932 in Wurzen bei Leipzig; gestorben am 26. Februar 2024 in Berlin.
wenn
der schwanz
erlischt,
gehen schweigsame
soldaten
durch das museum
der wälder.
#kievstingl
ich sei an
einem wintermorgen mit einem
taxi zum krankenhaus gefahren
wo mir clowns im weißen kittel
die knochen zersägten und das
bein verdrehten ohne daß ich
schmerz verspüren konnte
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