Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
«Reizstrom in Aspik» ist ein existenzieller Text, wer ihn gelesen hat, wird Gedichten mehr Antworten zutrauen. / Angelika Overath, NZZ 27.4.02 Brigitte Oleschinski: Reizstrom in Aspik. Wie Gedichte denken . Ein Poetik-Projekt mit Urs Engeler. Dumont-Verlag, Köln 2002. 131 S., Fr. 31.80
NZZ druckt versfrei ein Gedicht von Kurt Drawert : Koloskopie (sowie, nicht online, Emily Dickinson zweisprachig!) / 27.4.02
Thomas Mann als Lyriker kann man in der Frankfurter Anthologie erleben: schwül, -stigst (mit Achselbart, Hinterfleisch und Zeugezeug – außerdem einem handfesten editorischen Skandal). / FAZ 27.4.02
Obwohl man ihn seit einem Jahrzehnt durch allerlei «Ruhmhallen» hetzt, ist Durs Grünbein ein Ausnahme-Lyriker geblieben, der mit seinem Weltaneignungsgeschick und seiner Kompositionsfertigkeit selbst schwächere Phasen seiner Produktion zu überspielen vermag. … Vier Gedichttypen lassen sich in «Erklärte Nacht» unterscheiden: Im ersten Teil des… Continue Reading „„Staatsdichter“ Grünbein?“
Seit mehr als 1000 Jahren leben Juden in Deutschland, aber erstmals vor 230 Jahren schrieb einer von ihnen auf Deutsch, lesen wir in der NZZ: Mit den 1772 anonym erschienenen «Gedichten von einem pohlnischen Juden» war dieser Anfang in Deutschland für die Literatur gesetzt.… Continue Reading „Kein Wilder“
SZ: Wie viele Gedichte können Sie auswendig, Herr Leitner? Leitner: Um die hundert, würde ich sagen. Sehr schön finde ich Giuseppe Ungarettis „Der Morgen“: „Ich erleuchte mich/durch Unermessliches. “ Ein sehr kurzes Gedicht. Doch darüber lohnt es sich nachzudenken. / SZ interviewte den Herausgeber… Continue Reading „10 Jahre Das Gedicht“
In einer Betrachtung zu «Merkmalgedichten des 20. Jahrhunderts», die in der aktuellen Ausgabe der Literaturzeitschrift «Die horen» (Nr. 205) nachzulesen ist, liefert Waterhouse ein schroffes Dementi in Sachen «Wahrheit». Gedichte, so Waterhouse, haben es mit einem «weit verzweigten System von Unwahrheiten» zu tun, ja… Continue Reading „Lyrik, Wahrheit, Materialität – Zeitschriftenkritik“
Zu der Handvoll wirklich imposanter Verse muss man sich erst durchkämpfen. Einer davon heißt „Abschied vom Fünften Zeitalter“ und schildert die Jugend des Autors in der DDR. Die Stimmung, die Grünbein da mit dunklem Timbre einfängt, führt einen in die beklemmende Welt des Sozialismus… Continue Reading „Leuchttürme und Ebbe“
Die Stadt Darmstadt hat den 13. Leonce-und-Lena-Preis für Nachwuchslyriker ausgeschrieben. Bewerben können sich deutschsprachige Autoren, die nicht älter als 35 Jahre sind. Die Preisverleihung ist für den 14. und 15. März 2003 geplant. «Wir erwarten zwischen 400 und 500 Einsendungen», sagte Fritz Deppert vom… Continue Reading „Leonce-und-Lena-Preis“
Auch sonst heute (23.4.02) viel Lyrik in der Süddeutschen: Albert von Schirnding bespricht Günter Herburger , Arthur Schnabl berichtet aus Mähren, dem Land, das so viele stille Dichter hervorgebracht hat (wie Jan Skácel ), und Hartmut Kühne bereiste Alexandria, einstmals die Heimat des Dichters… Continue Reading „Lyrik in der Süddeutschen“
Die taz steht da auch nicht nach und (23.4.02) zeigt das Weltende an: Jakob van Hoddis: „Weltende – Die zu Lebzeiten veröffentlichten Gedichte“. Herausgegeben von Paul Raabe. Arche Verlag, Zürich, Hamburg 2001, 112 Seiten, 14,50 €
Lyrik (sagt die Sächsische Zeitung) ist, wenn man sich geschwollen ausdrückt: Der Oberbürgermeister bemühte die Lyrik. „Sport ist eine Tätigkeitsform des Glücks“, sagte Ingolf Roßberg bei seiner Eröffnungsrede am Sonnabend auf der 10. Dresdner Sportlergala im Westin Hotel Bellevue. / 23.4.02
Ausprunk liebt Bücher, aber die Menschheit liebt die Bücher nicht, zumindest nicht die, die Ausprunk geliebt sehen möchte. Französischer Surrealismus, Beckett, Lyrik. An der Innenseite der Ladentür klebt eine kleine schwarze Postkarte: „Die Welt ist schlecht“./ Berliner Zeitung 23.4.02
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