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Hans Bender (* 1. Juli 1919 in Mühlhausen, Baden; † 28. Mai 2015 in Köln) Überholt Selbst vom hochgelobten Benn Nicht jede Metapher preisen. Hochgehaltene Schwerter zählen längst zum alten Eisen. Aus: Hans Bender, Hinter die dunkle Tür. Vierzeiler 2013-2015. Ludwigsburg: Pop, 2019, S. 77 Vergleiche Gottfried Benns Gedicht „Dennoch die Schwerter halten“:… Continue Reading „Überholt“
Elisabeth Borchers (* 27. Februar 1926 in Homberg, Niederrhein; † 25. September 2013 in Frankfurt am Main) Rette uns, sage ich zur eben gelesenen Zeile (Schön ist die Menschenvernunft und unbesiegbar. Czesław Miłosz) bevor es zu spät ist Aus: Notizen. In: Elisabeth Borchers, Von der Grammatik des heutigen Tages. Gedichte. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1992,… Continue Reading „Notiz“
Jayne-Ann Igel Was war zunächst war die fremde, aus der kehrte sie nach einem jahr heim, ohne begriff davon, was es bedeutete. Die familie oder das zuhause schien der ort, dem zu entsagen sie wenig mühe hatte. Wenn das nicht eine selbst erfundene legende… Continue Reading „all die unerlösten biographien“
Johann Valentin Andreae (* 17. August 1586 in Herrenberg; † 27. Juni 1654 in Stuttgart) An den GrübIer Ohn Kunst, ohn Müh, ohn Fleiß ich dicht, Drum nit nach deinem Kopf mich richt, Bis du witzt, schwitzt, spitzt, schnitzt im Sinn, Hab ich angsetzt und fahr dahin. Bis du guckst, buckst, schmuckst,… Continue Reading „Bis du witzt, schwitzt, spitzt, schnitzt im Sinn“
Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (getauft 25. Dezember 1616 in Breslau; † 18. April 1679 ebenda) Maschinelle Texterkennung und Rekonstruktion Texterkennung nach der Ausgabe: C. H. v. H. Deutsche Übersetzungen und Gedichte. Breßlau 1704 (urn:nbn:de:gbv:3:1-210933-p0573-7) SAuf Den Sinfall Der Stirden zu Elifaberly, Sonet. StartemRrachen brach Der?Bau DeszEr,tert ein / Die… Continue Reading „Auf den Einfall der Kirchen zu St. Elisabeth“
Johann Wolfgang Goethe An Belinden. Warum ziehst du mich unwiderstehlich, Ach! in iene Pracht? War ich guter Junge nicht so seelig In der öden Nacht! Heimlich in mein Zimmerchen verschloßen, Lag im Mondenschein, Ganz von seinem Schauerlicht umfloßen – Und ich dämmert ein. Träumte… Continue Reading „An Belinden“
Günter Kunert (geboren am 6. März 1929 in Berlin; gestorben am 21. September 2019 in Kaisborstel) Aktfoto In den schwarzen Schattenspalten verröchelt das Licht. Fruchtlosigkeit birgt sich hinterm Kalk blitzgeknipster Haut. Die Technik kennt keine Scham und betont Zoologisches: Lippen, schnappend, lastendes Gehänge, Kugelhaftes, tiefgekerbt, teils gebeugt und teils gestreckt.… Continue Reading „Aktfoto“
Heiner Müller (* 9. Januar 1929 in Eppendorf, Sachsen; † 30. Dezember 1995 in Berlin ) Altes Gedicht Nachts beim Schwimmen über den See der Augenblick Der dich in Frage stellt Es gibt keinen anderen mehr Endlich die Wahrheit Daß du nur ein Zitat… Continue Reading „Altes Gedicht“
Hugo Ball (* 22. Februar 1886 in Pirmasens; † 14. September 1927 in Sant’Abbondio-Gentilino, Schweiz) Der Schizophrene Ein Opfer der Zerstückung, ganz besessen Bin ich – wie nennt ihr’s doch? – ein Schizophrene. Ihr wollt, daß ich verschwinde von der Szene, Um euren eigenen Anblick… Continue Reading „Der Schizophrene“
Im Alter von beinahe 100 Jahren starb die Schriftstellerin Eva Zeller, geb. Feldhaus, verh. Dirks (* 25. Januar 1923 in Eberswalde; † 5. September 2022). Frauen bei Kriegsende Wie haben wir schlafen können als wir vor Hunger nicht schlafen konnten weil Brot sich in Steine verwandelt Wie haben wir atmen können… Continue Reading „Eva Zeller (1923-2022)“
Salomon Geßner (* 1. April 1730 in Zürich; † 2. März 1788 ebenda) Mein Herr. Ich fühl ein Vergnügen nur halb, wann sie es nicht mitgeniessen; werden sie hier nicht ein Lied mit Vergnügen lesen, das ich vorgestern in einem Band von uralten, ohne sonderliche… Continue Reading „Lied eines Schweizers an sein bewaffnetes Mädchen“
Karl Simrock (* 28. August 1802 in Bonn; † 18. Juli 1876 ebenda) Tod der Poesie Nach langem Leiden war gestorben Die Himmelstochter Poesie. Nie hat ihr Priester viel erworben, Gewiß, am Hunger starb auch sie. Und prächtig will man sie begraben Im goldbeschlagnen Silberschrein,… Continue Reading „Tod der Poesie“
Zum gestrigen Todestag des Dichters Rainer Malkowski (* 26. Dezember 1939 in Berlin; † 1. Dezember 2003 in Brannenburg) ein Gedicht von Andreas Köllner. Lichtung Ein Gedicht von Malkowski in den Morgen gedacht: Das Nichtgesagte zwischen den Zeilen sich selbst aussprechen lassen Zuhören wie… Continue Reading „Lichtung“
Kasimir Edschmid (* 5. Oktober 1890 in Darmstadt; † 31. August 1966 in Vulpera, Engadin) DEM GEDÄCHTNIS DER TÄNZERIN ANGELIQUE HOLOPAINEN Über der stahlgrellen Straffung von tausend entflammten Gelenken, o wie liegt im Tanz ihr zweckloser Bizeps da kühl wie ein sänftiger Hund. Und alle die andern, die Muskeln, entzündete Sehnen schwenken Lächeln… Continue Reading „Der Tänzerin“
Hedwig Lachmann (* 29. August 1865 in Stolp, Provinz Pommern; † 21. Februar 1918 in Krumbach) Unter der Schwelle Ich bin ein Weib, zag, furchtsam, feig wohl gar – Geschreckt von dem Gewühl auf lautem Markt; Kleinlaut vor jähem Männerzwist und bar Der Kampflust,… Continue Reading „Wenn einst ein kühneres Geschlecht“
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