Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
die Maschine setzt an zur Landung, die Erwartungen steigen – was auf uns zukommt, was nicht: eintreffen wird, was verborgen in uns schon steckt, wir müssen es nur entfalten Hansjürgen Bulkowski
Heute vor 550 Jahren wurde François Villon aus Paris verbannt. Kein Poet vor François Villon hatte so selbstbewusst „Ich“ gesagt. Das macht ihn zum ersten modernen Dichter an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit. Seine Verse sind erhalten, doch er selbst hat nur wenige… Continue Reading „17. Vor 550 Jahren“
Verfolgt man das endlose Gerede in Medien und Blogs und an den Stammtischen, mag man schon irre werden am Menschen und der Möglichkeit des Gesprächs, das wir seit Hölderlin* sind. Verwirrte Lehre zu verwirrtem Handeln, so faßte schon Goethe zusammen. In der Tat, mancher… Continue Reading „15. Quellenarbeit“
Die Kontroverse zwischen den Siebenbürger Schriftstellern Hans Bergel und Eginald Schlattner teilt seit Jahrzehnten ein Publikum, das in diesem aussergewöhnlichen Konflikt fast immer eindeutig Partei ist. Es ist einer der markantesten Fälle von moralischer Aufladung eines historischen Geschehens, das seinen Ausgangspunkt vor über fünfzig… Continue Reading „13. Empathie und Akten“
In Luc Bondys Gedichten stehen die Dinge manchmal auf dem Kopf. Wenn hier jemand frühmorgens in seinem Zimmer einen Fussel schluckt, fängt er nicht etwa an zu husten, sondern macht eine eigentümliche Erfahrung: ‚Es waren Glücksfäden, / sie verstrickten sich in meiner Kehle, /… Continue Reading „9. Wie Troglodytennester“
Ab 1946 lebte Rose Ausländer wieder in New York. Neue Gedichte schrieb sie in englischer Sprache, so verhasst war ihr alles Deutsche geworden. 1956 gelang es ihrer Dichterkollegin Marianne Moore, sie zu überzeugen, wieder in ihrer Muttersprache zu schreiben. Die Begegnung mit Paul Celan… Continue Reading „8. Rose Ausländer aus Czernowitz“
Eine der zumindest in Deutschland verkanntesten Eigenschaften des Reims drückt der bulgarische Dichter Atanas Daltschew so aus: „Der Reim ist auch ein Element des Humors.“ Hätte Günter Grass, der das hier noch wußte, seine politischen Gedichte gereimt, wären sie weniger bierernst-bärbeißig dahergekommen. Ob Ulf… Continue Reading „5. Gereimt“
Ein gereimtes Gedicht mobilisiert die Massen… der Blogger zumindest. So beim notorischen Freitag: Ulf Dunkel ǀ Nachruf für einen aufrechten Demokraten — der Freitag http://www.freitag.de/autoren/…/nachruf-fuer-einen-aufrechten-demokrate… vor 1 Tag – Man hat es mal wieder geschafft. Der Zentralrat der Juden in Deutschland bestimmt, wer in Deutschland gewählt… Continue Reading „4. Fast alle“
Große Gedanken im kleinen Format Dank des Kurznachrichtendienstes Twitter ist der Aphorismus in Form des Mikroblogging eine auflebende Form. Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in seiner Operativität, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Spätmoderne. Es ist… Continue Reading „3. Twitteratur“
Im Januar 2013 startet „lyrix“ in die sechste Wettbewerbsrunde. Wie im vergangenen Jahr werden wir jeden Monat zu Gast in einem anderen Museum sein. Im Zentrum der zwölf Monatsthemen steht 2013 ausschließlich zeitgenössische Lyrik. Gemeinsam mit dem Deutschen Museumsbund wurden auch für 2013 wieder… Continue Reading „2. »lyrix« 2013: Zeitgenössische Lyrik im Museum“
… von beat pop zum ätherischen gedicht von verlegenheitsversen zu gelegenheitsgedichten von sonnenstrahl und thunderstorm zu schneegestöber von kinovativer sp∙r∙a∙c∙h∙sch∙r∙öpf∙ung zu kongenialer nachempfindung hommage remix und anverwandlung vom poesie aller länder und zeiten in die zange nehmenden gedicht des poeta doctus zum naiven notat… Continue Reading „1. Auf ein Neues“
Die Beschneidungsdebatte um den niedersächsischen Grünen-Landtagskandidaten Ulf Dunkel ist vorerst beendet: Der 50-Jährige zog am Montag die Konsequenzen aus der scharfen Kritik an seinem Gedicht zur Beschneidungspraxis. Dunkel werde im Fall eines Wahlsiegs auf sein Mandat verzichten, sagte Michael Jäger vom Grünen-Kreisverband Cloppenburg am… Continue Reading „122. Das Letzte“
Blasphemische Anwandlungen befallen den in Religionsfragen* sonst** ehrfürchtigen*** Dichter****, wenn es um Sexualmoral, Lust- und Liebesverbote aus priesterlicher Warte geht. Das berühmte ‚Tagebuch‘ von 1810 feiert zwar die eheliche Treue, aber es zeigt, dass ihr Unterpfand eine ‚Neigung‘ ist, die sich mit ‚Begierde‘ verbindet.… Continue Reading „120. Kreuz und Phallus“
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