Dresdner

Peter Wawerzinek: Wie gesagt: Sie sind beleidigt. Sie fühlen sich schlecht behandelt, auch von den ausbleibenden Touristen: Alles wegen so ein bisschen Pegida! Oder sie sagen: Gebt es doch zu, darauf habt Ihr doch nur gewartet! Oder es heißt: Das alles hat mit Dresden nicht viel zu tun, die kommen ja von außerhalb. Und sie tun eben fast nichts, um etwas dagegen zu setzen, wie es zu Beginn der „Spaziergänge“ einmal war. Da sind Menschen mit Kehrschaufeln hinter der Pegida-Demo hergezogen, um den Dreck aufzusammeln.

Dabei geht es den Leuten doch nicht schlecht?

Wawerzinek: Ja. Und sie hatten sich doch auch die Maueröffnung gewünscht, sie wollten raus, die Fremde und die Fremden kennenlernen. Das haben sie ausgekostet. Und nun fallen sie zurück in die alte Erstarrung. Und der, der das beobachtet und darüber schreibt, bekommt zu hören: Du irrst Dich, man hinkt hier gar nicht. Der Schreiber, der Fremde, ist der Nestbeschmutzer. Es gibt bei den Pegida-Anhängern, unter denen ja durchaus gescheite Leute sind, die Haltung, sie seien die Propheten, die vor der Flut der Fremden gewarnt hätten, die man stoppen müsse, um das Abendland zu retten: Ihr werdet schon sehen, sagen sie, wenn es dann schiefgegangen ist – wir werden Euch nicht helfen! / Mitteldeutsche Zeitung

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