Hannah Arendts Gedichte

Was bisher nur Kenner ihres Werkes wussten, wird nun mit dem am 9. November erscheinenden Band mit allen Gedichten Hannah Arendts auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt: Die Philosophin und Professorin für Politische Theorie, die Verfasserin des Jahrhundertbuchs Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft und des immer wieder diskutierten Berichts Eichmann in Jerusalem mit dem anthropologischen Verdikt der »Banalität des Bösen«, die Schülerin und Geliebte Heideggers, die bei Jaspers in Heidelberg promoviert hatte, ja: Diese Hannah Arendt hat auch – ebenso sprachlich betörende wie von Ironie getragene – Lyrik verfasst.

In Ich selbst, auch ich tanze werden sämtliche 71 Stücke ihrer Poesie in einer mustergültigen Edition veröffentlicht – darunter auch acht bislang unbekannte Werke. Und so viel sei vorab gesagt: Der Zivilisationsbruch durch die Schoa teilt auch das lyrische Werk Arendts. (…)

Der Titel dieses kleinen Bandes ist einem Gedicht aus jungen Jahren (Winter 1923) entnommen, in dem es unter anderem heißt: »Ich selbst/Auch ich tanze,/befreit von der Schwere/Ins Dunkle ins Leere. (…) Ich selbst,/auch ich tanze./Ironisch vermessen,/Ich hab nichts vergessen,/Ich kenne die Leere,/Ich kenne die Schwere,/Ich tanze, ich tanze/In ironischem Glanze«. /   Harald Loch, Jüdische Allgemeine

Hannah Arendt: »Ich selbst, auch ich tanze«. Piper, München 2015, 160 S., 20 €

One Comment on “Hannah Arendts Gedichte

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: