GEDICHT UND GEDANKE

SEMINAR MIT MARCUS ROLOFF

Wenn der Tag vergangen, also ins Gestern gefallen ist, verschwindet er ja nicht einfach. Ebenso wenig wie der Stein, den man in den Fluss wirft und der von ihm verschluckt wird.

Kann man das so sagen? Könnte es nicht auch der Apfel sein, der reif, wie er ist, herabfällt und im Main versinkt? Da müsste man schauen, ob wildwachsende Apfelbäume am Main stehen, und zwar so, dass sie das Ufer etwas überragen und ihre Früchte hineinfallen können. Und wenn das so ist, welches von diesen wäre das Bild, das wir uns im Gedicht wünschen? Welches sprachliche Gebilde – Tag/Gestern versus Stein/Fluss versus Apfel/Main – wäre lyrisch genug für einen Gedichttext? Und warum? Was macht das Lyrische aus? Auf Recherchen beruhende, als solche ausgedrückte Tatsachen oder die auf eine übergreifende Bedeutung abzielende Bildhaftigkeit?

Das Gedicht verhandelt womöglich Gedanken, die in einer ganz bestimmten Art und Weise in ihm zur Sprache kommen, und zwar nur im Gedicht, Gedanken, die nur als Gedicht vorkommen können.  – Zurück zum Stein, dessen Vorkommen im Gedicht etwa so verstanden werden könnte: Alles was ist, hat einen Grund – seinen Grund. Das wäre ein Anfang für ein Gedicht, das Dingen wie diesen auf den Grund gehen will.

Zeit: Samstag, 31. Oktober, 10 bis 18 Uhr, und Sonntag, 1. November, 10 bis 16 Uhr

Anmeldung mit Textprobe (2-3 Seiten) unter bjoern.jager@hlfm.de

Mit freundlicher Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Eintritt: 100,-/50,-

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