105. Brutale Verständigung

Als Hans Magnus Enzensberger im Oktober 1959 bei der Tagung der Gruppe 47 auf Schloss Elmau sein Gedicht „Schaum“ vorlas, entbrannte zwischen ihm und dem jungen Autor Uwe Johnson ein Streit. „Ich will euch nicht ändern“, heißt es im Gedicht. Dieser Anspruch sei ungenügend, befand Johnson. Ein paar Wochen später schrieb Enzensberger in den „Frankfurter Heften“ eine Rezension zu „Mutmaßungen über Jakob“. In seinem Lob taucht zum ersten Mal das Wort von einer „gesamtdeutschen“ Literatur auf – Johnson als Autor beider Deutschlands. Wenig später schickt Johnson einen Brief an Enzensberger. Es ist der Beginn einer achtjährigen Korrespondenz und einer kurzen, fragilen, in die Brüche gehenden Freundschaft. / Ulrich Rüdenauer, Badische Zeitung

– “fuer Zwecke der brutalen Verstaendigung“. Hans Magnus Enzensberger / Uwe Johnson. Der Briefwechsel. Herausgegeben von Henning Marmulla und Claus Kröger. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009. 343 Seiten, 24,80 Euro.

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