103. Chinesische Lyrik im Yinyang Media Verlag

Sprechen wir über China, und über Poesie. Regina Berlinghof tut es, voilà:

Die Frankfurter Buchmesse mit China als Gastland steht vor der Tür. Der YinYang Media Verlag heißt Sie dabei vom 14.-18. Oktober 2009 an seinem Stand in in Halle 3.0, A 147 herzlich willkommen.

Vier Titel klassischer chinesischer Literatur (s.u.) erwarten Sie dort neben den übrigen Verlagserscheinungen zum Stöbern und Kennenlernen.

Ebenso möchte ich Sie zu zwei Vorträgen/Lesungen in Frankfurt einladen:

Samstag, den 17.10.2009, 19:00 Uhr in der Matthäuskirche (nahe Messe)*)
„Worte erfassen es nicht“ – Die Dichtung des Chan(Zen)-Buddhismus
Vortrag und Lesung von Hans-Günter Wagner, dem Verfasser von „Wie die Wolken am Himmel“:

*) Friedrich-Ebert-Anlage 33,
zu erreichen:
U-Bahn: Linie 4
Straßenbahnlinie 16 und 17
Haltestelle: Hohenstaufenstraße

Freitag, den 23.10.2009, 20:00 Uhr im Künstlerclub-Frankfurt im Nebbienschen Gartenhaus **)

„Wenn nur ein Traum das Dasein ist“ – Klassische chinesische Lyrik
Vortrag und Lesung von Regina Berlinghof

**) Bockenheimer Anlage, beim Hilton-Hotel
zwischen Alter Oper und Eschenheimer Turm
U-Bahn: Eschenheimer Tor, Alte Oper
Park-Häuser: Alte Oper, Schillerpassage, Börse

Hans-Günter Wagner: Wie die Wolken am Himmel
Die Dichtung des Chan-Buddhismus
Mit zahlreichen Versen, aus dem Chinesischen übersetzt von Hans-Günter Wagner
217 Seiten, kt., ISBN  978-3-935727-13-6, Euro 14,00

Was im Westen unter dem Namen Zen-Buddhismus bekannt ist, stammt ursprünglich aus China und wird dort Chan genannt. Im Chan wird das Augenmerk auf das unmittelbare Erleben als Quelle des Erwachens gelegt. Das bewusste Ausführen einer jeden Alltagshandlung ist der Kern einer erleuchteten Lebensweise. Da der Chan in gewöhnlichen Worten kaum zu erklären ist, gilt der lyrische Ausdruck als die angemessene sprachliche Form, um meditative Einsichten und spirituelle Erfahrungen sowie ihre Integration in den Alltag zu beschreiben und anderen zugänglich zu machen. Die Chan-Dichtung bietet einen eigenständigen Zugang zum Verständnis der buddhistischen Lehre. Nicht nur in China, sondern auch in den angrenzenden ostasiatischen Ländern, hat diese Lyrik auf die Entwicklung von Poesie und Malerei, Kalligraphie und Kampfkunst, sowie die Lebensweise im Allgemeinen, einen prägenden Einfluss ausgeübt.

Alle Chan-Poesie ist stets nur eine Annährung, ein flüchtiges Streifen des Unberührbaren. In unzähligen Gedichten, die das Erkennen des eigenen Weses und das Eingebettetsein in die Natur widerspiegeln, haben chinesische Chan-Meister das Erleben des bewußten Augenblicks ausgedrückt. Hans-Günter Wagner führt an Hand zahlreicher Beispiele in das Denken und Fühlen chinesischer Chan-Dichter ein und zeigt auch die sozialen Aspekte dieser Dichtung.

Hell ein Vogelruf ertönt. Altchinesische Volkslyrik
Aus dem chinesischen Buch der Lieder und Gedichte (Shijing – Guofeng)
Aus dem Chinesischen neu übersetzt von Hans-Günter Wagner, 213 Seiten, kt.,
ISBN  978-3-935727-12-9, Euro 14,00

Entstanden zur Zeit der Homerischen Epen und des Rigveda der Inder gehört das chinesische Buch der Lieder und Gedichte (Shijing) zu den ältesten literarischen Erzeugnissen der Menschheit. Der Abschnitt der Volkslyrik (das Guofeng), spiegelt in einem buntschillernden Mosaik das Alltagsleben und die Facetten menschlicher Sehnsüchte, Leidenschaften,  Ängste und Versagungen wider: Verse, die die Liebe verewigen stehen neben Spottgedichten auf den Herrscher und seine Vasallen. Hochzeitslieder reihen sich an Schilderungen der Schrecken des Krieges und der Trauer der Witwen. Klagen über die Not armer Bauern finden sich neben Beschreibungen des Lebens bei Hofe. Die Klagen verstoßener Frauen und die Qual unerfüllter Liebe werden abgelöst von Zeugnissen glücklicher Liebe.
Der ungekünstelte Stil der Lieder und Gedichte, ihre bilderreiche Sprache haben die Jahrtausende überdauert und sind auch heute noch aktuell. Zahlreiche Verse finden sich bis heute als Redensarten in der chinesischen Gegenwartssprache.

Hundert Jahre „Chinesische Flöte“
Wiederauflage der ersten Ausgabe von 1907,
150 Seiten, EUR 12,50 br., ISBN 3-9806799-5-0

Im Herbst 1907 gab der Lyriker Hans Bethge im Insel-Verlag einen Band mit Nachdichtungen chinesischer Lyrik heraus: „Die Chinesische Flöte“. Die Resonanz war außerordentlich. Der liedhafte Ton, die musikalisch-rhythmische Sprache Hans Bethges hat nicht nur die Leser bezaubert, sondern viele Komponisten zu Vertonungen seiner Gedichte angeregt. Herausragendes Beispiel ist Gustav Mahler, den sieben Gedichte aus der „Chinesischen Flöte“ zu seinem „Lied von der Erde“ inspiriert haben.
„Alma, Gustav Mahlers Frau, erzählt in ihrem Buch „Mein Leben“:
„Er“, (Dr. Pollak), „brachte mir die kostbarsten Leckerbissen, Bücher, Noten. Und so kam er einmal mit Bethges „Chinesischer Flöte“, einer Sammlung von Gedichten, vor allem von Li-Tai-Pe. Die Gedichte entzückten mich, und ich las sie Gustav Mahler immer wieder vor, bis er daraus … „Das Lied von der Erde“ machte.“

Der große Erfolg der „Chinesischen Flöte“ veranlaßte Bethge, weitere Nachdichtungen aus anderen orientalischen und fernöstlichen Kulturen zu veröffentlichen, auch einen zweiten Band mit klassischer chinesischer Lyrik:

Hans Bethge: Pfirsichblüten aus China
3. Auflage seit 1920
136 Seiten, Eur. 12,50, br., ISBN 3-935727-06-2

So entstand eine Reihe von zwölf Bänden, die seit 2001 allesamt im YinYang Media Verlag neu aufgelegt wurden (z.T. aus Bethges Nachlaß).
Ich freue mich auf Ihren Besuch!

Mit freundlichen Grüßen
Regina Berlinghof
_______________________________

YINYANG MEDIA VERLAG
Regina Berlinghof eKfr.
Im Tal 1
D-65779 Kelkheim / Ts.
Germany

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