71. Ich glaube nicht, ich höre

Über den schwedischen Lyriker Bengt Emil Johnson (geboren 1936 in Saxdalen, Dalarna) schreibt Lukas Dettwiler, NZZ 21.2.04:

Als langjähriger ehemaliger Mitarbeiter des Schwedischen Rundfunks präsentiert er auf dem Kulturkanal P2 in seiner Sendung «Voljär» (Voliere) weiterhin monatlich eine Vogelstimme (unter http://www.sr.se/p2/p2pippi/arkiv.stm im Internet zu hören). Hier, im Gedicht «Pfingstvögel», läuft ein Gelbspötter französischen Philosophen rhetorisch den Rang ab.

Im Volksglauben war der Zaunkönig Gottes Vogel,
die Elster hatte Kontakt mit dem Teufel persönlich.
Über den Gelbspötter hat Tillhagen nichts zu berichten.
Die Mönchsgrasmücke hiess Einsiedler unter den Bauern,
Hortling verzeichnete Dutzende Namen des Eichelhähers.
Ein gelbbauchiger Bastard . . . mochte er heissen,
der Virtuose, der jetzt wieder zu den Erlen beim
alten Kartoffelkeller zurückkehrte. Ja, gewiss,
er hat sich gemacht im Winter am Äquator . . .
Grosszügig verteilt er das Leihgut, montiert
das Zitat zur persönlichen Komposition.
Hippolaïs icterina – du warst ein Postmodernist
lange vor allen französischen Philosophen!
«Ich glaube nicht, ich höre», sagt der Lyriker Johnson, der als Kind schon eine Art Plaudereien über die Natur zu schreiben begann.

Hier sein Gedicht „Kleine Abhandlung über das Schreiben“

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