In Zeiten, in denen Thilo Sarrazin mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ die Ablehnung gegenüber Moslems in Deutschland brandbeschleunigt, war am Dienstag der türkischstämmige deutsche Autor und Lyriker Nevfel Cumart im C-Kurs Deutsch der Klassenstufe 8 an der Alexander-von-Humboldt-Schule zu Gast.
Und das Interesse der Jugendlichen mit überwiegend ausländischen Wurzeln in diesem Kurs an dem Lyriker und dessen Werk ließ erahnen, was Sarrazin vor allem jungen Moslems mit seinem Buch angetan hat. Denn sie – und beileibe nicht nur die moslemischen Glaubens – finden sich in einem gesellschaftlichen Klima wieder, das ihnen gegenüber von Ablehnung, Zweifel und Misstrauen geprägt ist und ihnen die Rechtfertigung ihres Andersseins abverlangt.
Dabei wären die jungen Leute dringend auf das grundsätzliche Wohlwollen und das Interesse der deutschen Gesellschaft an ihnen angewiesen. So wie es Cumart jetzt an den Tag legte. Denn zerrissen zwischen zwei Kulturen – der deutschen und der des Herkunftslandes ihrer Familien – sind durchaus auch Schüler dieses C-Kurses, wie sich im Gespräch mit dem Autor offenbarte. Auch manches von dem, was der in Deutschland geborene Cumart mit seinen deutschstämmigen Landsleuten so alles erlebt und in Lyrikbänden wie „Das Lachen bewahren“, „Wellen der Zeit“ oder „Zwei Welten“ verarbeitet hat, hatten sie so ähnlich auch schon durchgestanden. / Dieter Ackermann-Girschik, Main-Spitze
Vgl. L&Poe 2001 Sep:
Liebesgedichte eines Türken aus Bamberg
Nevfel Cumart, dunkle Haare, dunkle, leuchtende Augen. Gelernter Zimmermann, studierter Islamwissenschaftler, Schriftsteller von Beruf, Herkunft türkisch. Ein Wanderer zwischen zwei Kulturen. Einer, der seine Erlebnisse und Empfindungen in Poesie umwandelt, der seit vielen Jahren Lyrik auf Deutsch schreibt. Ein Dutzend Gedichtbände hat der 37-Jährige, der in Deutschland geboren ist, bislang veröffentlicht. Lyrisches über Heimat, Vergangenheit, Zukunft, aber auch über die Liebe. …
Der Kulturspagat sei schwierig, aber inzwischen sei es für ihn müßig, sich zu fragen, was er sei, antwortet Cumart. „Ich bin ein Mensch, der von beiden Kulturen beeinflusst ist.“ Wichtig sei nicht, Türke oder Deutscher, sondern menschlich und höflich zu sein. / Frankfurter Rundschau 28.09.2001
Die vielleicht schönste Definition dafür, was konkrete Kunst kann und will, hat der Begründer der konkreten Poesie einst selbst geliefert: „Es ist kein Abbilden mehr, sondern ein Umdenken der Welt in Kunst.“ Die Rede ist von Eugen Gomringer (85), der in den frühen 50er-Jahren, von Entwicklungen in der bildenden Kunst ausgehend, jeder Art von Symbolismus in der Literatur eine Absage erteilt hat. …
Dass ein solches „Umdenken der Welt in Kunst“ auch einen Brückenschlag zum Produktdesign nahelegen kann, das könnte am Sonnabend im Eberswalder Paul-Wunderlich-Haus deutlich werden. Dort wird Gomringer im Gespräch mit dem Kulturwissenschaftler Kenneth Anders nicht nur über sein dichterisches Schaffen reden, sondern vor allem in eine Auswahl an Porzellanwaren einführen, die der Eberswalder Paul Wunderlich für die Porzellan-Manufaktur Rosenthal aus dem Fichtelgebirge entworfen hat: Farbig gestaltete Tassen, bei denen Engelsflügel die Funktion des Henkels übernehmen. / BORIS KRUSE, Märkische Oder-Zeitung 17.11
Dieter Schlesak im Gespräch mit Anke Schaefer
Der rumäniendeutsche Autor Dieter Schlesak, Freund Oskar Pastiors, hat in Bukarest seine Akten eingesehen, die die Securitate über ihn angelegt hat. Dieter Schlesak hat darin Berichte von Pastior über sich gefunden und Hinweise darauf, dass Pastior auch den Lyriker Georg Hoprich bespitzelt hat, der sich nach der Haft wegen eines Gedichts das Leben nahm. …
Ernest Wichner: Wenn es stimmen sollte, dass Oskar Pastior nach der Haftentlassung seinen früheren Freund – die waren auch befreundet – Georg Hoprich besucht hat in Hermannstadt und über ihn Berichte für die Securitate angefertigt hat, dann ist sozusagen nichts mehr Rettendes über Oskar Pastior in irgendeiner Weise vorzubringen, dann ist er in einer Weise belastet, das führt dann bis hin zur Mitschuld an dessen Selbstmord. Aber das finde ich in diesem Artikel leider nicht nachgewiesen. …
Schaefer: Herr Schlesak, kann man denn tatsächlich so weit gehen, nahezulegen, dass Oskar Pastior für den Selbstmord von Georg Hoprich mit verantwortlich sein könnte?
Schlesak: Nein, ich möchte das nicht so direkt und auf diese Weise in den Raum stellen. Ich habe diese Nachricht von Hans Bergel bekommen, ich habe aber keine Möglichkeit einer Überprüfung und eines Beweises für diese Tatsache. Dass er nach Hermannstadt gefahren ist, dass er einen Auftrag hatte, Georg Hoprich zu bespitzeln, das ist unzweifelhaft. …
Schaefer: Sie schreiben in der „FAZ“, Oskar Pastior habe über Ihre Gedichte geschrieben in den Berichten an die Securitate, sie seien „hermetisch, kalt und unfähig, ein Gefühl oder eine Botschaft zu vermitteln, die die Leser in unserem Land angehen“. Ich nehme an, wenn man so etwas liest, das trifft einen ganz ungeheuer.
Schlesak: Also mich hat weniger diese Einschätzung getroffen als das, was zwischen den Zeilen steht, über mein ideologisches Verhaftetsein mit der Moderne, also dass wir im Grunde genommen so einen Staat stürzen, umstürzen wollen. Das hat die Paranoia der Securitate uns zugewiesen.
/ DLR
Mehr:
Die Schule der Schizophrenie
Der Dichter Oskar Pastior war Mitarbeiter der rumänischen Securitate. Und mein Freund. Nun sind Spitzelberichte von IM „Stein Otto“ aufgetaucht – in meiner Akte. Sie zerstören meine Erinnerung.
Von Dieter Schlesak
FAZ.net 16.11.
Zur Interpretation der Berichte des Securitate-IM „Otto Stein“ alias Oskar Pastior
Der Herausgeber der Werke Oskar Pastiors und Leiter des Berliner Literaturhauses, Ernest Wichner, hat sich skeptisch über die jüngste Vermutung geäußert, wonach Pastior eine Mitverantwortung am Selbstmord des Lyrikers Georg Hoprich haben könne.
DLR 16.11.
Interview mit dem Historiker Stefan Sienerth
Der Mensch Pastior muss neu bewertet werden
FAZ.net 17.11.
Richard Wagner im Gespräch mit Katrin Heise
Der Name Oskar Pastior taugt nicht mehr für eine Stiftung, nachdem seine Spitzeltätigkeit für die rumänische Securitate offenkundig wurde. Das meint jedenfalls der Autor Richard Wagner: „Ich glaube nicht, dass man die Stiftung und den Preis weiter betreiben und führen kann“.
DLR 17.11.
Also zuerst einmal ist Pastior der Dichter Pastior, der allerdings zeitlebens immer mit seinem Werk und der Pflege seines Werks beschäftigt war. Wenn man jetzt sein Werk anschaut, so fehlt diesem Werk, das ja ein Feuerwerk an Sprachartistik ist, aber jede moralische Begründung. Also es gibt keine moralische Frage, die in diesem Werk gestellt wird. Also kann man dieses Werk auch weiterhin lesen, so paradox das klingen mag, und dass man es lesen kann, spricht nicht gerade für dieses Werk letzten Endes. Aber es hat gewissermaßen einen artistischen, einen künstlerischen Bestand. Das mag man mögen oder nicht. Das ist die Situation.
Vom Nachlass zur Hinterlassenschaft
Das Doppelleben Oskar Pastiors als Dichter und Informant der Securitate.
Richard Wagner, NZZ 18.11.
Unter dem hübschen Titel „dichter dran – auf den versen junger lyrik“ veranstaltet die Stadt erstmals ein eigenes Poesiefestival. Der Auftakt ist bereits am morgigen Freitag, 19. November, 20 Uhr, mit einem Dichtertreffen im Wolkensteinsaal des Konstanzer Kulturzentrums. Sieben junge Poetinnen und Poeten im Alter zwischen 29 und 42 Jahren wollen in das Festival einstimmen. Mit dabei sind an diesem Abend: Daniel Falb, Karin Fellner, Nora Gomringer, Andrea Heuser, Nadja Küchenmeister, Stan Lafleur und Marion Poschmann. Insgesamt werden an den sechs Festivaltagen 20 Dichter aus Deutschland, der Schweiz und England zu Gast sein und ihre Form der Lyrik präsentieren. …
Vormerken sollte man sich auch einen Termin am Sonntagabend in der Spiegelhalle. Dann treffen unter dem Titel „Check out the zeitgeist!“ deutsche und englische Lyrik mit den Dichtern Ron Winkler und Keston Sutherland aufeinander. Gesellschaftskritische Lyrik ist am 22. November unter anderem mit Swantje Lichtenstein und Tom Schulz im Konstanzer Ratssaal zu hören. / Südkurier
Von Bertram Reinecke (Leipzig)
Keywords
„Biotop literarischer Zeitschriften“
„Schreibschuliteratur“
„heißt das, der Markt hat Recht, besonders, wenn es um Avantgarde geht?“
„fortschrittliche Junglyrik“
„ist Ulf Stolterfoht breitenwirksam?“
Die neue philogische Plattform Textpraxis sagt von sich selbst:
„Textpraxis veröffentlicht Beiträge aller philologischen Disziplinen zu den Themenfeldern Literatur und Gesellschaft, Theorien der Literaturwissenschaft sowie Literaturwissenschaft und Praxis. Alle Texte sind im Sinne von Open Access frei im Netz zugänglich“
Anders als in Universitätsbetrieb üblich widmet sich die erste Nummer zumindest mittelbar dem ungesicherten Feld unbekannter Gegenwartsautoren und deren Publikum. (Vielleicht liegt das daran, dass die Textpraxis im Umkreis eines ehemaligen Herausgebers einer Literaturzeitschrift entsteht?)
Steffen Dürre, seinerseits Mitherausgeber der Rostocker Zeitschrift „Weisz auf Schwarz“, stellt seine Betrachtungen unter dem Titel: „Das Biotop literarischer Zeitschriften“ vor. Ein Titel der sofort misstrauisch macht, denn vom Biotop literarischer Zeitschriften wird ja gerne dann geredet, wenn ein Text, oder gar eine Autorenutopie als ansonsten nicht lebensfähig abgewertet werden soll. Die Zeitschrift hält den Autor, den Text am Leben, außerhalb wäre er nicht lebensfähig. Man kann sich aber immer genauso gut auch auf den umgekehrten Standpunkt stellen: Die Autoren halten mit ihren Texten ihrerseits die Zeitschriften am Leben.
Steffen Dürre sucht zunächst Antworten auf die Frage: „Wozu eine Literaturzeitschrift?“ und fährt fort: „Diese Frage […] ist gleichbedeutend mit der Frage: Wozu ein Kino? Wozu ein Theater, ein Freigarten, ein Sportplatz? Wozu eine Bibliothek? “
Was sich als Analyse der Zeitschriftenszene gibt, entpuppt sich zusehends als Apologetik des eigenen Tuns. Ein Motiv seiner Arbeit sei nicht zuletzt die „Liebe zur feuilletonistischen Sprache“, bekennt der Autor. Offensichtlich deswegen hat er keine Scheu vor vagen Behauptungen:
„Andere Literaturzeitschriften generieren ihre Texte aus Schreibwerkstätten oder Schreibstudiengängen ihrer Stadt (Hildesheim, Leipzig). Dies führt jedoch schnell zu Einseitigkeiten. Die häufig wiederkehrenden Namen erzeugen einen immergleichen Grundton, schaffen hingegen auch einen stabilen Fankreis. “
An welche Zeitschriften denkt der Autor hier überhaupt? Ein regelmäßiger Blick in „edit“ oder die „BELLA triste“, was wohl die bekanntesten Organe dieser Art sind, würde diesen Eindruck sicher schnell zumindest relativieren: Durch den meist raschen Redaktionswechsel kommen doch immer auch neue Aspekte herein und diese Zeitschriften scheinen mir zumindest nicht weniger in stetem Wandel lebendig als viele andere. Hier soll wohl das alte Vorurteil von der „Schreibschuliteratur“ wieder flott gemacht werden. Ärgerlich vor allem für die, die sich an diesen Instituten gegen den mainstream stemmen, der vor allem auch immer wieder von außen dort hereingetragen wird. Außer dem „Federweißer“ oder der „minima“ seligen Angedenkens, die Steffen Dürres Verdikt ebenfalls zumindest nicht in vollem Maße betrifft, sind mir aus dem Umkreis mindestens des Leipziger Instituts ansonsten gar nicht so arg viele Literaturzeitschriften bekannt, auf die das gemünzt sein könnte. Vor allem überschätzt das Wort „generieren“ wohl etwas die Macht solcher Zeitschriften und tut so, als müsste man seinen Verstand irgendwo abgegeben haben, bevor man dort veröffentlicht. Der unglückliche Titel des Essays lässt sich mithin nicht als Mißgriff abtun, sondern beschreibt eine Haltung. Der Artikel fährt fort:
„Neben Schreibwerkstätten und Literaturinstituten sind Autoren- und Schreibforen im Internet zwar eine scheinbar schier unerschöpfliche Quelle, jedoch ist die Qualität der Texte in den meisten Fällen sehr bedenklich“
Juryentscheidungen bleiben ja meist im Dunkeln. Die Veröffentlichung von Longlist und Shortlist, wie sie anderswo Standard ist, garantierte noch keine Transparenz, aber wäre schon ein Stück Öffentlichkeit. Selbst 700 Namen, die Zahl der Einsendungen zum open mike, zu veröffentlichen ist im WWW kein Problem. Und wieviele davon reichten Lyrik ein? Stimmt es, daß ein einzelner Lektor die vorsortiert hat? Aus der Meldung der literaturwerkstatt geht das nicht eindeutig hervor:
Die Auswahl der Teilnehmer haben sechs Lektoren aus renommierten deutschsprachigen Verlagen getroffen. Christian Döring (freier Lektor), Martin Hielscher (C.H. Beck), Marion Kohler (DVA), Olaf Petersenn (Kiepenheuer&Witsch), Christiane Schmidt (Hoffman und Campe) und Dirk Vaihinger (Nagel&Kimche) wählten aus anonymisierten Texten ihre Kandidaten aus.
Immerhin erfuhren wir die Namen der Finalisten:
Lyrik:
Isabella Antweiler (Köln)
Philip Maroldt (Berlin)
Stephan Reich (Münster)
Jan Skudlarek (Münster)
Levin Westermann (Biel, CH)
http://www.literaturwerkstatt.org/index.php?id=873
Vermutlich, hoffentlich bekommen wir noch die Siegertexte, das steht bisher aus.
Die Berichterstattung zum open mike ist recht dünn. L&Poe dokumentiert vollständig alle Ausssagen über die Lyrikbeiträger, soweit bisher bekannt. Das paßt bequem in den Rahmen einer Meldung.
Der Bericht im Deutschlandfunk zitiert aus dem Siegerbeitrag:
Vier Autoren und nur eine Autorin präsentierten auf dem Open-Mike lyrische Werke, die wenngleich sie gängige Gattungsgrenzen auflösten, weniger experimentell daherkam [sic] als man das bei moderner Lyrik hätte erwarten können. Der 1980 geborene Levin Westermann überzeugte die Jury mit seinem Vortrag von kurzen Gedichten, die sich um Leere, Auflösung und Kälte drehen.
„Durch eine Riss in deiner Haut ist Ferne in dich eingetreten. Du öffnest deine Augen und du stehst allein, abseits der Dinge, die in ihrer Summe eine Welt ergeben. Du stehst getrennt von Gedanken und Geräuschen und was dich trennt, bist du.“
/ Cornelius Wüllenkemper, DLF
Brigitte Preissler in der Frankfurter Rundschau:
Jedenfalls bekam Levin Westermann den Lyrikpreis, er studiert am Schweizerischen Literaturinstitut. Dass seine Poesie – wie viele der präsentierten Verse – ein wahres „Labyrinth aus Fremdheit“ ist, in dem „Lebendigkeit und Nähe nur als Erinnerung zu spüren“ sind, störte die Lyrikerin und Jurorin Anja Utler also offenbar nicht. Mit der herrlich songtexthaften Reimerei, die den Open Mike 2009 so erfrischend geprägt hatte, war es in diesem Jahr schon wieder vorbei.
Nunja, unterschiedliche Berichte sind normal. Leicht irritiert suche ich den Siegertext vom Vorjahr und finde:
2 März. E-Mail nach breddín
für Hele
Wo eine form, ein forum (wie ein feld vorm abend will
Grins nicht zu früh, scwach grins erst, wenn du ankommst
Und keine not an kommata mehr herrscht am nachmittag
Und keine sciefen pflaster uns den scritt zum nascmarkt
So hin und her verstreuen. im nachen durch die mark
Wo eine form, ein forum wie ein feld vorm abend will
Ich nicht sagen), ein areal – in der rechten einen spruch,
In der linken schwenk ich rasch ein hinweisschild –
Im gelände eine wahrnehmungsstunde wort für ort beklomm
Brief an die korinthenkacker, nur um brot, veggieberief.
Eisenbahnstraßen und promenaden. mischen ohne zahl
Laubsägearbeiten, bastelkeller, garten- & modelleisenbahnen,
……….holz-
Scnitzereien, pfannkuchen, ein meter weit befreiendes screien
Sciefe brandnarben auf der haut, ein H, ein H, und noch ein H
(Konstantin Ames)
Gut, songtexthafte Reimerei ist das nicht gerade. Die scheint durch die Jury gefallen zu sein?
Die Süddeutsche, fast ausführlich und mit Sinn für Kontroverses („sonderbar“, „fraglich“, „Gegenschlag“, „Fehdehandschuh“):
Und die Lyrik? Da war die Lage sonderbar. Christian Döring, der für die Vorauswahl der Gedichte zuständige Lektor, hatte den Wettbewerb über das Hohelied auf die Lyrik gesungen, hatte sie eine Künderin der Wahrheit genannt und sich angesichts der lockenden Preisgelder gar zu der Gleichung hinreißen lassen, dass Geist und Geld beim Open mike in der Lyrik kondensieren. Noch bevor aber das Kondenswasser dieser fraglichen Verschmelzung abgetropft war, hatte die mit Hanns-Josef Ortheil, Ilija Trojanow und Anja Utler gut besetzte Autoren-Jury zu einem ebenso massiven Gegenschlag ausgeholt. Utler warf den teilnehmenden Dichtern vor, der Lyrik selbst ‚den Fehdehandschuh hingeworfen‘ zu haben.
Schwarzweißbilder ohne jegliches Leben hatte sie vernommen, kalte Abwesenheit und Labyrinthe aus leeren Räumen. Ausgenommen Levin Westermann, der in seinem wunderbaren, zu Recht preisgekrönten Gedichtzyklus ‚unbekannt verzogen‘ in einer leerstehende Wohnung Nachklänge vergangener Leben aufspürte: ‚im flur liegt eine kalte spur aus stille und / an die nase dringt ein hauch von unbekannt verzogen. / dielen wälzen sich im schlaf und künden von den stimmen, / der musik und auch dem lachen, früher, in der luft; und / wenn man annimmt, dass es blumen gab in dieser bleibe – / und warum nicht – so künden die dielen auch vom fehlen / dieser blumen.‘
JEAN-MICHEL BERG, SZ 16.11.
René Hamann in der taz betont ebenfalls Kontroverses, aber nur in der Überschrift und bezogen auf die Prosa:
Volljährig und privat verstört
Mut zum Risiko, experimentelle Schreibweisen, Weltgewandtheit: Fehlanzeige. Immerhin: Die richtigen Autoren bekamen die Preise beim 18. Open Mike.
Über die Lyrik aber mag er sich nicht weiter äußern als daß er gegen den Preisträger nichts einzuwenden hat:
Die restlichen fünf Teilnehmenden lasen den Lyrikpreis unter sich aus, gewonnen hat ihn diesmal Levin Westermann, und auch gegen diese Entscheidung lässt sich nichts einwenden.
Folgt noch genau ein Satz über die Lyrik:
Levin Westermann gewann einen gut besetzten Lyrikwettbewerb, wenigstens hier gab es kaum einen Totalausfall.
Das Wort kaum weckt meine Neugier, aber gestillt wird sie nicht.
Fast detailliert wirkte da der Bericht des gleichen Autors im gleichen Blatt über den Wettbewerb 2008:
Der Lyrikpreis für den in Saigon geborenen Kölner Thien Tran hingegen war nur logisch: Tran schaffte es von sieben LyrikerInnen als Einziger, Gegenwärtigkeit, Diskurswissen und Sprachbetrachtung zu eigenständigen und Kommunikation anbietenden Gedichten zusammenzufügen.
Der Wettbewerb hat daneben auch gezeigt, dass selbst die sich unkonventionell gebenden Texte oft schon wieder konventionell erscheinen: Denn Montagetexte, Zitattechniken etc. hat es allein beim Open Mike in den letzten Jahren immer wieder gegeben, die Macharten unterscheiden sich kaum.
Die Welt – zurück zu 2010 – begnügt sich gleich ganz mit der Namensnennung, ebenso, erwartbar, Die Zeit. Mehr habe ich bisher nicht gefunden.
Einziger Lichtblick in letzterer in den Kommentaren. André Rudolph hat dort die Chuzpe, der Wochenzeitung einen Sachkundigen für Lyrik vorzuschlagen: sich. Ohja, dann würde ich das Zeit-Feuilleton erwartungsfroher aufschlagen. Liebe Frau Radisch, wenn Sie dies lesen: schlagen Sie zu! Ich bin bestimmt nicht der einzige Abonnent, der das begrüßen würde. (Darf ich mich vorstellen: Ich bin der vollbärtige Typ aus Greifswald, bei dem Sie mal vor 20 Jahren inkognito in einem Undergroundseminar saßen. Hallo!)
Die rege Kommentardebatte um den Blogbeitrag von Weiszklee
57. Weiszklee schreibt über open mike
(der verglichen mit den mageren Feuilletonberichten erfrischend wirkte, was ja nicht heißen muß, daß man seine Wertungen übernimmt) bringt mich auf eine Idee. Ich fände es toll, wenn es gelänge, hier mal ein Stück Transparenz zu schaffen. Herr Maroldt, und die anderen Autoren / Autorin der open mike-Liste (Lyrik!): Wenn Sie mir Ihren Wettbewerbsbeitrag überlassen möchten, ich mache alles gern hier zugänglich, so daß jeder, der wie ich nicht in Berlin dabei war, sich selber ein Bild machen kann. So könnte man die kryptischen Aussagen aus einigen der bis jetzt 26 Kommentare überprüfen und wer weiß, vielleicht sogar eine Art Fach-Nebenjury oder Nebenfachjury bilden? Nicht auszuschließen, daß man sogar ein Preisgeld zusammenbekäme. Wär den Versuch wert – die Debatte und eventuelle Weiterungen. Open net!
(Und vielleicht, vielleicht trauen sich einige von den nicht in die Endrunde übernommenen, ihren Namen und eine Textprobe ebenfalls einzusenden? Im Netz ist immer Platz!)
Beides ist ja bei uns im Prinzip frei (in Belgrad kämpfen sie noch darum, buchstäblich). Jemand, der oder die sich „xy“ nennt, schlägt einem von ihm oder ihr beim Namen genannten Autor vor, sich einen harten Gegenstand „in den Arsch (zu) stecken“. Das kann man ja machen, ich habe keine Vorurteile, aber warum in der Lyrikzeitung? Sagen Sies ihm bitte persönlich!
Am 12. November brachten Bonner Grundschüler im Bad Godesberger Animax Multimediatheater vier experimentelle Bühnenstücke zur Aufführung. Elektronischer Fortschritt traf auf jüngste Literatur: Reime, Dialoge, cut up und monströse Abgründe. Die jungen Damen, Racker und Dreikäsehochs hatten in einem Workshop unter Leitung von stan lafleur (Texte und Regie) und Joker Nies (Max/MSP-Umgebung, Soundgeschehen, Aufnahmen) mithilfe von weltweit bisher einzigartigen, soundBlox genannten, Klangwürfeln, die aus theaterbühnenangepaßten Bauplänen für den reactable, einen modularen Synthesizer, hervorgehen, szenische Bühnenstücke entwickelt, die sich als schwebende Kunstform zwischen Live-Hörspiel, Tanztheater, Drama, Humbug und beweglicher Lyrikinstallation beschreiben ließen. Dafür wurden Texte verfaßt, Tracks programmiert, Datenmengen hin und her gemailt, um die hier leiteingefädelte KOOK- Pressemitteilung (L&P Nr. 62) an dieser schönen Stelle zur Deckungsgleiche mit unserm Berichtchen zu bringen. Geplant war unter anderem ein sich verselbständigendes Gedicht im Spannungsfeld zwischen Klassik (gereimt) und Moderne (reimfrei). Die Aufführung wurde in mancherlei Hinsicht zur Überraschung: tückenhafte Technik griff HAL-artig ins Geschehen ein und übernahm zeitweise die Kontrolle: die Texte sprachen mit sich selbst, Hallräume drängten ins Freie, das draußen vor der Türe lungerte, Sprachüberlagerungen noch und nöcher, Psychedelik schien auf. Zupackende Spontaneität und Charme der Jung-, Jünger- und Jüngstliteraten retteten die Situation. Die Technik benahm sich wieder, das Publikum spendete Applaus.
Am 2.12. bringt das Texttonlabel KOOK im Berghain ein Experiment auf die Bühne: drei Mal elektronische Musik trifft auf drei Mal Literatur – Frank Bretschneider auf Monika Rinck, Holger Zilske auf Jörg Albrecht und Stimming auf Lucy Fricke.
Sie präsentieren an diesem Abend die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeiten: Texttracks, die sich zwischen Literatur-Vertonung, Live-Hörspiel, Dancefloor und Popsong bewegen.
Dafür werden Texte verfasst, Tracks programmiert, Datenmengen hin und her gemailt.
Frank Bretschneider zerschneidet Monika Rincks Sprachtexturen, legt sie über Hallräume, über Knistern, aufs Fundament stehender Subbässe. Gedichte schichten sich zum Kanon, sprechen mit sich selbst. Rincks Stimme wird zum rhythmischen Sinn-Element. Bei Lucy Fricke und Stimming wird an Worten und Klängen am Rand der Freundschaft gefeilt. Jörg Albrecht und Holger Zilske hingegen vertonen Werwölfe. Sie wollen mit klingenden Biestern den Lesungsrahmen sprengen.
Das Lesekonzert „elektro.lit“ am 2.12. im Berghain wird also in jeder Hinsicht eine Überraschung sein. Exklusive Zusammenarbeiten zwischen jungen Literaten und Musikern gehen dort auf die Bühne. Eine einmalige Sache.
Egal ob man gute Literatur mag oder kluge Musik – man sollte diesen Abend nicht verpassen.
Eine Veranstaltung des Texttonlabel KOOK, gefördert durch: Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten
Donnerstag, 2.12.2010, 20:00 Uhr
elektro.lit – Junge Literatur an elektronischer Musik
mit
Monika Rinck / Frank Bretschneider
Jörg Albrecht / Holger Zilske
Lucy Fricke / Stimming
Ort: Berghain, Am Wriezener Bahnhof, 10243 Berlin, www.berghain.de
Eintritt: 12 €
(vgl. Nr. 40) scheint das Literaturfest München zu sein, das vom 17. 11. bis zum 5. 12. 2010 erstmals stattfindet. »Eine Entdeckungsreise durch die internationale Gegenwartsliteratur – Begegnungen mit Autorinnen und Autoren aus aller Welt« verspricht das Programmheft, in welchem allerdings nur eine von 86 Veranstaltungen der Lyrik gewidmet ist (Tzveta Sofronieva und Kamelia Spassova am 24. 11. im Lyrik Kabinett).
Vielleicht gibt es noch zusätzlich etwas Lyrik, wenn José F.A. Oliver im Gespräch mit Javier Tomeo (ausgerechnet eine Parallelveranstaltung) auch einige Gedichte liest oder Thomas Gsella beim »deutsch-britischen Satiredoppel« mit Ben Lewis (20.11.). Und dann ist da ja noch das »Literaturfestfest«:
Performance, Poesie, Party! Die Akteure des forum:autoren rollen mit der Express Brass Band einen inspirierenden Klangteppich aus, auf dem auch getanzt werden darf.
Literaturfestfest ist, wenn Literatur rhythmisch wird und Musik einen poetischen Klang bekommt. Wenn Lyrik-Slammer und Wortlautmaler die Magengrube vibrieren lassen. Wenn europäische, nah- und fernöstliche Wortkunst die Seele zum Schwingen bringt. Literaturfestfest ist, wenn neben- und nacheinander Texte und Töne auf die Bühne der Muffathalle kommen. Wenn die Performance mit Dichtung im Altertum beginnt und im Spoken Word und Rap endet. Literaturfestfest ist, wenn die 15 Musiker der Express Brass Band diese Entwicklungsgeschichte zunächst begleiten und sich dann in den Vordergrund spielen. Wenn die Betriebstemperatur steigt, weil das Münchner Kollektiv eine Menge lauter Blechinstrumente spielt. Wenn ihr Sound, der im Jazz, Soul und Afrobeat wurzelt, zu einem Crescendo anwächst, das einen auf die Tanzfläche bläst.
20. 11., Literaturhaus. Mit Yang Lian / Ranjit Hoskoté / Assaf Gavron / José F.A. Oliver / Pedro Lenz / Heinrich Steinfest / Friedrich Ani / Nora Gomringer und der Express Brass Band
Mit Gedichten ist es ja eine heikle Sache: ich finde eigentlich alle, die ich irgendwo lese, furchtbar und ebenso werden die anderen das von meinen finden.
Gottfried Benn, Brief an Hans Paeschke, 18.4. 1950
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
The first poem we published in this column, back in the spring of 2005, was by David Allan Evans, the Poet Laureate of South Dakota, and it’s good to publish another one today, having recently had our five-year anniversary.
Girl Riding a Horse in a Field of Sunflowers
Sitting perfectly upright,
contented and pensive,
she holds in one hand,
loosely, the reins of summer:
the green of trees and bushes;
the blue of lake water;
the red of her jacket
and open collar; the brown
of her pinned-up hair,
and her horse, deep
in the yellow of sunflowers.
When she stops to rest,
summer rests.
When she decides to leave,
there goes summer
over the hill.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2009 by David Allan Evans from his most recent book of poems, This Water. These Rocks. San Francisco Bay Press, 2009. Reprinted by permission of David Allan Evans and the publisher. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Im Guardian-Gedicht der Woche zwei Versionen von Rilkes Sonett „Archaischer Torso Apollos“ auf Englisch, beide von der jungen Autorin Sarah Stutt.
Lyrik wird von einem einzigen Lektoren gelesen, die Prosa ist auf 5 aufgeteilt, jeder wählt die 3 Texte, die er für die besten hält, aus. 20 Lesende, 5 Lyrik, 15 Prosa. …
Sondersituation Lyrik: 15 Minuten Lyrik am Stück sind zu viel, das weiß jeder, immer schon, es wird trotzdem seit Jahren nicht geändert. Lyriklektor dieses Jahres war Christian Döring, nicht wirklich ein eingefleischter Lyrikkenner, letztlich überrascht also die miserable Auswahl nicht, lauter Innerlichkeit (im schlechtesten Wortsinn, wenn das Wort überhaupt einen guten Wortsinn haben kann), Kitsch, Wörter wie Seele und Himmel, gehauchte Bedeutsamkeiten. Dazwischen ein lispelnder Schweizer, Levin Westermann, dessen Vortrag auch sonst recht seltsam war (über Sprachfehler bei Lyrikern müsste mal jemand arbeiten, ich kenne auch einen Stotterer, der hervorragend dichtet), der gewann dann den Lyrik-Preis, keine Ahnung, seine Gedichte “hatten” immerhin “irgendwas” (mehr bekam ich leider nicht mit, es war unmöglich, dem Vortrag dieser Gedichte zu folgen). Am zweiten Tag gab es dann noch einmal Lyrik, die in möchtegern-intellektuellen Aneinanderreihungen von technischen und philosophischen und anderen fachsprachlichen Wörtern bestand, also nicht wie Ulf Stolterfoht oder Ron Winkler oder Daniel Falb oder …, sondern schlecht gemacht. Kurz: Enttäuschend, nächstes Jahr bitte wieder ein Lyriklektor, der über Lyrik Gehaltvolleres sagen kann, als dass jeder Lyriker nur eine Stimme im Chor ist (jeden vortragenden Lyriker nannte er konsequent nicht Mensch, sondern Stimme, die Metapher vom Chor fiel in aller Peinlichkeit ganz unverblümt mindestens dreimal, vielleicht öfter, ich bin gut darin, so was zu verdrängen), letztes Jahr zum Beispiel hatte man Urs Engeler für den Job, die Gedichte, die der auswählte, waren vielleicht nicht berauschend, aber hatten wenigstens so etwas wie eine interessante Form, und es gab keine gar so schlimmen Ausreißer nach unten.
/ hier
NB 16.11.: Der Blogger Weiszklee kommentiert seinen Beitrag und die Reaktionen und schreibt: „An einigen Stellen habe ich dann doch etwas zu scharf geschossen, das tut mir leid, ich habe die Respektlosigkeit gegenüber Herrn Döring entfernt, und nicht nur die.“ Mehr im Kommentar. [Obiger Auszug bleibt in der, nun also teilweise revidierten, ursprünglichen Fassung! Es kommt mir weniger auf – richtige?! – Meinungen an.]
Die Juroren des 18. open mike haben sich entschieden: Die Preise für Prosa gingen an Jan Snela für den Text „Milchgesicht“ und an Janko Marklein für den Text „Wir stellen uns nicht dumm an“. Der in diesem Jahr bereits zum vierten Mal vergebene Lyrikpreis ging an Levin Westermann. Eine lobende Erwähnung ging an Katharina Hartwell für den Text „Göteborg“ Der open mike wird von der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation ausgelobt und ist mit insgesamt 7500,- EURO dotiert.
Der Preis der taz-Publikumsjury ging an Sebastian Polmans für den Text „Über Peanuts, mich und andere Sachen“.
Aus den 700 eingegangenen gültigen Bewerbungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum wählten sechs Lektoren aus renommierten Verlagen die 20 Autoren und Autorinnen aus, die am 13. und 14. November 2010 beim Finale in der Wabe in Berlin ihre Texte vortrugen. Die Juroren Hanns-Josef Ortheil, Ilija Trojanow und Anja Utler kürten die Gewinner.
Der open mike hat sich, seitdem er 1993 zum ersten Mal verliehen wurde, zum wichtigsten deutschsprachigen Literatur-Nachwuchswettbewerb entwickelt und ist Karrieresprungbrett für junge Autoren. Gewonnen haben ihn u.a. Karen Duve, Kathrin Röggla, Jochen Schmidt, Terézia Mora, Tilman Rammstedt, Rabea Edel, Jörg Albrecht und Judith Zander.
Die Gewinner:
Janko Marklein, geboren 1988 in Bremen. Seit Oktober 2008 Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Seit Oktober 2009 Studium der Philosophie an der Universität Leipzig. Längere Aufenthalte in Argentinien, Polen und Chile. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, unter anderem in »manuskripte«, »poetmag« und »BELLA triste«.
Sebastian Polmans, geboren 1982, veröffentlichte zuletzt in »manuskripte«, »Style and the familiy tunes«, »[K]améleon« und »Am Erker«. Geistes- und musikwissenschaftliche Studien an Universitäten in Siegen, Hildesheim und Rom. Er war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift »BELLA triste«.
Jan Snela, geboren 1980 in München, studiert in Tübingen Komparatistik, Allgemeine Rhetorik, Slawistik und am »Studio für Literatur und Theater«. Teilnahme an den Lesungsreihen »Bunter Abend« und »buch & bühne«. 2009 belegte er den zweiten Platz beim Literaturwettbewerb »Cross over« der Schreibwerkstätten baden-württembergischer Universitäten.
Levin Westermann, geboren 1980 in Meerbusch. Studierte Philosophie und Soziologie in Frankfurt am Main. Seit 2009 Studium am Schweizerischen Literaturinstitut Biel / Bienne. Publizierte in diversen Literaturzeitschriften, zuletzt in »entwürfe« (Heft 61 / März 2010) und »manuskripte« (Heft 188 / Juni 2010).
Die Gewinner des open mike gehen direkt im Anschluss auf Lesereise, Termine:
Die Wettbewerbstexte sind als Anthologie im Allitera Verlag erschienen und im Buchhandel oder unter www.allitera.de erhältlich.
Am 21.11.2010 um 0:05 Uhr sendet Deutschlandradio Kultur die Reportage „18. open mike“.
Der open mike ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation in Zusammenarbeit mit der WABE und dem Allitera Verlag.
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