Gerade reingekommen – ganz frisch, brandheiß und natürlich von roughbooks: 010 Ulf Stolterfoht: Ammengespräche 011 Konstantin Ames: Alsohäute (jeweils € 7,50) – am besten online bestellen unter: www. roughbooks.ch!
Urs Engeler schreibt:
Genau ein Jahr nach dem Ende von Urs Engeler Editor ist das erste der neuen roughbooks erschienen, Christian Filips, Heiße Fusionen, und gleich darauf das zweite,Elke Erb, Meins: Bücher wie eh und je sind beide, und gute Bücher überdies – aber sie sind unter neuen Bedingungen entstanden, die sich schnell auch als bessere, weil einfach direktere und lustvollere, kurz: roughere Bedingungen erwiesen. Dass die neuen roughbooks so gut funktionieren, hat auch mit Ihrem regen Interesse zu tun. So sind nach nur einem halben Jahr mehr Bücher erschienen, als ich mir zu Beginn des Jahres hätte erträumen können. Dafür sage ich Ihnen herzlich Danke.
Ich freue mich, im Dezember gleich drei neue Bücher im Kranz der roughbooks vorzustellen:
Diese Bücher gibt es nur direkt per E-mail-Bestellung bei mir und in sehr wenigen Buchhandlungen.
Die Reihe kann man auch abonnieren – und für Neuabonnenten ab roughbook 010, d.h. ab Ulf Stolterfohts erstaunlichen Ammengesprächen, gibt es das roughbook 012 zu Mechthild von Magdeburg umsonst. Die Abonnenten aus der Schweiz haben diese Jahresgabe bereits erhalten, den Abonnenten aus Deutschland und Österreich schicke ich sie am Montag los.
Wenn Sie jemanden mit einem sehr speziellen Weihnachtsgeschenk überraschen wollen: auch 2011 werden roughbooks erscheinen – und Ihr Geschenk bleibt das ganze Jahr frisch.
Die vollständige Reihe der roughbooks finden Sie hier.
Mit herzlichem Gruß
Urs Engeler
Dorfweg 9b, CH-4718 Holderbank SO
Telefon 0(041)62 390 02 83
Skype oursengeler
Wer sich für Gegenwartsliteratur interessiert und zugleich in der Not ist, noch schnell was Passendes zu Weihnachten zu finden, sei es ein Geschenk, ein Gedicht für Weihnachtsfeier oder Knecht Ruprecht, der bekommt die Chance, beides zu verbinden. Lettrétage heißt ein rühriger Berliner Veranstaltungsort und auch ein Kleinverlag, vielleicht auch: Kleinod-Verlag.
Herausgeber Tom Bresemann sagt:
Dass man »Lieber, guter Weihnachtsmann …« aufsagt, DAS ist ausgeleiert, natürlich. Wenn aber in ein paar Jahren irgendein Kind eins von den Gedichten aus »Im Heiligkeitsgedränge« rezitiert, wäre das ein wirklicher Erfolg. Ich denke, dann bräuchten wir auch nie wieder über die Lebendigkeit von Gegenwartslyrik reden. Oder über die Lebendigkeit von Weihnachten.
Ein paar Zitate, vielleicht also als Vorschlag für Knecht Ruprecht:
es muss das fest der liebe sein,
selbst die bordelle ruhn ab vier
—–
es kann jedermann
inzwischen sein geheimnis anbringen – ist mir egal
wie groß & wie banal. überhaupt haben sie hier
diverse ablageoptionen in dieser struktur.
ihre geheimnisse sind meistens klein & weiß.
—–
natürlich dachten wir, daß sie plemplem
geworden waren, als sie ungeschützt
aus ihrer deckung traten, nur mit plum-
pudding und mistelzweig – doch kein geschütz
schlug an. wir trafen sie im niemandsland,
unschlüssig was zu tun sei, zwischen gräben
und grenzen, schlamm und draht, und jede hand
an ihrer hosennaht. bis wir die gaben
verteilten: einer hatte zigaretten
dabei und einer bitterschokolade
Oder wer was Kurzes mag:
Der Schnee weiß vom Stiefel die Hälfte
Die zitierten Gedichte stammen von Jan Wagner, Georg Leß, Katharina Schultens und Tom Bresemann.
Wer es kaufen will:
Im Heiligkeitsgedränge
Neue Weihnachtsgedichte
Berlin: Lettrétage 2010. 8 Euro.
/ aus der Weihnachtssendung der Plattform-Redaktion von Radio 98,1 (www.98eins.de), gesendet am 16.12.
Zu diesem Thema ein Gedicht und eine Erinnerung von Wolf Wondratschek, Die Presse 17.12.
Auszug aus dem Gedicht:
Von einer Dichterlesung konnte, gottseidank,
bald keine Rede mehr sein. Er schrie,
er flüsterte, biss in die Sätze hinein,
riss sie, unendlich schweigsam, in Stücke.
(…)
Auch wenn er lachte, lachte er durchdacht.
Eine Buchhändlerin geniert sich dafür,
dass die Poesie noch Fortschritte macht.
Seither sind viele Jahre vergangen.
Aber von vielem, was vergangen, sagt man doch:
damals in Wien hat es angefangen.
„Muss man eine Erfahrung zweimal machen? Ja, bis man es weiß. Bis du weißt, warum du mitmachst. Weil ich muss. Weil ich nicht gegen sie ankomme. Weil ich studieren will. Nochmal von vorn. Bis du begreifst, was sie aus dir machen. Was du aus dir machst. Was du aus dir machen lässt.“
Jürgen Fuchs, Hörbuch „Das Ende einer Feigheit“ (2010)
„Bei Jürgen Fuchs bleibt alles im Besitz seines Klarnamens. Und jedes bleibt, wie es wirklich passierte. Keine Fiktion im Inhalt, nur Erfindung im Ausdruck. Diese spannende Dramaturgie ist dem Erlebten nicht ohne weiteres abzuluchsen. Weil dies Jürgen Fuchs so gut gelingt, glaubt man, die Wirklichkeit hat sich in diesen Texten selber aufgeschrieben.“
Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller in der Einleitung zum Hörbuch „Das Ende einer Feigheit“ (2010)
Essay | Zum 60. Geburtstag von Jürgen Fuchs:
„Im Ergebnis der Durcharbeitung der Kinder“ – Kadergewinnung und Zersetzung in der DDR – Poetikvorlesung Jena
Von und mit Jürgen Fuchs
Produktion: MDR 1996
Sendung:
So, 19.12.2010, 19:05-19:30 Uhr
„Das Ende einer Feigheit“
Mit einer Einführung von Herta Müller und einem Lied von Wolf Biermann
Gelesen von Jürgen Fuchs und Herta Müller
2 CDs
Verlag: Hörbuch Hamburg
ISBN 978-3-89903-089-1
»Heymweh – eine konzertante Performance« nennt sich die Inszenierung eines internationalen Künstlertrios, das mit einem Mix aus Neuer Musik, Elementen des zeitgenössischen Tanzes, schauspielerischen Episoden und klassischem Vortrag die wortgewaltige Lyrik Heyms zu neuem Leben erwecken möchte. Es ist ein hehrer Anspruch, den der Hamburger Schauspieler und Regisseur Carsten Clemens da zusammen mit der italienischen Tänzerin Ambra Pittoni und dem kanadischen Musiker Miles Perkin versucht hat umzusetzen. Und genau das ist das Problem: Die Performance ist vor lauter Bemühung wie gelähmt, nichts ist darin zu finden von der ungestümen Wut und der Rauschhaftigkeit, die einem aus Heyms Lyrik entgegen springt. / Anouk Meyer, ND 17.12.
Die italienische Poesie des 20. Jahrhundert lässt sich in verschiedene Strömungen einteilen – Hermetismus, Futurismus, Neorealismus, Existenzialismus, Experimentalismus oder Neoavantgarde. Aber zu viele Dichter und ihre Werke passen in keines dieser Schemata, z.B. Sandro Penna, Giorgio Caproni, Elsa Morante, Giovanni Giudici, Andrea Zanzotto, Attilio Bertolucci, Amelia Rosselli. Das heißt, die Poesie des 20. Jahrhunderts will anders bewertet und beschrieben werden.
Auf der Tagung „Die italienische Poesie des 20. Jahrhundert“ stellen Wissenschaftler, Übersetzer und Dichter diese literaturwissenschaftlichen Schablonen in Frage und suchen nach neuen Koordinaten.
Mit einer Lesung zeigt die Tagung, wie sich zeitgenössische Dichter in ihrer Lyrik mit der Poesie des 20. Jahrhunderts auseinandergesetzt haben.
Do 13.1. 20:00 Die italienische Poesie heute
Lesung mit: Antonella Anedda, Annamaria Carpi, Patrizia Cavalli und Patrizia Valduga. Moderation: Franco Sepe, Autor und Literaturwissenschaftler, Universität Potsdam
Italienisch und Deutsch
Außer Haus
Di 11.1. 19:00
Eröffnungsvortrag: Alfonso Berardinelli (Autor, Herausgeber, Kritiker /Rom)
Lesung: Dichter lesen einen ’Klassiker‘ des 20. Jh.: Antonella Anedda, Patrizia Cavalli, Annamaria Carpi, Patrizia Valduga
Italienisch mit Simultanübersetzung
Ort: Istituto Italiano di Cultura, Hildebrandstr. 2, 10785 Berlin
Eintritt: frei
Außer Haus
Mi 12.1.
09:00 Tagung
Romano Luperini (Prof. /Siena): Avanguardia e modernismo: la poesia italiana del primo Novecento
Giulio Ferroni (Prof. / Rom, La Sapienza): Il primo canone della nuova Italia: Carducci, Pascoli, D’Annunzio
Andrea Cortelessa (Dozent /Rom, La Sapienza): Storicamente nervosi: Zanzotto, Sanguineti, Rosselli
Roberto Galaverni (Autor, Herausgeber, Kritiker/ Bologna): La generazione di mezzo
Italienisch
15:00 Zur Praxis der Poesieübersetzung. Workshop
mit Camilla Miglio (Prof./ Neapel- Rom), Theresia Prammer (Autorin, Übersetzerin/Berlin), Piero Salabé (Übersetzer, Lektor Hanser Verlag/München)
Italienisch
Ort: Freie Universität, Henry-Ford-Bau, Konferenzraum 2, Garystraße 35
14195 Berlin-Dahlem
Eintritt: frei
Veranstaltung des Istituto Italiano di Cultura in Zusammenarbeit mit dem Italienzentrum der FU Berlin und der Literaturwerkstatt Berlin
Rolf Spinnler: Die Avantgarde hatte ja durchaus elitäre Züge, wenn man an Lyriker wie Mallarmé, Eliot, Pound oder George denkt. Sie haben sich als Wissenschaftler aber besonders für populäre Kunstformen wie den Abenteuerroman, die Operette eingesetzt.
Volker Klotz: Sicher, es gibt in der Moderne eine Tradition der hermetischen Lyrik. Aber andererseits haben avantgardistische Künstler mit Hilfe von Montagetechniken versucht, die Hochkultur mit Elementen der populären Kultur zu konfrontieren: Wedekind übernimmt in sein Drama „Lulu“ Formen des Zirkus, Strawinsky zitiert in „Petruschka“ Gassenhauer. Die Operette ist eine voravantgardistische Kunstform. Während das hochkulturelle Theater im Verlauf des 19. Jahrhunderts immer individualistischer wird – das Zeichen dafür ist das Verschwinden des Chors -, pfeift die Operette auf die Individualität.
/ Stuttgarter Zeitung 16.12.
Benn habe Brecht überholt, meldete eine durchaus verdienstvolle Lyrikzeitschrift, die es versteht, jedes neue Heft in die Medien zu bringen (jüngst wegen eines bayrischen Kreuzzugs gegen dieselbe). Ich sage garnichts dagegen, das ist auch eine Kunst. Wie jetzt so damals griffen es Spiegel & Co. auf. (Auch eine sich „jung“ und „frei“ nennende Zeitung, die hämisch getitelt haben soll: „Zwei Faschisten vorn“. Der zweite war Ezra Pound, der die Umfrage nach dem außerdeutschen Dichter gewonnen hatte. „Faschisten“ lassen die sich nicht nennen, aber haben doch ihre Freude dran. Hallo Jungs: tut mir leid, aber die beiden kann ich euch grad nicht überlassen!)
Vielleicht war die Datenbasis jener Lyrikzeitschrift ja zu schmal. Statistiker können das exakt ausrechnen. Seis drum. Auch meine „Umfrage“ ist keineswegs repräsentativ. Seit die Lyrikzeitung ins Bloggen kam, zählt WordPress die Schlagwörter (sie nennen sie „tags“). Seit Sommer 2009 also kam dieses Rangliste zusammen:
Da ich praktisch jede mir vorfallende Nennung des Namens Benn hier vermelde, geht das Rennen hier also anders aus. (Und ich habe nicht 50 oder 70 Leute befragt, sondern 2743 Artikel, wenn ich den vorliegenden nicht mitzähle. Insgesamt 6238 Tags. Das Rennen geht weiter.)
Die „Nationenwertung“ aber geht klar für 1. Rumänien, 2. Schwaben, 3. Österreich aus!
Unter den 10.387 Meldungen des alten Archivs bis Sommer 2009 seit Januar 2001 sieht es übrigens so aus:
Sonst, Stichproben:
Also wer da einen Trend sehen will: bittesehr!
„Die arabische Lyrik ist viel emotionaler als die deutsche, die doch stark rational, ja, philosophisch geprägt ist“, meinte Omar Abou Hamdan, der junge Schriftsteller aus Souida (Syrien), während er den Tee und die arabischen Süßigkeiten probierte, die das Forum Eine Welt im Evangelischen Gemeindezentrum Daun den Besuchern des musikalisch-literarischen Nachmittags (Titel: „Musik und Lyrik aus Palästina“) während der Pause anbot.
Omar Abou Hamdan muss es wissen, denn er hatte gerade mehrere Gedichte des palästinensischen Lyrikers Mahmud Darwisch rezitiert – in arabischer Sprache, untermalt von arabischer Musik, die Naser Halayqa aus Hebron (Palästina) seiner Oud, einer arabischen Laute, entlockte. / Eifel Zeitung
*) Aller Ingrimm rollender „r“ richtet sich gegen die Humorlosigkeit, diese typisch deutsche Eigenschaft, die auch Österreicher mitunter befällt. Ernst Jandl 1957
Übrigens habe ich mal einem Jemeniten ein Jandlsches Sprechgedicht vorgespielt, er meinte, es seien arabische Wörter drin.
Die rollenden „r“ beziehen sich auf dies:
wo bleibb da
hummoooa
wo bleibb da
hummmoooooa
wo bleibb darrr
hummmmmoooooooooa
darrr kööönich vonn
hummmmmmmmoooooooooooooooooa
rrrrrr
(Dieses Gedicht, 1957 in einer für Schüler bestimmten Zeitschrift abgedruckt, löste erhebliches Wutschnauben – auchn schönes rationales deutsches Wort, Wutschn-Auben – österreichischer Studienräte und ein Veröffentlichungsverbot für den Autor aus.)
Johanna Schwedes anthropomorphisierende Kunst zeigt die Welt als verwaistes Kinderzimmer, in dem die Märchen und Sagen der Kindheit nichts vom ihnen eigenen Schrecken eingebüßt haben. Darin entfalten sich Seelenzustände zu Interieurs, wo Personen nurmehr in Spuren wiederauffindbar bleiben. Die entstehenden Räume lassen sich bereits durch einen winzigen Einschnitt betreten, der sich auf eine ebenso surreale wie alltägliche Landschaft hin öffnet. Wie von jener Welt unsere Realität abhängt, das zeigen Schwedes Gedichte mit jedem klug gesetzen Wort. Unbedingte Anspieltipps: „Opfer“ „1 Abend im Park“, „Warschauer Straße“
(Norbert Lange)
Johanna Schwedes
Den Mond Unterm Arm
Leipzig: Reinecke & Voß
ISBN 978-3-9813470-4-3
1. Auflage 2010
Paperback Format 19×12
48 Seiten
8 Euro
Johanna Schwedes in L&Poe
Lange hat Harald Hartung, der profunde Kenner und Kritiker von Lyrik, der zu den Besten seines Faches zählt, auf eine adäquate Anerkennung als Dichter warten müssen. Das mag an dem Vorurteil liegen, dass sich erklärende Texte mit poetischen nicht gut vertragen und vor allem Letztere dann eher skeptisch betrachtet werden. Mit dem ebenso umfangreichen wie überzeugenden Sammelband «Aktennotiz meines Engels» von 2005, der zeigte, wie souverän das lyrische Werk immer schon neben dem essayistischen und publizistischen gestanden hat, waren derartige Ressentiments endgültig zerstreut.
Wie unbedingt der Lyriker Hartung in den Kanon der deutschen Poesie gehört, beweist nun auch der neue Band mit dem für die Tonlage der Gedichte bezeichnenden Titel «Wintermalerei». / Kurt Drawert, NZZ 15.12.
Harald Hartung: Wintermalerei. Gedichte. Wallstein-Verlag, Göttingen 2010. 79 S., Fr. 24.50.
Der eingangs erwähnte Rezensent der „FAZ“, der Berliner Germanist Ernst Osterkamp, findet vom Titel angefangen ausnahmslos alles an diesem Band – bis auf Juvenals Satire – platt und banal, poetische Konfektionsware eines an sich „guten Lyrikers“. Der Verriss hat Grünbein offenbar so aufgebracht, dass er sich bemüßigt fühlte, eine Erwiderung in Form eines Leserbriefs zu verfassen, publiziert in der FAZ vom 14.10., zwölf Tage nach Osterkamps harscher Kritik. Die interessanteste Frage bei diesem Konflikt ist vielleicht die nach Begriff und Wesen des Banalen, sozusagen nach der vermeintlichen Bösartigkeit der Banalität: Ist es beispielsweise im schlechten Sinn banal, wenn Grünbein die römischen „Frühstückskapellen“ feiert (ein schöner Ausdruck, wie ich finde), und welche produktive Funktion könnten Elemente des Banalen in der Literatur haben?
„Ich habe eine große Lust auf Abstürze, je höher der Ton ohnehin schon ist, je bedeutsamer scheinbar das Sujet, desto wichtiger ist es, dann doch die zerquetschte Blechbüchse am Rand zu sehen. Ich glaube, dass die Kunst immer von solchen Spannungen lebt, von gewagten Gegensätzen. Für den denkenden Menschen ist der Raum des Klischees ohnehin sehr viel größer, als die meisten glauben. Muss man Angst davor haben, oder hat das Klischee, in die Form hineingebracht, nicht auch eine Funktion? Für einen Nabokov wäre Grass insgesamt ein kitschiger Autor. Insgesamt! Das ganze Werk ist aus der Sicht sozusagen verdorben, weil es klischeehafte politische Ideen enthält. Wer dieses Schwert auspackt, der muss sich auf ein riesiges Gemetzel gefasst machen.“
Ein großes Gemetzel hat die Debatte zwischen Autor und Rezensent bisher nicht ausgelöst, aber man darf schon darauf hinweisen, dass auf einem äußerst schmalen Grat der Subjektivität wandelt, wer anderen Gemeinplätze, Klischees oder einen zu großzügigen Umgang mit dem sogenannten Banalen vorwirft. Denn, seien wir einmal ehrlich, was ist schon unwidersprochen und unumstößlich originell?
„Was das Originelle betrifft, da fällt einem wieder Goethe ein…
/ Martin Krumbholz, DLF Büchermarkt
Durs Grünbein: Aroma. Ein römisches Zeichenbuch. Suhrkamp Verlag, 185 Seiten, 19,90 Euro.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
Here’s a poem by Christopher Todd Matthews that I especially like for the depiction of the little boy who makes more of a snowball than we would have expected was there. This poet lives in Lexington, Virginia.
Eating Them As He Came
Dark by five, the day gives up and so do I,
stalled at the top of the stairs I forget what for,
adrift in a scrap of dream that’s not a dream
exactly but a stupor, unrefined. I go astray
in old routines, I dare myself to reconstruct
the rules of old invented games—that one
of throwing snowballs at the roof, to watch them
shrink as they rolled down, spinning to their pits,
to see the force that made them briefly a thing
so neatly undone. Today an old friend’s tiny boy
lobbied me to pitch some snowballs at him. I bowed
to his dense little will. But planned to miss.
As I packed and flung each one to its unpacking,
he hunted down the humble bits and crumbs
of every impact, as they ran from him along
the icy slope, and gathered and carried them
back to me at the top. Eating them as he came.
So that’s how you get to the marrow of breakdown.
I forgot. That you could put what’s left to your lips.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2009 by Christopher Todd Matthews and reprinted from West Branch, No. 65, Fall/Winter 2009, by permission of Christopher Todd Matthews and the publisher. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
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