8. Suze Rotolo gestorben

Die ehemalige Partnerin und Muse von Bob Dylan, Suze Rotolo, ist tot. Sie starb im Alter von 67 Jahren in Manhattan an Lungenkrebs, wie die „New York Times“ berichtet. / Badische Zeitung

 

7. Forderungskatalog

Horst Samson schreibt zur Meldung #5:

Der Protest und die bei diesem Anlass von mir vorgetragenen sehr weitreichenden Forderungen hatten gravierende Folgen: Bedrohung mit langen Gefängnissstrafen durch den damaligen Chef der Temeswarer Securitate, Cristescu, persönlich; Veröffentlichungsverbote für einige der Beteiligten, auch für mich; in meinem Fall dann im März 1986 Morddrohung … und nach etlichen weiteren Schikanen die Emigration in die Bundesrepublik Deutschland. Richard Wagner und Herta Müller verließen am 5. März 1987 (?) das Land, ich am 6. März 1987. Es folgten im Frühjahr William Totok und im Sommer Johann Lippet, und einige Zeit später noch Helmuth Frauendorfer. Balthasar Waitz konnte in Temeswar bleiben, wo er bis heute schreibt und arbeitet. Es war ein schwerer Aderlass für die „rumdeutsche Literatur“, wie ich die rumäniendeutsche Literatur damals bezeichnete. Ich sollte mich mit dem „Rumdeutschen“ täuschen, auch heute wird im Banat und in Siebenbürgen deutsch gedichtet und geschrieben, werden Lesungen abgehalten und Bücher veröffentlicht. Für alle, die sich dafür interessieren und wissen möchten, wie weit meine damaligen Forderungen an die Partei- und Staatsführung, letztlich an den Diktator, reichten, sei hier der gesamte Forderungskatalog wiedergegeben, wie ich ihn zwei Tage vor der direkten Auseinandersetzung im Oktober 1984 formuliert habe.

MEIN FORDERUNGSKATALOG

für den 12. Oktober 1984, 8 Uhr – Vorladung zu Eugen Florescu, ehemaliger stellvertretender Leiter der Propaganda-Abteilung des ZK der RKP, der als Sekretär für Propagandafragen des Kreisparteikomitees Temesch der RKP Ceausescus Kulturpolitik in Temeswar durchsetzen sollte, und Oberst Ion Cristescu, stellvertretender Leiter des Temeswarer Sicherheitsdienstes, sowie Ion Iancu, Funktionär der Propagandaabteilung des Kreisparteikomitees:

KOMPLEX SICHERHEITSPOLIZEI

– Hausdurchsuchungen; Verhaftungen, Verhöre, Bücherbeschlagnahmungen
– man sammelt ständig Aussagen gegen uns, um einen nichtexistierenden Komplott nachzuweisen
– Beschimpfungen (durch Securitateleute: „jicodii“ (Köter), „birlog“ (AMG – Höhle)
– Vorwurf: wir würden jungen Autoren staatsfeindlich erziehen
– nur die Staatsfeinde kriegen AMG-Literaturpreise wirft man uns vor. Da alle 100 Mitglieder abstimmen – sind wohl auch alle AMG-Mitglieder Staatsfeinde
– Versuch, junge Kollegen einzuschüchtern
– Schläge (wie im Fall Frauendorfen) – ist Verletzung der Person und der Menschenrechte

KOMPLEX BÜCHER / VERLAGSWESEN

– Einengung unserer Möglichkeiten, mit unseren Texten die Öffentlichkeit zu erreichen, z.B. das deutsche Programm des Facla Verlags Temeswar wurde von 7 auf 3 Titel reduziert
– Zensur (aus meinem Gedichtband „Reibfläche“, Kriterion Verlag 1982, wurden so viele Gedichte rausgeworfen als drin geblieben sind (42) und das Buch verstümmelt, sogar in Zeitungen und Zeitschriften bereits veröffentlichte Gedichte werden aus den Tiposkripten rausgeschmissen, in der Zeitschrift „Volk und Kultur“ wurden unsere Meinungen zum „Schässburger Dichtertreffen“ 1984 rausgeworfen.
– Probleme der Buchauflagen, die sehr klein sind
– Das AMG-Jahrbuch „Pflastersteine“ durfte erst ein Jahr nach Erscheinen im Buchhandel verkauft werden

AUFNAHME IN DEN SCHRIFTSTELLERVERBAND

– Problem Johann Lippet – Warum hat das Temeswarer Kreisparteikomitee den Beschluss der Schriftstellervereinigung Temeswar, Lippet in den Schriftstellerverband aufzunehmen, nicht bewilligt?
– Fall Peter Motzan (abgelehnt)
– Wir haben im Schriftstellerverband kaum noch Leute, die unsere Interessen vertreten können,
– was geschieht mit den anderen Kollegen, die demnächst in den Verband aufgenommen werden sollen (Herta Müller, William Totok, Stefan Sienerth, Balthasar Waitz, Emmerich Reichrath)

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6. Ana Blandiana in Berlin

„Die Poesie ist das, was bleibt, nachdem du vergessen hast, wie du gelitten hast“, sagte Ana Blandiana einführend zur Lesung am 17. Februar in Berlin. Zusammen mit ihrem Übersetzer Hans Bergel stellte sie den Gedichtband „Die Versteigerung der Ideen“ vor, der 2009 im Johannis Reeg Verlag in Bamberg erschienen ist. …

Hans Bergel erzählte von seiner ersten Begegnung mit einem Gedicht Blandianas, als er im Zwangsarbeitslager in Rumänien nach einem erschöpfenden Marsch nicht nur die Faust-Übersetzung Blagas sondern auch ein Gedicht Blandianas aus einer Literaturzeitschrift las, das ihn faszinierte. Er spürte die Verwandtschaft zwischen der lyrischen Sprache der beiden. Eingedenk dieser Begegnung übersetzte er später die Gedichte der Lyrikerin, um das innere Klingen dieser Sprache ebenbürtig ins Deutsche zu bringen. Die meisten Übersetzungen wären auf Autofahrten auf dem Beifahrersitz entstanden, erzählte Bergel. Was ihn fasziniert hätte, war die lapidare und geniale Einfachheit des Ausdrucks; kein Gedicht rede nur daher, jedes gebe mehr her als parfümierte Worte, sie lebten aus dem Geist der rumänischen Sprache und aus ihrer Melodie. / Edith Ottschofski, Siebenbürgische Zeitung

5. Mutiger Protestbrief 1984

Der Protestbrief von sieben deutschen Autoren aus Temeswar an die RKP* 1984, die letzte Großaktion der genannten Autorengruppe in Rumänien vor der Wende, muss zu den wenigen richtigen öffentlichen Protestaktionen gegen Partei und Diktatur in jener Endzeit des Ceausescu- Regimes gezählt werden. Obwohl die mutige Aktion – Manche sahen sie als Kamikaze-Aktion an – im Westen großes Aufsehen erregte, ist diese Episode selbst zwei Jahrzehnte nach der Wende vielen, nicht nur den Zeitgenossen aus der hiesigen deutschen und der Mehrheitsbevölkerung, sondern vor allem der jüngeren Generation, leider noch immer eine Unbekannte. Und das spricht Bände über Willen und Interesse an einer wahrheitsgetreuen Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit hierzulande.

[In dem Protestbrief heißt es:]

Wir, junge Schriftsteller mit Temeswar, möchten Sie über folgende Tatsachen informieren:

Am 19., 20., 21. und 24. Juli und,am 20. August, dieses Jahres ist unser junger Kollege Helmuth Frauendorfer, Absolvent der Philologischen Fakultät in Temeswar (1984), der ein beachtliches literarisches Debüt sowie eine vielseitige künstlerische Betätigung (er hat die Theatergruppe des Studentenkulturhauses betreut) und eine publizistische Tätigkeit (als Verantwortlicher der deuschsprachigen Seite der Zeitschrift ,,Forum studentesc’“) aufzuweisen hat, vom Sicherheitsdienst, und zwar von Oberstleutnant Nicolae Păduraru und von Major loan Adamescu verhört wurde. Während des Verhörs ist unser Kollege beschimpft und beleidigt worden, und einmal von Major Adamescu auch geschlagen worden. Er wurde aufgefordert, vorformulierte Erklärungen zu unterschreiben, in denen er bestätigt, daß er ,,staatsfeindliche Gedichte“ schreibe und ähnliche Aktivitäten betreibe. Ebenso hat man von ihm gefordert, Erklärungen zu unterschreiben, die besagen, daß wir, die wir diese Beschtverde unterschreiben, ihn im Sinn dieser ,,staatsfeindlichen Aktivitäten“ beeinflußt hätten. Dies, so der Sicherheitsdienst, sei auch durch den Literaturkreis der Schriftstellervereinigung in Temeswar ,,Adam-Mütter-Guttenbrunn“ geschehen, der von Oberstleutnant Păduraru als „Räuberhöhle“ bezeichnet worden ist. Die ,,Räuberhöhle“ wird vom Schriftsteller Nikolaus Berwanger, Sekretär des Schriftstellerverbandes, geleitet. Einige der Unterzeichner dieser Beschwerde sind Mitglieder des Literaturkreises.

Wir haben uns entschlossen, diesen Brief zu schreiben, da, der Zwischenfall mit unserem jungen Kollegen, der— nebenbei gesagt — mit einem schriftlichen Verweis endete, nicht der erste dieser Art ist. Seit Jahren werden wir von den Vertretern des Innenministeriums aus Temeswar belästigt. Was wir schreiben, wird tendentiös umgedeutet, um zu beweisen, daß unsere Tätigkeit subversiv ist. Man verweigert uns Auslandsreisen, es fanden Hausdurchsuchungen und Festnahmen statt. Einigen Kollegen wird die Aufnahme in denSchriftstellerverband verweigert, obwohl sie die nötigen Bedingungen dafür erfüllen. Junge Schriftstellerkollegen, die am Anfang ihrer literarischen Laufbahn stehen, werden eingeschüchtert oder durch Erpressungen gezwungen, mit dem Sicherheitsdienst zusammenzuarbeiten u.a.m.

Es ist offensichtlich, daß dieser Tatbestand nicht Iänger andauern darf. Wir sehen darin eine offenkundige Verletzung der Rechte der Minderheiten unseres Landes, und letztlich eine Mißachtung der Beschlüsse des IX. Parteitags, der, wie bekannt, für unsere Gesellschaft eine neue demokratische Basis geschaffen hat. (…)

Temeswar, September 1984

Die Unterzeichner

Helmuth Frauendorfer, Herta Müller, Richard Wagner, William Totok, Johann Lippet, Horst Samson, Balthasar Waitz.”

Die Folgen waren dramatisch: Ab Januar 1985 wurden die deutschen — aber auch die rumänischen und serbischen — Sendungen des Temeswarer Rundfunks eingestellt. Dieser Maßnahme war einige Zeit vorher schon das Verbot der deutschen und ungarischen Fernsehsendungen vorausgegangen. Der ,,Adam-Müller-Guttenbrunn“- Kreis nahm nach den Zwischenfällen seine Tätigkeit nicht wieder auf.

/ Balthasar Waitz, Banater Zeitung

* Rumänische Kommunistische Partei

4. Kochbuchautorin und Lyrikerin

Jedoch war sie nicht nur Kochbuchautorin. Henriette Davidis schrieb unter anderem auch Gedichte. Diese sammelte sie dann und veröffentlichte 1848 ein Gedichtband mit rund 100 Gedichten.

In der Davidis-Forschung war man sich einig, dass die Manuskripte ihrer insgesamt elf Werke verloren gegangen sind. Bis vor kurzem. 2008 wurde das Henriette Davidis- Museum in Wetter von der Urururgroßnichte von Davidis per E-Mail angeschrieben. Sie informierte das Museum über Urschriften, die schon seit Generationen in ihrem Familienbesitz sind. Es handelte sich dabei um die Original-Manuskripte von einigen der Gedichte von Henriette. / Janitha Anandarajah, derwesten.de

 

3. Übersetzungsschwierigkeiten

Die Übersetzer sind also gefordert, wohl auch überfordert – die berühmte «Unübersetzbarkeit», der unweigerliche Verlust von Bedeutungsschichten.

Als Beispiel hier nur der Titel des letzten Buchs. «Mundar» ist im Spanischen ein Neologismus, Gelman hat aus el mundo ein Verb gemacht. Solches tut er hier nicht zum ersten Mal, schon in Texten aus der frühen Zeit des Exils, um 1977/78, finden sich Prägungen wie piesar, was die Burghardts treffend mit «füsseln» wiedergeben. In «Welteln» haben sie die Verwendung dieser ans Diminutive anklingenden Endung aber zum Übersetzungsprinzip für solche Fälle gemacht. Tobias Burghardt rechtfertigt diese Entscheidung nicht zuletzt mit der Prise Humor, die er bei Gelman zu finden glaubt, und konsequenterweise lässt er Gelman hin und wieder ein wenig «jandln». Wie dem auch sei, «Welteln» scheint mir, zumal als Titel, ein Fehlgriff zu sein. Angeboten hätte sich «welten», klein geschrieben, auch auf der Titelseite, so hätte man die grammatische Ambivalenz besser (und feinsinniger) bewahren können. / Leopold Federmair, NZZ 22.2.

Juan Gelman: Welteln/Mundar. Aus dem argentinischen Spanisch von Juana und Tobias Burghardt. Edition Delta, Stuttgart 2010. 259 S., Fr. 30.–.

2. Zurückgetreten

wird er offenbar heute noch sein, wie ich lese, worden sein, wie ich denke:

Der deutsche Verteidigungsminister Guttenberg will offenbar noch heute zurücktreten. Wie die «Bild»-Zeitung ohne Angaben von Quellen meldete, habe Guttenberg ein Rücktrittsgesuch bei Bundeskanzlerin Merkel eingereicht. / NZZ

(Ists auch nicht Lyrik…)

Hier ein Kommentar der NZZ zu Merkels „unbedachten“ Äußerungen (die danebenstehende Tickermeldung „Mein ganzes Volk liebt mich“ bezieht sich aber auf einen Libyer) – In der NZZ am Sonntag: Der grosse libysche Schriftsteller Ibrahim al-Koni über den Umsturz in seiner Heimat

1. Hansestadt Halle

„Halle müßte am Meer sein | Da würde ein Schiffsverkehr sein | Es wäre die Stadt perfekt | Wenn die Welle Heidesand leckt“, die erste Strophe von Holger Leiserings Gedicht „Hansestadt Halle“ und weitere neunzehn Gedichte sind in den Trams zu lesen.

Initiiert wurde das Lyrik-Projekt vom Förderkreis der Schriftsteller in Sachsen-Anhalt. Der Verein will damit auf einen Aspekt des zeitgenössischen Kunstschaffens in Sachsen-Anhalt aufmerksam machen, der im Alltag sonst eher unbeachtet bleibt. Bekannte Dichter wie Dieter Mucke oder André Schinkel haben für dieses Projekt ihre Werke zu Verfügung gestellt, aber auch noch eher unbekannte Autoren stellen sich vor. / halleforum.de

131. Europa als Gedanke, Gewissheit und Realität

Geistige Gummibärchen … ist eine gelegentliche Kolumne zur Poesie des Medienspeak. Und wenn der Freiherr von und zu ein Medium ist, so könnte ich ihn stundenlang, hundertseitenlang zitieren. Ich verkneife mir das und schreibe mal ausnahmsweise etwas Eigenes hierhin. Zumindest nach meinem jetzigen Kenntnisstand:

Der europäische Bürger, mit argumentativen Begründungsversuchen für Entscheidungen auf EU-Ebene nicht eben verwöhnt, empfindet wenig eigene Betroffenheit und bringt daher auch nur ein geringes Engagement für den Prozess auf, dem er sich zunehmend als Objekt ausgesetzt sieht. Verschieben wir es doch auf Morgen. Froh zu sein, bedarf es wenig – ein Leben in Freiheit ist nicht leicht, und die Demokratie nicht vollkommen. Aber wir hatten es nie nötig, eine Mauer aufzubauen, um unsere Leute bei uns zu halten und sie daran zu hindern, woanders hinzugehen. Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner. Und das ist auch gut so. Sie liebt dich, auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt.

Europa als Gedanke, Gewissheit und Realität könnte, am Ende dieser Stufenleiter angelangt und auf dem Wege zur Tradition, zum Scheitelpunkt zwischen Konservatismus und Moderne werden, der weder die Option der Gradwanderung (sic!) noch die Gelegenheit der Verbindung jener Elemente auszuschließen vermag. Aber denk ich an Deutschland in der Nacht, haben andere Mütter auch schöne Söhne.

Vgl. auch hier, hier, hier und hier:

130. American Life in Poetry: Column 310

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

A friend saw a refrigerator magnet that read, PARENTING: THE FIRST 40 YEARS ARE THE HARDEST. And lots of parents, thinking their children have moved on, discover one day that those children are back. Here Marilyn L. Taylor, Poet Laureate of Wisconsin, writes of that.

Home Again, Home Again

The children are back, the children are back—
They’ve come to take refuge, exhale and unpack;
The marriage has faltered, the job has gone bad,
Come open the door for them, Mother and Dad.

The city apartment is leaky and cold,
The landlord lascivious, greedy and old—
The mattress is lumpy, the oven’s encrusted,
The freezer, the fan, and the toilet have rusted.

The company caved, the boss went broke,
The job and the love affair, all up in smoke.
The anguish of loneliness comes as a shock—
O heart in the doldrums, O heart in hock.

And so they return with their piles of possessions,
Their terrified cats and their mournful expressions,
Reclaiming the bedrooms they had in their teens,
Clean towels, warm comforter, glass figurines.

Downstairs in the kitchen the father and mother
Don’t say a word, but they look at each other
As down from the hill comes Jill, comes Jack.
The children are back. The children are back.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2009 by Marilyn L. Taylor, whose most recent book of poetry is “Going Wrong,” Parallel Press, 2009. Poem reprinted from “Wisconsin Poets Laureate,” Marsh River Editions, 2009, by permission of Marilyn L. Taylor and the publisher. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

 

129. Thomas-Kling-Poetikdozentur

Zum Sommersemester 2011 richtet die Kunststiftung Nordrhein-Westfalen an der Universität Bonn eine
Thomas-Kling-Poetikdozentur ein, die vorerst für drei Jahre geplant ist. Erster Dozent wird der Kölner Autor und Übersetzer Stefan Weidner sein.

Vorgesehen ist, daß Schriftsteller und Übersetzer aus NRW für jeweils zwei Semester ein Stipendium erhalten, mit dem sie eigene Lehrveranstaltungen durchführen können. Die Auswahl der Dozenten wird von Vertretern der Stiftung und der Uni Bonn getroffen.

Mehr

128. Deutsche Geschichte

Der junge Bernward Vesper (August Diehl) gründet schon als Literaturstudent einen eigenen Verlag, um die Blut- und Boden-Lyrik seines Vaters, eines glühenden Nazi-Verehrers, neu herausgeben zu können. An der Universität Tübingen lernt Bernward zwei bezaubernde junge Frauen kennen: Gudrun Ensslin (Lena Lauzemis) und deren Freundin Dörte. Gudrun und Bernhard teilen sich eine Wohnung, um gemeinsam den Verlag führen zu können. / Ulrike Mau, Die Welt

„Wer wenn nicht wir“ von Andres Veiel startet am 10. März bundesweit in den Kinos.

Will Vesper:

Dem Führer (März 1933)

So gelte denn wieder
Urväter Sitte:
Es steigt der Führer
aus Volkes Mitte.

(usw.)

 

127. „Und der Text entschwebt“

Die zweisprachige deutsche Ausgabe bringt es auf 337 Seiten, sie dokumentiert ein einzigartiges Projekt: 27 renommierte deutsche Lyriker und Übersetzer folgten der Aufforderung des Wiesbadener luxbooks Verlags, Gedichte eigener Wahl zu übersetzen – sicherlich nicht zuletzt, weil Ashberys Texte wichtig waren für ihr eigenes Schreiben.

Mehrfachfassungen waren also von Beginn an ein Ziel. Mit sechs Varianten hält das Gedicht „Like a Photograph“ die Spitze. Und wer meint, dass zumindest der Titel immer nüchtern mit „Wie ein Foto“ wiedergegeben würde, irrt: „Einem Lichtbild gleich“ dichtet Jan Volker Röhnert und der Text entschwebt. / Gisela Trahms, Poetenladen

Im Januar 2011 Platz 1 der SWR-Bestenliste!

Eine Bestenliste, auf die immer wieder auch Lyrikbände kommen. Im Februar wieder zweimal Lyrik, darunter schon wieder einer von luxbooks:

Platz 6 (-) 32 Punkte
TADEUSZ DABROWSKI: Schwarzes Quadrat auf schwarzem Grund
Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig Übersetzt von Andre Rudolph, Monika Rinck und Alexander Gumz.
Luxbooks Verlag
19,80 Euro
ISBN 3-939557-94-3
140 Seiten

Mittelschwere Lektüre

Der erste in Deutschland veröffentlichte Gedichtband des jungen polnischen Lyrikers Tadeusz Dabrowski: Lyrik der Sichtbarkeit, des Offensichtlichen, das poetische Geheimnis liegt auf der Oberfläche verborgen. Mit einem Nachwort von Michael Krüger.

Außerdem:

Platz 8-9 (-) 25 Punkte

PIERRE DE RONSARD: Amoren für Marie

Das zweite Buch der Amoren mit den Sonetten und Madrigalen für Astrée. Französisch – Deutsch. Übersetzt von Georg Holzer.
Elfenbein Verlag
24,00 Euro
ISBN 3-941184-05-9
278 Seiten

Mittelschwere Lektüre

Pierre de Ronsard ist einer der großen Dichter des 16. Jahrhunderts. Er hat das Französische literatur- und liebesfähig gemacht. Die von ihm lyrisch gepriesene, angebetete, manchmal störrische, manchmal bereitwillige Marie ist seine Geliebte, aber zugleich eine andere Frau: die früh verstorbene Geliebte von Heinrich III., der die Gedichte in Auftrag gegeben hat. Die Sprache der Liebe ist nie individuell.

 

126. Fußball-Lyriker

Karlsruhe (hbl). Am letzten Tag der Ausstellung „Im Wildpark“, Sonntag, den 27. Februar, wird der Fußball-Lyriker Stan Lafleur aus seinen Werken vorlesen. /Boulevard Baden

125. Neuentdeckungen bei luxbooks

Einige Monate geriet die «luxbooks»-Produktion ins Stocken, bis ein grosszügiger Spender die Fortsetzung der Arbeit ermöglichte. Für 2011 sind nun wieder zahlreiche Neuentdeckungen angekündigt, darunter die Débuts schriller experimenteller Stimmen (Dagmara Kraus, Simone Kornappel) und die Präsentation des jungen Amerikaners Ben Lerner, dessen eigenwillige Sonette in der Übersetzung von Steffen Popp bereits vor Erscheinen mit einem renommierten Poesiepreis aufgezeichnet wurden. Keine schlechten Aussichten also, um die Gegenwartslyrik aus ihrem oft bejammerten Minoritätenstatus herauszuführen. / Michael Braun, NZZ