Gyula Illyés (* 2. November 1902 in Felső-Rácegrespuszta, Österreich-Ungarn; † 15. April 1983, heute vor 50 Jahren, in Budapest)
Frühes Dunkel
Vor den ruhelosen Wolken des Herbsthimmels tänzelt der Mond. Bevor er sich davonmacht, bevor er weggerissen wird, möchte er sich noch einmal im kühlen Wasser des Wiesenbrunnens spiegeln! Er ist ausdauernd, er hält stand wie die Frauen, aber es will ihm nicht mehr lange gelingen. Metallisch schlagen die Maisblätter aneinander. Nach einem irren Lauf hockt sich der letzte Hase auf die Hinterläufe, lauscht, und mit der nahenden Katastrophe erstarrt er zur Statue.
Deutsch von Bernd Jentzsch. Aus: Gyula Illyés, Mein Fisch und mein Netz. Berlin: Volk und Welt 1973 (Weiße Lyrikreihe), S. 67
Gabriele Stötzer
(* 14. April 1953 in Emleben)
fährfrau ich bin nicht mehr auf dem untergehenden boot ich bin nicht mehr auf dem untergehenden boot ich bin nicht mehr auf dem untergehenden boot ich brauch euch nicht mehr über den kopf zu streichen und zu sagen morgen gibt es besseres wetter ich brauch euch nicht mehr an den arm zu fassen bitte verliert nicht die fassung ich brauche euch nicht mehr an den haaren zu ziehen kopf hoch ich bin nicht mehr auf dem untergehenden boot ich bin nicht mehr auf dem untergehenden boot ich bin nicht mehr auf dem untergehenden boot ich nehme die flügel unter die arme beschau mir eure miseren meilenweit gegen den wind hab die beschimpfungen abgesetzt und frag mich nur noch wie ich da unten landen konnte macht was ihr wollt um euretwillen und beschimpft nicht die welt ob eurer anwesenheit frau sei dank fast wär mir das herz geplatzt hätt ich diese knoten nicht gelöst frei heit frei herz frei seele frei sicht frei mauer frei sager ich (1987)
Aus: Gabriele Stötzer, Ich bin die Frau von gestern. Mit Illustrationen von Gabriele Stötzer und einem Nachwort von Joachim Walther. Frankfurt/Main: Edition Büchergilde, 2005 (Die verschwiegene Bibliothek), S. 149.
Karl-Heinz Schreiber
dass all das bin habe ich denn eine chance wie kann ich denn beweisen dass ich ein guter kunde bin dass ich ein guter spieler bin dass ich ein guter säufer bin dass ich ein guter lover bin dass ich ein guter deutscher bin dass ich ein guter mensch bin dass ich alles verstehe alles alles dass ich alles verstehe alles alles ich verstehe wie kann ich denn beweisen dass ich verstehe alles alles dass ich alles verstehe dass ich alles habe dass ich alles bin dass ich keinen dass ich keinen dass ich keinen therapeuten brauche wie kann ich denn beweisen wie kann ich denn beweisen wie kann ich denn beweisen dass ich allein dass ich dass ich dass ich & das all dass ich das all dass ich das alles dass ich das all das all das all dass bin das all dass bin dass bin dass bin
Aus: Kaltland Beat. Neue deutsche Szene. Hrsg. Boris Kerenski & Sergiu Stefanescu mit einem Vorwort von Peter O. Chotjewitz. Ithaca Verlag 1999, S. 372
Jitka N. Srbová
Beobachtungsgabe Am besten können es Kinder: der Zug ist blau, die Frau ist dick, die Luft surrt wie aufgehäufter Schotter – Menschen auf Decken und Menschen auf Sitzen scannen sich gegenseitig. Am beschrankten Übergang hat der Fahrer einen zwischen die Kiefer geklemmten Kummer, die Fenster der Gleisstreckenhäuser glotzen sich an, aber wer schaut und wer sieht tatsächlich? Bildergefüllte Augen stapeln wir routiniert in geleerte Dosen exotischer Speisen.
Aus dem Tschechischen von Lena Dorn, aus: Jitka N. Srbová, Rate wie es ausgeht. hochroth Leipzig 2021, S. 35
Pozorovací schopnosti Nejlíp to jde dětem: vlak je modrý, paní tlustá, vzduch bzučí navezeným štěrkem — Lidé na dekách a lidé na sedadlech se vzájemně skenují. Řidič na přejezdu má v čelisti zaseknutý smutek, drážní domy si civí do oken, ale kdo se dívá a kdo doopravdy vidí? Oči nadívané obrazy rutinně štosujeme v plechovkách od exotických jídel.
Der Originaltext erschien in dem Band Svět, 2019
Karl Wilhelm Ramler
(* 25. Februar 1725 in Kolberg; † 11. April 1798, heute vor 225 Jahren, in Berlin)
An die Könige Soll wieder eine ganze Welt vergehen? Bricht wieder eure Sündflut ein? Und sollen wieder alle Tempel und Trophäen Berühmte Trümmer sein? Und alle Künste spät aus Asch und Moder Und Totengrüften auferstehn, Und aus der Nacht des regellosen Zufalls? oder Auf ewig untergehn: Wenn nun die weise Vorwelt ausgestorben, Das unerzogne Kindeskind Ein Räuber ist, die nicht zu Räubern angeworben, Armselge Pflüger sind? – O ihr, verderblicher als der entbrannte Vesuv, als unterirdische Gewitter! ihr, des magern Hungers Bundsverwandte, Der Pest Verschworene! Die ihr den schnellen Tod in alle Meere Auf Donnergaleonen bringt Und von Lisboa bis zum kalten Oby Heere Zum Wechselmorde dingt! Und ach! mit Deutschlands Bürgern Deutschlands Bürger Zerfleischet, einen bessern Held, Der Brennen weisen König zu betrügen, Würger Der Welt und Afterwelt! Wenn eurer Mordsucht einst ein Friede wehret, Der jedem das geraubte Land Und seine bangen Festen wiedergibt, verheeret, Entvölkert, abgebrannt: Ihr Könige, wie wird es euch nicht reuen (Wo nicht die fromme Reue fleucht, Durch Wollust, falsche Weisheit, laute Schmeicheleien Des Höflings weggescheucht), Wenn eurer Mordsucht einst ein Friede wehret, Der jedem das geraubte Land Und seine bangen Festen wiedergibt, verheeret, Entvölkert, abgebrannt: Ihr Könige, wie wird es euch nicht reuen (Wo nicht die fromme Reue fleucht, Durch Wollust, falsche Weisheit, laute Schmeicheleien Des Höflings weggescheucht), Daß euer Stahl unmenschlich Millionen Urenkelsöhne niederstieß; Daß keiner, satt des Unglücks, seine Legionen Das Blutfeld räumen hieß.
Aus: Mein Gedicht ist die Welt. Deutsche Gedichte aus zwei Jahrhunderten I: 1780-1912. Hrsg. Hans Bender. Frankfurt/Main, Olten, Wien: Büchergilde Gutenberg, o.J.
Historisches Wissen über Ramler im Lyrikwiki
Richard Wagner
(* 10. April 1952 in Lowrin, Rumänien; † 14. März 2023 in Berlin)
Die Poeten Fest verwachsen mit Sitzgelegenheiten, Schreibmöglichkeiten, Liegestätten, Wohnraum und Bewegungsfreiheit verharren sie in diesen gut funktionierenden Städten. Die Stille saugt sie langsam auf.
Aus: Das Land am Nebentisch. Texte und Zeichen aus Siebenbürgen, dem Banat und den Orten versuchter Ankunft. Hrsg. Ernest Wichner. Leipzig: Reclam, 1993, S. 26. Zuerst erschienen in: Hotel California I, Bukarest: Criterion Verlag, 1980.
Johannes Bobrowski
(* 9. April 1917 in Tilsit; † 2. September 1965 in Ost-Berlin)
Der Muschelbläser Der schöne Luftgeist bläst auf dem Muschelhorn, dem rötlichen, gespitzten, er teilt den Schall mit seiner Hand, der hier- und dorthin fliegt, soviel anders als Ufervögel. Mein Freund, der Luftgeist, liebt in den Weiden dort zu schlafen, und ich lernte schon dies und dies bei ihm, nun lern ich nicht, wie er so leicht nur zu ruhn, an den Rand gelehnt nur der Dunkelheit und immer im Lichte noch, und kindich runden Augs zu erwachen bald. Wie soll ich meinem Freunde gleichen: nur mit der Lieb, ohne Schlaf, im Regen?
Aus: Johannes Bobrowski: Gesammelte Werke in 6 Bänden. 1. Band. Die Gedichte. Berlin: Union, 1987, S. 100
Das Gedicht entstand am 8.6.1958, Erstdruck in: Eckart, Witten/Berlin 1959, H. 3
Heute vor 50 Jahren starb der spanische Künstler Pablo Picasso, der auch ein Dichter war – wenn auch erst spät. Er war schon 45, als er seinen ersten Text schrieb. Viele weitere sollten folgen. Hier jedenfalls der erste, den ich gefunden habe. Er schrieb in seinen beiden Sprachen, spanisch und französisch. Darum geht es auch in diesem Text.
Pablo Picasso
(* 25. Oktober 1881 in Málaga, Spanien; † 8. April 1973 in Mougins, Frankreich)
28. Oktober 1935
wenn ich in einer Sprache denke und schreibe »der Hund rennt dem Hasen hinterher in den Wald« und das in eine andere Sprache übersetzen will muss ich sagen »der weiße Holztisch drückt seine Pfoten in den Sand und stirbt fast vor Angst dass er so [dumm] sein könnte«
Si je pense dans une langue et que j’écris « le chien court derrière le lièvre dans le bois » et veux le traduire dans une autre, je dois dire « la table en bois blanc enfonce ses pattes dans le sable et meurt presque de peur de se savoir si sotte »
Deutsch von Holger Fock, aus: Pablo Picasso, Gedichte. Ausgewählt und mit einem Vorwort von Androula Michaël. Aus dem Französischen von Holger Fock. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2005, S. 21
William Wordsworth
(* 7. April 1770 in Cockermouth, Großbritannien; † 23. April 1850 in Rydal Mount, Großbritannien)
Als der Mensch Wordsworth 1850 stirbt, ist der Dichter Wordsworth, den viele für den größten englischen Lyriker seit Shakespeare und Milton halten, längst tot; doch die Nation verehrt in ihm den milden, edlen Dichterfürsten, der sich dem viktorianischen Lebensstil angepaßt hat und vom bürgerlichen 19. Jahrhundert als vorbildlich empfunden werden kann.
Siegfried Schmitz
Verse, geschrieben im Vorfrühling Umschwirrt von tausendstimmigem Lied, Lag ich im Grase hingestreckt, Mit sanfter Freude im Gemüt, Die leicht in uns die Trauer weckt. Ihr stolzes Werk verknüpft Natur Der Menschenseele, die hier wacht; Drum schmerzt es mich, zu denken nur, Wozu der Mensch den Menschen macht. Durch Primelbüsche jener Laube Schlingt seinen Kranz das Immergrün, Und jede Blume – ist mein Glaube – Freut sich der Luft in ihrem Blühn. Ich hört der Vögel frohes Singen, Ihr Denken war mir nicht bewußt. Der kleinste doch von ihren Sprüngen Erschien mir jauchzend helle Lust. Der Baum schwillt knospend in den Zweigen Und trinkt die Luft, die ihn umspielt, Und nie will meine Ahnung schweigen, Daß alles dies die Freude fühlt. Kann den Gedanken ich nicht hindern, Der diesen Glauben mir gebracht, Wie soll die Klage sich vermindern, Wozu der Mensch den Menschen macht?
Deutsch von Marie Gothein, aus: Lyrik der englischen Romantik. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Siegfried Schmitz. (Winkler, Die Fundgrube 31) München: Winkler, 1967, S. 23f
Lines Written in Early Spring I heard a thousand blended notes, While in a grove I sate reclined, In that sweet mood when pleasant thoughts Bring sad thoughts to the mind. To her fair works did Nature link The human soul that through me ran; And much it grieved my heart to think What man has made of man. Through primrose tufts, in that green bower, The periwinkle trailed its wreaths; And ’tis my faith that every flower Enjoys the air it breathes. The birds around me hopped and played, Their thoughts I cannot measure:— But the least motion which they made It seemed a thrill of pleasure. The budding twigs spread out their fan, To catch the breezy air; And I must think, do all I can, That there was pleasure there. If this belief from heaven be sent, If such be Nature’s holy plan, Have I not reason to lament What man has made of man?
Henry Parland
(* 29. Juli 1908 in Wyborg, Großfürstentum Finnland; † 10. November 1930 in Kaunas, Litauen), finnlandschwedischer Dichter
Herrgott, laß uns lieber in Geld dichten wie Ivar Kreuger oder Basil Sacharoff; die pfeifen auf den Nobelpreis. Reißen ein Blatt aus der Geschichte und quittieren: einmal Europa mit Dank erhalten.
Deutsch von Wolfgang Butt, aus: Auf der Karte Europas ein Fleck. Gedichte der osteuropäischen Avantgarde. Hrsg. Manfred Peter Hein. Zürich: Ammann, 1991, S. 90f
Herre Gud, låt oss hellre dikta i pengar som Ivar Kreuger eller Basil Saharoff; de kan ge fan i Nobelpriset. River ut ett blad ur historien och skriver ut kvitto: erhållit Europa vilket härmed erkännes.
Elsa Asenijeff (* 3. Januar 1867 in Wien; † 5. April 1941 in Bräunsdorf, Sachsen)
Nächtliche Erwartung Licht fällt in die dunkle Nacht Durch die offene Tür – Ach, wie schluchzt mein Sehnen Mit Macht Und wimmert nach Dir ...! O kämst Du aus dem Nichts herfür, In das die Bäume mit den Nebeln sanken. Meine Brüste hab ich mir weggesehnt nach Dir – Die tränenvollen Augen kranken ––– O komm geschwind durch die leere Tür, Und huschle Dein Sehnen in mich hinein! Dann flammt die Nacht vor Entzücken auf, Schmerz ist vergessen – verweht ––– Wenn das berauschte Zittern Durch die beglückten Glieder geht –
Aus:
VERSENSPORN
Heft für lyrische Reize
Nr. 19: Elsa Asenijeff
Jena: Poesie schmeckt gut, 2015
Inge Müller
(* 13. März 1925 in Berlin; † 1. Juni 1966 ebenda)
TRÜMMER 45
Da fand ich mich
Und band mich in ein Tuch:
Ein Knochen für Mama
Ein Knochen für Papa
Einen ins Buch.
Aus: Inge Müller: Irgendwo; noch einmal möcht ich sehn. Lyrik, Prosa, Tagebücher. Mit Beiträgen zu ihrem Werk. Hrsg. Ines Geipel. Berlin: Aufbau, 1996, S. 34
Am 3. April 1915 starb der jiddische Dichter Jizchok Lejb Perez in Warschau. – Die folgende kurze Einleitung habe ich von ChatGPT schreiben lassen. Waschzettel kann die KI schon ganz gut (zumindest bei Gegenständen, über die es ausreichend Literatur gibt). Ich habe keine größeren Fehler gefunden. Mit „Aufklärungsgedanke“ im letzten Satz ist die jüdische Aufklärung (Haskala) gemeint. Das Gedicht stammt aus der von Hubert Witt herausgegebenen und übersetzten Anthologie „Der Fiedler vom Ghetto“.
Isaac Leib Peretz, auch Jizchok Lejb Perez genannt, war ein polnischer Schriftsteller und Dramatiker, der vor allem in jiddischer Sprache schrieb. Er wurde am 18. Mai 1852 in Zamość geboren und wuchs als Sohn wohlhabender Eltern auf. Peretz erhielt eine religiöse und weltliche Ausbildung und debütierte 1875 mit Gedichten auf Hebräisch. Unter dem Einfluss von Scholem Alejchem wechselte er 1888 zur jiddischen Sprache. 1889 verlor er aufgrund der politischen Aktivitäten seine Zulassung als Anwalt und zog nach Warschau, wo er Sekretär der Jüdischen Kultusgemeinde wurde.
Als schriftstellerisches Multitalent und origineller Erzähler schuf er als einer der Begründer der modernen jiddischen Literatur ein vielseitiges literarisches Werk. Berühmte Werke von Perez sind „Monish“, „Bontshe Shvayg“, „Oyb Nisht Nokh Hekher“ und „Di Goldene Keyt“ (Die Goldene Kette). In Polen ist er auch als Icchok Lejbusz Perec bekannt. Zunächst war ihm der Aufklärungsgedanke wichtig, später beschäftigte er sich hauptsächlich mit dem Leben und Leiden der jüdischen Unterschicht und propagierte Ideale des Sozialismus.
Auf deinem Balkon Auf deinem Balkon hängen meine Augen, sie sehen dich nicht! Es welken dort Blumen, die Tür ist geschlossen, die Scheiben trüben das Licht. Wie ein Vogel fliegen meine Gedanken und stoßen sich an den Zweigen. Still klopfen sie bei dir an die Scheiben, du willst dich nicht zeigen. Sie fliegen zurück, bang und erschrocken, zerschlagen und müd, und im kranken Herzen beginnt zu klingen das traurige Lied.
Deutsch von Hubert Witt, aus: Der Fiedler vom Getto. Jiddische Gedichte aus Polen. Ausgewählt und aus dem Jiddischen übertragen von Hubert Witt. Leipzig: Reclam, 1993 (5. neu durchgesehene und veränderte Auflage), S. 21.
Lange habe ich in mehreren Werkausgaben im Netz gesucht, aber ich konnte das jiddische Original nicht finden. Da fragte ich meine KI:
Kannst du mir den jiddischen Originaltext dieses Gedichts suchen?
Da musste ich doch staunen, die erste wirklich nützliche Arbeit von Nova für mich*:
Ja, gerne! Hier ist der Originaltext des Gedichts „Oif deynem balakon“ von Yitzhok Leyb Perez auf Jiddisch:
אויף דײַנעם בלאַקאָן
אויף דײַנעם בלאַקאָן הענגען זינגען,
זענען נישט אין דיר!
דאָרט וועלקן בלומענדיקע פלאָרן, די טיר איז פאַרשלאָסן
די פענצטער עפֿעקט דעם ליכט.
ווי פֿאַגעל שוועבן מיין-דערציידן
און שטיינען אַן פּאָטער.
זכוכט לעכט צו דיר אַן די-פענצטער,
דו ווילסט נישט אַרויסקומען.
זי געפֿלאָגן שווייגן אין באַנקיי,
זייער און פּלאַץ זייער טייער.
און אין קראַנקן האַרצן זייער קליינגען
די טרויעריקע לייד.
Hey there! You need to check out this ChatGPT app called Nova. It’s just like an AI assistant in your pocket. Come on, download it and let me know what you think.
https://apps.apple.com/app/id1669007652
* ) Vorsicht ist dennoch geboten, der Text scheint nicht frei von Fehlern (auch KI macht Scanfehler! Zumindest verstehe ich nicht alles.)
Hier eine vereinfachte Transkription (s = stimmhaft, ß = stimmlos, ch wie in ach)
oif deinem balkon
oif deinem balkon hengen singen,
senen nischt in dir!
dort welkn blumendike florn, di tir is farschloßn
di fentzter efekt dem licht.
vi fagel schwebn mein-derzeidn
un schteinen an poter.
s-chucht lecht zu dir an di-fentzter,
du wilßt nischt aroyßkumen.
si geflogn schweign in bankii,
seier un plaz seier teier.
un in krankn harzn seier kliingen
di troierike liid.
Mehr üher Leib Perez im Lyrikwiki
Zum Internationalen Kinderbuchtag


Aus: Walther Petri, Humbug ist eine Bahnstation. Gedichte an Kinder. Illustrationen von Gisela Neumann. Berlin: Kinderbuchverlag, 1978
Clemens Schittko
Gedicht aus dem Jahr 2021 Artaud ist tot und O'Hara ist tot Brinkmann ist auch tot und ebenfalls tot ist Pasolini jedoch ist Adloff noch am Leben und Döring ist auch noch am Leben am Leben ist aber auch noch Holland-Moritz und Papenfuß sowieso allerdings ist Brautigan bereits tot und Fauser ist tot Flanzendörfer ist auch tot und ebenfalls tot ist Baader Holst jedoch ist Toussaint noch am Leben und Avenstroup ist auch noch am Leben am Leben ist aber auch noch der Werder-Ralf und der Korte-Ralf sowieso allerdings ist Schwab bereits tot und Bukowski ist tot Cioran ist auch tot und ebenfalls tot ist der Heiner Müller jedoch ist Waschkau noch am Leben und Pohl ist auch noch am Leben am Leben ist aber auch noch Katrin Heinau und Mark Kanak sowieso allerdings ist Ginsberg bereits tot und Burroughs ist tot Kathy Acker ist auch tot und ebenfalls tot ist Dieter Roth jedoch ist Jansen noch am Leben und Klossek ist auch noch am Leben am Leben ist aber auch noch de Toys und Katja Horn sowieso allerdings ist Sarah Kane bereits tot und die Gebrüder Brasch sind tot Kling ist auch tot und ebenfalls tot ist Hilbig jedoch ist Neuner noch am Leben und Güzel ist auch noch am Leben am Leben ist aber auch noch der Mießner und Jannis Poptrandov sowieso allerdings ist Hübsch bereits tot und Zahl ist tot Böhmer ist auch tot und ebenfalls tot ist Ploog jedoch ist Höfler noch am Leben und Jäckl ist auch noch am Leben am Leben ist aber auch noch Jazra Khaleed und der Schmitzer sowieso allerdings ist Ferlinghetti bereits tot und die Mayröcker ist tot Gerd Schönfeld ist auch tot und ebenfalls tot ist Achternbusch jedoch ist Antonic noch am Leben und Schalk ist auch noch am Leben am Leben ist aber auch noch Mara Genschel und Sophie Reyer sowieso
Aus: Abwärts! Nr. 46/47, Januar 2023, S. 40
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