39. Sprachmacht

Die vielleicht überragendste und bewegendste Leistung erbrachte Maren Kames: In Halb Taube halb Pfau entwirft die 29-jährige Skizzen mit solcher Sogwirkung, dass der Leser und Zuhörer Leerstellen automatisch füllt, mit eigenen Lebensfragmenten aufstockt. Sprachmacht in ihrer schönsten Form, mal dringlich, mal kryptisch, aber immer charmant und immer souverän durchkomponiert. Maren Kames hat nicht nur den Lyrikpreis, sondern auch den taz-Publikumspreis erhalten; ein erfreuliches Zeichen in einer Zeit, in der Lyrik oft so stiefmütterlich behandelt wird, dass sie in die Non-Book-Kategorie zu rutschen droht. / Dana Buchzik, Zeit

die ansonsten meint:

Der Open Mike in Berlin bot wenige Glanzstücke.

38. open mike

Die Gewinner des 21. open mike stehen fest

Die Juroren des 21. open mike haben entschieden: Die Preise für Prosa gingen an Dmitrij Gawrisch (Berlin) für den Text „Schaukelgestühlganse en bräume“ und an Jens Eisel (Leipzig) für den Text „Glück“. Der Lyrikpreis des open mike ging an Maren Kames (Leipzig). Den Preis der taz-Publikumsjury erhielt ebenfalls Maren Kames (Leipzig).

Der open mike wird von der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation ausgelobt und ist mit insgesamt 7500 € dotiert.

Aus den über 680 eingegangenen gültigen Bewerbungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum wählten sechs Lektoren aus renommierten Verlagen die 20 Autoren und Autorinnen aus, die am 9. und 10. November 2013 beim Finale im Heimathafen Neukölln in Berlin ihre Texte vor täglich ca. 500 Zuschauern vortrugen. Die Juroren Jenny Erpenbeck, Ulrich Peltzer und Raphael Urweider kürten die Gewinner.

Der open mike hat sich, seitdem er 1993 zum ersten Mal verliehen wurde, zum wichtigsten deutschsprachigen Literatur-Nachwuchswettbewerb entwickelt und ist Karrieresprungbrett für junge Autoren. Gewonnen haben ihn u.a. Karen Duve, Kathrin Röggla, Jochen Schmidt, Terézia Mora, Tilman Rammstedt, Rabea Edel, Jörg Albrecht und Judith Zander.

Die Gewinner 2013:

Dmitrij Gawrisch, 1982 in Kiew geboren, in Bern aufgewachsen, lebt seit 2010 in Berlin.

Jens Eisel, geboren 1980 in Neunkirchen / Saar, lebt in Leipzig. Nach einer Schlosserausbildung arbeitete er unter anderem als Lagerarbeiter, Hausmeister und Pflegehelfer. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und war 2013 Finalist beim Literaturpreis Prenzlauer Berg. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien.

Maren Kames, geboren 1984 in Überlingen am Bodensee. Studium der Kulturwissenschaften, Philosophie und Theaterwissenschaften in Tübingen und Leipzig, Zweitstudium Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Ehemalige Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift BELLA triste. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Lebt in Leipzig.

Die Gewinner des open mike gehen direkt im Anschluss auf Lesereise, Termine:
Mi, 13.11., 19 Uhr, open mike-special: Literarischer Salon in Bern
Do, 14.11., 20 Uhr, Lesung im Literaturhaus Wien, www.literaturhaus.at
Fr, 15.11., 19.30 Uhr, Lesung im orange peel, Frankfurt, www.orange-peel.de

Der open mike ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Heimathafen Neukölln und dem Allitera Verlag. Mit freundlicher Unterstützung des Fachbereichs Kultur des Bezirksamtes Neukölln.

Die Wettbewerbstexte sind als Anthologie im Allitera Verlag (www.allitera.de) erschienen und dort oder im Buchhandel erhältlich.
Am 17.11.2013 um 0:05 Uhr sendet Deutschlandradio Kultur die Reportage „21. open mike“.

Der open mike im Netz:
www.literaturwerkstatt.org
www.openmikederblog.wordpress.com
www.facebook.com/openmikeberlin

37. Pflaumen

Wer beim Wort „Pflaume(n)“ (wahlweise auch Zwetschge, Zwetsche, Quetsche, in Aachen Pruum, im Hunsrück Braum oder auch Bilse, in Kärnten Pfram, im Niederdeutschen Kreike oder Spilgen, in Salzburg Spönling, in Stuttgart Tittlespflaume, in Süddeutschland Hengsthodenpflaume, in der Steiermark Ziberling, in der Mark Bülken und in Graubünden Zipärle geheißen), wer also bei „Pflaumen“ zunächst nicht an Prunus domestica und den mit ihr verbundenen kulinarischen Genuß denkt, sondern an ein Gedicht von William Carlos Williams – oder an eines von Fitzgerald Kusz, auch eines von, siehe oben, Hendrik Rost – der ist für diese Welt verloren, für die der Poesie aber, der er/sie womöglich verfallen, eindeutig gewonnen. / Bamberger Onlinezeitung

36. Giorgio Orelli †

Ein grosser Dichter war der 1921 im Tessin geborene Giorgio Orelli. Seine Lyrik reiht sich ein in die italienische Tradition. Aber auch als Übersetzer, zum Beispiel von Goethe, hat er sich Geltung erworben. Nun ist er gestorben. / NZZ

35. Friedrichshain 2

FRIEDRICHSHAIN 2 - Das Literaturfestival in Prenzlauer Berg

Konkuratiert, kinkaturiert und konterkariert
vom Wohlfahrtsausschluß Erpe (Neuenhagener Mühlenfließ)/
Dahme/levaH/Panke/Spree/Weißer See und der Epidemie der Käfte
in Tateinheit mit der LKO-Exekutive Wedding/Alt Gaarz
und dem Liebe/Arbeit/Wissen-Ausschuß Komponistenviertel

Festivalprogramm hier

Auszug:

Freitag, den 15. November um 20 Uhr:

Lesung

Florian Günther stellt die Oktober-Ausgabe seiner Zeitschrift DreckSack vor. Es lesen: Marvin Chlada (Duisburg), Gerd Dembowski (Berlin), Susann Klossek (Zürich), Andrea Mohr (Australien), Erik Steffen (Berlin) und Florian Günther (Berlin)

Montag, den 18. November um 20 Uhr:

Fantôme Verlag/Neue Gesellschaft für angewandte Toponymie präs.

Toponymische Hefte mit Cordula Daus
und Claudia Basrawi liest aus XXL hat Angst

 

Mittwoch, den 20. November um 20.30 Uhr:

Ein Schlag aus dem Leben I.

Christoph Meyer im Gespräch mit Bert Papenfuß

Anschl. floppy myriapoda – Subkommando für die freie Assoziation präs.

Doppelschlag im Zweierpack 2

Heftrelease # 24 mit Ralph GabrielAlexander KrohnAriane Sept u. a.

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Außerdem mit Henning HesseSilvia KoerblScheiffeleChristine SohnPatrick WEH Weiland, Andreas Paul, Silka Teichert, Annett Gröschner, Gerd AdloffClemens Schittko, HEL, Lutz Steinbrück, William Blake u.v.a.

34. Liliencron-Dozentur

17. KIELER LILIENCRON-DOZENTUR 2013 AN ARNE RAUTENBERG

Lesung, Vorlesung und Gespräch – das ist das Programm der Kieler Liliencron-Dozentur, die das Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien der Christian-Albrechts-Universität Kiel und das Literaturhaus Schleswig-Holstein seit 1997 durchführen.

Mit der 17. Kieler Liliencron-Dozentur wird ein Dichter ausgezeichnet, der Kiel von Geburt bis heute eng verbunden ist und sich in den letzten 15 Jahren bundesweit einen Ruf als Vertreter einer gleichermaßen spielerischen wie experimentellen Lyrik erschrieben hat. Arne Rautenberg schreibt auch Essays und Hörstücke und hat den Roman „Der Sperrmüllkönig“ publiziert. Sein literarischer Schwerpunkt ist aber die Lyrik, die in zahlreichen Einzeltiteln, in Anthologien und Schulbüchern vorliegt. Seine Gedichte nehmen die Sprache in ihrer Materialität und formen – oft auch graphisch – deren Bezüge um. So fügen sich im souveränen Spiel Gehalt und Gestalt der Sprache neu und machen sie sinnlich erfahrbar. Zugleich verweisen die Gedichte mit unverkennbar viel Humor über sich hinaus.

Wie üblich zum Auftakt der Liliencron-Dozentur liest Arne Rautenberg am Montag, 2. Dezember, um 20 Uhr im Literaturhaus in Kiel querbeet durch sein lyrisches Werk, von den Anfängen in den neunziger Jahren bis zu neuen Gedichten. Der Titel dafür ist einem seiner jüngeren Gedichtsammlung entlehnt: „vermeeren“.

Die Liliencron-Vorlesung am Dienstag, 3. Dezember, um 18 Uhr in der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel verspricht eine poetologische Selbstvergewisserung, die Arne Rautenberg unter das Motto gestellt hat: „einmal im eis ein bambi lag mit einem weißen pfeil im hals“.

Nach einer kleinen Pause geht es dann am Dienstag, 3. Dezember, um 20.30 Uhr direkt weiter mit dem Abschlussgespräch zur Dozentur im Literaturhaus. Eingeladen dazu sind zwei renommierte Gesprächspartner, die einen gleichermaßen aufschlussreichen wie unterhaltsamen Ablauf garantieren. Moderieren wird die Journalistin und Schriftstellerin Gabriele von Arnim. Außerdem zu Gast ist der in Hamburg lebende und arbeitende Dichter und Lyrikübersetzer Mirko Bonné, dessen neuer Roman „Nie mehr Nacht“ in diesem Jahr auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis stand. Mit ihnen spricht Arne Rautenberg über „Dichtung, Kunst, Popkultur, Humor und das Glück, am Meer zu sein“.

Dr. Wolfgang Sandfuchs
Literaturhaus Schleswig-Holstein)

Die Liliencron-Dozenten 1997 – 2012

Doris Runge | Raoul Schrott | Dirk von Petersdorff | Thomas Rosenlöcher | Harald Hartung | Dagmar Leupold | Ilma Rakusa | Oskar Pastior | Ulrike Draesner | Michael Lentz | Brigitte Oleschinski | Marcel Beyer | F. W. Bernstein | Franz-Josef Czernin | Nora Gomringer | Heinrich Detering

33. Open Mike Breaking News

DIE GEWINNER STEHEN FEST

Empfehlung der Jury: Paula Schweers

Publikumsjury (Gisela Graf, Andreas Knierim, Jennifer Sprodowsky, Kolja Unger, Melanie Waldheim): Maren Kames

32. Gestorben

Stuttgarts langjähriger und am Donnerstag verstorbener Oberbürgermeister Manfred Rommel war nicht nur Politiker, sondern auch Literat.

Er habe seine alten Tage weithin dazu verwendet, Gedichte zu schreiben – nachdem er ja bereits während seiner Amtszeit, etwa wenn er Sitzungen leitete, erfolgreich geschrieben habe. Das sagte Manfred Rommel im Jahr 2005 – allerdings auf einer Faschingsveranstaltung. Tatsächlich veröffentlichte er von 1981 an rund 15 Bücher, darunter Lyrik- und Aphorismenbände, aber auch Gedanken über Politik und Kultur. (…) schließlich hatte schon Rommel geschrieben: „In unserer Welt wird mehr geschrieben als gelesen.“ Und er sagte bei jener bereits erwähnten Faschingsveranstaltung: „D’Leut könnet nix Lang’s vertraga.“ Deshalb habe er immer nur eine Strophe geschrieben, an die könne man sich erinnern. / Stuttgarter Nachrichten

31. Singsang und Klirren

Wenn Àxel Sanjosé von einem Rätsel schreibt ˗es ist nicht blau, es ist nicht bunt, / es ist nicht gross und auch nicht rund“ ˗, könnte damit immer auch das Gedicht gemeint sein. Denn die zehn Beine, die er erwähnt, mögen an die Versfüsse des Gedichts erinnern, und jenes „Loch, das in seiner Mitte klafft, deutet darauf hin, dass es beim Gedicht weitaus Wichtigeres gibt als das Verstehen. „Wir kennen′s nicht aus der Natur, heisst es einmal. Dafür kennen wir es bei Sanjosé aber aus dem Barock, aus der Romantik oder aus der Tradition der Haikus. Ganz unaufdringlich zeigt er noch im Stillleben, dass ein Gedicht aus Sprache gemacht ist. Und aus „Klirren und aus „Kuckucksfedern und aus „Singsang. Àxel Sanjosé, der 1960 in Barcelona geboren wurde und seit bald 35 Jahren in München lebt, hat sich lange Zeit gelassen für seinen zweiten Band. Das vielleicht schönste Stück darin ist ein „südliches Sonett, das in strenger Form den Schatten und den Staub eines sommerlichen Platzes aus den Worten hervorlockt, um sich bald schon dem „Rausch des Meeres hinzugeben. Wie hier das „Ich“ in den Silben nachklingt, wie es sich entfaltet und doch zugleich spürbar werden lässt, es könnte nichts sein als blosse Gischt ˗ das ist eine Kunst für sich, und keine kleine.

/ Nico Bleutge, NZZ vom 29.10.2013

30. schwarnze fahne

Die Gedichte sprechen miteinander, in meinem Kopf.

Ernst Jandl

schwarnze fahne
schwarnze fahne
ooooooooooooooodrünes dach
ooooooooooooooodrünes dach
schwarnze fahne
schwarnze fahne
ooooooooooooooodrünes dach
oooooooooooein drünes dach

(1957)

aus: ernst jandl: serienfuss. darmstadt u. neuwied: hermann luchterhand. 1. aufl. mai 1974, 5. aufl. september 1984, S. 46.

29. Schwarze Bohnen

Für Marcel Reich-Ranicki gehört das Gedicht „Schwarze Bohnen“ von Sarah Kirsch,  „diese schwermütige Hymne“,  zu „den Höhepunkten der deutschen Poesie nach 1945. Ich verneige mich vor Sarah Kirsch respektvoll und dankbar.“ (FAZ Frankfurter Anthologie). Darüber sind die Meinungen geteilt, wie über alles andere auch. Aber ich denke, er schätzt es irgerndwie aus den falschen Gründen. Irgendwie liest er es genauso wie die Kulturfunktionäre der DDR, die das nicht mochten. Und er mag das. Er schreibt:

Ich leide. Oder: Ich bin unglücklich. Oder: Ich bin verzweifelt. Das ist alles, was uns Sarah Kirsch in diesem Gedicht zu sagen hat. Wirklich nicht mehr? Nein. Wozu auch?

Mir ist das zu inhaltistisch gedacht. Muß man immer gleich „etwas ausdrücken“? Muß das dann immer gleich einer breittreten? „ach geht mir weg ihr“.

Schwarze Bohnen

Nachmittags nehme ich ein Buch in die Hand
Nachmittags lege ich ein Buch aus der Hand
Nachmittags fällt mir ein es gibt Krieg
Nachmittags vergesse ich jedweden Krieg
Nachmittags mahle ich Kaffee
Nachmittags setze ich den zermahlenen Kaffee
Rückwärts zusammen schöne
Schwarze Bohnen
Nachmittags ziehe ich mich aus mich an
Erst schminke dann wasche ich mich
Singe bin stumm

28. Dichten als Nebentätigkeit

Von Dieter Lamping

Hier ist ein Mensch, höchst mangelhaft:
Voll großer und kleiner Leidenschaft,
Ehrgeizig, eitel, liebegierig,
Verletzlich, eifersüchtig, schwierig,
Unzufrieden, maßlos, ohne Halt,
Bald überstolz und elend bald,
Naiv und fünfmal durchgesiebt,
Weltflüchtig und doch weltverliebt,
Sehnsüchtig, schwach, ein Rohr im Wind,
Halb seherisch, halb blöd und blind,
Ein Kind, ein Narr, ein Dichter schier,
Schmerzlich verstrickt in Will’ und Wahn,
Doch mit dem Vorzug, daß er Dir
Von ganzem Herzen zugethan.

Diese beredten, aber etwas ungelenken Verse, „ganz in Wilhelm-Busch-Manier“, wie der Biograf vermerkt, sandte 1903 ein junger Schriftsteller an einen jungen Maler, in den er verliebt war. In die große Ausgabe seiner „Gesammelten Werke“, die 15 Jahre nach seinem Tod erschien, sind sie nicht aufgenommen worden. Die kleine Abteilung „Gedichte“ im neunten Band umfasst ohnehin lediglich sieben Texte. Keinen von ihnen würde man unverzichtbar nennen. Sie sind nicht einmal vergessen – sie sind nie durchgedrungen. Es ist nicht schwer zu begreifen, warum.

Thomas Mann war nicht mehr als ein Lyriker zur linken Hand. Er dichtete nur nebenbei, meist zu bestimmten Anlässen wie etwa Weihnachten oder um jemanden für sich einzunehmen. Das Versemachen war für ihn eine kleine Nebentätigkeit, wenn nicht bloß eine Freizeitbeschäftigung. / literaturkritik.de

27. postpoetry. NRW 2013

Preisträger im Lyrik-Wettbewerb postpoetry.NRW 2013 stehen fest

In den vergangenen Wochen gingen bei der Gesellschaft für Literatur in Münster hunderte Gedichte von Lyrikern und Nachwuchsautoren aus Nordrhein-Westfalen ein. Es handelte sich um anonyme Bewerbungen für den diesjährigen Wettbewerb postpoetry.NRW, den die Gesellschaft zusammen mit dem Verband deutscher Schriftsteller in Nordrhein-Westfalen ausgeschrieben hat. Unterstützt wird der Wettbewerb vom Kulturministerium (MFKJKS) sowie von der Kunststiftung NRW.

Das Preisgeld beläuft sich insgesamt auf 8.200€.
Ausgeschrieben wurde in zwei Kategorien: für Lyriker und für Nachwuchsautoren des Landes.

Die Jury „Lyriker NRW“ (Prof. Dr. Ralph Köhnen – Ruhr-Universität Bochum, Sabine Schiffner – Lyrikerin, Köln, Ralf Thenior – Autor/Lyiker, Dortmund) wählte folgende Texte und Preisträger aus:

  • „sudan/entstelltes darfur“ von Eva Boßmann (Aachen)
  • „der mai ist gekommen“ von Manfred Sestendrup (Dülmen)
  • „Sie müssen einen euro in den dichter“ werfen von Barbel Klässner (Essen)
  • „schnappschuss“ von Walter Wehner (Iserlohn)
  • „Ende des Winters“ von Anke Glasmacher (Köln)

Bereits zuvor trat die „Junge Jury“ (mit Jason Bartsch aus Solingen und Susanne Romanowski aus Hamm/Dortmund, beide Nachwuchspreisträger 2012) zusammen und wählte folgende Preisträger in der Kategorie „Nachwuchs NRW“ aus:

  • „kreide“ von Galieza Kötterheinrich (Jg. 1998) aus Steinfurt
  • „Brennendes Eis“ von Lisa Möller (Jg. 1992) aus Leverkusen
  • „das glanzbild einer meise“ von Sirka Elspaß (Jg. 1995) aus Dinslaken/Hildesheim
  • „Gedankenbenutzungsbestimmung“ von Verena Kramer (Jg.1993) aus Münster
  • „Clownsschuhe“ von Christiane Reinert (Jg.1993) aus Bonn/Aachen.

Eine besondere lobende Erwähnung erhält nach Willen der „Jungen Jury“ der Text „Eine Wüste aus Gelee“ von Elena Wüllner (Jg. 1996 aus Herne/Herten).

Postpoetry bedeutet nicht nur, die preiswürdigen Gedichte im Netz zu posten. Sie sollen auch ganz traditionell mit der Post verschickt werden. Deshalb wird jeder Preisträgertext mit typographischen Mitteln als Postkarte künstlerisch gestaltet und in hoher Auflage gedruckt. In Bibliotheken und anderen Kultureinrichtungen aus Nordrhein-Westfalen liegen die Karten nach der Preisverleihung, die am 23. November in Kooperation mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis NRW in der Solinger Stadtbibliothek stattfinden wird, zur kostenlosen Mitnahme bereit. Zuvor treffen sich die Lyriker und Nachwuchsautoren zu einem Workshop. Ziel dieses Wettbewerbs ist es nämlich nicht nur, die Lyrikszene des Landes sichtbar zu machen und zu unterstützen, sondern die Zusammenarbeit von Nachwuchsautoren und gestandenen Lyrikern zu fördern.

Im Januar und Februar 2013 finden schließlich an verschiedenen Orten in Nordrhein-Westfalen Tandemlesungen der Nachwuchsautoren und Lyriker statt.

Mehr

26. Nicht ermordet

Der Dichter und Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda ist nach Auffassung von Gerichtsmedizinern nicht ermordet worden, sondern an seiner Krebserkrankung gestorben. Gewebeproben des 1973 gestorbenen chilenischen Schriftstellers hätten keine Hinweise auf eine Vergiftung ergeben, sagte am Freitag Patricio Bustos, Direktor der chilenischen Gerichtsmedizin, unter Bezugnahme auf eine monatelange Untersuchung von 15 Forensikern, Biochemikern und Biologen. / Spiegel

25. Rare footage

We’re grateful to Andrew Epstein for pointing us to this rare footage of a poetry reading featuring Frank O’HaraAllen GinsbergAmiri Baraka(then LeRoi Jones), and Ray Bremser at the Living Theater in 1957. The footage arrived via the Allen Ginsberg Project and runs for three minutes, with Ginsberg’s “Sunflower Sutra” dubbed over the short film. Epstein writes:

Via the Allen Ginsberg Project, I just learned of the existence of some rare, but apparently now-available, footage by the experimental filmmaker Jonas Mekas that features Frank O’Hara, Allen Ginsberg, Amiri Baraka (then LeRoi Jones), and Ray Bremser giving a poetry reading and hanging out together at the Living Theater in 1957.* Until now, the only remnant of that evening I’m familiar with was this still photo by Fred McDarrah.

/ Poetry Foundation