The Forward Prize for Best Collection (£10,000)
The Felix Dennis Prize for Best First Collection (£5,000)
The Forward Prize for Best Single Poem (£1,000)
The winner will be announced on 28 September.
The Forward Prizes for Poetry were created in 1991 by William Sieghart with the aim of extending poetry’s audience, raising poetry’s profile and linking poetry to people in new ways. The prizes do this by identifying and honouring talent. Each year, works shortlisted for the prizes – plus those highly commended by the judges – are collected in the Forward Book of Poetry. (Wikipedia)
Last year’s winner
Mit ihrem Plädoyer für die Lyrik wollen die „Poeten vom Müggelsee“, die sich der Tradition des berühmten Friedrichshagener Dichterkreises um Wilhelm Bölsche und Bruno Wille verpflichtet fühlen, ein neues spannendes Kapitel im kulturellen Leben ihres Heimatbezirkes aufschlagen. Ihr Buch haben sie dem Ende vergangenen Jahres verstorbenen Gründer der Vers-Werkstatt, Dr. Horst Rennhack, gewidmet. Er hatte am 22. Juni 2013 am Ufer des Müggelsees gemeinsam mit seinem Freund und Mitstreiter Ulrich Stahr die Friedrichshagener Vers-Werkstatt aus der Taufe gehoben. / BerlinOnline
die Wörter haben abgenommen, sind abgemagert in der Eile – womit füttern, damit sie wieder zunehmen?
Hansjürgen Bulkowski
Die niederländische Buchbranche kämpft mit einigen strukturellen Problemen. Der Raad voor Cultuur beklagt die zunehmende „Entlesung“ der Jugend. Das Fach Literatur sei fast ausnahmslos aus dem Stundenplan der Schulen gestrichen worden. Nur an den Gymnasien gebe es Literaturgeschichte als Pflichtfach. An den Universitäten schreiben sich immer weniger Studenten für Niederlandistik ein. All dies habe Folgen für die Lesekultur des Landes, so der Raad voor Cultuur.
Der Rat nennt drei Hauptaufgaben, die zur Förderung der literarischen Kultur in den Niederlanden in Zukunft wichtig sind:
Autor: Andreas Gebbink
Die Autorin Francisca Ricinski nahm in Iasi (der ältesten Universitätsstadt Rumäniens und wichtiges Kulturzentrum, das anstrebt, Kulturstadt Europas gewählt zu werden) an der zweiten Edition des europäischen Festivals der Poesie teil und dort wurde ihr den Titel “Botschafter der Poesie” verliehen. / KUNO
W.H. Auden (1907-1973) war einer der großen Lyriker des 20. Jahrhunderts. Wirklich populär ist er heute jedoch nicht – sein Werk lässt sich weder leicht erschließen noch nebenbei goutieren: „Increasingly one must respond to his poems as a mind, not a creature of feeling.“ Es fordert Aufmerksamkeit sowie Konzentration; erst dann entfaltet es eine zeitlose Relevanz, ja einen Zauber, der Worte für das bislang Begrifflose findet.
Mit „City without Walls“ (1967) gelingt Auden ein lyrisches Röntgenbild New Yorks in Form einer „vigorous jeremiad“, eines Klagelieds. Von der ’Stadt ohne Mauern’ wird ein großes zivilisationskritisches Schreckensbild entworfen, wobei die fehlenden Wände nicht nur eine durchdringende, scharfsichtige, vor allem schonungslose Analyse der urbanen Zustände ankündigen. Vielmehr klassifizieren sie die moderne Megacity als mittelpunkt-, grenzen-, gar charakterlos, als gewissermaßen ungezügelt: „Those fantastic forms, fang-sharp, / bone-bare, that in Byzantine painting / were a short-hand for the Unbounded / beyond the Pale, unpolicied spaces / where dragons dwelt and demons roamed“ (1. Strophe). Als topographisch amorphes, unendlich erweiterbares Phänomen ohne Mitte und Mauer kontrastiert New York, allein Wirtschaft und Ökonomie verpflichtet, die geschlossene antike Polis oder festummauerte mittelalterliche Stadt. / Nathalie Mispagel, literaturkritik.de
Am DIENSTAG, 9. Juni, 19.30 Uhr, im Literaturhaus Köln, Großer Griechenmarkt 39
Gedichte – was sonst?
Ein Abend mit und für Axel Kutsch aus Anlass seines 70. Geburtstags
Der ehemalige Redakteur des Kölner Stadt-Anzeigers hat mehr als zwanzig Lyrik-Anthologien – manche thematisch gebunden, manche epochenübergreifend – herausgegeben. Mit seinen regelmäßigen Bestandsaufnahmen aktueller deutschsprachiger Lyrik gilt er überdies als einer ihrer führenden Chronisten. Seine Reihe Versnetze – Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart (seit 2008) gibt wichtige Orientierung. An diesem Abend aus Anlass seines 70. Geburtstags spricht Guy Helminger mit Axel Kutsch über seine eigenen und die Gedichte anderer. Die Kölner Lyrikerinnen und Lyriker Anke Glasmacher, Louisa Schaefer, Sabine Schiffner, Christoph Danne, Adrian Kasnitz und Amir Shaheen lesen zu seinen Ehren. / Mehr
Die Gedichte – von denen einige auch in der „Thüringer Anthologie“ in unserer Zeitung erschienen sind – werfen melancholische Blicke auf ein Land unter der Last von dem, was war. Buchenwald kommt vor, aber auch das hehre und zuweilen schwere Erbe der Klassiker. „Johann Sebastian Bach pflanzte / Einen irdischen Wald in der ewigen Helligkeit“, dichtet der Eisenacher Pastor Christoph Eisenhuth – derweil sich Andreas Reimann über den „im gips der goethe-wichte“ konservierten Dichter mokiert und die „gartenzwerge, die durch weimar ziehen“. Weimar als Klassikerklischee – und Zuhause: „In deinen Weitbürgermauern“, schreibt Gerald Höfer, „fand ich die Liebste und mich.“ „Thüringen, hier stinkt es nach Roster“, verkünden indes die Wände bei Mirko Wenig. Das Land, sagt Nancy Hünger, „steht ja immer im Verdacht des Provinziellen. Aber es ist ein lebendiges Land mit geselligen Stimmen und einer vielfältigen Dichterkultur.“ In der sich Welt und Provinz, hier und woanders, immer schon begegneten, irgendwie: „Das Ende vom Ende“, heißt es bei Heinz Czechowski, „ist ein schöner Gedanke / der vermutlich auch / in Gotha gedacht wird.“ / Lavinia Meier-Ewert, Thüringer Allgemeine 4.6.
„Thüringen im Licht. Gedichte aus fünfzig Jahren“
Herausgeber: Nancy Hünger und Ron Winkler
Wartburg Verlag, Weimar 2015
Broschur, 260 Seiten
ISBN: 978-3-86160-399-3
Etwas mehr Licht an einem Tag wie diesem, der keinen Stern hat und auch keinerlei Gewicht, wäre gar nicht so schlecht.
Jeden Donnerstag punkt 11 Uhr veröffentlicht L&Poe ein ungedrucktes Monostichon des Schweizer Dichters Felix Philipp Ingold. Mehr
STADTKREIS FREIBURG – FREIBURG
Haiku-Wettbewerb der Partnerstadt Matsuyama: Fast 700 Haiku-Gedichte kamen aus Freiburg – Japanische Germanistik-Professoren loben hohes Niveau
Als im Herbst 2013 eine Delegation der japanischer Partnerstadt Matsuyama anlässlich des 25jährigen Partnerschaftsjubiläums in Freiburg weilte, übergab Bürgermeister Katsuhito Noshi ein besonderes Gastgeschenk: Eine hölzerne und kunstvoll verzierte Haiku-Postbox, in der in der Stadtbibliothek Haiku-Gedichte gesammelt werden. Matsuyama gilt als eines der führenden Zentren in Japan für die traditionelle Gedichtsform Haiku mit jeweils drei Zeilen im Versmaß fünf – sieben – fünf Silben: In fast 100 öffentlichen Haiku-Postboxen in Matsuyama (einige sogar in Straßenbahnen) werden jährlich tausende Gedichte gesammelt, von denen die schönsten regelmäßig prämiiert und veröffentlicht werden.
Inzwischen haben auch die Freiburgerinnen und Freiburger ihre Liebe zu der japanischen Dichtkunst entdeckt. Als die Freiburger Haiku-Box im Dezember geöffnet und der Inhalt für den traditionellen Wettbewerb nach Japan geschickt wurde, staunten die Fachleute aus der Abteilung „Tourismus und Internationaler Austausch“ in Matsuyama nicht schlecht: Fast 700 Haiku-Gedichte – dreimal so viele wie im Vorjahr – waren in der Freiburger Stadtbibliothek zusammen gekommen. Sie sind in einer eigenen Kategorie deutschsprachiger Einsendungen von den Germanistik-Professoren Takaaki Mori und Koichi Uwagawa der Ehime-Universität in Matsuyama bewertet und japanisch übersetzt worden; das Ergebnis liegt inzwischen dem Freiburger Rathaus vor.
25 Arbeiten haben die Haiku-Fachleute besonders ausgezeichnet. „Nicht wenige Gedichte haben uns überrascht mit sehr originellen und einsichtsvollen Gedanken“, schreiben die beiden Professoren in ihrer Begründung. Weiter heißt es: „Besonders beeindruckt haben uns die Haikus, die nicht nur eine hervorragende Beschreibung der Natur bieten, sondern auch einen Eindruck der Natur in einem einzigen Augenblick scharfsinnig erfassen und zur gleichen Zeit Erkenntnisse über Mensch oder Natur zum Ausdruck bringen“.
Oberbürgermeister Dieter Salomon wertet die hohe Zahl der Freiburger Einsendungen als einen Beleg, wie sehr die Partnerschaft mit Matsuyama im Bewusstsein der Freiburger verankert ist. „Die Haiku-Box war ein ehrenvolles Geschenk, das zum aktiven Engagement und zur Beschäftigung mit japanischer Dichtkunst auffordert. Es ist gelebte Partnerschaft, wenn so viele Menschen sich mit eigenen Beiträgen beteiligen.“
(Presseinfo: Stadt Freiburg, Pressereferat, 03.06.2015 / Regiotrends)
Bossong stellt die Frage: Wieviel Sprachirritation wollen wir uns leisten, wenn wir kaum jemanden mehr erreichen.
Rinck antwortet: „Es ist nicht so, dass die Beschäftigung mit Gedichten Ihnen Zeit nimmt. Im Gegenteil: Sie gibt Ihnen Zeit. (…) Stunden, die quer zur Eindeutigkeit stehen und alles aufhalten, weil Sie selbst aufgehalten sind. Das sind die Stunden, die bleiben. (…) Tricksen Sie Erwartungen aus, lassen Sie sich nicht berechnen. Tun Sie idiotische Dinge, lesen Sie unverständliches Zeugs, (…) und Ihnen wird Zeit geschenkt. … Das Gedicht ermöglicht Ihnen, einem Gedanken Zeit zu geben.“
Wenn alles verständlich wäre, fragt sie weiter – wenn alles verständlich wäre, würde man sich dann nicht von einer ganzen Dimension des Lebens verabschieden, von der Möglichkeit zu Überraschung und Erstaunen. Überraschung über manche Dinge aber ist eine notwendige Bedingung des Denkens.
Monika Rinck, Risiko und Idiotie. Streitschriften, kookbooks Berlin, 2015.
Lyrik erlebt derzeit ein Hoch: Der Leipziger Buchpreis an Jan Wagner, Festivals wie die Frankfurter Lyriktage (10.-20. Juni), eine sehr lebendige Szene, engagierte Verlage und Sortimenter sind Indizien und Beweise dafür, dass die Gattung auch beim Publikum besonders geschätzt wird. Dem Buchhandel in der Breite wäre zu wünschen, dass er mehr mit dem poetischen Pfund wuchert. Eine Lagebeschreibung von
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Martin Hielscher, Programmleiter Belletristik bei C. H. Beck, sieht etwa fünf bis sechs verschiedene Strategien am Werk, die sich entweder einer offenen, lockeren Erzählform bedienen oder aber strengere, klassische Stilmittel wie den Reim oder Formen wie das Sonett wählen. Während der größere Teil der Gegenwartslyrik „dezidiert antihermetisch“ sei, gebe es auch Vertreter einer sehr verschlüsselten Lyrik, die häufig an das Werk Thomas Klings anknüpfe, beispielsweise die Dichtung Monika Rincks; andere Lyriker hingegen könne man eher zu den epigonalen Vertretern dieser Richtung rechnen.
Bei dieser Art Dichtung finde man einen unzugänglich wirkenden „geschlossenen Raum vor, den man nur auf Zehenspitzen betreten darf“. Andererseits gebe es Konzeptlyriker wie Nico Bleutge (bei C. H. Beck), die sich bewusst mit Erinnerungsspuren in Landschaften beschäftigen und auf ihre Weise das Landschaftsgedicht neu erfunden haben.
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Heinrich Detering, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und selbst Lyriker (zuletzt im März bei Wallstein erschienen: „Wundertiere. Gedichte“), sieht ebenfalls die verschiedenen Schreibweisen im Konzert der Lyriker und beobachtet zugleich, dass die Fraktionsbildung in der deutschsprachigen Gegenwartslyrik rückläufig sei. Dafür spreche etwa, dass die Leipziger Auszeichnung für Jan Wagner von Kollegen unterschiedlicher Couleur begrüßt worden sei.
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Was aber soll der Buchhandel tun? Er könnte zum Beispiel, so der in Kiel lebende Dichter Arne Rautenberg (zuletzt erschienen: „seltene erden“, Edition Voss / Horlemann), „in einem Lyrikregal eine gut sortierte Auswahl an Gedichtbänden bereithalten, stolz darauf sein und bei passender Gelegenheit darauf verweisen„.
Vor einigen Wochen starb der iranische Dichter Mohammad-Ali Sepanlou in Teheran. Mahmoud Falaki schreibt über ihn auf qantara.de:
Eine Besonderheit seiner Dichtung liegt vor allem darin begründet, dass er – im Gegensatz zu vielen seiner anderen Kollegen – das sogenannte Nimai-Versmaß seiner Generation fortgesetzt hat. Ich glaube, dass er einer der letzten Dichter dieses Versmaß-Genres ist. Und je mehr er schrieb, desto besser und flüssiger lasen sich auch seine Gedichte. Auch die Einfachheit der Sprache gehört zu seinem ganz eigenen Stil.
(…) Sepanlou gehörte auf jeden Fall zu den Personen, die der Zensur ausgesetzt waren und unter ihr zu leiden hatten. Manche seiner Werke wurde entweder gar nicht gedruckt oder – falls doch – nur in stark zensierter Form. Sepanlou ist gewiss kein Einzelfall, viele Schriftsteller im Iran werden mit der Zensur konfrontiert. Doch soweit ich weiß, hat Sepanlou nie wirklich aufgegeben. Manche Werke von ihm wurden im Ausland gedruckt, um die Zensur zu umgehen – eine Methode, auf die übrigens auch andere iranische Autoren zurückgreifen.
Ist das noch Lyrik oder . . . . ? Diese Frage stellte sich die Auftaktveranstaltung des 16. Internationalen Literaturfestivals „Poetry on the Road“ nicht, sondern präsentierte am Freitagabend im Theater Bremen acht Vertreter ebenso vieler Auffassungen von Verskunst. Regina Dyck (Hochschule Bremen), die die bis zum 1. Juni dauernde Veranstaltung gemeinsam mit Michael Augustin (Radio Bremen) organisiert, gab sich zu Beginn selbstbewusst, was die Zukunft dieser oft als randständig abgestempelten Gattung angeht. Das Gedicht sei „das Medium der Stunde“, das Interesse an der literarischen Kurzform steige. Ein Indiz dafür: Der diesjährige Bremer Literaturpreis und auch der Nachwuchspreis wurden an Lyriker vergeben (Marcel Beyer und Nadja Küchenmeister), der Preis der Leipziger Buchmesse ging zum ersten Mal überhaupt an einen Gedichte-Schreiber: Jan Wagner erhielt ihn für „Regentonnenvariationen“.
Auch Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz (SPD) lobte die Lyrik (…). / Iris Hetscher, Weser-Kurier
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood hat am Dienstag in den Wäldern von Oslo ein bisher unveröffentlichtes Buchmanuskript aus der Hand gegeben, das erst in 99 Jahren gedruckt werden soll. Dahinter steckt ein Projekt der schottischen Künstlerin Katie Paterson, bei dem unter dem Titel „Future Library“ (Bibliothek der Zukunft) in jedem Jahr ein anderer Autor ein Manuskript zur Verfügung stellen soll, das erst 2114 veröffentlicht wird. Atwoods Buch „Scribble moon“ ist das erste in der Serie.
Im vergangenen Jahr pflanzte Paterson in einem Wald nördlich von Oslo 1000 Fichten, die in 99 Jahren das Papier liefern sollen, auf dem die Bücher gedruckt werden. Bis dahin werden die Manuskripte in der Deichmannschen Bibliothek in Oslo aufbewahrt, die 2018 in einen Neubau neben der Oper zieht. / SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 27.5.
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