www.lyrikszene.de / Der 16.Nahbellpreis 2015 geht an JONAS GAWINSKI – das G&GN-Institut gratuliert dem Preisträger! Lesen Sie das große Interview mit dem jungen Dichter: „SEXUELL, POLITISCH UND KULTURELL DURCHTRÄNKT“ hier:
http://poemie.jimdo.com/nahbellpreis/preistraeger-portraits/16-nahbell-preis-2015-jonas-gawinski/
Auszug aus dem Interview:
6.NAHBELLFRAGE (21.1.2015):
was (und warum) ist ein „unaushaltbares“ gedicht? kannst du das bitte vertiefend erklären?6.NAHBELLANTWORT (25.1.2015):
so ein Text muss entstehen, er darf nicht. Er treibt einen in den Wahnsinn, das ist ein verdammt scharfschneidiger Werdungsprozess, der alltäglichen Problemen ausgesetzt ist, zum Beispiel, wie viele Pfandflaschen ich zusammensuchen muss um mir Allen Ginsbergs Gesammelte Gedichte kaufen zu können. Oder um mir die neue CD von Wagner zu kaufen, irgendwelche unbedeutenden Variationen. Keiner würde Wagner hören, seine Tage sind gezählt. Ein scharfschneidiger Existenzialismus. Man lebt einfach dahin, wir werden von der Zeit festgehalten wie Statistiken, ich singe für eine verlorene Generation, die an der Starrsinnigkeit der zeitgemäßen —Lyrik— leidet, ich singe für die Hartz4Kinder, die wie ich ein Dichter sein könnten, ich singe, sie sprechen zu lehren– jedenfalls, Tom, denke ich, dass ich demnach als Autor ein unaushaltbares Gedicht bin, ich werde gelesen und vergessen und am Ende jeden Tages bleibt nur noch das Vergessen und die Liebe, wie am Ende jeder Zeile. Die auszehrende Leidenschaft, das Liebesgedicht, beide sind irgendwo in mir, wie Totgeburten.
Heute startet das Poesiefestival in der Akademie der Künste und es geht acht Tage lang. Es findet zum 16. Mal in der Stadt statt, aber dieses Mal wird man es vielleicht neu betrachten. (…) Gibt es einen zarten Aufschwung der Lyrik?
Schreibt die Morgenpost und befragt Thomas Wohlfahrt, Leiter der Literaturwerkstatt Berlin und Direktor des Poesiefestival Berlin.
Wulff: Kommen wir noch einmal auf Jan Wagner zurück. Ich fand es nicht in Ordnung, dass er den Preis in Leipzig bekommt hat. Nathan Zuckerman, die Philip Roth Figur, hat in einen der Bücher festgestellt, dass Prosa und Lyrik zwei komplett unterschiedliche Disziplinen seien. Und das sind sie auch.
Wohlfahrt: Ich sehe das genauso. Lyrik ist eine eigenständige Kunst, die eigene Strukturen auch der Bewertungen braucht – und eben auch eigenständige Bepreisungen. Wir haben in der Schule diesen angeblichen Dreiklang von Drama, Prosa und als Königskategorie die Lyrik. Das hat es bloß so nie gegeben, die Lyrik kommt ganz woanders her. Die Lyrik ist entstanden zwischen Musik und Tanz und hat dort ihr Eigenleben geführt. Die großen Erzählungen wie die Odyssee zum Beispiel oder auch der Gilgamensch kamen ja nur um die Welt, weil die Menschen eine Gedächtnistechnik hatten so wie wir sie auch kennen, über Reime und Verse. Der soziale Ort für die Lyrik war der Marktplatz, da wo die Menschen zusammenkommen und die Gedichte weitertragen.
(…)
Ich empfehle unbedingt den „Eilbrief nach Europa“ mit Künstlern aus Afrika am Sonnabend, die intermediale Show „Poetry goes Public“ am 22.6., aber auch die Veranstaltungen zur chinesischen Poesie am 24. und 25.6. Denn seit den 70er-Jahren gab es keine so große Versammlung chinesischer Lyrik in Deutschland.
/ Matthias Wulff, Morgenpost
16. Poesiefestival Berlin, Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, vom 19. bis 27.6., poesiefestival.org
Sicher hat die Wiener Schule für Dichtung schon bessere Zeiten gesehen, vor allem finanziell. Da war früher mit Gastdozenten wie Allen Ginsberg, Blixa Bargeld, Falco oder Nick Cave entschieden mehr los in der Bude. Allerdings geht es uns bezüglich besserer Zeiten allen so. Poesie und Dichtung allerdings, die nicht als verkaufsfördernde Begleitmaßnahme für Werbesujets dienen muss – und sehr oft von Leuten erdacht wird, die nicht hart genug drauf sind, um von ihren Gedichtbänden nur zehn Stück zu verkaufen -, war immer auch ein Instrument der Verweigerung.
Verweigerung und Absage sind ein in Zeiten des neoliberalen Pragmatismus oder Zynismus leider viel zu selten gebrauchtes Instrument der Destabilisierung eines Systems, in dem wir alle demnächst einfahren werden. Die ganze Sache muss allerdings nicht bierernst genommen werden. Weinselig und mit Lachtränen in den Augen geht auch.
Das Motto des am Freitag startenden und von Direktor Fritz Ostermayer kuratierten Schule-für-Dichtung-Festivals Quo vadis Bodypainting? stammt von Friedrich Nietzsche: „Wir müssen die Dinge lustiger nehmen, als sie es verdienen, zumal wir sie lange Zeit ernster genommen haben, als sie es verdienen.“ Schatz, wir gehen unter, aber nimm‘ es mit Humor. / Christian Schachinger, Der Standard
Quo vadis Bodypainting? poesie und komik. eigentlich. aber kein symposium.
ein festival der schule für dichtung in kooperation mit dem literaturhaus wien und dem top kino.
19. bis 22. juni 2015, info: >> www.sfd.at/festival2015
In einem Dorf in der Nähe von Arles F ist am Dienstag der Berner Mundartlyrik-Pionier Ernst Eggimann 79-jährig gestorben. Mit seinen Gedichtbänden „Henusode“ und „Heikermänt“ prägte er in den 1960-er und 1970-er Jahren die Schweizer „modern mundart“-Bewegung.
(…)
Als Ernst Eggimann einmal in Frankfurt eine Lesung hielt, gab es stehende Ovationen und sogar Lob von der Lyrik-Legende Ernst Jandl, erinnerte sich Ernst Eggimann einmal in einem Interview.
Verstanden haben dürften die wenigsten Anwesenden Gedichte wie „weiteresweichsei/ nei/ mirweikeis/ weitereshertsei/ nei/ mirweikeis/ weiteresschpieguei/ neidanke/ weiteramändkesei/ nei/ mirweikeis/ wasweiterde“.
Schon die Zürcher dürften Mühe mit solchen Lautgedichten haben, und trotzdem waren die „Züri-Hegle“ für Eggimanns literarischen Durchbruch verantwortlich. / Liechtensteiner Vaterland
www.Lyrikfestival.de / Die Literaturszene besteht nicht nur aus Bestsellerautoren und Preisträgern. Es gibt eine Offszene aus Lyrikern, die auf der Bühne zuhause sind. Sie performen ihre Gedichte in ihrem ganz eigenen Stil, treten aber bei Poetryslams eher selten auf. Ihre Wortkunst entfaltet sich magisch und popschamanisch, ihre Lesungen sind legendär! Und wir reden hier nicht von vergangenen Tagen, denn diese Dichter sind kein Mythos, sondern leben im Hier und Jetzt. Sie produzieren Livelyrik mit Tiefgang! Tiefenliterarische Ekstasen! Das 1.Offlyrikfestival fand 1995 im Kölner BelAir statt. 1996 dann das zweite im Kieler SubRosa. Lyrikperformer wie stan lafleur, Alex Nitsche, Harald ‚Sack‘ Ziegler, Peter Rech, Thorsten Nesch, Hadayatullah Hübsch, Ron Schmidt und Tom de Toys intonierten ihre poetischen Texte mit teilweise geradezu theatralischer Stimmakrobatik – ein Fest für die Ohren, progressive Lyrik der Offszene so zu erleben! Mit 20-jähriger Verzögerung plant nun das G&GN-INSTITUT das 3.Festival in Düsseldorf, mit einigen Veteranen und Newcomern der Lyrikszene. Ausnahmedichter mit ungewöhnlicher Gegenwartslyrik und Bühnentalent: Eventliteratur vom Feinsten! EXISTENZIELLE TABULOSE POESIE! Bewerbungsmodalitäten hier: http://lyrikszene.jimdo.com/bewerbung/
1775, nach dem Abschluss seines Studiums, kehrte er nach Ulm zurück, wo er 1783 eine Sammlung seiner Gedichte herausgab und sich in der Folgezeit dem Erzählen zuwandte. Sein Roman „Siegwart. Eine Klostergeschichte“ erschien 1776 im gleichen Verlag wie Goethes „Werther“ und wurde zum Bestseller. Eine große Wirkung hatten auch Millers Gedichte: über 220 Vertonungen bezeugen ihre Sangbarkeit.
Ihre Themen und Bilder seien keine anderen als die „in den Charts von heute“ – so urteilt Literaturwissenschaftler Michael Watzka, der Millers Gedichte neu herausgegeben hat. Morgen, Freitag, um 19.30 Uhr, stellt der in den USA forschende Absolvent des Weißenhorner Gymnasiums im Rahmen der „Literaturwoche Ulm“ seine Miller-Ausgabe in der Ulmer Zentralbibliothek vor. / Vergessener Literaturstar aus Ulm – weiter lesen auf : http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Vergessener-Literaturstar-aus-Ulm-id34445217.html
Johann Martin Miller: Liederton und Triller. Sämtliche Gedichte. Herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Michael Watzka. Berlin, Elfenbein Verlag, 22 Euro.
„Habt keine Scheu, steht auf, macht euer Ding, hört aufs Publikum – und kennt eure Klassiker“. Lyrik zu lesen, das gehe bei jungen Slammern in den USA inzwischen immer mehr verloren, erzählt deren Idol Marc Kelly Smith.
/ Der Erfinder des Poetry Slam bei einem Besuch in Ulm, Südwestpresse
Am Ende des Abends spielt Balmes Ausschnitte aus einem Gespräch mit Kling vor, das er ein knappes Jahr vor dessen Tod aufgezeichnet hat. Klings Stimme ist zu diesem Zeitpunkt nur mehr ein Flüstern. „Das Fragment ist das heile Teil der Moderne“, hört man ihn sagen. Und weiter: „Wenn man seinen Frieden damit macht, dass man über das Fragment gar nicht hinauskommt, weil abschließbar nichts zu machen ist, das lehrt einen auch Bescheidenheit, und das sollte man früh genug lernen.“ / FAZ
Bereits 1936 äusserte er gegenüber André Malraux den Verdacht, Stalin wolle ihn vernichten. Wenig später verfasste Bucharin ein speichelleckerisches «Poem über Stalin», weil er keine Zeitungsartikel mehr schreiben durfte. Im März 1937 wurde er verhaftet.
Im Gefängnis brachte er eine phantastische Selbstanklage, eine Kritik seiner eigenen «antileninistischen theoretischen Anschauungen», zu Papier. Ausserdem entstand eine theoretische Schrift über den «Sozialismus und seine Kultur». Der Druck, der auf Bucharin während seiner Haftzeit lastete, war enorm. Zwischen Juli und September 1937 wurde er jede Nacht verhört. Trotzdem schaffte er es, seine – selbstverständlich atheistischen – Gedanken zum Anfang und Ende des Ichs in verschiedener Form aufzuzeichnen: in 187 Gedichten, in seinen «Philosophischen Arabesken» sowie im autobiografischen Romanfragment «Zeiten». In höchster Verzweiflung schlug Bucharin Stalin in einem bizarren Brief vom Dezember 1937 vor, ihn nach Amerika auszuweisen, um dort Trotzki bekämpfen zu dürfen. Zuletzt bat er seinen Peiniger um fünfundzwanzig Jahre Lagerhaft im eisigen Norden, wo er eine Universität, mehrere Museen und eine Zeitschrift gründen wolle . . .
Tragisch endete Bucharin in der Tat. Im dritten der Moskauer Schauprozesse (gegen den «Block der Rechten und Trotzkisten») wurde er zum Tode verurteilt und am 15. März 1938 auf einer der Moskauer Hinrichtungsstätten erschossen – Stalin erfüllte ihm nicht einmal die letzte Bitte, er möge ihn durch eine Giftpille Selbstmord begehen lassen. /
Der tschechische Dramatiker und ehemalige Dissident Josef Topol ist im Alter von achtzig Jahren gestorben. «Mit ihm verliert die tschechische Kulturszene eine weitere Ikone und Legende», sagte der Kulturminister Daniel Herman. Josef Topol galt neben Václav Havel und dem am 6. Juni verstorbenen Ludvík Vaculík als bedeutendster Schriftsteller, der das Bürgerrechtsmanifest «Charta 77» unterzeichnete.
Seine Theaterstücke und Gedichte waren im Kommunismus jahrzehntelang verboten, das von ihm mitbegründete Theater «Divadlo za branou» in Prag wurde 1972 geschlossen. / NZZ
Der Dichter Humberto Ak’abal gehört zu den Maya-K’iche‘, der grössten Gruppierung der Maya in Guatemala. Maya-K’iche‘ ist auch die Sprache, in der er seine lautmalerischen Gedichte schreibt.
(…) Wenn die Gedichte fertig sind, überträgt er sie selbst ins Spanische (…) Erich Hackls deutsche Versionen sind eingängig, nur selten einmal bleibt er an einer Redewendung haften. Schade bloss, dass wir die Gedichte nicht mit den spanischen Versen vergleichen können. Dafür dürfen wir ab und an Texte in Maya-K’iche‘ bestaunen.
Humberto Ak’abal benutzt nicht die Fachsprachen der Lexika, sondern findet seine Wörter auf der Strasse, auf den Märkten ebenso wie zwischen den Dorfgerüchen oder bei den Frauen am Fenster nebenan. Manche Bezeichnungen aus dem Maya-K’iche‘ lässt er im Original stehen und schmilzt sie in die Gedichte ein, «urikil kaj» etwa, was aus den Pilzen eine «Himmelskost» macht, oder «nonoch’», was so viel wie «der Schatten eines Menschen» meint. Andere Gedichte bleiben ganz in der ursprünglichen Sprache – und man kann als Leser nur vermuten (oder sich wünschen), dass das «Waq‘ waq‘ waq’» des Feuers oder das «Yoooooooooojjjjjj» des Wassers reine Lautmalerei sind. / Nico Bleutge, NZZ
Humberto Ak’abal: Geistertanz. Gedichte. Ausgewählt und übersetzt von Erich Hackl. Waldgut-Verlag, Frauenfeld 2014. 99 S., Fr. 25.–.
Jang Jin-sung war der Hofpoet von Diktator Kim Jong-il. Dann musste er fliehen. Heute kämpft er mit seinem Insiderwissen gegen das System, das er einst lyrisch umschmeichelte.
(…) Wie einst bei den Nazis werde die Schiffskatastrophe auch in seiner Heimat als Untergang des Westens gedeutet, erklärt er. Weil am gleichen Tag, dem 15. April 1912, Staatsgründer Kim Il-sung geboren wurde, heißt es in Nordkorea, dass die Sonne damals im Westen unterging, um im Osten aufzugehen.
(…) Jang Jin-sungs Liebe zur Poesie begann mit den gesammelten Werken Lord Byrons. Als Jugendlicher konnte er einen Blick in das Buch werfen, von dem es in Nordkorea nur hundert markierte Exemplare gab, zu denen kaum jemand Zugang hatte. Die Gedichte des Briten, die er in koreanischer Übersetzung liest, faszinieren ihn. Durch sie lernt Jang auch, dass das Adjektiv „geliebt“ nicht allein für Kim Jong-il existiert.
Während Kim Il-sung vor allem Romanautoren protegierte, setzte sein Sohn auf die Lyrik als Propandainstrument. Jangs gefeiertes Gedicht „Der Frühling ruht auf dem Pistolenlauf des Herrn“ porträtierte den jüngeren Kim als Beschützer der gesamten koreanischen Halbinsel und propagierte dessen „Militär zuerst“-Politik.
Es schließt mit den Zeilen: „Das ist die Waffe/ die in den Händen eines niedrigen Mannes/ nur Mord begeht,/ aber wenn sie von einem großen Mann gehandhabt wird/ alles überwinden kann./ Die Geschichte hat gezeigt,/ Krieg und Gemetzel gehören/ den Schwachen./ General Kim Jong-il,/ und nur er,/ ist der Herr der Waffe,/ Herr der Gerechtigkeit,/ Herr des Friedens,/ Herr der Wiedervereinigung./ Ah, der wahre Führer des koreanischen Volkes!“ / Björn Rosen, Die Welt
Der Schriftsteller und Direktor des Archangelsker Literaturmuseums Boris Jegorow publizierte Anfang des Monats ein Buch, das einem einzigen Liebesgedicht Alexander Puschkins gewidmet ist. „Ein Augenblick, ein wunderschöner“ existiert nun in 210 Sprachen. In 140 von kleinen Volksgruppen gesprochen Sprachen erscheint das Gedicht zum ersten Mal.
Zuerst sammelten wir einfach alle bereits existierenden Übersetzungen von Puschkin-Werken in anderen Sprachen“, erzählt Jegorow. Die Pakete seien aus der ganzen Welt gekommen. Dann konzentrierte sich Jegorow auf „Ein Augenblick, ein wunderschöner“, eines der berühmtesten Liebesgedichte Puschkins, das 1825 geschrieben und kurz nach dem Tod des Dichters vom russischen Komponisten Michail Glinka mit Musik unterlegt wurde. (…) Zu den exotischsten Übersetzungen im Buch gehören die Sprachen Guarani, Kachuya, Maya, Maori, Pushtu, Sango, Fang, Hindi* und Cheluba.
Das Buch erscheint in einer Auflage von 4 000 Exemplaren. / russjahr.de
Hier die erste Strophe im Original und verschiedenen Übersetzungen:
Я помню чудное мгновенье:
Передо мной явилась ты,
Как мимолетное виденье,
Как гений чистой красоты.
Ja pomnju tschudnoje mgnowen’je:
Peredo mnoi jawilas‘ ty,
Kak mimoletnoje widen’je,
Kak genij tschistoi krasoty.
Ein Augenblick, ein wunderschöner:
Vor meine Augen tratest du,
Erscheinung im Vorüberschweben,
Der reinen Schönheit Genius.
(Eric Boerner)
Welch eine glückliche Sekunde,
Als ich dich sah zum ersten Mal!
Doch, kaum gesehn, warst du entschwunden,
Du, aller Schönheit Ideal!
(Martin Remané)
O Stunde seliger Vereinung,
Wo du erschienst mit holdem Gruß,
Gleich einer flüchtigen Erscheinung,
Der reinsten Schönheit Genius!
(Friedrich Fiedler)
Ich erinnere mich des wunderbaren Augenblicks: / Du erschienst vor mir / wie eine flüchtige Vision, / wie der Genius der reinen Schönheit.
(Rudolf Pollach) Prosaübersetzung in einer zweisprachigen Ausgabe
Ich erinnere mich an einen wundervollen Moment:
Vor mir war sie,
Wie eine flüchtige Vision,
Wie Genie der reinen Schönheit.
(Google Direktübersetzung)
Ich erinnere mich, ich wäre echt gut Ära:
Ich habe einen vor Ihnen
Wie ein kurzer Sicht,
Wie genial.
(Google, durch mehrere europäische und asiatische Sprachen gehetzt)
I still remember that amazing moment
You have appeared before my sight
As though a brief and fleeting omen,
Pure phantom in enchanting light.
(Mikhail Kneller)
I just recall this wondrous instant:
You have arrived before my face —
A vision, fleeting in a distance,
A spirit of the pure grace.
(Yevgeny Bonver / Dmitry Karshtedt)
A magic moment I remember:
I raised my eyes and you were there,
A fleeting vision, the quintessence
Of all that’s beautiful and rare
(unknown)
Das Puschkin-Dilemma: auf Deutsch will er einfach nicht gelingen. Nur die Prosaübersetzung und die Google-Spielchen klingen poetisch. Dagegen sind alle englischen Versionen stärker. Wir bräuchten ein Puschkin-Projekt.
*) Die „exotische“ Sprache Hindi übrigens ist nach Chinesisch und Englisch die meistgesprochene Sprache der Welt mit über 600 Millionen Sprechern.
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