Literaturfestival Lana

Zum 30. Mal finden die Literaturtage Lana statt und sind zwischen 26. und 28.08.2015 der Literatur in unterschiedlichsten Formen auf der Spur: in Lesungen, Gesprächen, Hommagen, Filmvorführungen und schließlich in einer Exkursion ins Nonstal, die Bunker, Trümmersprache und Heiligenlegenden aufsucht. (…)

Um das diesjährige Programm mit einer metapoetischen Wanderung abzurunden, haben die Gastgeberinnen, Christine Vescoli und Theresia Prammer, Unterstützung von Oswald Egger bekommen, der 1985 den Grundstein für die Kulturtage legte und seither mit zahlreichen poetischen Werken für Aufsehen sorgte. Egger, der heute eine Professur für „Sprache und Gestalt“ in Kiel bekleidet, wird sich im Rahmen einer Exkursion zusammen mit Künstlern, Wissenschaftlern und Filmemachern den dialektalen Landschaften des Nonstals nähern, verschütteten Sprachen und literarisch fruchtbaren Wortreichtümern auf der Spur. Damit knüpft er nicht zuletzt an eine schöne und spannende Tradition der Kulturtage an, jene der gemeinsamen Ausflüge, bei der linguistische und literarische Forschungen „vor Ort“, also als Begehung und Begegnung zum Erlebnis werden. / Die neue Südtiroler Tageszeitung

www.literaturlana.c0m

Dabei sind u.a. Daniel Falb (D), Monika Rinck (D), Brigitta Falkner (A), István Kémeny (H), Valerio Magrelli (I), Anneke Brassinga (NL), Paulus Böhmer (D), Benedikt Ledebur (D)

Ingolds Einzeiler

An diesem Punkt der Rede wird die Schwerkraft ähnlich unsrer Wenigkeit ganz leicht zu überwinden sein.

Jeden Donnerstag punkt 11 Uhr veröffentlicht L&Poe ein ungedrucktes Monostichon des Schweizer Dichters Felix Philipp Ingold. Mehr

Geleakt

„Vonne Endlichkait“ heißt Günter Grass‘ letztes Buch. Noch kennt es keiner. Der Schriftsteller Peter Wawerzinek hat Grass‘ letzte Gedichte deshalb vorausschauend selber geschrieben. 9 Grass-Gedichte von Wawerzinek in der Welt.

Das kürzeste davon geht so:

Letzte Weisheit

Mit Willi Brandt, Amundsen
und Scott habe ich eins gemein:
Wir brachen auf zu den Polen.

Deaths 2

Cynthia Macdonald, whose idiosyncratic blend of humor and the grotesque made her a distinctive voice on the American poetry scene, died on Aug. 3 in a nursing home in Logan, Utah. She was 87.

(…)

“People forget their children in the strangest places,” the poem “Casual Neglects” begins. “Crossing Fifth in front of Saks, Little Jane/left behind.” It concludes: “The air is absent-minded/and the empty sky of Paradise is pocked with small pink shells,/those baby fingernails which couldn’t quite keep holding on.”

(…)

She trained as a Freudian psychoanalyst at the Houston-Galveston Psychoanalytic Institute, becoming certified in 1986. She later joined the faculty there. As a practitioner, she specialized in treating patients with writer’s block.

/ William Grimes, New York Times AUG. 24

Deaths 1

William Jay Smith, who wrote poetry with classical precision and childlike whimsy and who was a globe-trotting poetry consultant to the Library of Congress for two years, died Aug. 18 at a hospital in Pittsfield, Mass. He was 97.
(…)

He did not like the term “poet laureate,” (…) because he thought it implied a quasi-official responsibility to be a national cheerleader. He also detested literary theory, which he said contributed to “the ruination of English departments,” and he sometimes clashed with other leading poets and critics.

In one controversial poem, “The Tall Poets: A Bicentiennial Mediation, July 4, 1976,” Mr. Smith took direct aim at poetic self-indulgence — with a thinly veiled reference to John Ashbery, in particlar:

I am bored with those Tall Poets,
those first and second-generation baby Bunyans,
sick of their creatively written writing,
their admired ash-buried academic anorexia …
I’m weary of having to dive into their driven dreck that hits the fan
weekly in every puffed and pompous periodical …
I long for the pure poem,
the passionate statement,
the simple declarative sentence …

/  Matt Schudel, Washington Post August 22

Stepptänze. Die Sterne rufen

Schulz‘ an den Moment gebundene Experimentierfreudigkeit macht sich vor allem in seinen Prosagedichten bemerkbar. Meist nicht länger als eine Seite, vermögen sie einen in unberechenbare semantische und syntaktische Schwingungen zu versetzen. Man könnte sie als improvisierte Stepptänze auf engstem Raum bezeichnen. Ob es sich dabei um die Beschwörung eines Ortes, die Erinnerung an ein gemeinsam verbrachtes Wochenende oder um das Wesen der deutschen Dichtung handelt, Schulz geht seine «Themen» in einem Staccato aus über die Interpunktion hinausschiessenden Sätzen an. Sätze, bei denen der Punkt das Zeilen- und Vers-Ende ersetzt, nicht aber den assoziativen Fluss der festgehaltenen Bilder zersetzt: «Als Deutscher laufe ich der Holzmaus hinterher, die an einem unsichtbaren Faden gezogen wird. Durch den Wald. Jeder ist finster. Inside der Kuckucksuhr. Wer spricht? Ein Polizist mit einer Orange in der Hand. Ein landläufiger Huflattich. Oder in Schöneberg ein verspätetes Ich. Du bist bestimmt in Bestimmungen, die voraus eilen. Ich muss ins Planetarium. Die Sterne rufen . . .» / Andreas Langenbacher, Neue Zürcher Zeitung

Tom Schulz: Lichtveränderung. Gedichte. Hanser-Verlag, Berlin 2015. 96 S., Fr. 23.90. / 15,90 €

Vom Einhorn

Zwei Auszüge:

Es braucht nicht den Blick auf den ironischen, als Motto fungierenden Satz des französischen Philosophen Michel Serres, um bei der Lektüre der Gedichte früh zu erkennen, dass der Hintergrund der Poetik Callies’ ein philosophisch-dekonstruktivistischer ist: „Die Konstruktion des Körpers gleicht der Erfindung des Einhorns.“ Man tut vielleicht gut daran, Callies mit George Bataille, Jean-Luc Nancy und Hélène Cixous zu lesen, wobei es sehr bedauerlich ist, dass man, um ein zeitgenössisches Werk wie das von Callies literaturkritisch zu vermitteln, noch immer Begriffe wie ‚Obszönität‘ oder ‚Tabu‘ bemühen muss. Schließlich ist das, was hier auf dem Spiel steht, von je her natürlich. Warum sollte man etwas zu enttabuisieren versuchen, was kein Tabu sein dürfte?

(…)

Selbst bei den Frankfurter Lyriktagen, die kürzlich stattgefunden haben, wurde danach gefragt, ob es so etwas wie „weibliche Verse“ gibt. Zugegeben, bei manchen Gedichten Callies’ tendiert man zur Überlegung, das hätte ein männlicher Dichterkollege so nicht schreiben können. Die Hinweise reichen aber nicht aus, um diese Überlegung fortzusetzen. Hélène Cixous würde in diesem Zusammenhang von der „écriture feminine“, der weiblichen Schrift sprechen. Bei der Auslegung der Gedichte Callies’ wäre es aber vielleicht angemessener, von der Weiblichkeit in der Schrift, ob männlich oder weiblich, zu sprechen: „wir zögerten nie, uns mit blut zu bewerfen / & boten uns gar ganze zyklen von an“ (aus „zwei enden eines jedweden stranges“). Cixous dazu: „Die Frau lässt sich gehen, sie fliegt, sie geht ganz und gar in ihre Stimme ein; mit ihrem Körper unterstreicht sie die Logik ihrer Rede, ihr Fleisch sagt die Wahrheit. Sie exponiert sich. Tatsächlich materialisiert sie fleischlich, was sie denkt, sie bedeutet es mit ihrem Körper.“ Und weiter: „Frauenstürmerisch sind wir, was unser ist, löst sich von uns ab, ohne dass wir fürchten dadurch geschwächt zu sein. Unsere Blicke ziehen davon, unser Lächeln läuft, das Lachen all unserer Münder, unser Blut rinnt und wir verströmen uns ohne uns zu erschöpfen.“ (Beide Zitate aus „Das Lachen der Medusa“.) Es ist nicht eindeutig zu sagen, wie es in dieser Hinsicht um die Gedichte von Callies bestellt ist. Sicher ist nur, hier spricht eine selbstbewusste Stimme, die, wenn man sich auf sie einlässt, mit Haut und Haar einlässt, einen berührt. Und auch dann ist man berührt, wenn man peinlich berührt wird – ein Punkt, an dem man merkt, wie schwer die christliche Moral noch immer auf unseren Schultern lastet.

/ Alexandru Bulucz, Signaturen

Carolin Callies: fünf sinne & nur ein besteckkasten. Gedichte. Frankfurt am Main (Schöffling & Co.) 2015. 112 Seiten. 18,95 Euro.

Mikado-Geäst

Wie Streichhölzer sind Mikadostäbe leichte, bildkräftige, gestennahe Alltagsgegenstände. Lässt man ein Bündel fallen, ergeben sich komplizierte Figuren, in denen die Stäbe zu schweben scheinen. Das „Mikado-Geäst“ ist kein organisches Gewächs, es ist ein kunstvolles Gebilde. Aber abgeschlossen gegen die Außenwelt, zumal die Geschichte, ist es nicht. Es ist aus Welthölzern aufgeschichtet.

Man lese nur den Zyklus „Hinterland I-IV“ aus dem Band „Haut und Serpentine“ (2004). Er spürt dem Starkstromzaun nach, den deutsche Truppen 1915 im besetzten Belgien aufstellten, im Dreiländereck bei Aachen entlang der belgisch-niederländischen Grenze, verzeichnet einen Kriegsschauplatz, samt seinen Toten: „Windig meldet sich das Feld von seiner Jagd, / und bildlich für die Atempause spricht ein Schluck / Stacheldraht: Der Hals des armen Mannes ist zu den Nackenwirbeln durchgebrannt am Zaun.“ / Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

Jürgen Nendza: Mikado-Geäst. Gedichte aus 20 Jahren. Mit einem Nachwort von Jürgen Egyptien. Poetenladen, Leipzig 2015. 128 S., 16,80 Euro.

Lütfiye Güzel und Barbara Köhler

Lütfiye Güzel debütierte im April 2012 vielbeachtet mit ihrem Lyrik-Band „Herz-Terroristin“. Und auch alle folgenden Werke wurden Erfolge mit ihren melancholischen Stories aus dem poetischen Underground, in denen sie zynisch und pointiert den tristen (Duisburger) Alltag seziert. Das neue Buch „Hey. Antiroman“, aus dem sie lesen wird, ist ihre fünfte Veröffentlichung, ohne Rücksicht auf Verluste, mit neuen Einsichten, neuen Erkenntnissen und „neuen Wahrheiten“ über das Leben. / Rheinische Post

Lütfiye Güzel und Barbara Köhler lesen am Freitag in Duisburg (Barbara Köhler aus „Istanbul – zusehends“).

Weltpost ins Nichtall

Das schmale Werk von August Stramm wäre schon lange in Vergessenheit geraten*, hätte dieser Dichter nicht schreiende Gedichte des Verstummens hinterlassen, und damit die inneren Verwerfungen des modernen Menschen wie unter einem Brennglas formuliert. Die Widmungsanthologie, die der fleißige Lyrik-Vermittler, der Weßlinger Anton G. Leitner mit Hiltrud Herbst herausgegeben hat (Daedalus Verlag), zeigt dies in aller Deutlichkeit. Dass mehr als 60 Autoren – darunter viele bekannte Namen wie Uwe Kolbe, Nico Bleutge, Franzobel, Ulla Hahn, Kerstin Hensel, Gerhard Rihm [sic] und Gabriele Trinckler – zur Feder griffen, um sich mit Stramm auseinander zu setzen, zeigt schon, wie viel dieser brav-bürgerliche Mensch** uns Heutigen noch zu sagen hat. / Wolfgang Prochaska, Süddeutsche Zeitung / Starnberg

*) Ich vermute, so manches schmale und breite heutige Werk wird in 30, 50, 100 Jahren in Vergessenheit geraten sein, wenn man Stramm immer noch liest.

**) Ob Stramm wirklich dieser brav-bürgerliche Mensch war, sei dahingestellt. Ich meine, sei energisch bestritten. Warum nur fallen einem bei so Worten wie „brav-bürgerlich“ immer andere ein und nicht wir selber? Über die Dichtung Stramms hat sich Ernst Jandl präziser ausgedrückt:

er august stramm
sehr verkürzt hat
das deutsche gedicht

ihn august stramm
verkürzt hat
der erste weltkrieg

wir haben da
etwas länger gehabt
um geschwätzig zu sein

Und natürlich, Jahrzehnte früher und deshalb noch weniger geschwätzig, Kurt Schwitters:  „Die Verdienste des August Stramm um die Dichtung sind sehr.“

Weltpost ins Nichtall
Poeten erinnern an August Stramm
Hrsg. Hiltrud Herbst / Anton G. Leitner
Daedalus, 2015

Weltpost ins Nichtall

Birds and hunting guns

THE POETRY ACADEMY, an affiliate of the Cultural Program and Heritage Festivals Committee – Abu Dhabi, has begun taking submissions for the „most beautiful poems in the description of birds and hunting gun[s]“ category, as part of the thirteenth edition of the Abu Dhabi International Hunting and Equestrian Exhibition.

The exhibition takes place in Abu Dhabi from September 9 to 12. The poetry competition aims to link two traditional arts; Nabati Poetry which expresses the collective conscience of the nation, and hunting.

The final submission date is August 30. The winner will receive Dhs50,000.

/ Khaleej Times

Dante ganz

Vorankündigung zur vollständigen Lesung der Divina Commedia in Weimar (16.-18.10.15) im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Dante-Gesellschaft hier

Gedicht in leichter Sprache

Das Katholische Bibelwerk übertragt Bibelverse in die leichte Sprache. So sollen Gottesdienstbesucher mit einem geringen Sprachvermögen, einen Zugang bekommen. Einfach sei das nicht, erklärt Projektleiter Dieter Bauer.

domradio.de: „Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, und in allem war es Gott gleich. Von Anfang an war es bei Gott. Alles wurde durch das Wort geschaffen; und ohne das Wort ist nichts entstanden.“ Das war ein Zitat aus dem Johannes-Evangelium. Was haben Sie denn getan, um solche und andere Bibelstellen verständlicher zu machen?

Dieter Bauer (Projektleiter Katholisches Bibelwerk): Da muss man vielleicht wissen, dass hinter der leichten Sprache ein ganzes Regelwerk steht. Wie man schwere Sprache einfacher bekommt, dazu gehört zum Beispiel, dass Einleitungen extra formuliert werden. Bei diesem Hymnus aus dem Johannes-Evangelium würde vorne eine Einleitung stehen. Da steht dann in etwa: Ein Mann hat ein Gedicht geschrieben. Das Gedicht ist schwer zu verstehen, aber es ist ein sehr schönes Gedicht. Das Gedicht steht in der Bibel, das Gedicht geht so… Danach werden schwere Begriffe in den Sätzen erklärt. Bei einem Gedicht ist es sicher das schwierigste, was es überhaupt gibt. Das ist ja noch verdichteter als andere Sprache auch. / Domradio.de

Die zitierte Stelle aus dem Johannesevangelium, aus leicht ersichtlichen Geünden um 2 Sätze erweitert, aus der Lutherbibel 1912 und in Luthers Originalsprache von 1545:

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.  In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht begriffen.

JM anfang war das Wort / Vnd das wort war bey Gott / vnd Gott war das Wort. 2 Das selbige war im anfang bey Gott. 3 Alle ding sind durch dasselbige gemacht / vnd on dasselbige ist nichts gemacht / was gemacht ist. 4 Jn jm war das Leben / vnd das Leben war das Liecht der Menschen / 5 vnd das Liecht scheinet in der Finsternis / vnd die Finsternis habens nicht begriffen.

Anneke Brassinga

Bei faustkultur ein Gespräch mit der niederländischen Lyrikerin Anneke Brassinga, Auszug:

Bernd Leukert: Es interessiert mich, wie Sie zu Ihren Gedichten kommen.

Anneke Brassinga: Eines meiner Gedichte mit dem Titel „Kennwörter“ habe ich buchstäblich geträumt: die Worte, nicht die Bilder. Ich bin nachts aufgewacht und habe es ganz schnell aufgeschrieben, denn ich wusste, dass es später schnell verschwindet, wenn man es nicht sofort aufschreibt. Und ich finde das immer noch ein sehr gutes Gedicht, weil ich es nicht geschrieben habe. Es ist mir im Traum gegeben worden. Da habe ich auch nicht gewusst, was kommen würde.

(…)

Wir kennen sehr wenig von niederländischer Dichtung in Deutschland. Mich hat überrascht, dass Michael Krüger vom Hanser Verlag uns mit einem Band einen Dichter vorgestellt hat, Remco Campert.

Er ist schon seit den 50er Jahren bei uns berühmt, und er hat auch ein großes Publikum. Jetzt ist er, glaube ich, 85, und er schreibt noch immer. Er hat auch eine Rubrik in einer Zeitung.

Dann muss er ja schreiben.

Nein, ich glaube, er macht es, weil es Spaß macht und weil man nicht aufhören kann zu schreiben. Und er hat noch im letzten Jahr einen Gedichtband publiziert. – Aber es gibt auch andere: Hans Faverey. Das war ein großer Lyriker. Er schrieb sozusagen aus dem Geist der Vorsokratiker. Ganz neu und bildstark. Und seit er wusste, dass er Krebs hatte, erschienen Gedichte, die seinen Umgang mit dem Tod zeigen, den Tod, den man leiblich in sich trägt. Das macht das sehr direkt.

Wie bei Rilke.

Ja. Und Lucebert!

Der auch Künstler ist, eine Doppelbegabung.

Ja. Aber er hat auch die Sprache der Dichtung wesentlich verändert.

Wie ist der Einfluss solcher Leute, die in Holland so bekannt sind? Kann man sagen, der interessiert mich nicht? Oder ist er immer da?

Ich glaube, Lucebert ist immer da. Er ist das Zwanzigste Jahrhundert. Er hat eigentlich die freie Lyrik eingeführt, in der es mehr auf die Metaphorik und den Klang ankommt und nicht so sehr auf die Form. Vor den 50er Jahren hatten wir nur diese Formdichter: Sonette und Reime.

Poetopie

sommerspätabends versinken Häuser und Vorgärten im Dunkel – du hältst die Nacht in Händen

Hansjürgen Bulkowski